Vogelfutterhaus ... noch eines...

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Ein Kollege fragte mich, ob ich ihm ein einfaches und schlichtes Vogelfutterhaus bauen könnte? Es gibt Kollegen, denen man nichts abschlagen darf... Einfach und schlicht bedeutet ja für gewöhnlich auch, dass es schnell erledigt ist. Da ich aber zumindest handwerklich etwas mehr Aufwand betreiben wollte, als nur ein paar Bretter aneinander zu nageln, war doch eine gewisse Vorplanung erforderlich. Außerdem beschloss ich, das Häuschen gleich zweimal zu bauen und meine Frau damit zu überraschen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTA 2000  - Arbeitstisch
  • PPS 7 S  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • IXO  - Schrauber (Akku)
  • PST 900 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elektrisch)
  • Exzenterschleifer,  *
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 18 LI-2
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 10,8V-2-LI
  • Deltaschleifer,  *
  • Allzwecksauger,  TH-VC 1930 SA
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Materialliste
  • 2 x Terrassendielen | Douglasie (95 x 19 x 2000 mm)
  • Leim
  • Schrauben
  • Douglasienöl
  • Pattex "Extrem"

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwurf und Materialauswahl

Sketchup Entwurf Vorderseite.
Sketchup Entwurf Rückseite
Explosionszeichnung.
Detail Bodenbalken 1.
Detail Bodenbalken 2
Giebel vorne.
Giebel hinten.
Firstpfette.
Fußpfette.

Recht früh entschied ich, anders als es von mir vielleicht zu erwarten gewesen wäre, das Vogelhaus nicht aus Palettenholz zu bauen. Stattdessen wählte ich Douglasie aus, wofür ich einfache Terrassenbretter aussuchte. Der Entwurf entstand in Sketchup. Anfängliche Überlegungen, sämtliche Verbindungen nur zu verleimen, verwarf ich rasch wieder. Soviel Zutrauen hatte ich dann doch nicht in die angeblich wetterfesten Produkte. Es wurde also stattdessen verdeckt geschraubt und Leim nur unterstützenden verwendet. Die Sketchup Planung ermöglichte es mir auch eine genaue Stückliste zu erstellen, so das alle benötigten Einzelteile in einer Rutsche zurecht gesägt werden konnten. Falls sich jemand über die zum Teil krummen Massangaben in den Skizzen wundert, ich habe das beim Sägen aufgerundet. Im Zehntelmillimeterbereich mag ich weder denken noch bauen...

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Teile zusägen

Ausgangsmaterial: 2 Douglasiendielen.
Zunächst der Längenzuschnitt an der TKS.
Das macht die Teile handlicher.
Die Giebel wurden an der TKS...
...und dem Stichsägetisch zugesägt.
Ausklinkungen entstanden mit dem Schiebeschlitten.
Dachneigung 25°. So entstanden...
...Fuß- und Firstpfetten.

Aus insgesamt 2 Douglasiendielen sägte ich mit der TKS alle Teile zurecht. Die Hölzer für den Bodenrahmen und die Pfetten fürs Dach bekamen noch Fälze, Ausklinkungen und Schrägen. Auch diese entstanden an der  Tischkreissäge. Die Giebelseiten schnitt ich am Stichsägetisch zu.

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Zusammenbau Boden

Rahmenhölzer für den Boden...
...an den Überblattungen eingeleimt und...
...unter Einhaltung des rechten Winkels zum Trocknen verzwingt.
Erste Stellprobe...
...beider Häuser.
Die Ausklinkungen und Fälze passen.
"Bodendielen", 6mm stark.
In den Bodenrahmen...
...Stück für Stück eingeleimt...
...und verschliffen.

Nachdem alle Hölzer zugesägt, gefälzt und ausgeklinkt waren, leimte ich zunächst die Bodenrahmen zusammen. Nachdem der Leim abgebunden hatte, nahm ich schon mal eine kleine Stellprobe vor, um zu prüfen ob auch alle anderen Teile soweit passten. Die Giebelteile musste ich etwas nachsägen, ansonsten sah es überrasschend gut aus.
Als nächstes sägte ich die "Bodendielen" zurecht und leimte sie in dem Bodenrahmen fest. Es folgte ein Oberflächenschliff mit dem Exzenter.

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Weiterer Zusammenbau

Giebelseiten und Eckstützen zunächst mit Leim fixiert.
Verschraubt mit 3,5 x 30 Schrauben und...
...vollständig versenkt.
Nach den Firstpfetten habe ich die Fußpfetten eingeleimt.
Auch hier wurde mit vollständiger...
...Versenkung verschraubt.
Mit dem Zapfenbohrer wurden kleine Zapfen hergestellt, um...
...Schraubenköpfen abzudecken.
Der Delta sorgt dann noch für...
...glatte Oberflächen.

Als nächstes wurden die Giebelseiten mit den Eckstützen verleimt. Nachdem der Leim angezogen hatte, verschraubte ich diese Verbindung zusätzlich. Für die Schrauben 3,5 x 30 wurde für den Schraubenkopf mit 8 mm angebohrt (6 mm hätten aber auch gereicht) und dann mit dem 3 mm Bohrer durchgebohrt. Anschliessend die Schrauben mit dem "Fiffi" (besser bekannt als IXO) eingedreht. Dann wurden erst die Firstpfetten verleimt, wovon ich leider keine Bilder gemacht habe, dann die Fußpfetten. Diese Verschraubungen sollten später nicht mehr sichbar sein, deshalb habe ich mit dem Zapfenbohrer kleine Zapfen erstellt und über die Schraubenköpfe eingeleimt. Anschliessend plan gesägt und alles noch mal mit dem Delta geschliffen.

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Das Dach

68 Dielen für zwei Futterhäuschen.
Einfache Schleiflehre aus den Abschnitten der Giebelseiten.
So konnte ich alle Teile...
...im 25° Winkel anschleifen.
Dieser Kleber hält hoffentlich allen Anforderungen stand.
In kleinen Schritten dünn aufgetragen und wenige Minuten ablüften lassen.
Ich habe die Dachbrettchen von der hinteren zur vorderen Giebelseite...
...verklebt, so das vorne eine leichter Überstand blieb.
Nach dem Durchhärten nochmals geschliffen.

Das Dach sollt genauso wie der Boden mit kleinen Dielen eingedeckt werden. Ich sägte also für beide Häuser insgesamt 68 Brettchen von 160 mm und 6 mm Stärke aus Resten von Douglasie zurecht. Am Dachfirst, wo jeweils zwei Dielen aneinander stossen, mussten die Dielen in der gleichen 25° Neigung angeschliffen werden, die auch das Dach hat. Dafür baute ich mir aus den Abschnitten der Giebelseiten eine Lehre und zingte sie am Bandschleifer parallel zum Schleifband fest. So konnte ich nacheinander alle 68 Dielen im immer gleichen Winkel schleifen. Die Verklebung erfolgte nach längerer Recherche mit "Pattex Extrem", einem Kleb- und Reparaturstoff der allen denkbaren Wetter- und Belastungsextremen trotzen soll. Die Verklebungen lies ich 24 Stunden durchhärten und schliff dann die Dachflächen noch mal mit dem Exzenter (  neues Spielzeug...;-)   ) ab.

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Oberflächenbehandlung und Firstleisten

Erste Schicht mit Douglasienöl...
...betont den rot-orangenen Charakter des Holzes.
Firstleisten aus Resten, 6 mm stark...
...mit 25° Gehrung an die Dachneigung angepasst...
...plan gesägt und verschliffen.
Zum Schluss noch mit etwas Schleifvlies die Oberfläche geglättet.

Passend zur ausgesuchten Holzart wurden beide Häuschen mit Douglasienöl behandelt. Nach der ersten Schicht schliff ich die Oberflächen noch einmal über und  dabei kam mir die Idee, das Dach noch mit zwei Firstleisten zu versehen. Also, je zwei Leisten in 6 mm Stärke von einem Reststück mit Überlänge abgesägt und die Längskante mit 25° Gehrung angeschrägt. Diese Leisten wurden dann mit Pattex Express aufgeklebt und nach einer Stunde, nachdem der Kleber etwas angezogen hatte, plangesägt und verschliffen. Erst danach brachte ich die zweite Schicht Öl auf. Da sich dabei die Holzfasern aufgerichtet haben, ging ich abschliessend noch mit feinen Schleifvlies drüber.

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Abschluss und Fazit

Die Bohrlöcher werden zunächst mit dem Vorstecher markiert...
...und dann mit einem 1 mm Bohrer vorgebohrt.
So sieht das mit den Messingnägelchen aus.
Hier ein paar Bilder...
...der fertigen Vogelhäuser...
...aus unterschiedlichen Persepktiven.

Mehr aus optischen Gründen habe ich die Firstleisten noch mit Messingnägelchen versehen. Dazu wurden mit einem 1mm Bohrer zunächst Löcher vorgebohrt und dann die Nägelchen mit einem kleinen Hammer eingetrieben.

Meine Frau hat sich über ihr Häuschen sehr gefreut (Überraschung gelungen). Der endgültige Aufstellort ist noch nicht bestimmt. Wenn es soweit ist, wird sich zeigen, ob ich das Vogelhaus einfach an der Wand verdübele oder ob ich noch einen Standfuss bauen muss.
Mein Kollege hat seines noch nicht bekommen.


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