Tischverbreiterung / Rückwand / Absaugung für die Kapp- und Gehrungssäge

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Säge mit Rückwand, seitlichen Auflagen und zweiter Absaugung
Säge (zusammengefaltet) im Schrank
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Öffentliche Wertung

Eins der größten Ärgernisse in meiner Werkstatt ist, dass die Kapp- und Zugsäge beim Sägen die Sägespäne in der ganzen Werkstatt verteilt und hinterher immer eine größere Reinigungsaktion angesagt ist.
Mir ist klar: Wo gesägt wird, fallen Späne .... aber kein anderes elektrisches Werkzeug macht in so kurzer Zeit so viel Dreck wie meine Kappsäge. Das liegt zum großen Teil an der Bauform der Säge bzw. der schlecht designten Absaugung.
Heute möchte ich nun meine Variante vorstellen, wie ich versucht habe, das Problem zu lösen.

Hier findest Du noch weitere interessante Projekte von mir.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangssituation und Planung

01 Normale Situation nach dem Sägen
02 Vorher, mit provisorischer Rückwand
03 Vorher, mit provisorischer Rückwand
04 Vorher, provisorische Rückwand entfernt
05 Tischverbreiterung an der Säge

Meine Kapp- und Gehrungssäge - kurz KGS - ist eine Späneschleuder. Selbst mit angeschlossenem Sauger ist die Absaugung der Späne ineffektiv. Einige andere Forenuser haben das gleiche Problem und nennen ihre KGS deshalb liebevoll "Ferkel".
Woody hat mir mit Ihrem Projekt "Ferkelstall" einige gute Ansätze für meine Lösung geliefert.

Was will ich mit dem Bau bezwecken:

- Absaugung muß besser werden: Alternativ / Parallel zur Nutzung des angebauten Absaugstutzens möchte ich die Späne zusätzlich näher am Sägelatt absaugen. Die Inspiration dazu habe ich von hier, ab 06:23. Frank hat die gleiche Säge wie ich.

- teilweise Einhausung der Säge: Montage einer Rückwand / Prallwand hinter der Säge, damit sich die nicht abgesaugten Späne nicht mehr im ganzen Raum verteilen, sondern wenigstens in der Nähe der Säge liegenbleiben.

- Optionale Verbreiterung der seitl. Auflagen: bisher pro Seite um 8,5 cm verlängerbar (Bild 4), das ist bei langen Werkstücken zu wenig

- Säge sollte nach wie vor transportierbar bleiben, da sie keinen festen Platz in meiner Werkstatt hat und in den Schrank passen muß; maximale Tiefe = 70cm

Ich habe eine Weile auf den Problemen rumgedacht und mich dann für diese Lösung entschieden:

  • Bau einer Unterkonstruktion für die KGS, auf der sie aufgeschraubt wird. In der Konstruktion sollen zwei Auszüge untergebracht werden, an denen die Tischverbreiterungen angebaut werden.
  • Hinter der Unterkonstruktion soll eine Art Prallwand aus 3mm MDF gebaut werden, damit die nicht abgesaugten Späne nicht in alle Richtungen auseinanderfliegen. Die Prallwand muß horizontal geteilt sein, damit ich die Zugfunktion / die Winkelschnittfunktion der Säge weiterhin nutzen kann.

  • Hinter dem Sägeblatt soll eine zusätzliche Absaugung gebaut werden.

Eine SketchUp-Zeichnung gibt es nicht - ich habe einfach mal drauflosgebaut.

Im Vorfeld hatte ich die Wirksamkeit einer Rückwand hinter der Säge schon getestet indem ich einfach eine 3mm MDF-Platte hinter die Säge stellte, Bild 1 und 2. Nach Entfernen der Rückwand - Bild 3 - ist deutlich zu sehen, wo die Rückwand stand.

Das Material (3mm MDF, Spanplatte, Leisten) war noch vorhanden. Gekauft wurden die beiden Türdichtungen und ein Paar 50 cm Auszüge.


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Gestell mit Rückwand / Prallwand

01 Zuschnitt Spanplatte
02 Hilfszirkel
03 Kreisbogen zeichnen
04 Kreisbogen
05 Kreisbogen ausgeschnitten, mit Stichsäge
06 Klötzchen gesägt, mit Kappsäge
07 Klötzchen ausrichten und verleimen
08 Klötzchen ausrichten und verleimen
09 Auszüge montieren
10 Klötzchen verschrauben, beidseitig
11 Türdichtungen
12 Rückwand (unteren Teil) tackern
13 Türdichtung kleben / schrauben
14 Türdichtung fixieren
15 Halterung für Rückwand, oberer Teil
16 Rückwand, oberer Teil
17 Rückwand, oberer Teil, Montage
18 Rückwand
19 Rückwand mit angeschraubter Bürstendichtung
20 Demontage Hebel
21 Mutter statt Hebel

Ausgehend von den vielversprechenden Versuchen mit einer provisorischen Rückwand wollte ich hinter der Säge eine feste Rückwand installieren. Die Zugfunktion der Säge sowie die Möglicheit auch winklige Schnitte zu sägen, sollte erhalten bleiben.

Deshalb habe ich zunächst 2 gleich große Stücke aus einer vohandenen Spanplatte ausgeschnitten, Bild 01.
Danach habe ich die Säge positioniert / festgeschraubt und in Stirnseite einer ca. 10cm langen Leiste ein 8mm Loch gebohrt. In diese Loch wurde ein Stift gesteckt, Bild 02. Die Leiste mit Stift wurde hinten in das Zuggestänge der Säge geklemmt und durch Schwenken der Säge ein Kreisbogen gezeichnet, Bild 03 und Bild 04.
Den Kreisbogen habe ich mit der Stichsäge ausgeägt, Bild05. Danach wurde der Bogen auf die zweite Platte übertragen und ebenfalls ausgesägt.

Dann habe ich mit der Kappsäge einige Klötzchen gesägt, jedes 5cm hoch, Bild 06. Die ersten vier Klötzchen wurden über den Schraublöchern zum Befestigen der Säge verleimt, Bild 07.
Weitere Klötzchen wurden so positioniert, dass daran die Auszüge festgeschraubt werden können, Bild 08. Anschliessend wurden alle Klötzchen an der Bodenplatte verleimt und danach von unten veschraubt.
Bei der Montage der Auszugsschienen kam der IXO mit Winkelvorsatz zum Einsatz, Bild 09.
Danach wurden die oberen Stirnseiten der Klötzchen mit einem Leimklecks versehen, die Deckplatte aufgelegt und festgeschraubt., Bild 10. In die 4 markierten Bohrungen wurden keine Schrauben eingeschraubt; hier wird später die Säge festgeschraubt.

Jetzt wurde aus einer alten Schrankrückwand (3mm MDF) ein passendes Teil ausgesägt (Höhe=25cm) und als unterer Teil der Rückwand von hinten an der Boden- bzw. Deckplatte angetackert, Bild 12.
Danach wurde eine Türdichtung passend abgelängt (Blechzange) und von hinten an den unteren Teil der Rückwand geklebt, Bild 13 und Bild 14. Die Bürsten ragen nach oben.
Anschliessend wurden Leisten (30x30mm) zurechtgesägt und von hinten an die Boden- und Deckplatte geschraubt, Bild 15.

Danach wurde aus der 3mm MDF-Platte ein weiteres Stück ausgesägt (Höhe=15cm) und als oberer Teil der Rückwand an die senkrechten Leisten geschraubt. Schrauben statt Tackern, damit ich den oberen Teil der Rückwand abnehmen kann, wenn die Säge mal aus der Vorrichtung genommen werden soll, Bild 16 und Bild 17.

Jetzt wurde die zweite Türdichtung an den oberen Teil der Rückwand geklebt, mit den Borsten nach unten. Die Klebung der Türdichtungen hielt leider nicht dauerhaft, sodass ich die Dichtungen noch verschraubt habe, Bild 18 und Bild 19.

Da der Hebel zum Arretieren der Säge bei Gehrungsschnitten störte, habe ich ihn entfernt und durch eine passende Mutter ersetzt.
Ich habe die Gehrungsschnittfunktion - also auch den Hebel - noch nie benutzt und da er störte (stieß an die Rückwand), entfernt, Bild 20 und Bild 21.

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Seitliche Auflagen, herausziehbar

01 Höhe des Sägetischs ausmessen
02 Winkel aus Restholz verschrauben
03 Rechte Auflage
04 Rechte Auflage am Auszug verschrauben
05 Rechte Auflage
06 Beide Auflagen, die linke (rechts) ist seitenverkehrt
07 Beide Auflagen
08 Fertig und Check
09 Rechte Auflage in Aktion

Da ich bei längeren zu sägenden Werkstücken schon immer Probleme mit Auflagen in der passenden Höhe hatte (bisher habe ich immer passende Kanthölzer gesucht und untergelegt), habe ich nun an die montierten Auszüge Auflagen in der richtigen Höhe geschraubt.

Zunächst habe ich die Höhe der Auflage der KZS ermittelt, Bild 01. Danach habe ich aus Resten der Spanplatte und Kantholzstücken einen Winkel gebaut und am rechten Auszug verschraubt, Bild 02 bis Bild 05. Für die linke Auflage habe ich einen gleich aufgebauten Winkel - allerdings seitenverkehrt - gebaut, Bild 06 und Bild 07, der an den links montierten Auszug geschraubt wurde.
Bild 08 zeigt beide montierten Auflagen.

Da die Auszüge jeweils 50cm lang sind, kann ich meine Auflage jetzt nach rechts und links um insgesamt 100cm verlängern. Die KZS nutze ich ausschließlich auf meinem MFT, habe also immer eine plane Fläche, auf der der untere, waagerechte Schenkel der Auflagen aufliegt. - Die Auzüge dienen dabei nur der Führung.


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Verbesserte Absaugung / Zweifachabsaugung

01 Ausgangssituation, hier muß die untere Absaugung irgendwie montiert werden
02 Montierter Schlauch, untere / zweite Absaugung
03 Montierter Schlauch, untere / zweite Absaugung
04 Montierter Schlauch, untere / zweite Absaugung

Grundsätzlich wollte ich die von Frank vorgestellte Lösung einer zweiten Absaugung (hier, ab 06:23) an der Säge nachbauen. Dazu habe ich auch mit Kabelbindern einen Saugschlauch hinter dem Sägeblatt in der verlängerten Schnittlinie montiert, Bild 02 bis Bild 04.

Leider habe ich mit der unteren, zweiten Absaugung nicht ganz das gewünschte Ergebnis erzielt; auch nicht mit einem zweiten Sauger. Es fliegen immer noch zu viele Späne an der unteren Absaugung vorbei. - Nach dem Sägen ist der Bereich um die Säge nicht so sauber wie bei Frank.

Konstruktionsbedingt ist der verfügbare Platz hinter dem Sägeblatt nicht sonderlich groß. Hier werde ich noch weiter experimentieren und versuchen, eine "Trichterlösung" zu konstruieren. - Vielleicht ist das Ergebnis dann besser.

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Fazit

01 Verlust an Zugweite durch Rückwand

Durch die Montage der Rückwand habe ich ca. 2cm Zugweite eingebüßt, Bild 01. - Das ist aber verschmerzbar.
Die zusätzliche zweite Absaugung arbeitet leider nicht so effizient, wie erhofft. Hier gibt es aber noch Potential, z.B. durch Bau eines Trichters, Verwendung eines anderen Sägeblatts, Bau eines besseren Zero Clearence Inserts etc.

Insgesamt habe ich aber mein Ziel, dass die Späne beim Sägen nicht mehr in der ganzen Werkstatt verteilt werden, erreicht.
Auch die herausziehbaren Auflagen sind eine sehr nützliche Einrichtung.

Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich die Säge jetzt nicht mehr um 45Grad kippen kann (dafür ist u.a. der abmontierte Hebel gedacht). - Diese Feature habe ich noch nie gebraucht / genutzt. Sollte ich es mal unbedingt benötigen, muß ich mir was einfallen lassen.

Verschönerungsarbeiten - wie Abfasen der Kanten / Abrunden der Ecken mit der Oberfräse oder das Lackieren der Bodenplatte - habe ich mir noch gespart, da das noch nicht die finale Lösung ist.


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