Bandsägebox die Dritte

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Meine Frau hat sich sehr gefreut!
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Für die Einen ist es der Welt-Floristentag, für die Anderen reiner Kommerz und wieder Andere zelebrieren diesen Tag jährlich gerne aufs Neue: Am 14. Februar ist Valentinstag.

Auch wenn in der Werbung ab Anfang Januar ständig und überall erwähnt, bemerke ich frühestens im Februar, dass ich noch gar keine Idee habe, was ich meiner Frau hier schenken könnte.
Da mein Wandbild letztes Jahr aber so gut ankam, war für mich klar, dass es wieder etwas selber gemachtes sein muss. Nur was?

Da fiel mir ein, dass sich meine Frau letztens ja eine größere Bandsägebox mit mindestens zwei Schubladen gewünscht hat, da der Inhalt des 2018er Adventskalenders ja nicht in ihre kleine Bandsägebox passt - so in etwa wie die, die ich meiner Schwester zum Geburtstag gemacht hab.

Na das bekomme ich doch auch in der wenigen verbleibenden Zeit hin, oder?


Die Projektkosten sind mal wieder geschätzt, da ich alle Materialien vorrätig hatte.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • OSM 100
  • Bandsäge BS 350 Superior
  • Dekupiersäge 16"
  • Holzmann TSM 250 Tellerschleifer
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
  • Schraubzwingen, Klemmen, Einhandzwingen usw.
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Materialliste
  • Leimholz | Fichte (1000 x 200 x 18 mm)
  • Leimholz | Akazie (1200 x 200 x 18 mm)
  • Holzleim
  • Leinölfirnis
  • Pannesamt
  • Sprühkleber

Los geht's - Schritt für Schritt

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aus zwei Brettern wird ein Holzblock

(altes Bild)

Zuerst säge ich mit der Bandsäge die Leimholzbretter auf passende Größe zurecht.

Dank meines Längsanschlages und des scharfen Sägebandes habe ich so ziemlich schnell vier je gleichgroße Brettchen Akazie und drei Brettchen Fichte produziert.

Mit ausreichend Leim, vielen Temperguss-Schraubzingen und ein wenig Geduld schaffe ich es, aus den einzelnen Brettchen einen schönen Holzblock zu erzeugen. Schön abwechselnd Akazie - Fichte - Akazie, immer darauf bedacht, die "Verleimregeln" zu beachten.
So gut es eben mit Leimholz geht, welches ich aufeinander kleben will.

Die Hoffnung stirbt zuletzt...

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Form anzeichnen und aussägen

Für die Form der Box hab ich mal etwas das Internet durchforstet. Bandsägeboxen findet man auf Pinterest zuhauf, aber irgendwie scheint es nur eine endliche Zahl möglicher Formen zu geben - die ähneln sich ja alle!

Irgendwie kam ich dann gedanklich auf Disneys "Die Schöne und das Biest"  - fragt mich bitte nicht wie - und die dort gezeichneten Figuren. Insbesondere die Uhr hatte ich spontan vor Augen.
Und so fing ich an zu zeichnen.

Als erstes habe ich die Außenform, also die Seiten und den Boden ausgesägt. Dann habe ich von der Rückseite eine Scheibe abgeschnitten.
(Was ist denn hier los? Ständig verläuft mir das Band!)

Als nächstes kamen die Augen (bzw die runden Schubladen oben) dran: einfach entlang der gezeichneten Linie aussägen.
Dann die Mittlere Schublade und zuletzt die untere Schublade aussägen. 
Bei der unteren Schublade ist mir leider das Sägeblatt extrem verlaufen (inzwischen weiss ich auch warum: Die Bandspannung war viel zu gering, da sich die Spanneinheit komplett verstellt hatte! *grmlgrlmgrml*).

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Sägen der Schubladen

Rest vom Fest


Dank den Kollegen aus dem Drechsler-Forum konnte ich die Spanneinheit meiner Bandsäge wieder einstellen und weiterarbeiten.

Von den ganzen Ausschnitten habe ich als erstes vorne und hinten jeweils eine dünne Scheibe (ca. 8mm) abgeschnitten.

Dann habe ich mit Bleistift angezeichnet, wie viel Material ich aus dem Inneren der Schublade(n) entfernen muss und hab dies auch gleich vorsichtig an der Linie entlang ausgesägt.

Hier hab ich recht wenige Bilder gemacht - ich war etwas in Zeitnot...

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Schleifen, schleifen, schleifen, zusammenleimen und nochmals schleifen

Verleimen und verzwingen
Die Spindel passt fast ganz genau!
Mist, Rückwand vergessen!
Rückwand anleimen
Leinöl auf Holz

Mittels Teller- und Spindelschleifer (und später dann jede Menge Schleifpapier in aufsteigender Körnung) habe ich die Sägespuren entfernt. Hierbei unbedingt darauf achten, nicht zu viel Material zu entfernen, da sonst die Spaltmaße immer größer werden! Besonders bei den oberen runden Schubladen sieht das ansonsten ziemlich blöd aus!

Ich habe zunächst die Innenseiten der Schubladen bearbeitet. Auch innen darf man nicht zuviel (und vor allem nicht ungleichmäßig!) Material abtragen, sonst passt später die Verleimung nicht mehr und man sieht die Klebestelle.
Bevor ich mit den Außenseiten weitermachte, habe ich die einzelnen Schubladenteile mit Leim zusammengeklebt.

Dann kam die eigentliche Box an die Reihe: Zuerst habe ich die Einschnitte verleimt und mit Zwingen festgespannt. Danach mit meiner Spindelschleifmaschine die Sägespuren egalisiert und noch ein bisschen in Form gebracht.
Dummerweise habe ich die Außenkontur der Box geschliffen bevor ich mich daran erinnert habe, dass ich die Rückwand noch nicht angeklebt habe.
Leimen, und jetzt die Kontur der Rückwand vorsichtig der Kontur der Box anpassen (und vor allem mit der groben Körnung nicht wieder Scharten in die fertige Oberfläche der Box schleifen!).

Irgendwann ist aber meine "Lieblingsbeschäftigung" (NICHT!) zum Glück Geschichte.
Ein bisschen Leinölfirnis hebt die Holzmaserung hervor und feuert gewaltig an: die Fichte wird gelblich, die Akazie erstrahlt zweifarbig in einem wunderschönen Wechsel aus dunklerem Gelb und warmen Braun: ich liebe dieses Farbenspiel!



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Schubladenknöpfe

Philtrum

Damit die Box ein Gesicht bekommt, benötigt sie natürlich Augen, Nase und Mund. Kurzerhand habe ich mir aus einem Abschnitt von der Seite der Box vier einigermaßen passende Stücke an der Dekupiersäge ausgesägt und anschließend noch am Tellerschleifer in Form geschliffen.

Der Mund bekommt sogar ein Philtrum spendiert - so nennt man beim Menschen die vertikale Einkerbung von der Mitte der Oberlippe hinauf zur Nase.
->Wieder was gelernt! (again what learned)

Anleimen, Schubladen mit Leinölfirnis behandeln, fertig!

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Veredeln der Schubladen

Da ich vermute, dass meine Holde Ihren Schmuck in der Box aufbewahren möchte, werden die Schubladen zum Schluss noch ein bisschen veredelt.

Ansich wollte ich das mir von Forenmitglied Maggy empfohlenen "Flocky Samtpulver" von EFCO mal ausprobieren. Leider hatte keiner der umliegenden Bastelgeschäfte jemals davon gehört und für eine Bestellung war es inzwischen zu spät.
Nächstes Mal.

Zum Glück hatte ich aber noch haufenweise violetten Pannesamt rumliegen.
Schnell vier passende Stücke zurechtgeschnitten, die Innenseiten der Schubladen mit Sprühkleber eingesprüht (Achtung: nur die Schubladenböden besprühen, den Rest z.B. mit Papier abdecken!), kurz antrocknen lassen und Stoff einkleben.

Ganz zum Schluss habe ich die Box noch mit farblosen OSMO TopOil eingerieben und nach Trocknung ein wenig aufpoliert.
Verträgt sich übrigens prima mit der vorher aufgebrachten Leinölfirnis.


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Fazit

Ich wurde fertig - knapp!
Das Malheur mit meiner Bandsäge hat mich fast vier Tage gekostet. Zeit, in der auch Leim an-, und Leinölfirnis einziehen hätte können.

Und nicht nur dass: ein zu gering gespanntes Sägeband sägt auch nicht zwingend so, wie man es eigentlich gerne hätte.

Dennoch bin ich relativ zufrieden mit meiner Arbeit. Trotz der Widrigkeiten ist mir die Box ganz gut gelungen, denke ich.
Und zusätzlich habe ich jetzt auch den Mechanismus der  Spanneinheit meiner Bandsäge verstanden!

Ich hoffe, euch gefällt das Ergebnis.
Meiner Frau zumindest schon. Sehr sogar...


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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