Werkbank selber bauen - simpel,stabil, multifunktional

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    250 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Du willst Dir eine stabile Werkbank mit vielen Spannmöglichkeiten bauen? Du hast keine professionelle Werkstatt und keine Profi-Maschinen Zuhause? Kein Problem! Hier findest Du eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum anfertigen Deiner Werkbank mit simplen Werkzeugen!

Konstruktionszeichnungen sind in der Titelbildgalerie!

Bei Interesse schau doch mal auf meinem Blog vorbei!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Handkreissäge
  • Oberfräse
  • Exzenterschleifer
  • Stechbeitel
  • Japansäge
  • Schraubzwingen
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Materialliste
  • 11 x Konstruktionsvollholz (KVH) (60x100x1950mm)
  • 4 x KVH Fichte/Kiefer (100x100x900mm )
  • 2 x KVH Fichte/Kiefer (100x100x660mm )
  • 2 x KVH Fichte/Kiefer (100x100x1600mm )
  • 2 x T-Nut-Schienen | Aluminium (2000mm)
  • 1 x Arbeitsplattenöl
  • 1L x Holzleim

Los geht's - Schritt für Schritt

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Unterkonstruktion

Achte beim Kauf des Holzes darauf, dass Du möglichst gerade Balken kaufst – ohne größere Verwindungen. Wenn Du das Holz in die gewünschten Längen zugesägt hast (KVH gibt es im Baumarkt üblicherweise in 4m Einheiten – viele Baumärkte sägen Dir das Holz auch schon in den gewünschten Dimensionen zu!), kannst Du beginnen Aussparungen (Überblattungen) an den Tischbeinen und Querstreben herzustellen. Das macht die Werkbank später sehr stabil! Wer eine Tischkreissäge zur Hand hat, wird das sehr sauber und relativ schnell hinbekommen. Meine Werkbank habe ich lediglich mit einer Handkreissäge hergestellt – dauert nur etwas länger. Arbeite hier mit Parallelanschlägen (beispielsweise Holzlatten) und messe immer sehr genau. Wenn die Aussparungen später zu viel Spiel haben, geht das auf Kosten der Stabilität Deiner Werkbank.
Mache wie im Bild mehrere Einschnitte mit 50mm Tiefe (Obere Aussparung der Tischbeine mit 40mm Tiefe!) und brich danach die flachen Platten heraus. Die Stifte/Reste, die übrig bleiben könnt ihr problemlos mit einem scharfen Stechbeitel entfernen.
Die raue Fläche kannst Du ggf. noch mit einem Simshobel bearbeiten, damit sie noch glatter wird.

Nach dieser Vorgehensweise kannst Du alle Überblattungen für die Tischbeine und die Streben herstellen. Du kannst die folgenden Konstruktionszeichnungen eins zu eins verwenden.

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Verschrauben der Unterkonstruktion

Wer die Werkbank vielleicht irgendwann mal Transportieren will, sollte die Konstruktion nicht verleimen sondern verschrauben. Hierzu kannst Du die Überblattungen mittig mit einem 10er Bohrer durchbohren. Wer möchte, setzt vorher noch einen 30er Forstnerbohrer an und versenkt die Löcher damit die Schrauben nicht überstehen. Benutzt jeweils 2 M8 Unterlegscheiben bei Schraube und Mutter. Das ganze kann dann so aussehen wie auf den Bildern.
Verschraube die Werkbank Stück für Stück. Setze zunächst alle Teile lose zusammen und schau, wie es am besten passt. Zieh dann nach und nach alle Schrauben gleichmäßig an. Du wirst sehen – die Konstruktion ist super stabil!

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Arbeitsplatte zusammen leimen

Das KVH ist an den Kanten angefast. D.h. wenn Du die Balken für die Arbeitsplatte zusammenleimst, entstehen unschöne Rillen. Wer Zugriff auf eine Abrichte hat, kann sich hier sehr viel Zeit sparen und vor dem zusammenleimen die Balken schon sauber abrichten, damit die Fase verschwindet. Wie Du das auch ohne Abrichte ziemlich gut hinbekommst, zeige ich Dir später.

Zunächst musst Du das KVH für die Arbeitsplatte zuschneiden. Achtung: Zwei der Elf Balken müssen weiter zugesägt werden, damit Du die Aussparungen für die Tischbeine erhältst. Die Arbeitsplatte liegt später selbsttragend auf den Tischbeinen auf – Hier sind keine weiteren Verschraubungen oder Verleimungen nötig. Bei diesen Dimensionen wackelt nichts. Du kannst wieder meine Konstruktionszeichnungen verwenden.

Ich habe die Arbeitsplatte in mehreren Schritten verleimt, weil ich nicht genügend große Schraubzwingen besitze. Im folgenden Bild siehst Du die zwei Hälften der Arbeitsplatte. Wer genügend große Schraubzwingen hat, kann die Arbeitsplatte auch in einem Schritt komplett zusammenleimen. Ich habe den amerikanischen Titebond Holzleim verwendet. Und es war kein Fehler!

Beim verleimen selbst, achte darauf, dass Du nicht nur seitlichen Druck ausübst, um die Balken aneinander zu pressen. Es ist auch ganz wichtig, dass Du die Balken möglichst plan ausrichtest. Um das zu erreichen nimm Dir zwei Dachlatten oder ähnliches und zwinge diese, wie im nächsten Bild, an den Enden der Balken fest. Ich habe die Latten mit Backpapier umwickelt, damit sie nicht versehentlich mit der Arbeitsplatte verleimt werden.

Die zwei Hälften der Arbeitsplatte können dann nach dem gleichen Prinzip zusammengeleimt werden. Druck von den Seiten und Druck von oben und unten.

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Arbeitsplatte abrichten

Damit die Oberfläche der Arbeitsplatte komplett plan ist, musst Du die Arbeitsplatte noch abrichten, also Material abtragen. Und zwar so viel, bis die Rillen zwischen den Balken verschwunden sind und eine einzige ebene Fläche entstanden ist.

Hierfür habe ich mir nach folgendem Vorbild provisorisch eine Vorrichtung für meine Oberfräse gebaut: Link zum Youtube Video

Als Schienen habe ich günstige Steckregal-Stützen gekauft. Die bekommst du in jedem Baumarkt!

Diese Vorrichtung habe ich mittlerweile in meine Werkbank integriert und auf T-Nut-Schienen befestigt. Wie genau ich das gemacht habe, kannst Du auf meinem Blog verfolgen.

Unterfüttere die Arbeitsplatte mit kleinen Hölzern als Abstandshalter und miss mehrmals nach, ob an allen Enden der Abstand von Arbeitsplatte zu Oberfräse identisch ist. Sonst fräst Du die Arbeitsplatte schräg ab und du musst nochmal nachbessern.

Stück für Stück fräst Du nun die Arbeitsplatte ab. Ein Fräser mit möglichst großem Durchmesser beschleunigt diesen Schritt deutlich. Ich habe einen ENT 22mm Nutfräser genutzt.

Nimm am besten einen Fräser, den Du sowieso schon hast.

Am Ende hast Du eine glatte Oberfläche mit minimalen Riefen, die sich mit einem Exzenterschleifer problemlos wegschleifen lassen!

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Arbeitsplatte mit Unterkonstruktion verbinden

Bevor Du die Oberfläche abschleifst, solltest Du die Platte mit der Unterkonstruktion verbinden. Am besten drehst Du die Platte um, und baust die Werkbank auf dem Kopf auf. Am Ende drehst Du dann die Komplette Konstruktion um und die Werkbank steht. Durch das Plan-fräsen der Arbeitsplatte, stehen die Tischbeine nun etwas höher hervor weil Material abgetragen wurde. Das überstehende Stück Tischbein kannst Du mit einer Japansäge problemlos und schnell, bündig absägen. Ich selbst habe die verlinkte Ryoba benutzt. Das Sägeblatt ist sehr flexibel. Mit leichtem Druck liegt das Sägeblatt komplett auf der Tischplatte auf und Du kannst die Tischbeine so absägen, dass sie auf der selben Höhe wie die Arbeitsplatte sind. Ich empfehle Dir wirklich eine Japansäge zu nehmen. Damit erzielst Du deutlich bessere Ergebnisse und sparst Dir mühsame Nacharbeit.

Dir wird es ähnlich gehen wie mir, wenn Du keine Tischkreissäge hast und somit keine wiederholgenauen Schnitte durchführen kannst – die Enden der Arbeitsplatte haben minimalen Versatz zwischen den Balken.
Das Problem bekommst Du mit der Handkreissäge oder alternativ mit einer Stichsäge problemlos in den Griff. Bei der Handkreissäge musst Du wahrscheinlich von beiden Seiten sägen. Wenn Du genau misst, hast Du nur minimalen Versatz, den Du problemlos mit Deinem Exzenterschleifer plan schleifen kannst.

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Arbeitsplatte abschleifen

Endlich kannst Du die Arbeitsplatte abschleifen. Damit die Oberfläche richtig schön glatt wird, musst Du natürlich in mehreren Durchgängen von grober Körnung zu feiner Körnung die Arbeitsplatte abschleifen, bis die Platte richtig glatt ist. Ich habe mit 40er Körnung angefangen. Bei der groben Körnung sei vorsichtig – damit hat man schnell mal versehentlich eine Mulde in die Arbeitsplatte geschliffen. Danach bin ich mit 80er, 120er, 180er und zum Schluss mit 240er Körnung drüber.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Im Prinzip ist die Werkbank in dem Zustand einwandfrei nutzbar. Aber damit sich der ganze Aufwand richtig lohnt, fehlt noch das ein oder andere Detail.

Ich habe übrigens die Kanten der Arbeitsplatte mit einem Abrundfräser rundgefräst. Geht super schnell und macht das Arbeiten angenehmer als an einer 90° Kante.

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T-Nut-Schienen einlassen und Lochraster bohren

Damit Du später verschiedene Vorrichtungen in die Werkbank einspannen kannst, solltest Du noch zwei T-Nut-Schienen in die Arbeitsplatte einlassen, die auf M8 Schraubenköpfe bzw. Muttern ausgelegt sind. Erst damit, wird Deine Werkbank wirklich zum Alleskönner! Die Vorrichtung zum Abrichten beispielsweise, habe ich mittlerweile so umgebaut, dass ich sie einfach in die Schienen einspannen kann, wenn ich ein Werkstück auf meiner Werkbank abrichten bzw. planfräsen will. Wie genau ich das gemacht habe kannst Du im Beitrag über meine Planfräs-Vorrichtung nachlesen.

Wo genau Du die Schienen positioniersf ist Dir überlassen. Den größtmöglichen Spielraum bekommst Du natürlich, wenn Du die Schienen so weit wie möglich voneinander entfernt verbaust. Ich habe mich für einen Mittelweg entschieden und eine Schiene etwas weiter vom Ende der Werkbank entfernt eingesetzt. Ich nutze die Vorrichtung zum planfräsen größtenteils für Holzbalken. Somit habe ich vor der ersten Schiene noch Platz um Werkzeug etc. abzulegen.

Beim Einbauen der T-Nut-Schienen habe ich zunächst mit einer Setzlatte als Parallelanschlag eine 17mm Nut gefräst und danach die Schiene eingesetzt. Wenn Du darüber nachdenkst eine Dachlatte als Parallelanschlag zu verwenden, achte bitte darauf, dass die Dachlatte wirklich gerade ist – sonst bekommst Du Probleme beim einsetzen der 17mm breiten T-Nut-Schiene. Die Schiene habe ich in das Holz eingeschraubt statt eingeklebt. Die Löcher für die Schrauben in der Schiene am besten noch senken, damit der Schraubenkopf komplett darin verschwindet. T-Nut-Schienen gibt es auch vorgebohrt – diese sind allerdings teurer.

Achte darauf, dass Du die Nut schön langsam fräst. Nicht mit zu viel Vorschub arbeiten! Gerade wenn Du nur eine kleine Kantenfräse nutzt wie ich.

Um gängige Bankhaken oder Spannelemente in Deiner Werkbank nutzen zu können, kann ich Dir nur empfehlen ein Lochraster in die Arbeitsplatte einzubohren. Ich habe die Löcher nicht komplett durchgebohrt, sondern Sacklöcher gebohrt. Warum? Somit kann ich später noch Schubladen unter die Arbeitsplatte bauen, ohne dass Schmutz von oben herein fällt.

Mittlerweile habe ich auch in die Frontkante/die Stirn der Werkbank ebenfalls Löcher gebohrt. ist auf den Bildern nicht zu sehen. Hilft aber ungemein beim einspannen von Werkstücken. Passende 19mm Schraubzwingen gibts von etlichen Herstellern.

Zeichne Dir das Lochraster auf der Arbeitsplatte an und bohre mit einem Forstnerbohrer die Löcher. Ich kann Dir hier nur dazu raten einen Bohrständer zu nutzen, um stets senkrechte Löcher zu bohren.

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Oberflächenbehandlung

Du bist beim letzten Schritt angekommen – der Veredelung Deiner Werkbank! Generell macht es Sinn die Arbeitsplatte zu behandeln, um sie etwas widerstandsfähiger zu machen. Welches Öl Du verwendest ist Dir überlassen. Ich empfehle Dir aber auf ein spezielles Arbeitsplattenöl zurückzugreifen. Es zieht gut ein und hinterlässt keinen klebrigen, schmierigen Film. Tragt am besten 3 Schichten auf. 30 Minuten nach auftragen einer Schicht habe ich die überschüssige Öl-Wachs-Mischung mit einem Lappen abgewischt. Zwischen den Schichten habe ich einen Tag gewartet.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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