Staubabsaugung für die Bandsäge

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Die Absaugbox
Alles mit Sketchup vorgezeichnet
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Von einem Bekanten habe ich für Lau einen alten defekten NILFISK Industriestaubsauger bekommen. Mit diesem Sauger wurde versehentlich Nass gesaugt und dabei ist er wohl nicht mehr angelaufen. Das Netzkabel war leider auch abgeschnitten aber mal sehen was sich dort noch retten lässt, dachte ich mir. Entsorgen kann ich das Gerät immer noch falls es nicht mehr funktionieren sollte.

Mir ging es schon seit längerem auf den Wecker, das ich jedes mal wenn ich die Bandsäge verwende, einen Sauger anschließen musste. Also war dafür dieses Projekt gerade recht. Da ich momentan meine Werkstatt komplett renoviere war dies eine willkommene Abwechslung zum bisherigen Unterkonstruktion herstellen, Wände verkleiden usw...

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Vorbereitung

Bild 1.
Bild 2.
Bild 3.
Bild 4.

Bild 1: Den alten Staubsauger habe ich als erstes auseinander genommen. Alles war Nass. Der Filter roch dementsprechend muffig. Somit zerlegte ich ihn komplett und reinigte die gesamte Mechanik sowie Elektronik. Dabei habe ich gleich ein neues Netzkabel angeschlossen. Da das alte nur abgeschnitten war, war dies nicht allzu schwer. Nach dem trockenlegen steckte ich ihn ein und für einen Probelauf - NICHTS! Der Ein- und Ausschalter wollte den Sauger nicht dazu überreden das er anläuft. Somit habe ich diesen durchgemessen und siehe da - Defekt!. Also wurde der Schalter kurzerhand überbrückt, einstecken, funktioniert! Wunderbar. Somit ergab sich für mich ein neues Problem, ich hatte keinen Schalter zuhause...

Bild 2: ...aber brauche ich überhaupt einen Schalter, besser wäre es doch wenn sich die Absaugung beim betätigen der Bandsäge von alleine einschält. Gedacht, getan. Ich baute mir im hinteren Teil meiner Bandsäge eine Steckdose ein, diese Setzte ich mit auf den Hauptschalter der Bandsäge. Um die Steckdose einzubauen, demontierte ich zu erst den vorderen Hauptschalter um von innen an die Rückseite zu kommen und um zu sehen ob irgend etwas im Weg sein sollte bzgl. der Elektrik.
Das Loch für die Steckdose habe ich mit vielen kleinen löchern nebeneinander herausgebohrt und anschließend mit der Rundfeile sauber gefeilt. Zeigen wie ich die Elektrik angeschlossen habe, tu ich nicht.

Bild 3: Dann habe ich nach Plan alle benötigten Bretter auf der TKS zugesägt. Verwendet habe ich dafür Sperrholzplatten mit 18mm Stärke.

Bild 4: Da die Sperrholzplatten sehr schmutzig waren (Altes Verpackungsmaterial) mussten alle auf beiden Seiten abgeschliffen werden.

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Flachdübeln mach glücklich

Bild 5.
Bild 6.
Bild 7.
Bild 8.
Bild 9.

Bild 5: Im Anschluss an das Schleifen wurden alle Bretter an den Verbindungsstellen mit der Flachdübelfräse geflächdübelt :)Ich verwendete hierfür 10er Flachdübel.

Bild 6: Hier sieht man alle vorbereitenden geflachdübelten Bretter.

Bild 7: Um die Passgenauigkeit zu überprüfen steckte ich den Korpus ohne Leim zusammen. Zusätzlich konnte ich somit das innere Fach anzeichnen.

Bild 8: Anschließend wurde alles wieder demontiert und die Flachdübel für das innere Fach gefräst.

Bild 9: Danach wiederum Probemontage ob alles passt.

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Aufbau der Fenster

Bild 10.
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Bild 12.
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Bild 10: Ich wollte für die vordere Ansicht Fenster einsetzen um jederzeit im Inneren zu sehen wie viel Späne anfallen. Somit habe ich mir drei Fensterrahmen angefertigt. Die Rahmenbreite bei den zwei großen Fenstern beträgt 40mm und die Breite des kleinen Fensters 20mm.

Bild 11: Um die Rahmen miteinander zu verbinden habe ich mit der Flachdübelfräse und der Einstellung 0 die Rahmenteile geflachdübelt.

Bild 12: Da ein ganzer Flachdübel zu breit war, habe ich sie auf die Hälfte gekürzt.

Bild 13: Der halbe Flachdübel war hier ausreichend.

Bild 14: Danach fräste ich eine 5mm breite Nut auf der Innenseite der Fensterrahmen. Hierin sol dann die Scheibe aufgenommen werden.

Bild 15: Die Sichtscheiben habe ich aus 4mm starkem Plexiglas auf der TKS zurechtgesägt.

Bild 16: Zuerst wollte ich für das Abdichten Silikon verwenden, jedoch mag ich die Verarbeitung nicht (zu viel geschmotze). Somit habe ich mich für Acryl entschieden. Die gerfrästen Nuten in den Fensterrahmen wurden somit komplett mit Acryl gefüllt.

Bild 17: Dann wurde die Scheibe eingesteckt, alle vier Rahmenteile drumherum und die halben Flachdübel mittels Holzleim eingeklebt. Das ganze verspannen und trocknen lassen.

Bild 18: Der gleiche Arbeitsschritt wurde dann nochmals zweimal wiederholt und fertig waren die Sichtscheiben.

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Die Rückwand

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Bild 19: Mit der Oberfräse fräste ich ein 5mm tiefes Gitter in die Rückwand, dort wo später der Staubsauger seinen auslas habe wird.

Bild 20: Von der Innenseite fräste ich die restlichen 13mm bis zum Gitter herunter. Hierbei habe ich einen überstand pro Seite von 15mm gewählt.

Bild 21: Das fertig ausgefräste Gitter, nicht schön aber es wird Funktionieren.

Bild 22: Die Ansicht von außen. Hier sieht man deutlich das an einigen Stellen das Sperrholz abgesplittert ist. Ginge es hierbei um Optik, hätte ich alles nochmals gemacht.

Bild 23: Nun Bohre ich das Loch für die Netzkabeldurchführung. 

Bild 24: Und auf der anderen Seite zeichne ich den Durchbruch für den Saugeranschluss zur Bandsäge an. Hierfür verwende ich den Original Anschlussstutzen welcher am Sauger montiert war. Dazu musste ich vier Befetigungslöcher bohren.

Bild 25: Und danach mit einem 50er Forstnerbohrer durchbohren.

Bild 26: In das Abluftgitter lege ich ein Filtervlies und verspanne dieses durch zwei eingeklemmte Bucheleisten. Somit kann hier nichts mehr verrutschen.

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Einbau des Saugers

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Bild 38.

Bild 27: Für die Aufnahme des Saugers fräse ich mit der OF den Durchbruch für den Sauger.

Bild 28: Probemontag - Passt. 

Bild 29: Nun Säge ich mit der BS frei schnauze eine Stufenplättchen.

Bild 30: Das Ganze mache ich vier mal.

Bild 31: Damit befestige ich dann den Sauger auf dem Holzbrett.

Bild 32: Das sieht dann so aus und hält den Sauger sehr fest in Position.

Bild 33: Mir viel nun auf das ich leider vergessen hatte das Brett zu flachdübeln. Somit musste ich hier mit etwas Geschick nacharbeiten. 

Bild 34: An der Treennwand direkt zum Sauger musste natürlich ebenfalls ein Durchbruch erfolgen. Hierfür habe ich auch den 50er Forstnerbohrer verwendet. Des weiteren habe ich ein Filtervlies und kleine Bucheleisten vorbereitet.

Bild 35: Das Vlies wurde nun mit den Leisten über das 50er Loch aufgeschraubt. 

Bild 36: Im Anschluss daran wurde der Sauger mit seinem Aufnahmebrett auf der linke Seite auf die Bodenplatte geleimt, sowie das erste Trennbrett zur mittleren Kammer verleimt und verspannt. 
Das Filtervlies habe ich deswegen montiert, da ich vom Sauger den Original Filter nicht mehr verwenden konnte. Dieser war definitiv nicht mehr zu retten.

Bild 37: Auf der anderen Seite des ersten Trennbrettes habe ich im Unteren Teil eine Leiste zur Verstärkung angeklebt. Diese dient später noch zusätzlich als Aufnahme für das kleine Sichtfenster.

Bild 38: Im Anschluss daran wurde dann auch gleich das zweite Trennbrett verleimt und verspannt. Im Aufbau gleich wie das erste. Nach dem verleimen ist mir aufgefallen das ich das Loch zur Hauptkammer vergessen habe zu bohren. Dies machte ich dann mit dem Akkuschrauber und dem bekannten 50er Forstnerbohrer. Das war eine Arbeit :)

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Verleimen und Abdichten des restlichen Korpus

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Bild 39: Nachdem nun die mittlere Kammer fertig war und ich das vergessene Loch gebohrt hatte konnte der obere Deckel aufgeleimt werden.

Bild 40: Nun begann ich mit Acryl alle erreichbaren stellen im Gehäuse abzudichten.

Bild 41: Hierbei musste in Salamitaktik vorgegangen werden, da ich den Kasten nur in einer bestimmten Reihenfolge verleimen konnte musste somit auch in einer bestimmten Reihenfolge abgedichtet werden. 

Bild 42: Nun konnte die Rückwandplatte aufgeleimt werden.

Bild 43: Zuvor musste jedoch noch der innere Stutzen angeschraubt werden, welcher das Absauggut in den Innenraum der Absaugkammer leitet.

Bild 44: Diesen Schritt habe ich bei den letzten Verleimungen nicht gezeigt, daher hole ich es hier an der Rückwand nach. Alles schön mit Holzleim einstreichen und die Lamellos einstecken...

Bild 45: ... Rückwand drauf und dann verpannen. 

Bild 46: Nun konnten auch die Kannten der Rückwand mit Acryl abgedichtet werden. Danach wiederum alles schön mit Leim vollschmieren, Lamellos rein...

Bild 47: ... linker Deckel drauf und dann verpannen.

Bild 48: Die Hauptabsaugkammer konnte nun auch mit Acryl abgedichtet werden.

Bild 49: Und auch der rechte äußere Deckel konnte nun verleimt werden.

Bild 50: Im Abschluss kann nun der Rest voll mit Acryl abgedichtet werden. Somit sind alle Innenkannten abgedichtet und der Korpus ist soweit fertig montiert.

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Herstellung Schubkasten und Abdichtung

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Bild 58.

Bild 51: Nun Säge ich das Benötigte Holz für den Schubkasten zurecht. Danach wird alles schon Flachgedübelt.

Bild 52: Um den Schubkasten an den Fesnterrahmen zu montieren musste die richtige Höhe ermittelt werden, dies realisierte ich mittels verschiedensten Unterlagen.

Bild 53: nun konnte der Schubkasten an den Rahmen geleimt werden.

Bild 54: Um alles abzudichten verwendete ich ein selbstklebendes Schaumstoffband.

Bild 55: Hiermit wurden dann alle Fensterrahmen grob abgeklebt...

Bild 56: ...und anschließend mit dem Cuttermesser zurecht geschnitten.

Bild 57: Die Rahmen und die Schublade sehen danach dann so aus.

Bild 58: Natürlich erfolgt anschließend eine Probemontage.

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Montage der Fenster

Bild 59.
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Bild 69.

Bild 59: Die Fenster werden allesamt verschraubt. Zum entleeren müssen dann halt die Schrauben geöffnet werden. Jedoch muss dies sicherlich, wenn überhaupt, nur einmal im Jahr erfolgen.  

Bild 60: Dazu verpane ich den ersten Deckel...

Bild 61: ...und bohre mit dem Akkuschrauber und Zuhilfenahme eines 8mm Holzbohrers die Löcher durch den Deckel. Ich bohre hier gerade so tief, damit im Korpus nur die Spitze des Holzbohrers abgebildet ist. Somit habe ich gleich ein Zentrum um dort an der richtigen Stelle weiter zu arbeiten.

Bild 62: Für die Verschraubung verwende ich M8 Zylinderschrauben mit Innensechskant. In den Korpus versenke ich dazu die passenden M8 Einschraubmuffen. Diese sind das einzige was ich in meinem Fundus nicht hatte und wurden über die Bucht aus China für 2,39€ im 50er Pack bestellt.

Bild 63: Für die Muffen musste im Korpus ein 9,5mm Loch gebohrt werden. Hierfür habe ich an meinem Bohrer mittels Malerkrepp eine Tiefenmarkierung angebracht.

Bild 64: Tipp: Um die Muffen sauber in Sperrholz einzuschrauben, sollten die Seiten mittels einer Zwinge verspannt werden, andernfalls reist das Sperrholz ein und die Muffe sitzt nicht richtig.

Bild 65: Ich finde diese art von Verbindung proima, da sie jederzeit wieder lösbar ist und Kostengünstig obendrauf.

Bild 66: Nun schiebe ich die Schublade ein und verschraube das Fenster.

Bild 67: Bei den beiden restlichen Fenstern gehe ich in genau der gleichen Reihenfolge vor.

Bild 68: Hier sieht man den Kasten nachdem alle Fenster verschraubt sind.

Bild 69: Zu guter letzt Verleime ich noch ein kleines Brettchen oberhalb des mittleren Fensters. Dies hat keine Relevanz, jedoch wollte ich an der Vorderseite doch etwas auf die Optik achten. 

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Endmontage und Test

Bild 70.
Bild 71.
Bild 72.
Bild 73.
Bild 74.
Bild 75.
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Bild 77.

Bild 70: Um den ganzen Kasten unterhalb meiner Werkbank zu befestigen, verwende ich zwei Bretter die ich mittels Flachdübeln auf der Oberseite des Kastens befestige.

Bild 71: Alles wird nun schön verleimt...

Bild 72: ...und mittels zweiter Zwingen verpant. Nun muss es noch trocken.

Bild 73: Um alles etwas von der Werkbank zu entkoppeln, habe ich die Seitenkanten der beiden Holzleisten sowie die Oberseite des Deckels mit Moosgummistreifen verkleidet.

Bild 74: Nun kam die Schwerstarbeit. Der gesamte Kasten musste unterhalb meiner Werkbank befestigt werden. Hierbei ging mir stellenweise die Kraft aus um ihn oben zu halten und Gleichzeitigkeit mit der Werkbank zu verschrauben. Letzten Endes hat es jedoch geklappt.

Bild 75: Nun Konnte der Stecker in die Bandsäge gesteckt werden und der Absaugschlauch an meine Untertischabsaugung - Fertig zum einschalten - Freu :)

Bild 76: Hier ist nochmals zu sehen wie ich den Kasten unterhalb meiner Werkbank verschraubt habe.

Bild 77: Etwas schlecht zu erkennen (Vielleicht brauch ich noch eine Innenbeleuchtung :)) aber das absaugen funktioniert prima. Die feinen Späne der Bandsäge sammeln sich alle in der großen Schublade. Im mittleren Teil am kleinen Fenster sind noch keine Späne zu erkennen. Das wird sich sicherlich noch mit der Zeit ändern. Hier kann ich ja, wenn notwendig das kleine Fenster öffnen und die Späne aussaugen.

Fazit: Die Absaugung funktioniert wie gedacht, sie ist gleich nach dem Einschalten der Bandsäge aktiv, leider habe ich keine Nachlaufautomatik, dies wäre hier jedoch Luxus. Ich habe bewusst auf eine Erdung des Kastens verzichtet, da durch die kleinen Späne sich sicherlich keine große Statik aufbaut. Ich hatte hierbei etwas bedenken bei den Plexiglasscheiben. Jedoch ist hier nichts zu spüren. Somit werde ich die Absaugung weiterhin so betreiben. Wer dies Nachbauen möchte oder gerne die Pläne hätte meldet sich einfach bei mir per PN.

Vielen dank für's durchlesen

Euer saberlod


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Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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