Terrasse aus Bangkirai

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    700 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Seit wir das Haus vor 6 Jahren gekauft haben, ärgere ich mich schon über den „Charme der Siebziger“ in Form von Waschbetonplatten auf meinem ganzen Grundstück und vor allem auf der Terrasse. Mal davon abgesehen, dass ich sie häßlich finde, kann man sie nicht vernünftig fegen, sie sind mittlerweile krumm und schief und überall wächst Unkraut aus den Fugen. Ich wollte schon immer einen neuen Belag, aber bisher gab es immer wichtigeres. Dieses Jahr sollte es nun endlich angehen. Die Terrasse ist ca 4x6m. Die Schwierigkeit dabei ist, dass an zwei gegenüberliegenden Seiten Treppen sind und diese mittlerweile nicht mehr auf einer Höhe sind. Auch die Stufen sind aus Waschbeton, komplett gegossen. Da ich die Treppen nicht komplett erneuern wollte, habe ich mich für ein Holzdeck entschieden, das auf die vorhandenen Platten aufgebaut werden sollte. Die Treppen können dann auch leicht mit Holz verkleidet werden, und mir schien es auch leichter, das unterschiedliche Gefälle herzustellen.

Eigentlich wollte ich das hier gar nicht als Projekt einstellen, weil ich ein gerades Holzdeck nicht besonders spannend finde. Während einer Diskussion im Forum wurde ich dann doch von Chief dazu animiert, und hier ist es nun. Für manchen mag es vielleicht zu viele Maße und Details enthalten. Ich habe jedoch im Vorfeld einige Anleitungen zum Bau einer Holzterrasse gelesen und mich jedes mal geärgert, dass dort viele Details fehlten. Daher habe ich versucht, es so komplett wie möglich zu machen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PKS 40  - Kreissäge (elektrisch)
  • PSB 500 RE  - Bohrmaschine (elektrisch)
  • PLL 360  - Kreuz- und Linienlaser
  • PFS 1000
  • Kapp- und Gehrungssäge,  KGS216M
  • Stichsäge,  GST 150 CE
  • Winkelschleifer,  GWS 7-125
  • Bohrhammer,  GBH 2-28 DFV 850W
  • Akku-Schrauber,  GSR 18-2 Li Plus
  • Multifunktionswerkzeug,  GOP 40-30
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Materialliste
  • 84 x Terrassendielen | Bangkirai (2450x145x21)
  • 800 x Schrauben | Edelstahl (5x40)
  • Viele x Gummiklötze

Los geht's - Schritt für Schritt

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Planung

Üblicherweise wird die Unterkonstruktion aus 45x70mm Konstruktionsholz gemacht. Das wäre aber in meinem Fall viel zu viel gewesen, da ich ja auf die vorhandenen Platten aufbauen wollte. Daher habe ich beschlossen, für die Unterkonstruktion ebenfalls Terrassendielen zu nehmen und diese zu halbieren, denn der Unterbau sollte aus dem gleichen Material sein wie die Dielen.
Ich habe dann einen Posten Bangkirai 2.Wahl gefunden, der von der Menge her super zu meinem Vorhaben passte. Da die Dielen nur 2.45m lang sind und ich 4m brauchte, mußte ich also stückeln. Ich habe dann in Sketchup verschiedene Verlegemuster simuliert und konnte mit diesem Plan gleich einen Großteil der Bretter zuschneiden. Die Abschnitte habe ich längs halbiert, sie wurden dann zur Unterkonstruktion.

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Unterkonstruktion

Unterkonstruktion auf Unkrautflies

Als erstes habe ich ein Unkrautflies über der ganzen Terrasse ausgebreitet. Ich glaube zwar nicht, dass das aufgrund der Platten wirklich nötig war, aber ich wollte nicht am falschen Ende sparen und mich hinterher über Unkraut ärgern, auch wenn es noch so wenig ist. Außerdem hatte mich sonst selbst durch die Fugen der alte Waschbeton täglich angegrinst und mir gesagt, dass er immer noch da ist. Das wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
Nun kam der schwierigste Teil: Die Unterkonstruktion ausrichten. Wie schon erwähnt, sind auf beiden Seite der Terrasse Treppen. Auf der Startseite müssen die Dielen fast waagerecht liegen, während sie auf der anderen Seite ein ziemliches Gefälle aufweisen müssen. Das Ganze sollte fließend übergehen, und so hat das Ausgleichen unheimlich viel Zeit in Anspruch genommen, auch weil die Platten krumm und schief lagen. Der größte Teil der Unterkonstruktion besteht ja aus den Abschnitten von ca. 1m Länge, das macht es nicht einfacher. Hier würde ich mir beim nächsten Mal definitiv noch ein paar Bretter besorgen und längere Stücke verwenden. Um die Abstände zur Wand einzuhalten habe ich mir eine Lehre gemacht, so muß man nicht ständig den Zollstock bemühen. Die ganze Unterkonstruktion liegt auf Gummipads, damit das Wasser abfliessen kann. Als alles ausgerichtet war, habe ich die ganze Unterkonstruktion mit Schlagdübeln an den alten Waschbetonplatten befestigt.
Leider habe ich von der Unterkonstruktion nur dieses eine Bild, wo schon das halbe Deck verlegt ist.

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Verlegen der Dielen

Hartholzbohrer mit Senker und Tiefenstopp

Vor dem Verlegen der Dielen habe ich immer die äußeren Löcher vorgebohrt. Als Abstand habe ich an den Enden 50mm genommen, in der Mitte an den Stoßfugen nur 25mm. Das liegt daran, dass die Dielen an den Stoßfugen auf demselben Brett der Unterkonstruktion liegen. Eigentlich wir empfohlen, das nicht zu tun, damit das Wasser dort nicht steht, aber zwischen den Längsfugen steht das Wasser ja auch, daher habe ich diesen Rat ignoriert. Generell soll das Holz ja nicht so die Probleme mit Wasser haben. Für die Abstände habe ich mir auch eine Lehre gebaut, eine Seite 50mm und die andere 25mm. Der Innenabstand der Schrauben beträgt ca. 100mm, das ist immer die dritte Rille von außen. Zum Thema bohren in Hartholz noch ein Tip von mir: Ihr müßt vorbohren! Immer! Alles! Also Diele und Unterkonstruktion. Ich habe am Anfang nur die Dielen gebohrt (Bohrer mit Senker, sehr zu empfehlen), aber ohne Vorbohren in die Unterkonstruktion reißen ständig die Bits ab und die Schrauben bekommt man auch nie wieder los.
Beim Verlegen habe ich zwischen den Dielen 5mm Abstand gelassen und zu den Wänden 10mm. Es wird empfohlen, auch bei den Stoßfugen 5mm Platz zu lassen. So habe ich dann die ersten beiden Bretter angeschraubt und dachte mir: „Hm, sieht irgendwie Kacke aus“. In dem Moment kam die Frau aus der Terrassentür und sagte: „Das mit der Lücke sieht ja nicht so toll aus“. Also habe ich die Stoßfugen nur 2mm groß gemacht. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich das Holz so weit ausdehnt, dass ich dort ein Problem bekomme
Ich habe beim Verlegen der Bretter immer nur die äußeren Schrauben festgeschraubt. Die Bretter sind manchmal krumm, daher kann man nicht immer den gleichen Abstand einhalten. Ich habe es dann so gemacht, dass ich immer den gleichen Abstand zur Wand an den Punkten hatte, wo ich geschraubt habe. Wenn das Brett dann in der Mitte einen Bogen hat, kann man es später noch etwas drücken.
Nachdem alle Bretter so befestigt waren, habe ich mit dem Linienlaser alle weiteren Schraubpunkte angezeichnet. So erhält man ein schönes, gleichmäßiges Schraubenbild. Danach habe ich alle Dielen gebohrt, ggfs mit einem Montierhebel und Keilen ausgerichtet, in die Unterkonstruktion gebohrt und festgeschraubt. Ein Tropfen Öl an der Spitze der Schraube hilft ungemein, den Bitverschleiß einzudämmen. Mit einigen Schrauben habe ich tatsächlich die Schrauben der Unterkonstruktion getroffen. Hier habe ich dann die Schrauben abgeflext und nur in die Diele gedreht, damit kein Loch im Deck übrig bleibt.

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Abschlußkante

Open End
Fräsen

Natürlich konnte es nicht klappen, dass man mit einem ganzen Brett vernünftig am Ende abschließt. Mir fehlten am Ende einige Zentimeter. Ein ganzes Brett wäre zu lang gewesen, da ja danach direkt die Treppen kommen. Ein Brett längs durchzusägen hätte auch nicht gut ausgesehen, daher habe ich mir ein Stück Bangkirai besorgt, dass eigentlich für die Unterkonstruktion gedacht ist (45x70x3000mm). Das hat eine ähnliche Riffelung und auch noch den großen Vorteil, dass es fast doppelt so dick ist wie die normalen Dielen. Daher konnte ich damit auch die Front schliessen, denn sonst hätte man ja von vorn in die Unterkonstruktion schauen können. Ich habe also mit der Oberfräse an den Stellen, wo der Balken auf der Unterkonstruktion aufliegt, in Dielenstärke ausgeklinkt und so einen schönen Abschluss der Terrasse. An den Seiten habe ich zusätlich noch einen Winkel zur Unterstützung verschraubt

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Ölen

Ölen

Zum Schluss wurde das Deck noch 2 mal geschrubbt und danach 2 mal geölt. Normalerweise hätte ich erst noch den Hausstein auf der Terrasse verkleidet. Da es am 1. Mai aber schön trocken war, habe ich zuerst mal die große Fläche geölt, anstatt meine Nachbarn mit dem Bohrhammer zu terrorisieren. Das kommt am Feiertag nicht so gut an.
Ich hatte also erst mit einem Pinsel gestartet, bis mir mein Farbsprühsystem eingefallen ist. Also mit dem PFS 1000 die erste Runde Öl aufgesprüht, während die Frau des Hauses gleich mit einem Pinsel hinterher ist, mait auch die Fugen genug abbekommen, und die zweite Runde dann mit dem Pinsel noch mal sorgfältig hinterher.

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Hausstein

Ausgleichsleisten
Seitenverkleidung
Gehrung
fertig verkleidet

Jetzt noch den Hausstein verkleiden. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich ihn nicht vorher weggemacht habe. Er ist mit der Zeit abgesackt und in alle Richtungen schief. Das Ausgleichen hat ewig gedauert, eine neue Stufe komplett aus Holz zu bauen wäre deutlich einfacher gewesen. Hier habe ich die Bretter mit Dübeln direkt in den Stein gebohrt. Das ist bei Waschbeton etwas knifflig, weil der Bohrer auf den kleinen Steinen gern zur Seite weggeht. Den Rahmen außen auf der Stufe habe ich auf Gehrung gesägt – alleine schon, damit mein Vater nicht lästert, wenn er mein Werk begutachtet, er ist nämlich ein Fan von solchen Details (und dazu noch gelernter Modelltischler) und er hätte sich bei geraden Brettern mit Sicherheit eine kleine Spitze nicht verkneifen können ;-)
Nun bleiben noch die Treppen … aber das Holz ist erst mal alle und das wird ein anderes Projekt.v

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Endspurt

Steine am Rand
Vorher
Nachher
Vorher
Nachher

Ich habe am Rand bewußt einen Spalt zwischen Holzdeck und Rand gelassen. Zum einen, weil ich es schöner finde als wenn ich bis zum Rand durchgelegt hätte und dann die ganzen Balken des Geländers aussparen müßte und zum anderen, weil hier das Wasser abfliessen soll. Am tiefsten Punkt ist ein Anschluß an die Entwässerung. Den Spalt habe ich mit farblich passenden Steinen aufgefüllt


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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