Walzenschleifer für die Standbohrmaschine

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    0 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Immer wieder stoße ich hier in den Projekten auf Schleifwalzen. Ja, geschickt sind die Dinger schon und neulich hatte ich Zeit und Lust. Walzen kann man ja auch kaufen, aber ich finde die Belastung für die Standbohrmaschine auch nicht ohne. Wenn, dann will ich auch eine untere Führung um die Seitenkräfte auf die Maschinenlager gering zu halten. Einige Ideen hierzu gibt es ja auch hier in den Projekten. 


Wozu ich das brauche? Naja, ich will zum einen Innenradien schleifen können, was man mit anderen Schleifmaschinen einfach nicht kann. Und dann war ich neulich beim Schuster und bin wieder gegangen: Ein paar Schuhe mit neuen Sohlen und Absätzen zu versehen, kostet mindestens 30 Euro. Das kann ich doch selbst - oder? Material bekomme ich günstig. Aber ich brauche vielleicht noch so ne Schleifwalze um das Gummi passgenau abnehmen zu können. Der Band- oder Tellerschleifer geht sicher auch, aber man sieht nicht so richtig hin und besonders am Absatz will man ja nicht gleich den ganzen Lederschuh abschleifen. Man sollte etwas haben, womit man millimetergenau schleifen kann. Und es braucht eine hohe Rotationsgeschwindigkeit. Also braucht man einen Walzenschleifer ...

Also seht, was ich gebaut habe. Und das schöne daran, mein Walzenschleifer hat nichts gekostet. Alles hatte ich im Fundus: 100 Prozent Recycling! Ideen und auch Schleifbänder habe ich ohne Ende.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischbohrmaschine
  • Akku-Säbelsäge
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Materialliste
  • Tragrolle
  • Schraube
  • Metallwinkel
  • Kantholz
  • Schleifband

Los geht's - Schritt für Schritt

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Material für die Walze

Vor längerer Zeit habe ich einige Rollen von Fertigungsbändern bekommen. Diese sind kugelgelagert, aus einem guten Stahlrohr und für diesen Zweck geradezu geeignet. Im Netz findet man diese unter dem Begriff Tragrolle. Preis so um 10 bis 15 Euro gebraucht. Dafür haben diese sehr hochwertige Kugellager verbaut und sind schön stabil. Naja, meine Rollen sind etwa 60 cm lang. Also kürzen ...


Gartensäge Keo 
Als Metallsäge verwende ich gerne die Bosch Gartensäge Keo. Dadurch, dass die Säbelsägeblätter in die Aufnahme passen, spanne ich einfach ein Metallsägeblatt ein. Die Säbelsäge habe ich auch in der Akkuversion, allerdings ist die Keo viel handlicher und sie hat die Anschlagskralle, die hier bei dem Rundrohr für einen sauberen rechtwinkligen Schnitt sorgt. Insofern ist die Keo öfter in meiner Werkstatt als im Garten. 

Zurück zum Rohr. Nach kurzer Zeit war dies auf etwa 15cm abgelängt. Ich habe viele Schleifbänder geschenkt bekommen, die ich aber auf keiner Maschine einsetzen kann. Bis ich die Schleifbänder verbraucht habe wird es viele Jahre dauern. Entsprechend hoch wird die Schleifwalze abgesägt.Im dritten Bild sieht man den sauberen winkeligen Schnitt - allerdings bereits etwas mit Schleifpapier behandelt. Spricht ganz klar für die Gartensäge. 

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Untere Führung

Im Rohr sieht man unten das Kugellager. Hierfür habe ich sogar die perfekte Schraube im Sortiment. Ich glaube, die stammt von einem alten Scherenwagenheber. Das Rundmaterial musste ich um etwa einen Zehntel abfeilen, so dass es ins Kugellager passt. Gerade richtig, ich habe etwas konisch gefeilt, so fällt die Walze nicht bis zum Schraubenkopf sondern nur so weit, dass ich eine Mutter von der Innenseite anschrauben kann. 

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Aufnahmeplatte unten

Zunächst suche ich in meiner Restmetallkiste etwas passendes. Ein U-Stück passt ungefähr auf ein Stück Kantholz. Das passende Loch ist schnell gebohrt. 


Kleiner Schönheitsfehler: Man sollte doch nicht zu schnell sein und Anzeichnen. Irgendwie habe ich schräg geschaut und die Mitte deutlich verfehlt. Egal, es geht hier mehr um Recycling als um Schönheit. 

Das Kantholz musste ich etwas Ausklinken, da mein Metall schmäler als das Holz ist. Also Säge und Stechbeitel. Dann passt es. Unter das Blech noch mit Forstnerbohrer Platz im Holz für den Schraubenkopf und die Vertiefung gleich mit Maschinenfett aufgefüllt. Falls die Schraube sich doch drehen sollte, gibt es dort keine Reibungshitze. 

Die Walze hat vertikal zur unteren Aufnahme etwa 4 mm Spiel, kann also etwas auf und ab bewegt werden. In der unteren Endlage ist noch gut 1 mm Luft, so dass nichts schleift. 

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Obere Führung - Maschinenwelle

Nun brauche ich oben an der Walze die Führung, die ins Borfutter der Maschine kommt. Meine Welle hat Innenmaß von 48 mm. Also säge ich mit der Lochsäge aus stabilem 18 mm-Buchenholz eine Scheibe mit Durchmesser 50 mm. Der Vorteil: Das Bohrloch ist gleich exakt in der Mitte. Dieses bohre ich dann auch gleich auf 10 mm auf. Am Tellerschleifer wird die Scheibe so weit abgeschliffen, dass Sie nur mit dem Hammer und großer Spannung ins Rohr eingeschlagen werden kann. Doch zuvor brauche ich noch die Welle. 


Hierzu verwende ich eine 10 cm lange M10-Gewindeschraube, deren Kopf ich absäge. Schön, dass die Schraube kein durchgehendes Gewinde hat. So habe ich im Bohrfutter einen schönen glatten Schaft. Mittels Unterlagscheiben und Muttern wird diese Welle ans Rohr geschraubt. Jetzt wird die Scheibe eingesetzt und die erste Funktionsprüfung kann an der Bohrmaschine erfolgen. 

Doch ein Problem tut sich auf. Ohne Halterung dreht sich mein Kantholz mit. Zwar nicht wie ein Propeller, aber doch schon so, dass alles wackelt. Also Plan B. Ich brauche eine Arretierung. 

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Befestigung der unteren Platte

Die PBD 40 von Bosch hat einen Werkstückhalter, den ich hier ganz gut einsetzen könnte. Allerdings ist die Breite des Niederhalter schmäler als meine Walze. Also muss dieser unterhalb aufs Holz gesetz werden. Dann klinke ich das Holz aus und säge ein Stück meines U-Metalls weg. Sieht man im Bild ganz gut. 


Jetzt kann ich die Walzenhalterung von vorne in den Niederhalter schieben und dort fixieren. 

Geht ganz einfach: Walzenhalter einschieben, aber noch nicht befestigen. Bohrmaschine absenken, Aufnahmewelle ins Bohrfutter stecken und Bohrfutter anziehen/verriegeln. Jetzt haben wir die exakte Senkrechte zur Maschine. Dann den Niederhalter anziehen, die Walze ist fixiert. Nun die Maschine in der Höhe so einstellen, dass der untere Schraubenkopf in der Aufnahme Spiel hat und die Höheneinstellung der Maschine fixieren. Jetzt gibt es keine Reibungen mehr und die Walze sollte sich schön im Kreise drehen.  

Erster Test: Es vibriert nichts mehr, die Walze läuft rund. Die PBD 40 kann auf 200 Umdrehungen herunterreguliert werden und da würde man eine Unwucht spüren - und auch sehen. Nein, da läuft alles rund. 

Hoch bis zu 3000 Umdrehungen, auch hier schnurrt sie wie ein Kätzchen. Prima! 

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Schleifband

Zunächst klebe ich das Band direkt mit doppelseitigem Klebeband auf. Beim Zuschneiden orientiere ich mich daran, dass Schleifbänder auch schräg verklebt werden. So reissen sie weniger. 


Habe dann mal mit P 60 ein Kantholz ausgeschliffen. Funktioniert prima und mit dem Absaugschlauch am Niederhalter befestigt schleife jch staubfrei. Hätte ich nicht gedacht. Aber alles wird weggesaugt. 

Aber irgendwann löste sich das Band. Vermutlich durch Wärme am Schleifpapier. Wohl doch nicht die perfekte Lösung. Hatte aber nur eine 3 cm breiten Streifen aufgeklebt. Klar könnte ich vollflächig, aber das ist sicher auch ne ziemliche Sauerei wenn das mal wieder wegsoll, weil man das Band austauschen möchte. 

Also muss eine andere Lösung her. Meine Tochter kam mir abends mit einer Posterröhre entgegen. Die konnte ich brauchen. Hmmmm - 55 mm Innendurchmesser. Egal. Zum Testen reicht es. Also ein Stück abgeschnitten. Abschnitte einer klebenden Isolierung für Trockenbauprofile reingeklebt. Passprobe. Funktioniert. Jetzt die Papprolle vollflächig mit Holzleim überzogen und das Schleifband aufgelegt. An den Stoßstellen mit zwei Klammern über die Nacht fixiert. 

Am nächsten Tag die Generalprobe: Erfolgreich! Alles gut. 

Ich habe noch für etwa 3 Schleifwalzen von der Posterröhre Material. Werde bei der Arbeit nach welchen mit 5 cm Innendurchmesser Ausschau halten. Jedenfalls werfen wir da regelmäßig welche weg. Könnte man dann durchaus recyceln ...

Zum Nachbau ist diese Konstruktion empfohlen - Tragrollen gibt es im Netz gebraucht zu kaufen, denn die untere Führung mit Kugellager halte ich für absolut wichtig um das Lager der Maschine durch Querlasten zu schützen. Zumindest wenn man Holz oder Metall schleift und schon mal kräftig andrücken will. Was es zu kaufen gibt ist für meine Zwecke eher ungeeignet. Deshalb dieser zwar schmucklose aber umso zweckmäßigere Low Budget-Walzenschleifer. 

Wenn ich dann meine Schuhe neu besohle, halte ich Euch auf dem "Laufenden". 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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