Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Wände richtig streichen - Teil 1 Rat von Experten

Wände richtig streichen

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do Wissen

 

Ganz gleich, welche Farbe man beim Renovieren oder für den ersten Anstrich verwendet – von der richtigen Auftragstechnik hängt der Erfolg der Verschönerungsaktion entscheidend ab. Weitere Faktoren sind die Vorbereitung des Untergrundes und die Wahl der passenden Farbqualität und -sorte.

 

 

Farbe nur dort auftragen, wo sie hingehört

Ehe die Farbe jedoch auf die Wand gelangt, kümmert man sich sinnvollerweise um die Bereiche, in die sie nicht gelangen sollte. Das klingt banal, doch wir haben mehr als einmal erlebt, dass Wände und Decken perfekt gestrichen waren, im Eifer des Gefechts jedoch auch Boden, Möbel oder Fenster in Mitleidenschaft gezogen wurden.

 

Am Anfang der Renovierung steht also das Abdecken und Abkleben.

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenFür den Fußboden verwendet man dabei Abdeckfolien. Sie sind in jedem Baumarkt für wenig Geld zu haben, und auch die besseren Qualitäten strapazieren den Geldbeutel nicht allzu sehr – greift also im Zweifelsfall eher zu einer dickeren Folie, die auch dann nicht reißt, wenn man sie mit Straßenschuhen betritt. Leichtere Folien eignen sich für das Abdecken von Möbeln, die zu schwer sind, um sie vor dem Renovieren aus dem Raum zu tragen. Auf Notbehelfe wie Zeitungspapier solltet ihr verzichten. Das Papier verrutscht leicht oder zerreißt, und dann ist der Boden wieder ungeschützt. Brauchbar als Alternative sind jedoch Abdeckvliese.

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenDie Folie wird mit Malerkrepp oben auf den Fußleisten festgeklebt. Sie sollte lose auf dem Boden ausgebreitet liegen und nicht unter Spannung stehen, sonst wird sie beim Begehen zu leicht beschädigt. Zeitungspapier oder auch Pappe kann als zusätzlicher Schutz unter Farbeimern zum Einsatz kommen: Läuft davon einmal etwas Farbe herunter, ist das zwar in einem sorgfältig abgedeckten Raum grundsätzlich nicht weiter tragisch, doch nach dem Versetzen des Eimers bleiben dann Farbreste zurück, in denen man leicht ausrutscht und die man mit den Schuhsohlen versehentlich in ungeschützte Räume tragen kann.

Wird in einem Badezimmer mit halbhoch gefliesten Wänden angestrichen, machen sich Abdeckfolien nützlich, deren Ränder bereits werkseitig mit Klebebändern versehen sind. Sie lassen sich schnell und sicher an der Oberkante des Fliesenspiegels befestigen.

Steckt lieber etwas mehr Zeit ins Abkleben, das erspart im Nachgang viel Mühe.

 

Das richtige Klebeband spart viel Arbeit!

Apropos Klebeband: Meist kommt beim Abkleben Malerkrepp zum Einsatz, also Klebeband aus gekrepptem Papier. Beim Kauf sollte man sich auch hier nicht in erster Linie von der eigenen Sparsamkeit leiten lassen.

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenMarkenbänder sind nur wenig teurer als Non-Name-Ware, sie bieten aber einige Vorteile gegenüber manchen Billigbändern aus der Sonderangebotsschütte.

Der wichtigste Unterschied: Gute Kreppbänder lassen sich problemlos wieder lösen, auch nach einem oder zwei Tagen noch.

Bei Sonderangeboten haben wir schon erlebt, dass die Klebstoffschicht hartnäckig auf dem Untergrund haften blieb und dann nur mit viel Mühe abzulösen war.

Dieser Punkt spricht übrigens auch gegen die Verwendung von Paketband, Isolierband oder dem üblichen transparenten Klebeband. Diese Produkte sind dazu gedacht, längere Zeit ausdauernd auf dem jeweiligen Untergrund zu haften – und das wünscht man sich beim Renovieren gerade nicht.

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenAbgesehen von der Qualität spielt auch der Einsatzzweck bei der Auswahl des Bandes eine Rolle: Schwach gekreppte Klebebänder eignen sich sehr gut dazu, gerade Linien exakt abzukleben.

Stark gekreppte Bänder bleiben nicht so genau in der Flucht – zu ihnen greift man, wenn Rundungen oder andere geschwungene Konturen abgeklebt werden sollen, etwa bei einer dekorativen Wandmalerei. Außerdem unterscheiden sich die Klebebänder in der Breite. In vielen Fällen kommt man mit schmalen Bändern gut zurecht. Bei filigranen Strukturen sind sie sogar ein Muss.

Anders verhält es sich beispielsweise dann, wenn nur eine Wand gestaltet werden und eine angrenzende Wand vor einem versehentlichen Farbauftrag geschützt werden soll. Hier klebt man mit einem möglichst breiten Band ab.

 

Wichtig: Die richtige Reihenfolge

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenEbenfalls im Vorfeld sollte man die Reihenfolge der Arbeiten planen. Möchte man eine Wand mit Farbeffekten gestalten, ist die Sache klar: Man deckt ab und legt los.

Anders bei einer umfangreichen Renovierung, bei der Decke, Wand und Boden verschönert werden sollen. Hier kommt es darauf an, die Reihenfolge der einzelnen Arbeiten so festzulegen, dass der zuerst fertiggestellte Abschnitt nicht durch die weiteren Arbeitsgänge wieder verschmutzt oder verdorben werden kann.

Beim Anstreichen bedeutet das: Zuerst wird die Decke gestrichen, dann die Wände. Zum Schluss kommen Bereiche wie Fußleisten, Fensterrahmen, Türen oder Heizkörper an die Reihe.

Soll außerdem ein neuer Holz- oder Laminatboden verlegt oder ein vorhandener Belag abgeschliffen und neu versiegelt werden, führt man diese Arbeit als erste aus. Der Grund: Schleifstaub oder Sägemehl lassen sich kaum wirksam zurückhalten und würden sich auf die gerade erst angestrichenen Wände legen. Glatte Flächen müssen dann mühsam gereinigt werden, frisch gestrichener Strukturputz oder stark strukturierte Tapeten sind zuweilen gar nicht oder nur sehr aufwendig zu säubern. Umgekehrt lässt sich ein neu verlegter oder renovierter Bodenbelag nach dem Aushärten von Kleber und Versiegelung problemlos vor Farbe schützen.

 

Farben mischen

Weiß passt als Wandfarbe zwar immer, doch ganz nach Wunsch oder nach einem bestimmten Gestaltungsentwurf zusammengestellte Farben lassen einen Raum interessanter wirken und können auch seine Wirkung deutlich verändern.

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenZur persönlichen Wunschfarbe könnt ihr auf drei Wegen gelangen. Zum einen bieten viele Farbhersteller eine Palette fertig abgetönter Farben an. Darunter finden sich neben den Klassikern wie Cremeweiß häufig auch Effektfarben für raffinierte Gestaltungsvarianten und immer die Trendfarben der jeweiligen Saison.

Eine größere Auswahl bieten Farbmischstationen, die sich in vielen Heimwerkermärkten und in Fachgeschäften finden. Hier kann man sich Farbtöne nach Farbmusterkarten anmischen lassen, häufig kann man auch Proben von Dekostoffen und ähnliche Muster mitbringen und dazu passende Töne herstellen lassen. Der Vorteil: Das einmal angemischte Rezept kann beliebig nachgemischt werden, so dass man auch später noch haargenau den gleichen Ton nachkaufen kann.

Völlige Freiheit bietet das Selbstmischen von Farben. Dafür sollte man sich allerdings mit den Grundlagen der Farbenlehre vertraut machen und einige technische Grundregeln beherzigen.

Gemischt werden Farben in alle Regel ausgehend von weißer Wandfarbe durch die Zugabe von Abtönfarben, die man in großen Tuben oder Kunststoff-Flaschen erhält. Mit den Grundfarben Blau, Rot und Gelb lassen sich in der Theorie alle denkbaren Farbtöne erzielen.

Wände richtig streichen - Teil 1 1-2-do WissenIn der Praxis wird man aber häufiger erst den ungefähren Farbton festlegen und dann auch bereits Abtönfarben in Sekundärtönen wie Orange, Grün oder Violett einsetzen – das geht meist schneller und spart Material.

Wichtig beim Selbstmischen ist zum einen das Ausprobieren mit einer kleinen Menge, denn damit gehen Fehlversuche nicht gleich so stark ins Geld. Zum anderen solltet ihr die verwendeten Mengen an Grundfarbe und Abtönfarben abwiegen, eine Küchenwaage ist für diesen Zweck genau genug.

Wenn ihr diese Werte notiert, könnt ihr sie später wie mit einem Kochrezept auf größere Mengen hochrechnen und auch noch Farbe nachmischen, wenn ihr einmal zu knapp kalkuliert habt.

Ganz wichtig beim Selbstmischen ist das gründliche Verrüh- ren der Farbe. Das geht zur Not mit einem stabilen Stück Holz, besser aber mit einem Rührquirl für die Bohrmaschine. Die Farbe muss nach dem Mischen vollkommen homogen sein, sie muss also einen völlig einheitlichen Ton zeigen und darf keinerlei Schlieren mehr aufweisen.

Farbanteile, die sich erst während des Verarbeitens vermischen, können auf der Wand überraschende Effekte erzielen – manchmal sind sie dekorativ, meist aber ärgert man sich über ungewollte Farbabweichungen.

 

(Text: Hans Altmeyer; Fotos: Titel: epr/Alpina; Abdecken: Max Bahr, Alpina Farben; Abkleben: tesa; Reihenfolge: Bosch; Farbe mischen: BV Farbe Gestaltung Bautenschutz und epr/Alpina.)

 

-> Weiterlesen:

Teil 2 - Wände richtig streichen - Klassisch mit der Rolle

Teil 3 - Wände richtig streichen - Feinsprühsysteme und Wandroller

 

Weitere Wissensartikel zum Thema Farbe und Streichen:

 

Farbwirkung 1 - Wie Farben Räume verändern

Farbwirkung 2 - Farben kombinieren

Farbwirkung 3 - Optisch Wände versetzen

Wandfarbe - die richtige Wahl

Farbroller PPR 250 und Feinsprühsystem PFS 105 E Wallpaint


Projekte

Antworten zum Thema Basteln, Heimwerken, Gärtnern findet ihr in unserem großen Heimwerker-Wiki! Antworten zum Thema Basteln, Heimwerken, Gärtnern findet ihr in unserem großen Heimwerker-Wiki!