Vogelhaus (...auch...) aus Palettenholz

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

"Duuu-uu...? Du bastelst doch so gerne. Könntest Du mir nicht...?"
Mit diesen, von einem treuherzigen Blick begleiteten Worten meiner Kollegin, begann dieses ungeplante Projekt. Ein Vogelhaus wünschte sie sich und ob ich ich nicht vielleicht...bei Gelegenheit...wenn ich mal Zeit habe....
Klar kann ich.
"Wie soll es denn aussehen?" , fragte ich. Die Antwort war ein mehr oder minder stummes Schulterzucken.
"OK, ich lass mir was einfallen. Wie groß soll es denn werden?" Diesmal zuckten statt ihrer Schultern nun die Handflächen und gestikulierten, den Backen eines Schraubstockes nicht unähnlich, einen imaginären Abstand in die Luft. Begleitet von den Worten:
"Größer als das alte."
Der geneigte Leser merkt nun, dass der geäußerte Wunsch nur rudimentär definiert werden konnte, was die Umsetzung durch mich hingegen mit einem Maximalaufwand an Kreativität erahnen lässt.
Ich wiederholte also meine Worte: "Ich lass mir was einfallen."

Keine Ahnung, ob meine Kollegin sich darüber im Klaren war, dass sie mit ihrem Ansinnen bei  mir einen roten Knopf gedrückt hatte. Bereits in der alsbald beginnenden Mittagspause skizzierte ich erste Ideen. Schon bald war mir klar, dass es ein Blickfang werden sollte. Einfach ein paar Bretter zusammennageln und ein Dach drauf kann jeder. Nein, ich wollte etwas besonderes, ein bei meiner Kollegin für leuchtende Augen sorgendes Vogelhaus erschaffen. Wer meine bisherigen Projekte kennt, weiß, dass ich mich manchmal in Details verliere. Das sollte auch hier so sein. Und als wenn das nicht schon Herausforderung genug wäre, beschloss ich, die Geflügelimmobilie komplett aus Palettenholz zu bauen. Ein Gedanke, den ich noch bereuen sollte...

Ich wollte die Kosten so gering wie möglich halten, mein selbst auferlegtes Budget wurde mit 20,- € taxiert.  Also, los ...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTA 2000  - Arbeitstisch
  • PPS 7 S  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PST 900 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elektrisch)
  • PSR 9.6 VE-2  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PBS 75 A  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • PKS 55 A  - Kreissäge (elektrisch)
  • unbekannt
  • PMF 220 CE
  • PBH 2100 RE  - Bohrhammer (elektrisch)
  • Allzwecksauger,  TH-VC 1930 SA
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 10,8V-2-LI
  • Lötkolben
  • Japansäge
  • Stechbeitel
  • Furniersäge
  • Körner
  • Schraubendreher
  • Diverse Bohrer
  • Diverse Zwingen
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Materialliste
  • 2 x Einwegpaletten
  • Leim
  • Rest x Sperrholz (9 mm)
  • Rest x Akazie
  • Rest x Multiplex
  • Rest x Leimholz | Fi/Ta
  • 3 x Pulverbeize | diverse Töne
  • Kunstharzlack | klar, seidenmatt
  • Patex "100%"
  • Rest x Sperrholz (4 mm)
  • Rest x Sperrholz (6 mm)
  • Rundstab | Buche (18 mm)
  • 2 x Sechskantschraube (M6 x 40)
  • 2 x Einschraubgewinde (M6)
  • Rest x Plexiglas (3 mm)
  • Spaxschrauben
  • Rest x Kantholz
  • 1 x Gehwegplatte | Beton (40 x 40 cm)
  • 2 x Sechskantschraube (8 x 130 mm)
  • 4 x Karosseriescheiben (M8)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwurf und Materialauswahl

Hier geht es dieser Palette...
...und dieser an den Kragen.

Ich machte ein wenig Planung in Sketchup. Weniger um eine milimetergenaue Skizze zu erstellen, sondern um ein Gefühl für die Proportionen zu bekommen. Auch hilft einem diese Arbeit, gewisse Probleme im Vorfeld zu planen, z.B. wie die Montagepunkte und Befestigungen aussehen sollen, denn auf sichtbare Verschraubungen wollte ich wenn möglich verzichten.

Ein paar Tage später schleppte ich dann zwei Einwegpaletten aus der Firma (wären sonst entsorgt worden). Natürlich wollten andere Kollegen wissen, was ich denn damit vorhätte.
"Das wird ein Vogelhaus."
Fragender Blick auf die zwei, nicht gerade kleinen Paletten...
"Für einen Kondor?"
Tja, so groß die Dinger auch sein mögen, wenn man nur die schönen Teile herausfiletiert, bleibt nicht viel brauchbares übrig. Die Menge war also gleichermassen wohlbedacht wie auch gerechtfertigt.
In der Werkstatt:
Mit Japansäge, Hammer, Kuhfuss und stellenweise mit der HKS wurden die Paletten ausseinander gerupft und nicht verwendbares aussortiert.

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Sägen und Verleimen

Ein Haufen zum Besäumen.
Gesägt mit dem Bosch Anschlag...
Improvisierter Längsanschlag.
Besser? Besser!
Alles besäumt.
Sortiert und jeweils mit Schreinerdreieck gekennzeichnet.
Spannvorrichtung aus Dachlatte und MDF...
Mit Klebeband "foliert".
Dübellöcher eingebracht.
Trocken zusammen gesteckt.
Geleimt und verpresst.
Das ist Brett Nr drei und das erste, das ich ohne Dübel verleimt habe.

Aus den tauglichen Teilen sollten Bretter zurechtgeleimt werden. Hierfür musste ich die einzelnen Bretter fügen, was sich noch als echte Herausforderung herausstellen sollte. Zunächst einmal wollte ich auf der PPS 7 jedes einzelne Brett einseitig besäumen um eine gerade und rechtwinkelige Kante zu bekommen. Ich weiß nicht wieso, aber mit dem Bosch Universalanschlag habe ich keine wirklich geraden Schnitte hinbekommen. Irgendwie hatte ich immer eine Kurve drin und sowas kann man natürlich nicht verleimen. Ich habe jedes Brett an einer Wasserwaage als Richtlattenersatz angelegt, das Resultat seht Ihr auf den Bildern. Da habe ich kurzerhand den Universalanschlag demontiert, ein Winkelprofil mit Schraubzwingen befestigt und mit dem Messschieber zum Sägeblatt ausgerichtet. Und voila´ jetzt wurden Kanten gerade. Frage: Was hat sich Bosch dabei gedacht?

Als nächstes wurde die andere Seite der Bretter besäumt. Nun hatte ich also einen Haufen Palettenholz mit je zwei geraden und parallelen Seiten. Für die Verleimung habe ich mir aus einer alten MDF Platte, einer Buchenplatte und ein paar Dachlattenresten eine simple Vorrichtung gebaut. Die MDF Platte wird auf zwei hochkant gestellte Dachlatten verschraubt, als hinterer Anschlag kam das Buchenbrett dran. Vorne ebenfalls ein Stück Dachlatte. Für die Verpressung rüstete ich meine Einhandzwingen von "Zwingen" auf "Spreizen" um. Damit austretender Leim mir die Schose nicht mit der MDF Platte verkleistert, habe ich die Oberfläche mit Klebeband belegt. Zur Unterstützung der Verleimung habe ich zusätzlich noch 8 mm Riffeldübel eingebracht, markiert mit Dübelspitzen. Einmal trocken zusammen gesteckt, sah ok aus. Zwei Dübel habe ich wieder entfernt, die schadeten mehr als sie nutzten. Dann alle Kontaktflächen eingeleimt, die Bretter zusammen gesteckt, mit dem Holzhammer noch ein wenig nach geholfen und dann rein in die improvisierte Presse. Von oben mit zwei Kanthölzern und Zwingen unterstützt. Jetzt hiess es warten und den Leim gut durchtrocknen lassen...Pause.
...
...
Pause beendet, Leim ist trocken. Während es im nächsten Arbeitsschritt mit dem Schleifen weitergeht, kamen die nächsten Bretter zur Verleimung in die Einspannvorrichtung. Ab dem dritten habe ich es ohne Dübel versucht....

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Schleifen und Glätten

Das erste fertig verleimte Brett zur großen Schleiforgie festgespannt.
Waaserwaage als Richtlatte...
...für Planheit und möglichst wenig Luft.
(halbwegs) fertig geschliffen. Sieht auf dem Foto besser aus als in der Realität.

Das verleimte Brett musste nun in Form geschliffen und geglättet werden. Ich habe es auf der Werkbank festgezwingt und mit dem Bandschleifer und einer 60er Körnung zunächst diagonal zur Maserung die Überstände zwischen den einzelnen Palettenbrettern egalisiert. Dann habe ich eine Wasserwaage quer zur Maserung aufgelegt und geprüft wo noch Wölbungen drin sind. Diese dann ebenfalls so gut wie möglich zu beseitigen versucht. Das ist mir trotz aller Mühe nicht zu 100 % gelungen und so langsam kamen mir erste Zweifel, ob ich mich mit meiner Schnappsidee, Palettenholz für was besseres als nur für Paletten zu nehmen, nicht überfordert habe. Zumal die Besäumungssäggerei und die Bandschleiferei einen ziemlichen Dreck veranstaltet hat dessen Rechtfertigung sich angesichts des Ergebnisses nicht so recht einstellen wollte. Dennoch habe ich mit 120er Papier den Feinschliff gemacht und die Schleifspuren beseitigt. Vielleicht werden die nächsten ja besser.

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Planänderung - Alles zurück auf Anfang!

Da sind sie, meine selbst geleimtem Bretter.
Formzuschnitt, hier Giebelseite.
Kanten auf Gehrung.
Rohbau zusammengestellt und festgestellt...
...dass es so nicht geht. Zuviel Verzug...
...machten mir saubere Eckverbindungen unmöglich.
Also neu planen.
Dieses Mal aus Sperrholz.

Dieser Arbeitsschritt dokumentiert eine Zäsur und das Eingeständnis des Projekterstellers, dass er von Anfang an vieles falsch gemacht hat. (Ich spreche gerne von mir in der dritten Person, wenn mir was peinlich ist....)
Ich musste feststellen, daß die bisher gemachte Arbeit für die Katz war und es so nicht funktionieren wird. Die selbstgemachten Leimholzbretter taugten nicht für den geplanten Zweck. Denn ich habe es nicht hingekriegt, das sie plan und gerade sind. Eine der von mir vermuteten Ursache ist wohl die Holzfeuchte der Paletten. Das hätte mir schon beim Sägen klar sein müssen,  spätestens aber beim Schleifen, denn das sehr pampige Schleifmehl und die ratzfatz zugesetzten Schleifbänder sprachen eine deutliche Sprache.Aber ich wollte ja unbedingt meinen Kopf durchsetzen. Die Fotos zeigen, was ich meine.
Also zurück an den Zeichentisch. Statt Paletten-Leimholz entschied ich mich nun für Sperrholz, welches aber ebenfalls von Paletten stammte. Manchmal werden Einwegpaletten nämlich mit Platten abgedeckt. Davon hatte ich noch einen Rest, eine zweite konnte ich besorgen. In Sketchup machte ich diesmal eine wesentlich detailertere Planung.

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Zuschnitt und Schliff... die zweite.

Zugesägtes Sperr- und Leimholz.
Vordere Giebelseite, mit angebrachten Vorzeichnungen...
...mit Klebeband mit der hinteren Giebelseite verbunden.
Alle Fassadenteile in Form gesägt und gebohrt.
Vor und nach dem Schliff, Türen und Fenster gesägt.
Stellprobe, diesmal sieht es besser aus.
Aus Palettenholz: 4 Klötzchen.
Hiermit werden die Fassadenteile in allen 4 Ecken...
...provisorisch verschraubt.
Und hier mit verschraubter Zwischendecke.

Für die Fassadenteile wurde besagtes Sperrholz zunächst auf der PPS 7 zugesägt, ebenso ein wenig Fichtenleimholz (für Boden und Zwischendecke) aus der Restekiste. Die beiden Giebelseiten wurden, ebenso wie linke und rechte Seite mit doppelseitigem Klebeband für den gemeinsamen Formzuschnitt temporär verbunden. Fenster und Türen wurden mit Bleistift aufgezeichnet und anschliessend am Stichsägetisch ausgesägt. Die erforderlichen Bohrungen machte meine neue Workzone Tischbohrmaschine. Kurze Stellprobe - hurra- diesmal sieht es besser aus.
Die Sperrholzflächen waren sehr oberflächrauh, deshalb wurden sie als nächstes mit dem Delta beidseitig mit 80er und 120 Körnung geschliffen. Die Außenseiten erhalten später noch, bevor es ans Beizen und Lackieren geht, einen Feinschliff.
Aus einem Palettenabschnitt sägte ich auf dem Schiebetisch 4 kleine Klötzchen, mit denen die Fassadenteile in den Ecken miteinander verschraubt werden. Auch der Boden und die Zwischendecke wurden so befestigt. Das alles aber nur provisorisch, denn im weiteren Verlauf werde ich das alles noch mal auseinander nehmen müssen.

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Dachkonstruktion

Die Dachhälften aus Multiplex.
Sieht schon wie ein Häuschen aus, obwohl...
...das Dach nicht ganz sauber abschliesst.
15 mm Multiplex, hier schon in Dreiecksform...
...baute ich den Stützrahmen für das Dach, sowie...
...für den vorderen Giebel eine zusätzliche Innenwand.
Dachunterbau ist fertig verschraubt und wird später noch beplankt.
Hintere Giebelseite. Hier die einzigen später noch sichtbaren Schrauben.
Aus den Abschnitten der Giebelwände...
...entstanden die Seitenteile der Gaube.
Ausschnitt für die Dachgaube angezeichnet.
Mit dem PMF ausgesägt.
Die Gaubenseiten angeschraubt.
Das unbrauchbare Palettenholz fand noch eine Verwendung als Gaubendach...
...mit Gehrungsschnitt hinten (Dachanschluss)...
...und 19° Firstneigung.
Passt sich perfekt an...*freu*
Schornstein aus Kantholz gesägt.
Position wird festgelegt und dann von innen verschraubt.
Reste von Douglasie...
...in Streifen geschnitten.
Das Firstende wurde...
...am Bandschleifer auf...
...45° abgeschrägt, damit...
...beide Dachhälften schlüssig aneinander anschliessen.
Die ersten Planken sind aufgeklebt.
Zweite Dachhälfte ebenfalls beplankt.
Abdeckungen für die Giebelseiten...
...auch aufgeklebt.
Firstabdeckung aus Douglasie.

Die Dachhälften wurde aus zwei Multiplexplatten mit zweiseitiger Gehrung geschnitten und mit einem Hilfsklotz verschraubt. An der vorderen Giebelseite, welche später abnehmbar sein soll, verbaute ich noch einen Hilfsrahmen und eine weitere Innenseite aus Multiplex. So konnte ich die Dachhälften besser verschrauben und offene Fugen schliessen. Wichtig war mir, dass später im sichtbaren Bereich keine Schrauben zu sehen sind. Auf der Rückseite war es mir egal. Die Schrauben, die man auf den Oberseiten der Dachhälften sehen kann, verschwinden durch die noch kommende Beplankung.

Die Dachgaube, welche gleichzeitig als Einflugöffnung für das Obergeschoss dienen soll, entstand aus den Sperrholzresten der Giebelseiten, sowie einem der Fassadenteile aus dem Palettenholz (siehe Arbeitsschritt 1 bis 3). So kam wenigstens ein Bruchteil meiner Arbeit zur Verwendung.

Der Schornstein war ganz einfach und entstand aus einem Stück Kantholz.

Die Dacheindeckung erwies sich zunächst als schwierig. Bitumenschindeln kamen wegen des engen Budgets nicht in Frage. Die nächste Überlegung waren Holzschindeln, die ich aus Palettenholz sägen wollte. Aber das hat nicht funktioniert, weil ich durch die Überlappung der einzelnen Schindeln keinen ausreichend flächigen Klebekontakt mit der Dachunterkonstruktion (=Multiplex) hinbekommen habe. Ich entschied mich also für eine Dachbeplankung. Zunächst auch aus Palettenholz versucht, hat aber wegen der nicht 100 %ig geraden Kanten nicht so gut ausgesehen. Plan B, oder eigentlich schon Plan C war dann Douglasienholz. Ich hatte noch Reste vom Bau des Kübelquintetts übrig. Diese schnitt ich auf der PPS 7 erst auf Länge und dann in Streifen. Für den Dachfirst musste jede Planke noch um 45° abgewinkelt werden. Das ging sehr  gut an der Bandschleiferstation, hier machte es sich bezahlt, dass ich damals den Schleiftisch so konstruiert habe, dass er sich um besagte 45° abklappen lässt. Die einzelnen "Planken" wurden dann mit "Pattex 100%" aufgeklebt. Ebenso erstellte ich noch Abdeckungen für die Giebelseiten und eine Firstabdeckung. Für letztere sägte ich mir am Schiebeschlitten eine Winkelleiste aus dem Douglasienholz.

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Fassadengestaltung und weitere Details

Altes Palettenholz...
...wird zu den vier Tragpfosten...
...für die Ecken des Hauses.
Querbalken aus Palettenabfall...
...gesägt, geschliffen und gebohrt.
Zwei Rampamuffen in der Zwischendecke eingebracht.
Treppenstufen zum Ausbeiteln angezeichnet.
Vorne fertig...
...hinten auch.
Leimholzrest...
...auf Mass gebracht und die Stufe eingearbeitet...
...fertig ist die Treppe.
Gedruckter Entwurf, Sperrholz und die Gewindeschrauben.
Mit Kreppband und Klebestift auf das geschliffene Sperrholz aufgebracht.
Ausgesägt, hier auch 2 der 4 Rundholzabschnitte zur späteren Abdeckung.
Am Stichsägetisch ausgesägt.
Fertig ausgebeitelt, gesägt aber noch ungeschliffen.
Abstandshalter aus 18 mm Rundholz.
24 Stunden sollte der Kleber trocknen...
Nur 20 mm, aber zur Überbrückung doch lieber...
...eine kleine Rampe gebaut und verleimt.

An jede Ecke des Vogehäuschens soll ein Tragpfosten hin. Hierfür sägte ich aus einem alten Palettenholz vier Klötzchen von 150 x 15 x 15 mm. Optisch werden diese Tragpfosten mit angedeuteten Querbalken verbunden, die auf Höhe der Zwischendecke auf die Fassaden aufgeklebt werden. Diese entstanden aus dem Besäumungsabfall der Paletten und mussten nur auf Länge gebracht und geschliffen werden.

Die meisten Vogelhäuser haben klappbare oder abnehmbahre Dächer. Das wollte ich nicht, bei mir soll ohne Werkzeug die komplette vordere Fassade demontierbar sein. Hierfür verbaute ich an die Zwischendecke zwei Rampamuffen, deren Verwendung sich später noch zeigen wird.

Die Terrasse bekam vorne und hinten ein paar Treppenstufen, die ich mit dem Stechbeitel ausarbeitete.
Auch die Eingangstür bekam eine Treppe. Ein Reststück Fi/Ta Leimholz wurde mit dem Schiebeschlitten an der PPS 7 erst auf die richtige Breite gesägt. Dann wurde per verdecktem Schnitt die Stufe heraus geschnitten und dann die richtige Tiefe abgelängt. Die Abrundung machte ich dann am Bandschleifer.

Für die abnehmbare Fassadenfront (siehe oben) brauchte ich noch eine Verschlussmöglichkeit. Hier entschied mich für zwei Wagenräder, wie man sie oft in ländlichen Gegenden als Zierrat an den Häusern sehen. Diese Wagenräder entwarf ich zunächst in Photoshop und druckte sie aus. Den Ausdruck klebte ich auf einen Sperrholzrest auf und machte zunächst die mittige Bohrung mit 6 mm Durchmesser. Dann wurden die Räder mit der Lochsäge ausgesägt und zwischen die Speichen mit 8 mm gebohrt. Diese Bohrungen brauchte ich, um das Sägeblatt am Stichsägetisch einspannen zu können. So wurde dann der Bereich zwischen den Speichen entfernt. Anschliessend mit Schlüsselfeilen und Schleifpapier geglättet und der Sechskantkopf für die Gewindeschrauben ausgebeitelt. Aus 18 mm Rundstab sägte ich noch für jedes Rad je einen Abstandshalter (mit Loch) und eine Abdeckung (ohne Loch) zu. Die Sechskantschraube wurde mit "Pattex 100%" eingeklebt. Zum Schluss noch Abstandhalter und Abdeckung drauf, fertig...

Zu guter Letzt baute ich für das Dachgeschoss noch eine kleine Rampe, die den Absatz zwischen Fussboden und Gaube (=Einflugöffnung) überbrücken soll. Ich habe hier im Forum gelesen, dass Jungvögel sonst Probleme bekommen könnten, wieder ins Freie zu gelangen.

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Fenster und Türen

Reste Akazienholz...
...in Streifen geschnitten...
... und am Bandschleifer geschliffen.
Die fertigen Rahmenleisten probeweise in die...
...Fenster- und Türausschnitte eingelegt. Verklebung erst nach dem Beizen.
Fertig gesägte Plexiglasscheiben.
Improvisierte Bohrlehre...
...spart Zeit und Arbeit.
Fertig gebohrt...
...und gesenkt.
Sperrholz 4 mm und ausgedruckte Sägevorlage.
Zum Sägen die Vorlage aufgeklebt.
Rillen eingesägt.
Auf Breite gesägt.
Auf Höhe gesägt.
Fertig geschliffen, Ecken abgerundet.
Das wird die Haustür.
45° zur Maserung entstehen die Kassetten.
Hier nach dem Handschliff.

Von meinem Projekt Neuer Fussboden im Atrium hatte ich noch Abschnitte von Akazienholz übrig. Diese habe ich auf dem Stichsägetisch in schmale Streifen gesägt und anschliessend am Bandschleifer geglättet..
Die Streifen wurden dann zurecht gesägt, geschliffen und in die Öffnungen eingepasst. Damit nach dem Beizen auch wieder jedes Stück an die richtige Stelle kommt, habe ich die Teile beschriftet und auf einer kleinen Skizze vermerkt.

Die Verglasung entstand aus einem Abfallstück Plexiglas. Den Zuschnitt machte ich am Stichsägetisch, was nicht ohne Bruch und Fluchen abging. Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass ich sowas vorher noch nie gemacht hatte. Deshalb musste ich erst mal heraus kriegen, welches Sägeblatt (Holz oder Metall, hat beides funktioniert) welche Geschwindigkeit (bei meiner PST 900 am besten Stufe 2) und welchen Vorschub (gaaanz langsam) richtig ist.
Die fertig gesägten Scheiben wurden dann noch an den Ecken gebohrt und gesenkt. Hier baute ich mir eine improvisierte Lehre, damit ich nicht jede Bohrung ausmessen musste.

Die Fenster sollten noch Schlagläden bekommen. Diese erstellte ich aus 4 mm Sperrholz. Eine Sägevorlage erstellte ich mir mit der Tabellenkalkulation, die Größe der Zellen entsprach der Sägeblattstärke. Auf der PPS 7 wurde mit dem Schiebeschlitten dann per verdecktem Schnitt eine Reihe von Rillen eingebracht und anschliessend am Stichsägetisch die Schlagläden auf endgültiges Mass gebracht. Es erfolgte ein Handschliff, bei dem ich auch gleich noch die Ecken abrundete.

Die Haustür entstand aus einem Stück 6 mm Sperrholz und sollte 2 farbig abgesetzte Kassetten bekommen. Diese sägte ich aus 4 mm Pappel und achtete darauf, dass die Masserung 45° zur Sägelinie hat. Das sieht dann im aufgeklebten Zustand besser aus. Die Kanten der Kassetten rundete ich beim Handschliff etwas ab. Die Verklebung mit der Tür erfolgt erst nach dem Beizen.

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Ausschmückung

Schon gut, dass ich auch kleine Reste aufhebe...
...so konnte ich zwei kleine, geschliffene Brettchen...
...mit der Vorlage bekleben.
Fertig ausgesägt.
2 Wangen, Traverse, Sitz- und Rückenfläche.
Fertige Bank.
Abfallstück einer Palette...
...ich brauche nur das Ende.
Nach dem Zuschnitt.
Briefkasten fertig, fehlt noch das....
...Posthorn aus Sperrholz.
Aus diesen simplen Teilen...
...entstand nach Bohren und Schleifen...
...dieser Nistkasten.
Ausgedruckt und zum Sägen aufgeklebt.
Ausgesägt, aber noch ungeschliffen.
Aus diesen Akazienstücken klebte ich das Geländer zusammen.
Hier die Bohrungen für die...
...Zahnstocher als Dübelchen.
Nach dem Schliff, die "Verdübelung" sieht gut aus.
Das Geländer wird mit der Grundplatte verschraubt.
Das Schild mit aufgebrachtem Schriftzug.
Nach dem ersten "Brand"...
...und fertig nach dem zweiten.

Kommen wir nun zu den Details, in denen ich mich so gerne verliere...
Sitzbank
Für die Wangen der Sitzbank erstellte ich in Photoshop eine massstabsgerechte Sägevorlage. Zwei kleine Reststücke Sperrholz von 6 mm Stärke wurden geschliffen und mit Doppelklebeband verbunden. Dann kam die Vorlage mit Klebestift drauf. Am Bohrständer bohrte ich drei Löcher und am Stichsägetisch schnitt ich die Form aus. So hatte ich zwei exakte Wangen. Mittig kam noch ein 6 mm Loch für die Quertraverse aus Rundholz. Sitzfläche und Rückenlehne entstanden aus dem Besäumungsabfall der Paletten. Verklebt wurde dann alles mit "Pattex 100%".
Briefkasten
Der Briefkasten entstand aus einem Abfallstück Buchenholz. Das hatte sogar schon ein Loch, welches später die Zeitungsrolle darstellen soll. Am Stichsägetisch erfolgte der Zuschnitt, der Formschliff am Bandschleifer. Das Posthorn wurde ausgedruckt, auf Sperrholz aufgeklebt und mit der Laubsäge ausgeschnitten. Da beide Teile unterschiedliche Farbtöne bekommen sollen, verklebe ich diese erst nach dem Beizen.
Nistkasten
Der Nistkasten entstand aus Palettenabfall und einem Stück Zahnstocher. Hier lasse ich die Bilder sprechen.

Hausnummer
Die Hausnummer wurde ebenfalls aus Pappelsperrholz geschnitten und geschliffen. Das Vogelhaus kommt später in den Schrebergarten, die Parzelle trägt die Nummer 29. Also wird das Vogelhaus 29 a.

Terrassengeländer
Die Terrasse bekam noch ein Geländer aus den Akazienabschnitten. Verklebung auch hier mit Pattex. Von oben habe ich zur Stabilisierung aus drei Zahnstoch noch Minidübelchen eingeklebt. Gibt zusätzlichen Halt und sieht, wie ich finde, auch gut aus.

Schild
Damit auch jeder sehen kann, wem dieses Häuschen gehört, wollte ich noch ein schönes Schild anbringen. Auch hier entschied ich mich für etwas, dass ich bisher noch nie gemacht habe: Brandmalerei. Einen richtigen Brennpeter habe ich nicht, aber für die ersten Versuche sollte es auch ein Lötkolben tun. Ich suchte mir eine schöne, aber möglichst schnörkelarme Schriftart aus und lies sie von meiner Gattin (sie hat dafür das größere Geschick) auf ein zuvor gesägtes und geschliffenes Stück Pappelsperrholz übertragen. Diesen Schriftzug habe ich dann mit Bleistift und Körner nachgezogen um ihn im Material zu vertiefen. Dann wurde er mit der heissen Lötspitzen gebrannt. Ich habe das in zwei Durchgängen gemacht und dazwischen noch einmal geschliffen.

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Oberflächenbehandlung Teil 1 - Beizen

Teile-Tombola...;-)
Besondere Sorgfalt für die Rahmenteile, damit sie wieder an die richtige Stelle kommen.
Mit Eiche hell für die Fassaden ging es los.
Fenster- und Türrahmen in Teak.
Dachflächen in Nussbaum dunkel.
"Beizzange"
Verklebung der Schlagläden.
Dachgaube verklebt, fehlen noch die Planken auf dem Gaubendach.
Hier werden die Rahmen der Terrassentür verklebt.
Schlagläden, Rahmen und Balken an der Frontseite.
Die Querbalken mit Zwingen und...
...die Läden mit Beschwerung fixiert.

Kommen wir nun zum Thema Geldausgeben. Nach ersten Recherchen im Netz und anschliessender Beratung im Forum beschloss ich, die Oberflächen mit Pulverbeize zu verschönern und mit Kunstharzklarlack zu versiegeln. Und genau hierfür ging dann auch das gesamte Budget drauf.
Ich entschied mich für eine insgesamt dreifarbige Ausführung. Alle hellen Flächen (Fassaden, Terrassenboden, einige Details...) wurden in Eiche hell gebeizt. Alle "Balkenkonstrukte" und Rahmen, sowie weitere Ausschmückungen hingegen in Teak. Die Dachflächen schliesslich (inkl. des kleinen Daches vom Nistkasten) bekamen einen Anstrich in Nussbaum dunkel. Diesen musste ich extrem stark verdünnen. Bei normalem Mischungsverhältnis war es deckend schwarz. Die vielen kleinen Teile beizte ich im Tauchverfahren, das ging wesentlich rationeller. Und weil Beize keinesfalls mit Metall in Berührung kommen darf (warum auch immer) habe ich meine Spitzzange in einen "Taucheranzug" aus Klebeband gehüllt. So konnte ich die Teile bedenkenlos in die Beize tunken.

Bevor es ans Beizen ging, wurden alle Teile ordentlich sortiert und noch mal geschliffen. Und nach dem Beizen wurden und alle Teile, die schon vor den abschliessenden Lackierdurchgängen verbaut werden können, miteinander verklebt. Hierfür nahm ich einmal mehr Pattex "100%". Das Zeug braucht zwar 24 Stunden zum durchtrocknen, ist dafür aber, anders als Holzleim, absolut wetterfest.

11 13

Oberflächenbehandlung Teil 2 - Lackieren

Improvisierte Lackierhilfen.
Der erste Anstrich ist vollbracht, jetzt heisst es....
...vier Tage warten. Im Januar ist es einfach zu kalt.

Als erstes schusterte ich mir aus Resten und Schrauben ein paar Auflagen, auf denen die lackierten Teile zum Trocknen abgelegt werden können. Hier muss ich echt mal eine dauerhafte Lösung finden. Projekt dafür befindet sich schon in einer frühen Planungsphase...;-)
Die fertig gebeizten und zum Teil verklebten Teile bekamen nun mehrere Anstriche mit einem seidenmatten Klarlack auf Kunstharzbasis. Der erste Anstrich erfolgte mit einer etwas verdünnten Mischung, mit Ausnahme des Daches. Hier habe ich gleich mit unverdünntem Lack gearbeitet. Dank eines Hinweises, den ich mal bei Bine gelesen habe, wurde die Teile von hell nach dunkel gestrichen. Hintergrund ist, dass der Lack die Beize noch leicht anlösen kann und man dann durch das Wiedereintunken des Pinsels Beizespuren im Klarlack hat. Deshalb wurde der Lack auch umgeschüttet. Nach dem ersten Anstrich war dieser Umstand aber erledigt und es konnte großzügig und unverdünnt weitergepinselt werden. Aufgrund der niedrigen Temperaturen im Januar musste ich zwischen den einzelnen Durchgängen eine sehr lange Trocknungszeit veranschlagen - mindestens 4 Tage. Das hat den ganzen Prozess der Oberflächenbehandlung natürlich ziemlich in die Länge gezogen. Nach dem dritten Durchgang, -natürlich durchgetrocknet- konnte ich das Vogelhaus endgültig zusammenbauen.

12 13

Standfuss

Einwegpalette und Kantholz als Ausgangsmaterial.
40er Gehwegplatte wird zunächst....
...mit einem Rahmen versehen.
Alles wird stumpf verschraubt, die Senkungen werden...
...etwas tiefer als nötig gemacht, weil der Bandschleifer noch viel Material abnimmt.
Oberseite halbfertig, auch hier stumpf geschraubt und starkt gesenkt.
Oberseite fertig, noch ungeschliffen.
Oberseite halbfertig geschliffen.
Auch die Ränder werden geglättet. Hier sieht man auch die Unterseite, die nicht voll beplankt wurde.
Kantholz abgelängt und zum Schleifen bereit.
Erste Stellprobe der geschliffenen Komponenten.
Fundamentplatte des Vogelhauses mit zwei Einschlagmuttern versehen. Befestigung an der...
...Trägerplatte des Standfusses mit zwei Flügelschrauben, ...
...die leider einen Hauch zur kurz waren. Also mit dem Forstner erweitert.
Trägerplatte noch auf Gehrung verkleinert....
...gefiel mir besser.
Auf Gehrung gesägten Palettenreste ergeben die unteren Stützen.
Mit der Lochsäge...
...8 "Montageteller" gesägt...
..und fertig sind die Stützen.
Erst im Holz und dann mit dem PBH im Beton zwei Löcher...
...für zwei 130 mm Schrauben.
So habe ich einen absolut standfesten Fuss für das Vogelhaus.
Hier noch mal aus anderer Perspektive.
Stellprobe, die Dimensionen werden deutlich.

Irgendwann während des Baues fragte ich meine Kollegin und spätere Eigentümerin der Federvolkhütte, ob das gute Stück denn aufgehängt oder hingestellt werden sollte. Ich hoffte, dass sie sagen würde:
"Aufhängen".
Dann hätte ich an der Rückseite nur eine kleine Aufhängung basteln müssen. Und selbstverständlich sagte sie:
"Hinstellen, dann komm ich besser dran."

Ergo musste ich noch einen Standfuss erstellen, der sicher und windfest das Fundament für das Vogelhaus bildet.
Hier konnte ich wieder Palettenholz verwenden. Der Sockel wurde eine Art Kasten, in dem ich eine Gehwegplatte aus Beton eingelassen habe. Als Säule diente ein Kantholz (auch mal bei einer Einwegpalette übriggeblieben). Alle Teile wurden mit dem Bandschleifer geglättet. Die Gehwegplatte wurde mit dem PBH 2100 durgebohrt, so konnte ich zur Befestigung lange Schrauben komplett durch den Sockel in das Kantholz drehen. Zur zusätzlichen Stabilisierung machte ich noch vier Stützen im 45° Winkel, ebenfalls aus Palettenresten. Und für für die Anbringung des Vogelhauses kam noch eine Platte obendrauf, welche von den missratenen Arbeitsschritten 1-3 noch vorhanden war und hierfür auch taugte.
Da ich auch hier später eine werkzeuglose Demontage gewährleisten wollte, erfolgte dies mit zwei Flügelschrauben und in der Grundplatte eingelassener Innengewinde. Die gekauften Flügelschrauben erwiesen sich als ein wenig zur kurz, weshalb ich einfach mit dem Forstner noch etwas Material wegnahm. Nach einer ersten Stellprobe gefiel mir allerdings nicht, dass man die Platte sehen konnte. Deshalb habe ich sie an den Kanten noch im 45° Winkel verkleinert.

Auf eine Oberflächenbehandlung für den Standfuss habe ich verzichtet und überlasse diese der zukünftigen Besitzerin (bzw deren besserer Hälfte), denn das war im Budget nicht mehr drin. Und da wollte ich meiner Kollegin auch die Wahl lassen, ob Lasur, Lack, Carbolineum oder was auch immer...


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Abschluss und Fazit

Schrauben etwas gekürzt.
So konnte ich die Plexiglasscheiben gefahrlos verschrauben.
Warum hab ich Trottel vergessen, die Dachüberstände....
...zu beizen??? Tja, nu isset zu spät...
Wohin mit der Bank? Die Entscheidung habe ich delegiert.
Fertig!
Komplettansicht mit Fuss.
Vogelvilla1
Vogelvilla2

Nun fehlte nur noch die Endmontage des Vogehauses. Hierbei traten doch einige Fehler zutage, welche ich nicht mehr alle beseitigen konnte. Denn mittlerweile gab es für mich einen Abgabetermin. Die Plexiglasscheibe für das Fenster an der Frontseite im Obergeschoss musste ich kleiner sägen, weil mir die Stützkonstruktion des Daches im Wege war - kein Problem. Ärgerlicher war da schon, dass ich es völlig verpeilt hatte, die Unterseiten der Dachüberstände vorne und hinten mit zu beizen. Da schon alles lackiert war, müssen jetzt eben alle Beteiligten damit leben. Und als letztes gab es da noch ein Problemchen mit der Bank. Ich wollte sie eigentlich rechts neben der Haustür platzieren, aber irgendwie gefiel sie mir da nicht mehr. Rechts auf der Terrasse hätte sie besser ausgesehen, aber da wäre sie den Vögeln wohl im Weg gewesen. Also, erst mal eine rauchen und das Ding solange anstarren bis mir was einfällt. Und dann kam mir der rettende Gedanke. Ich mache einfach....garnichts! Ich gebe meiner Kollegin die Bank so wie ist mit. Sie kann dann selber entscheiden, ob und wo sie die hin haben will. Ein schlechtes Gewissen habe deswegen nicht. Schliesslich hatte ich praktisch null Vorgabe und musste mir alles selbst aus den Fingern saugen...da kann sie wenigstens das machen.
Für die Verschraubung der Fensterscheiben habe ich die kürzesten Senkkopfschrauben gekauft, die ich kriegen konnte, aber dennoch waren die einen Hauch zu lang. Mit der Kombizange ein Stück von der Spitze abgekniffen, war das erledigt.

Irgendwann zwischen  "alle Teile fertig" und "beizen" habe ich versucht zu zählen, wieviele Einzelteile ich eigentlich für das Vogehäuschen angefertigt hatte. Bei 200 habe ich dann aufgehört zu zählen... und mir geschworen, dass ich mich nie wieder auf sowas einlasse. Ich glaube, ich habe es mit den Details etwas übertrieben...

Videos:
Ich habe wieder zwei Videos gemacht. Das erste zeigt einen Rundumblick und das zweite die Funktionsweise der abnehmbaren Fassade.

Fazit:
Ich habe bei diesem Projekt wieder einiges gelernt und auch einiges neues ausprobieren können - und ich habe auch ordentlich Grund zum Fluchen gehabt. Die Schnappsidee, das Ding komplett aus Palettenholz zu bauen, verbuche ich unter "Lehrgeld". Unterm Strich hat dieses Projekt eine ziemliche Zeit in Anspruch genommen. Für ein Vogelhaus nach meinem Geschmack zu viel Zeit, weshalb ich jegliche Ansinnen Dritter, es noch einmal zu machen, kategorisch ablehnen werde. Auch das sebst auferlegte Budget war nicht ganz zu halten, unterm Strich waren es dann doch rund 30,-.

Die Beschreibung ist etwas umfangreicher ausgefallen und ich danke allen, die bis hierher durchgehalten haben und hoffe, dass Euch das Projekt gefallen hat. Ein besonderer Dank noch an ruesay und Muldenboy für die Tipps fürs Beizen.


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