Werkbank mit integrierter PTS 10 Upgrade 2.0

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    40 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Mein zweites hier vorgestelltes Projekt ist eine Weiterführung und Verbesserung meines ersten Projekts. Die PTS 10 ist allseits bekannt und sowohl geliebt als auch gehasst ob ihrer Macken, die sie zu einer echten Diva machen. Sie ist relativ günstig in der Anschaffung und weist eine Menge features auf, die man bei anderen Sägen dieser Preisklasse suchen muß (und nicht finden wird;)).
Trotz alledem ist auch hier einiger Verbesserungsbedarf vorhanden. Insbesondere die Staubabsaugung ist Thema Nummer eins. Dazu gehören u.a. eine zweite Absaugmöglichkeit oberhalb des Sägeblattes und auch eine sogenannte "Null-Toleranz-Einlage" (zero-clearence-insert für die Fortgeschrittenen;):D). Diese bewirkt nicht nur, dass weniger Späne nach oben herausgeschleudert werden, sondern gleichzeitig auch eine sauberere Schnittkante.
Weiterhin stellte sich mir schon nach recht kurzer Zeit die Problematik vor, dass ich Platten nur bis zu einer bestimmten Breite zusägen konnte. Das gibt die PTS 10 nunmal so vor. Wenn ich aber jetzt Platten auf eine Breite von z.B. 70 oder 80 cm zusägen wollte, kam ich an meine Grenzen und mußte erstmal groß umbauen (Handkreissäge, Führung, etc.). Das war mir zu aufwendig, daher habe ich einen zweiten Anschlag gebaut. Wie ich das gemacht habe erfahrt ihr gern auf den folgenden Seiten:)

Wie immer freue ich mich über Kommentare, gern auch positiver Natur. Und ihr kennt es schon vom letzten Mal: Konstruktive Kritik gern, destruktive prallt pauschal ab ;)

Du brauchst

Icon my-product Icon--my-product-black-48x48
Werkzeuge
  • PTS 10  - Tischkreissäge, Unterflur-Zugsäge
  • BS 14.4
  • SB 18 LT Impuls
  • GAS 25 L SFC
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Oberfräse
  • diverse Holzbearbeitungsgeräte wie z.B. Handsägen, Handschleifer usw.
  • Wolfcraft Undercover-Jig
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Materialliste
  • 2 x selbstklebende Maßbänder | Metall (0-100 cm (rechts nach links))
  • 2 x Schubladenschienen | Metall (600 mm)
  • HT-Rohr | Kunststoff (DN 50)
  • 1 x Verlängerungsschlauch | Kunststoff (36mm inkl. Adapter)
  • 1 x Sägeblattabdeckung, transparent mit Absauganschluß | Kunststoff (Hersteller: Einhell)
  • 1 x OSB-Platte | OSB (12 mm stark)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Neuer Parallelanschlag

Fertig und einsatzbereit
Die Übergangslösung... Teilweise recht deutlich zu erkennen die Bleistiftmarkierungen, die mich auf die weitere Idee brachten
Erstes grobes Stellen des Anschlags
So könnte es laufen...
Mittig M8-Schraube zur Befestigung, links und rechts 8mm Dübel. Im Mittelgrund sieht man die verschraubte C-Nut-Schiene.
Viel hilft viel: Leimen und zwingen des Anschlags
Wie vor...
Erste Passprobe: Läuft...
Verschraubung von unten... Man beachte die mittlere Schraube...
Fräsen der Nut für das Metallmaßband mittels Anschlagschiene und der kleinen Schwester von Makita;)
Einlegen und verkleben der Maßbänder
Die Maßbänder

Der Parallelanschlag.
Wie kam ich überhaupt auf die Idee? Tatsächlich mehr per Zufall... Als ich mal wieder Platten zuschnitt kam ich auf die Idee, mir auf der linken Seite der Arbeitsfläche mittels Bleistift entsprechend der zuzuschneidenden Breiten Markierungen anzuzeichnen, auf die ich dann eine zugeschnittene KVH-Leiste mittels Zwingen fixierte. Das funktionierte soweit ganz gut, war halt nur etwas nervig, weil ich jedes Mal neu messen und anzeichnen mußte...
Irgendwann betrachtete ich die Arbeitsfläche und sah da die ganzen Striche und nebenstehenden Zahlen... ???!!! Aaahhhhh! Maßband... Anschlag... C-Nut... Im Kopf wurde die Idee geboren und los ging es.

Das weite Internet gab eine ganze Menge Ideen vor, vom einfachen verlängern der Originalführungsschiene bis hin zum Abschneiden derselbigen und eigenständigem Neuaufbau... Problem dabei wäre nur gewesen, dass ich die Arbeitsfläche hätte hinten kürzen oder den vorhandenen Parallelanschlag umbauen hätte müssen. Fiel aus, weil viel zu aufwendig.
Dann gabs da eine Idee, die meiner Ausführung dann ziemlich ähnlich ist. Den Originalhersteller kann ich nicht mehr benennen, ist mir auch letztlich egal.
Der Anschlag selbst besteht grundsätzlich aus einer KVH-Latte (40x60) mit zwei jeweils links und rechts daran verleimten und verschraubten Parkettbrettern. Dieses Parkett kennt ihr bereits;)
An der Front verschraubte ich eine Standard-C-Nut-Schiene für M8 Schrauben. Unterhalb des Anschlags kam wiederum ein KVH-Stück 40x60, diesmal quer, zum Einsatz. Verschraubt, verleimt und mit passenden Bohrungen versehen für die Führung in der C-Nut. Hierbei stellte ich dann fest, dass ich beim Verschrauben des KVH-Stücks etwas übereifrig gewesen war. Die mittlere Schraube war denn auch tatsächlich genau mittig. Die Feststellschraube war auch mittig. Als ich nun mittels Holzbohrers die Bohrung anfertigte, hörte ich, trotz im Hintergrund laufendem Radios, ein seltsames Geräusch, welches augenscheinlich von der Spitze meines Holzbohrers kam... Also wieder ändern;)
Als Verstärkung brachte ich noch ein Abschlußbrett an, außerdem sieht es dadurch etwas geschmeidiger aus.
Die Führung am Ende des Tisches besteht aus einem einfachen 22mm Brett, senkrecht und im rechten Winkel zum Anschlag verleimt und verschraubt, mit marginalem Spiel.

Fast abschließend brachte ich noch zwei Nuten in die Arbeitsfläche ein (12,7mm), um darin die Maßbänder einzukleben. Vorher habe ich vom Sägeblatt nach links gemessen, zwei Striche gezogen (siehe Bilder) und daran orientiert die Maßbänder eingeklebt. Genauigkeit: Ich behaupte unter 0,5mm Abweichung.
Ich komme damit sehr gut hin. Maximal kann ich etwa 80cm breit sägen. Theoretisch geht's auch bis 90cm, aber dann ist der Seitenhalt nicht mehr gegeben. Alles drüber mache ich dann doch ausnahmsweise mal mit der Handkreissäge.

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Aus Eins mach Zwei...

Das Endergebnis
Ursprungszustand
Ausgebaut...
...aufgeschnitten (divide...)
...immer noch aufgeschnitten...
Zuschnitt des Bodens
Einfügen einer zweiten Leiste für die Aufnahme des Auszugs (oben)
rechts auch
So solls sein (re!)

Nein, hier geht es nicht um eine Liebesgeschichte, oder vielleicht doch. Ich hatte beim Aufbau der Werkbank mehrere Schubladen verbaut. Unter anderem auch im linken Bereich für Schrauben und Zwingen. Das klappte am Anfang auch recht gut, jedoch stellte ich auf Dauer fest, dass eine Schublade für beides deutlichst zu klein wurde. Also: divide et re! wie der Lateiner zu sagen pflegte:) (Teile und herrsche für die, die nicht das Latinum erwerben mussten).
Gesagt, getan, kurz mal die TKS angemacht und das Ganze aufgeschnitten, neuer Boden unter die zweite Schublade, Auszüge montiert, Griffe neu positioniert und wenn wir schon dabei sind, bauen wir auch noch "schnell" ein, zwei Dutzend Holzkästchen aus HDF/MDF im Gehrungsverbund... Wir haben ja sonst nix zu tun...
Den Rest kann man auf den Bildern recht schön erkennen. Keine ganz große Sache, aber sehr hilfreich weil übersichtlicher.

Die Kästen stammen von der Grundidee her übrigens von diesem Herrn Bastel von YT. Das nur der Vollständigkeithalber, falls er mich denn mal wegen Urheberrechtsgeschichten verklagen will oder so;)

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Oberer Absaugpunkt, Spaltkeil, Null-Toleranz-Einsatz

Ergebnis
Zwei Einschraubbolzen an der rechten Werkbankseite eröffnen diesen Schritt
Sie dienen dazu, je eine Halterung für das DN50 HT-Rohr aufzunehmen.
Der Null-Toleranz-Einsatz ist fertig. Man beachte die Änderung beim Spaltkeil...

Und die vorläufig letzten Ergänzungen lauten wie folgt:

Zunächst einmal besorgte ich mir eine Sägeblattabdeckung mit Absauganschluß. Die PTS hat sowas ja (leider) nicht serienmäßig, also muß man sich wo anders umschauen. Gern hätte ich wohl den von der GTS genommen, aber irgendwie gab es den nicht, oder ich habe den nicht gefunden, oder der war mir schlichtweg zu teuer. Egal. Geworden ist es denn eine Abdeckung von Einhell. Für welche Säge die genau gedacht ist, kann ich gar nicht mehr so richtig nachvollziehen. ich habe Unterlagen gesucht vom Kauf, auf die Schnelle aber keine gefunden. Wer interesse hat: einfach mal melden, dann suche ich nochmals genauer. Teuer war die jedenfalls nicht, ich meine so um die 20,- Euro inkl. Versand.
Grundsätzlich paßt die auch an den original Spaltkeil der PTS ran, allerdings sitzt die Absaugung dann recht hoch und letztlich auch hoch über dem Werkstück. Das hat mir nicht so richtig zugesagt. Daher habe ich mal pauschal den Einhandwinkelschleifer angesetzt und eine Längsnut eingeschliffen. Dadurch kann ich die Abdeckung problemlos abnehmen, ohne die Schraube jedesmal ganz herausziehen zu müssen. Sägen ohne Abdeckung aber mit Spaltkeil geht im Schiebeschlitten ganz gut:)
Da ich ja nun eine Abdeckung hatte, habe ich auch gleich den passenden Schlauch von Einhell verwandt und quasi einen Verteiler an die rechte Werkbankseite gebaut. Hier laufen die beiden Schlauchleitungen zusammen und werden gemeinsam vom GAS 25 abgezogen:) Läuft...

Der Null-Toleranz-Einsatz besteht aus einem Rest Multiplex, den ich hier noch rumzustehen hatte. Wie man so etwas baut, brauche ich wohl nicht zu erklären. Darüber gibt es reichlich Videos und auch Anleitungen hier bei 1-2-do. Befestigt ist er mittels etwas längeren Schrauben an den original Haltepunkten. Passt.

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Resumee

Joa, was soll ich sagen... Langsam aber sicher nimmt die Werkbank mit PTS Formen an. Es werden bestimmt nicht die letzten Erweiterungen gewesen sein. Da fällt mir bestimmt im Laufe der Zeit noch mehr ein, was ich geändert haben möchte.

Ich werde weiterberichten;)

A propos: Wer sich bei aufmerksamen Lesen des Artikels gefragt hat, wo denn nun meine Zwingen abgeblieben sind, dem sei gesagt: Hierzu gibt es noch ein weiteres Projekt demnächst;)

Grüße aus Niedersachsen
Christian


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