Teelichthalter

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Mit meiner neuen Pegas Dekupiersäge macht das arbeiten richtig Spaß! 

Aber was soll ich damit machen? 
Schwibbbögen? Nicht mein Ding.
Holzkörbchen? Hab ich schon.
Holzschüssel? Auch.
Hmmm. Was sagt denn das Internet? Wie jetzt - 3D Sägen? Was das denn? Und das geht? Na gut, probier ma's!

Bei Sue Mey bin ich fündig geworden und hab mir die Vorlage gleich mal gekauft (ist ja nicht so teuer)! 
Aber welches Holz nehmen? 
Der Holzhändler meines Vertrauens hat eine wunderschöne Bohle Kirschholz da. Zusätzlich erstehe ich noch eine Erlenbohle in ähnlicher Stärke. Damit kann man was anfangen! Aber seht selbst...

Die Projektkosten und benötigte Zeit sind geschätzt: von den Bohlen habe ich ja nur kleine Stücke abgesägt.
Auch habe ich (Urlaub ist ja leider vorbei) immer mal wieder abends daran gearbeitet - realistisch ist das Ganze aber an zwei - drei Tagen schaffbar (inkl. Verleimung des Kantels).


Du brauchst

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Werkzeuge
  • Sägestation,  Dekupiersäge 16"
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Schleifpapier K180
  • Schleifpapier K240
  • Schraubzwingen
  • Einhandhobel
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Materialliste
  • Kirschholz
  • Erlenholz
  • Leim
  • Leinölfirnis

Los geht's - Schritt für Schritt

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Kantel bauen

Zuerst säge ich mit der Bandsäge von den Bohlen passende Stücke ab.

Die Vorlage benötigt schlussendlich einen Kantel mit 51x51 mm. Also (Achtung, hier hatte ich einen Denkfehler!) säge ich zwei Teile Kirsche und einen Teil Erle mit jeweils 17mm ab. Ein paar Zehntel mm gehen ja durch die folgende Oberflächenbehandlung flöten, dann sollte es passen.

Die einzelnen Stücke werden mit dem Einhandhobel erst noch schön geputzt und dann miteinander verleimt. Viel Leim klebt viel!

Wie der Leim gut abgebunden hat, werden die Leimreste entfernt, die Verleimungen nochmals mit dem Einhandhobel geputzt und ich messe nochmal die Dicke: Achduschreck, der Kantel ist nur mehr 47x49mm dick! Da hab ich wohl zu viel oberflächenbehandelt. Naja, jetzt ist's rum, muss ich schauen, ob es so auch noch klappt.
Dann hobel ich es wenigstens auf 47x47 mm!

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Vorbereitung zum Sägen


Wie immer klebe ich zunächst um das Holz Klebeband, bevor ich die ausgedruckte Vorlage aufbringe. dabei achte ich darauf, dass das Klebeband überlappt, da geht es später besser ab.

Die Vorlage schneide ich mir aus, falte das Papier an der hierfür vorgesehenen Stelle und sprühe die Rückseite mit Sprühkleber ein. 
Nach ein paar Minuten ist der Kleber soweit abgetrocknet, dass ich das Papier aufbringen kann.
Wichtig hierbei ist, dass der Falz direkt auf der Kante sitzt! 

Nun noch eine Lage Klebeband über das Papier, bevor ich mit dem Sägen beginnen kann.


Uppsi - hier hab ich überhaupt keine Bilder gemacht! Aber sollte trotzdem klar sein wie ich es gemacht habe, oder?
Bei Fragen einfach fragen!

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Innenschnitte

Auf die richtige Länge säge ich erst, nachdem die Innenschnitte erledigt sind. Warum? Weil ich es kann!

Als erstes bohre ich an der Ständerbohrmaschine die insgesamt vier Löcher für die Innenschnitte.
Weil ich später sicher keine Lust auf kompliziertes Einfädeln des Sägeblattes haben werde, nehme ich heute gleich mal einen 4mm Holzbohrer. Platz genug ist ja...

Jetzt kann ich mich mal wieder freuen, dass ich mir die Pegas gekauft habe:
Spannhebel lösen, Klemmen aufschrauben, neues Sägeblatt einlegen, untere Klemmschraube zudrehen, Sägeblatt durchs erste Loch fädeln, obere Klemmschraube zudrehen, Spannhebel umlegen, fertig!
Dauert inzwischen keine 40 Sekunden mehr!Und dann kann ich auch schon sägen.

Ein Ausschnitt, zweiter Ausschnitt, Kantel drehen, dritter und vierter Ausschnitt.

Relativ fix habe ich die Innenschnitte ausgesägt. Relativ deshalb, weil ich noch nie so dickes Material mit der Deku gesägt habe! Hierbei ist es wichtig, den Vorschub zu reduzieren. Sonst wird das Sägeblatt heiss (und dadurch dann schnell stumpf), außerdem ist die Gefahr des Verlaufens gegeben!
Witzig, wie man den Faserverlauf des Holzes Wechsel der Sägerichtung merkt...

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Außenschnitte

die ersten beiden Aussenschnitte sind erledigt
um 90° gedreht. Jetzt fehlt mir natürlich die Vorlage! Den Abschnitt muss ich also wieder aufkleben!
Beide Abschnitte wieder angeklebt (Klebeband, radial)
rechte Seite gesägt
hier sieht man die vorherigen Sägeschnitte
linke Seite gesägt
die Einzelteile
vom Ballast befreit

Die Außenkontur wird folgendermaßen gesägt:
Kantel auflegen, rechte Kontur sägen, linke Kontur sägen.
Die beiden Abschnitte werden jetzt wieder mit Klebeband angeklebt.

Der Kantel wird so um 90° gedreht, dass die andere Vorlagenseite nun oben liegt. Dann wird hier erst die eine dann die andere Außenkontur gesägt.

Wenn man genau genug gearbeitet hat, zerfällt das Holz jetzt von selber in Kerzenhalter und Reststücke.

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Endbehandlung

fertig geschliffen
geölt

Die Sägekanten werden nun noch vorsichtig mit Schleifpapier aufgehübscht: Erst mit 180er Korn, dann mit 240er Korn.
Auch Fuß und Kopf des Teelichthalters bekommen diese Behandlung. Wenn man schon dabei ist...

Danach habe ich das Ganze noch fein mit Leinölfirnis bepinselt, schön einziehen lassen und dann überflüssiges Öl mit Papiertüchern entfernt.

Das Leinöl feuert die Kirsche wunderschön an, finde ich!

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Fazit

Zum Glück haben die 47x47 mm Kantelstärke ausgereicht! Zwar hat der Fuß nun eine leicht andere Form wie die Vorlage vorgibt, aber das ist ja kein Problem!

Es ist schon ein riesiger Unterschied, ob man 3 mm Pappelsperrholz oder 51 mm (ok, es waren ja nur 47mm) Kirsche/Erle sägt!
Der Vorschub beim sägen muss angepasst werden, man merkt extrem den Faserverlauf und etwaige Verastungen im Holz - hätte ich nicht gedacht!

Bei der filigranen Form ist wirklich Vorsicht geboten, um von der Vorlage nicht abzuweichen!
"Schnell-schnell-Sägen" ist hier wirklich nicht angeraten!

Zu diesem Teelichthalter gehört eine zweite Vorlage, die ich aber noch nicht gesägt habe. Eventuell spiele ich hier noch mit anderen Holzkombinationen (3-farbig? 9-farbig? Wer weiss?) - ich werde dann einfach dieses Projekt um die Bilder des fertigen Halters ergänzen.

In einem Kinder- und Haustierfreien Haushalt kann man auf den Kerzenhalter natürlich auch echte Teelichter stellen. Zwar steht der Halter gerade, aber auf grund des geringen Eigengewichtes relativ instabil: einmal an den Tisch gerummst und man hat schneller Besuch von der Feuerwehr, als einem lieb ist.

Ich hoffe, euch gefällt der Teelichthalter genauso gut wie mir!
Mir hat das Sägen sehr viel Spaß gemacht - ich begebe mich jetzt auf die Suche nach neuen Vorlagen!

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Update vom 03.01.2019: weitere Versuche

Weihnacht
Weihnachtsgeschenk für den Scheff

Meiner Frau habe ich den zweiten Teelichthalter aus Multiplex gesägt.
Und weil das Ganze so viel Spaß macht, habe ich aus einer Kombination von Erle mit Nußfurnier nochmal einen gemacht. Für meinen Chef zu Weihnachten.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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