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Estrich

Komplette Neuerfassung aufgrund mangelndem und schwer verständlichem Inhalt

Estrich

Unter Estrich versteht man einen Fußbodenaufbau in Garagen, Gartenhäusern, Kellern und Häusern aus vorwiegend mineralischen Materialien. (Im schweizer Sprachraum ist mit Estrich hingegen  der Dachboden gemeint.)

Üblicherweise ist der Estrich in Gebäuden bereits vorhanden und muss gegebenenfalls lediglich bearbeitet werden um zum Beispiel Rohre zu verlegen oder er wird behandelt um einen neuen Fußbodenbelag aufzubringen. Bei Verklebungen wie bei Fliesen, PVC oder Korkbelägen sollte man sich hinreichend informieren ob der Kleber hierfür geeignet ist und wie die Verarbeitung zu erfolgen hat. Bei neuen Estrichen wie in Neubauten ist unbedingt auf eine ausreichende Trocknungszeit und einen maximalen Feuchtegehalt zu achten. 

Einen Estrich in einen Raum einzubringen ist für Heimwerker grundsätzlich machbar, man muss allerdings über Grundwissen verfügen. Neben dem erheblichen Aufwand durch das Tragen und Anmischen von Estrichbeton, dem Einbringen von ausreichenden Metalleinlagen (Estrichmatten), einem Dämmband am Rand hin zu Wänden, muss das ebene Abziehen und insbesondere das Trocknungsverhalten des Estrichs berücksichtigt werden. Bei einem Kellerabstellaum oder in einem Gartenhaus ist das eher unproblematisch, aber in Wohnräumen verlässt man sich besser auf den Handwerker. Deshalb wird in diesem Artikel auf die Verarbeitung nicht eingegangen. Fargen hierzu darf man gerne im Forum stellen. 

Ergänzend muss darauf hingewiesen werden, dass es auch Trockenestrich-Elemente gibt, die als Platten auf einen vorbereiteten Untergrund wie eine Betondecke aufgelegt werden können. Diese bestehen in der Regel aus Gips mit Fasermaterial vermengt, verfügen über umlaufende Stufenfalze und gibt es in verschiedenen Stärken. So können ganz einfach Niveauunterschiede in Räumen ausgeglichen werden oder auch Bäder mit einem tragfähigen Untergrund für einen Bodenneuaufbau versehen werden. Zu beachten ist, dass Gips nicht frostsicher und auch nicht feuchtigkeitsresistent ist, so dass diese Elemente nicht in Außenbereichen oder in Nassräumen verwendet werden können. In Bädern wird auf den Trockenestrich eine zusätzliche Dichtschlämme aufgespachtelt um ein Modern und eine Schimmelbildung zu verhindern. Geeignete Abdichtsysteme findet man in jedem Fliesenmarkt und auch in Baumärkten. Man sollte sich zusätzlich im Internet auf den Herstellerseiten informieren. Wichtig ist eine rissfeste  Randabdichtung um ein Unterlaufen von Wasser zu verhindern. Bei Bodenabläufen wie beispielsweise bodeneben begehbaren Duschen muss enorme Sorgfalt beachtet werden, um Bauschäden zu vermeiden. Hier empfiehlt sich eher ein Fließestrich auf Zementbasis. 

Bei den Estrichen unterscheidet man im Allgemeinen nach Zementestrich, Anhydridestrich und Gaussasphaltestrich. Es gibt noch weitere Estricharten, die aber im Privathaus eher nicht notwendig, auf jeden Fall aber auch viel zu teuer sind. 

Zementestrich ist die einfachste Variante. Er kann als Estrichbeton in jedem Baumarkt gekauft werden und besteht normalerweise aus einem Gemisch aus Zement, Sand, Kies oder Splitt bis 8 mm Größe. Der Estrich wird mit Wasser angemischt. Und hier erklärt sich auch gleich die Trocknungszeit. Ein Sack mit 40 kg ergibt bei Mischen mit 4 Litern Wasser etwa 20 Liter fertigen Estrich. Das entspricht 2 cm auf einen Quadratmeter. Will man einen Raum mit 20 Quadratmetern und 5 cm Estrich belegen, werden 200 Liter Wasser eingebracht, die über die Luft im Raum austrocknen müssen. Es dauert also bis der Beton auf 2 Prozent Restfeuchte ausgetrocknet sein wird. Bei beheizten Böden ist dieser Wert noch zu hoch, für Fliesen- oder Parkettverklebungen sind 2 Prozent meist ausreichend. 

Bei der Trocknung von Estrichen ist zu beachten, dass dieser natürlich zunächst oberflächlich austrocknet. Erfolgt dies zu rasch, ohne dass Feuchte von unten ausreichend nachziehen kann, ergeben sich Trocknungsrisse die unbedingt zu vermeiden sind. Die Trocknung muss deshalb langsam erfolgen. In der Regel ist dies erst nach 4 bis 6 Wochen der Fall. Dabei ist zumindest in den ersten Tagen unbedingt auf ein Lüften und Zugluft zu verzichten. Wenn sich Kondenswasser im Raum bildet und an Wänden oder Fenstern herunterläuft ist das normal und keineswegs schädlich, sondern gewollt. Ein Heizen ist insofern ebenfalls nicht sinnvoll, es sei denn, durch einen unvorhergehenden Temperatursturz kühlt der Raum auf unter 5 Grad Celsius ab. Das sollte unbedingt vermieden werden. Im Außenbereich sollte der frische Estrich bei heißem Wetter regelmäßig bewässert werden um eine zu starke Austrocknung zu verhindern, zugleich aber zu Anfang vor Regen geschützt werden. 

Gefahren von zu schnellem Trocknen, falschem Mischungsverhältnis, zu viel Wasserbeimengung ....

Der Estrich reisst, sandet oberflächlich ab (Kleber haftet nicht oder nur kurzfristig), er „schüsselt“ extrem (Der Estrich steigt von der Raummitte zu den Wänden an und hat eine Schüsselform und uneben), zieht sich zu sehr zusammen und bekommt an den Wänden einen erheblichen Abstand von mehrerern Zentimetern Fuge. 

Weitere Estricharten:

Neben dem bereits genannten Zementestrich gibt es Gussasphaltestrich (Beimengung von Bitumen) und den sogenannten Anhydridestrich/Calciumsulfatestrich. Dieser versintert nach dem Einbringen zu Kalk und ist mittlerweile einer der gebräuchlichsten Estriche im Wohnhausbau neben dem Zementestrich. Der Vorteil ist, dass dieser weniger schüsselt und eine feinere Oberfläche bekommt. Allerdings ist Kalk eben nicht feuchtigkeitsresistent und deshalb in gewerblichen Bereichen gar nicht zugelassen und in privatgenutzten Räumen maximal bis in leicht feuchte Bereiche, wenn diese entsprechend abgedichtet werden. 

Isolierung

Häufig werden Estriche auf Isolierungen im wohnbereich aufgebracht. Sie liegen sozusagen auf der Isolierung, wodurch eine Wäremdämmung erreicht, aber auch eine Geräuschübertragung von z.B. Trittschall reduziert wird. Wird der Estrich direkt auf den Untergrund aufgebracht, spricht man von Verbundestrich. Der Estrich verbindet sich sozusagen mit dem Untergrund. Das wird üblicherweise bei Garagenböden, Kellerböden oder auch Balkonen genutzt. Aber auch hier gilt, dass eine ausreichende mehrwöchige Trocknungszeit bis zu einer Bodenverlegung oder Beschichtung einzuhalten ist. 

 



 


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