Bandsägebox die Zweite

Auf Pinterest teilen per E-Mail teilen IC-send-mail Drucken IC-print-circle
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    1 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Meine kleine Schwester hatte sich dieses Jahr von uns Geschwistern einfach nur Geld zum Geburtstag gewünscht, wahrscheinlich, um es sinnlos zu verprassen.
Einfach nur Geldbeutel aufmachen und ihr 'nen 10er hinhalten finden wir doof, deswegen muss hier immer eine kleine "Verpackung" her. Da ich kurz davor für meine Frau die Bandsägebox gemacht hatte, dachte ich mir, das Gleiche nochmal zu sägen ist nicht verkehrt, um etwas mehr Übung auf der Bandsäge zu bekommen. Gedacht - gemacht: Ich erklärte mich also dazu bereit, mich dieses Mal um die "Geldverpackung" zu kümmern. (Leider habe ich kein Foto von der fertigen Arbeit gemacht).

Nachdem meine älteste Schwester (die, der ich letztes Jahr die Holzlaterne gebaut habe) die Bandsägebox gesehen hatte, meinte sie nur: "Ich wünsch' mir dieses Jahr übrigens auch einfach nur Geld zum sinnlos verprassen! ZWINKER ZWINKER!!" --- mir war klar, was sie meinte.
Nun gut, dann mal ran an den Speck!


Du brauchst

Icon my-product Icon--my-product-black-48x48
Werkzeuge
  • PSR 1800 LI-2  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • OSM 100
  • Bandsäge BS 350 Superior
  • Holzmann TSM 250 Tellerschleifer
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
  • Schraubzwingen, Klemmen, Einhandzwingen usw.
  • Hammer
Icon confirmation Icon--confirmation-black-48x48
Materialliste
  • Restholzblock | Fichte
  • Holzrest | Kirsche
  • Leim
  • 2 x Nägel (1mm dick, 12mm lang)
  • Soffrest | Pannesamt
  • Sprühkleber

Los geht's - Schritt für Schritt

1 10

Formfindung

Ich hatte noch ein Reststück eines Fichtenholzklotzes parat, welches mir für die Bandsägebox geeignet schien: Nur wenige Verastungen und groß genug.

Zuerst habe ich mal die Seiten am Tellerschleifer einigermaßen abgeschliffen, der Klotz war nämlich sägerauh!

Die Form für die Bandsägebox habe ich freihand aufskizziert: die Box sollte diesmal zwei Schubladen bekommen.

Und auch schon mein erster Denkfehler: auf was soll jetzt die untere Schublade stehen?
Da muss wohl noch ein Holz drunter!

2 10

Aussägen des Korpus

Als erstes säge ich mal schwungvoll eine 5mm dünne Scheibe für den Rücken ab: mein zweiter Denkfehler!
Verdammt.
Zu viel Elan kann schädlich sein!

Nagut, dann halten wir die beiden Holzteile beim sägen einfach zusammen!

Jetzt aber: Außenkontur gesägt, Rückenteil weg und erst DANN die Innenkontur sägen. Der spitze Winkel stellt mich vor eine Herausforderung. Bis ich auf die Idee komme, den Mittelsteg rechts etwas anzusägen, damit ich mit dem Sägeband an der Seite vorbei komme.



3 10

Sägen der Schubladen

Wem fällt es auf?
Mistmistmistmist!!!

Die untere Schublade ist schnell gemacht: von Vorder-und Rückseite jeweils eine 5mm dicke Scheibe absägen, dann im Abstand von 5mm parallel zum Rand unten und an den Seiten eine Linie ziehen und dort entlang sägen.

Jetzt das Gleiche bei der oberen Schublade: Scheibe für Front und Rücken absägen, anzeichnen, sägen....

Mistmistmistmistmistundverflucht!
Denkfehler No.3!



4 10

Korrektur

Da habe ich doch tatsächlich die Schublade verkehrt herum gesägt: Öffnung nach unten! Ich ärger' mich grad richtig!

Jetzt ist guter Rat teuer: Nochmal von vorne anfangen? Keine Lust.
Kann ich da irgendwie noch etwas retten?

Auf einmal eine Idee: Warum mache ich nicht einfach eine Schublade mit Deckel?
Mal trocken ausprobieren: Wenn das hier der Deckel ist, und hier irgendeine Art von Scharnier sitzt, dann kann man das soweit öffnen...
HEUREKA, das sollte klappen!
Jetzt aber keine Fehler mehr!

Ich nehme den Ausschnitt von vorhin, zeichne mir eine passende Rundung an und säge erneut aus.
Wahnsinn - wenn man sich konzentriert, schafft man auch mal einen Arbeitsschritt ohne Fehler!

5 10

Schleifen, schleifen, schleifen (Innen)

Bevor ich alles zusammenleime, steht erstmal wieder meine "Lieblings"-Beschäftigung an: Schleifen.

Die Innenrundungen kann ich am Spindelschleifer leider nur grob vorschleifen - ich besitze keine feineren Schleifspindeln als K80. Noch nicht. Aber bald! Fester Vorsatz für den nächsten Einkauf! Mindestens K120 brauche ich zwingend.

Aber diesmal muss ich notgedrungen noch von Hand schleifen: K120, K180, K240, leicht anfeuchten, trocknen lassen, nochmal K240.
Und das waren erst die Innenseiten!

Ich mach keine Fotos mehr vom Schleifen. Ok?

6 10

Zusammenbau

untere Schublade
obere Schublade, Deckel lose als Abstandhalter eingesetzt
vorgebohrt
und genagelt
Deckel auf

Als erstes verleime ich die Rückwand und die Bodenplatte mit dem Korpus. Leim auftragen (dünn, aber ausreichend), Zwingen ansetzen und gut zusammenpressen.
Das gleiche gilt für die Schubladen.

Bei der oberen Schublade greife ich zu dem Trick, den späteren Deckel als Abstandhalter zwischen Front und Rücken zu benutzen.

Als der Leim tags drauf trocken ist, kann ich den Deckel auch einbauen. Hierfür bohre ich mit einem 1mm Bohrer vorsichtig so lotrecht wie möglich ein Loch auf beiden Seiten.
Leider muss ich hierfür den Akkuschrauber nehmen, da meine Tischbohrmaschine eine Bohrerstärke von mindestens 1,5mm  verlangt.
Vorsicht ist also geboten, wäre nicht der erste abgebrochene Bohrer...

Als Scharnier dienen mir zwei 12mm lange Nägel, die ich in diese Löcher hämmere.

Geht es? Hält es? Funktioniert es?

Ja, Ja und Ja! Was ein Glück!

7 10

Feinschliff außen

Die Außenrundungen und Verleimungen schleife ich mit dem Tellerschleifer, die Innenrundungen mache ich wie vorhin bereits am Spindelschleifer schön glatt. Soweit es halt bei K80 geht.
Der Rest wieder von Hand, angefangen mit K120 schrittweise bis K240, leicht anfeuchten (dann stellen sich die Holzfasern wieder etwas auf), trocknen lassen und nochmals mit K240 drüber.

Jetzt ist es glatt!

8 10

Schubladengriffe und Ölung

Reststück aus Kirsche und Erle
Griff-Rohlinge
angepasst und aufgeklebt

Auch hier wühle ich etwas in meiner Restekiste und finde Abfallstücke von den Innenschnitten meines Teelichthalters: Kirsche und Erle. Die Grundform gefällt mir, deswegen wird hier nur noch angepasst, feingeschliffen und mit Leim aufgepappt. 

Zum Schluss bekommt die Box noch eine Behandlung mit Leinölfirnis und fertig ist meine zweite (eigentlich ja dritte) Bandsägebox.

Oder doch noch nicht fertig?

9 10

Auskleiden der Schubladen

An Stahllineal entlang schneiden WÜRDE funktionieren, wäre der Cutter scharf genug...

So ganz nackig gefallen mir die Schubladen noch nicht, daher kaufe ich ein bisschen Pannesamt in dunkelblau.
Passend zur Schubladenbreite schneide mir zwei Streifen zurecht, die ich mit Sprühkleber auf den Schubladenboden klebe.

Sieht doch gleich viel edler aus!

10 10

Fazit

Weil ich so unsauber gesägt hab, muss ich viel schleifen. Dadurch wird natürlich der Spalt größer...

Versprochen: die nächste Bandsägebox mache ich nicht "schnell-schnell"! Es passieren sonst einfach zu viele Fehler dabei.

Außer den bereits angesprochenen:

Wie man unschwer sieht, habe ich beim abschleifen wohl etwas viel Material entfernt - daher das recht große Spaltmaß bei der oberen Schublade.

Pannesamt mit halbstumpfen Cutter zu säbeln ist doof, glaubt mir. Noch doofer ist allerdings, wenn man es nicht wahrhaben will und trotzdem weitermacht ("Neue Klinge? Hab ich grad nicht da. Wird schon einigermaßen gehen." ->NEIN, geht nicht!)

Ich hoffe, der Deckel der oberen Schublade hält. Der Nagel sitzt nämlich leider nicht zu 100 Prozent lotrecht...

Spaß gemacht hat der Bau trotzdem und ich hoffe meine Schwester freut sich über die Box!

Meine Frau wünscht sich jetzt dummerweise auch noch eine mit mindestens zwei Schubladen...



Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


Tags

Meinungen und Reaktionen

Wie hat dir das Projekt gefallen? Indem du deine Meinung mit uns teilst, hilfst du uns und anderen Community-Mitgliedern zukünftige Inhalte zu verbessern.