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Zellulosefaser

Zellulosefaser

Allgemeine Informationen:

Dämmstoffe aus Zellulosefasern werden aus recyceltem Tageszeitungs-Altpapier hergestellt und gehören zur Gruppe der organischen Faserdämmstoffe. Die Dämmwirkung wird durch den Einschluss ruhender Luft in den Faserzwischenräumen erzeugt.

Lieferform:

  • lose als Flocken
  • mit Jute zu Platten gebunden

 

Anwendungsbereiche im Bauwesen:

  • Platten zur Wärme- und Schalldämmung im Steildach (zwischen den Sparren), in Holzständerwänden und in Deckenkonstruktionen
  • Lose Flocken zum Einblasen in geschlossene / luftdichte Hohlräume (z.B. Steildächer zwischen den Sparren), bzw. freiliegend auf horizontalen bzw. mäßig gewölbten / geneigten Flächen, im Sprühverfahren mit angefeuchteten Fasern Verwendung im Holzrahmenbau

 

Technische Daten (Auswahl):

Platten Flocken (lose)

  • Rohdichte [kg/m³]: 70 - 100 30 - 80
  • Wärmeleitfähigkeit [W/(mK)]: 0,040 0,040 - 0,045
  • Dampfdiffusionswiderstand: 1 1 - 2
  • Wasseraufnahme [%]: < 10% (gering) < 25% (sehr hoch)
  • Baustoffklasse: B2 (B1) B2
  • Druckfestigkeit [N/mm²]: 0,08 - 0,010 (gering) nicht druckbeanspruchbar
  • Beständigkeit: durch Borsalz resistent gegen Ungeziefer, Schimmelpilze

 

Rohstoffe:

  • Hauptbestandteile:(= Rezyklat) 0 - 90% Zellulose i.d.R. aus Tageszeitungsaltpapier (Remittenden = nicht benutztes Zeitungspapier)
  • Bindemittel: Platten: Ligninsulfonat, Tallharz, Aluminiumsulfat (Alaun)
  • Flocken: z.T. Gips
  • Flammschutzmittel: ca. 10 - 20% Borsalz, auch gegen Schimmelpilze
  • z.T. alternativ: ca. 8% Ammoniumpolyphosphat; ca. 2% Baum- und Rindenharze (gegen Schimmelpilze)
  • ggf. Stützfasern: Platten: ca. 5% Jute (z.T. aus Alt- und Resttextilien)
     

Energieaufwand: Graue Energie

  • Zellulosefasern 3,2 MJ/kg (= ca. 106 - 256 MJ/m³)
  • (Schüttdämmstoff, Rohdichte 33 -80 kg/m³, Produktion CH)
  • Die Flammschutzmittel Borax/Borsäure verursachen zwischen 40 und 50% der Grauen Energie.
     

Quelle: Büro für Umweltchemie (Hrsg.): Graue Energie von Baustoffen, 1998, Zürich

 

Verarbeitung:

Dämmstoffe aus losen Zellulosefaser-Flocken werden auf der Baustelle in eine Verarbeitungsmaschine gefüllt und durch ein Schlauchsystem an die Einbaustelle gefördert.
Das Einbringen kann durch offenes Aufblasen (z.B. auf Holzbalkendecken zu nicht ausgebauten Dachräumen), durch Einblasen in dichte Hohlräume oder im Sprühverfahren (angefeuchtete Flocken werden direkt z.B. auf Holzständerwände aufgeblasen) erfolgen.
Einblasöffnungen (z.B. in OSB-Platten) sind nach dem Füllen der Hohlräume dauerhaft und luftdicht zu verschließen.Dabei kann es zu erhöhten Staubbelastungen kommen. Über die genaue Größenordnung der bei der Verarbeitung loser Zellulosefaser-Flocken auftretenden Staub- und Faserkonzentrationen sowie über deren gesundheitliche Bewertung liegen noch keine allgemeingültigen Ergebnisse vor. Alle bisher durchgeführten Untersuchungen können nur als Einzelergebnisse für repräsentative Arbeitsabläufe betrachtet werden. Eine Grenzwertüberschreitung ist jedoch zu erwarten, weshalb in jedem Fall persönliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Der Einbau loser Flocken sollte nur durch geschulte Fachbetriebe erfolgen. Eine Liste dieser Unternehmen ist bei den Herstellern erhältlich. Die Verarbeitung von Dämmplatten setzt bei Verwendung des richtigen Werkzeugs und sorgfältiger Reinigung erfahrungsgemäß deutlich weniger Staub und Fasern frei als das Verarbeiten loser Schüttungen.


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