Stapelbare Bandsägeschüsseln

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Kennt Ihr das? Man hat unglaublich viele Schalen und Schüsseln daheim, aber wirklich stapelbar sind diese nicht. Meist passen drei oder vier Schüsseln zwar aufeinander, aber wirklich ordentlich sieht es nie aus! Wäre es nicht schön, wenn alle Schüsseln fein ineinander passen? Matrjoschka-Schüsseln sozusagen.

Zum Geburtstag hatte ich meiner Frau ja einen Brotkorb mit der Bandsäge gemacht.
Im Zuge dessen hatte ich mir überlegt, dass bei dieser Herstellungsart ja relativ viel Verschnitt anfällt. Das fand ich einfach schade um das Holz! Kann man das Innenleben nicht weiterverwenden?

Man kann! Seht selbst:



Entstanden ist das Projekt im September und Oktober. Warum ich so lange gebraucht habe? Es kommt halt immer etwas dazwischen, kennt ihr ja: ich habe eigentlich immer mindestens zwei bis drei Projekte zur gleichen Zeit in Herstellung (und nicht alles stelle ich hier ein), dann habe ich hier mal keine Lust daran weiterzuarbeiten, dann dort nicht usw...
Und dann will ein Projekt für hier ja auch noch geschrieben werden, was auch etwas Zeit benötigt...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • Schleifroller,  OSM 100
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
  • Holzmann TSM 250 Tellerschleifer
  • Schraubzwingen, Klemmen, Einhandzwingen usw.
  • Bügelschleifer
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Materialliste
  • Leimholz | Akazie (1000 x 200 x 18 mm)
  • Leimholz | Fichte (1000 x 200 x 18 mm)
  • Fugen-/Parkettleim
  • Leinölfirnis

Los geht's - Schritt für Schritt

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Brett wird Block


Von dem Akazienholz säge ich mir mit der TKS 3 Stücke und vom Fichtenholz 2 Stücke mit jeweils 20 cm Länge ab.
Diese leime ich mit viel Leim zu einem Block zusammen, und zwar in folgender Reihenfolge:
Ganz unten Akazie, darauf Fichte, dann wieder Akazie, dann wieder Fichte und zum Schluss wieder Akazie. Abwechselnd halt.

Ok, ich will ehrlich sein: ich habe ein paar mehr Stücke abgesägt - die brauche ich aber für andere Projekte...

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Block kriegt Form

Tisch einstellen
Kreise zeichnen
Erster Schnitt erledigt
Einzelteile
Boden absägen: Der Verschnitt dient einerseits zur Stabilisierung, andererseits als Schiebestock.

Auf komplett altmodische Art (ohne "Special Equipment") markiere ich den Mittelpunkt auf der Oberseite des Blocks: Ich nehme ein Lineal, lege es diagonal über die Ecken des Holzklotzes, mache einen Strich über die vermutete Mitte, lege das Lineal über die anderen beiden Ecken diagonal: dort, wo sich der Strick und das Lineal kreuzt, ist

a) entweder die Mitte

oder man hat

b) nicht genau gearbeitet


An dem Mittelpunkt setze ich meinen selbstgebauten Zirkel an und zeichne mehrere konzentrische Kreise mit den Radien 10 cm, 9 cm, 8 cm, 7 cm, 6 cm und 5 cm.

Meine Bandsäge stelle ich mit Hilfe meines elektronischen Winkelmessers ("Bevelbox") auf 25° ein und säge entlang des äußersten Kreises.
Bevor ich den Außenverschnitt entsorge, stelle ich den Bandsägetisch wieder gerade, drehe das Werkstück um 90° nach rechts auf die Seite und säge noch eine ca. 1cm dicke Scheibe, den späteren Boden der ersten Schale, ab. Hier hilft mir der Verschnittrest, das Holz gerade am Sägeblatt zu führen.

Der erste Schnitt ist getan, es warten sechs weitere, also nicht trödeln!


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Form wird Förmchen

erste Innenwand sägen
Schalenwand, Boden und der ausgesägte Rest
Vor dem nächsten "Bodenschnitt" muss der Bandsägetisch natürlich wieder waagerecht gestellt werden!
Vom Rest wird immer erst der Boden abgesägt, bevor die nachste Schalenwand gesägt werden kann!
für den Innenschnitt wird ja durch den Schalenrand gesägt...
...der entstandene Spalt muss natürlich zugeleimt werden!
Verleimen der Einschnitte
und schön verspachteln

Wie zuvor:
  • Bandsägetisch auf 25° einstellen
  • an der äußeren gezeichneten Kreislinie entlangsägen
  • Bandsägetisch auf 0° einstellen (gerade)
  • 1cm Scheibe für den Boden absägen (diesmal kann ich ich den Anschlag nutzen)
  • und wieder von vorn!
Ein paarmal muss ich die Kreise mit dem Zirkel nachfahren, da der Bleistiftstrich wirklich nur schlecht sichtbar ist (ich muss mir wohl irgendwann einen Zirkel mit Reissnadel bauen!).

Irgendwann habe ich das auch endlich geschafft!
Die Einschnitte leime ich unter Zuhilfenahme von Schraubzwingen, Klemmen, Klebeband usw. wieder zusammen.

Die sichtbaren Verleimungen, sowie ein paar Holzfehler (gerade bei der Akazie) spachtel ich zum Schluss noch mit einer Mischung aus Sägespäne und Leim.

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viele Förmchen ->viel schleifen!

Schüsselböden vorsichtig per Hand schleifen und aufpassen, dass keine Wellen geschliffen werden!
Aufleimen der Böden
Die Außenkontur schleife ich erst mit dem Tellerschleifer und dann mit meiner selbstgemachten Bügelschleifhilfe hinten im Bild
so ätzend das schleifen ist umso schöner das Ergebnis!
Irgendwann sind alles Schüsseln fertig geschliffen
Größenvergleich kleinste Schüssel / größte Schüssel
Durchmesser größte Schüssel
und die Kleinste

Gibt es denn irgendjemanden, der gerne schleift? Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen!

Zuerst bearbeite ich natürlich die Innenwände der Schüsseln, solange diese noch bodenlos sind.
Das geht am Spindelschleifer relativ fix, zumindest der Grundschliff mit Korn 80. Feinere Schleifspindeln habe ich leider nicht, deswegen wird der Rest von Hand geschliffen: 120er, 180er, 240er Korn, leicht anfeuchten, trocknen lassen (hab ich hier im Bosch-Forum gelernt: dadurch stellen sich die Holzfasern wieder auf, die dann im zweiten Durchgang abgeschliffen werden können), und nochmal mit 240er Körnung schleifen.

Die Böden (Innenseiten) schleife ich vorsichtig gleich von Hand. Hierbei achte ich darauf, dass ich keine Beulen und Dellen reinschleife, so gut es eben geht. Sonst passen die Böden nicht mehr zu den zugehörigen Schalen! Hatte ich ja schon mal...

Wenn ENDLICH alles schon seidig geschliffen ist, kann ich die Böden und Außenwände verleimen.

Ist der Leim trocken, kommt die Außenseite der Schüsseln dran:
Erst am Tellerschleifer grob vorschleifen, dann wieder erst mit 120er, dann 180er, dann 240er Korn, ebenfalls wieder anfeuchten und trocknen lassen, dann Endschliff mit 240er Körnung.

ICH HASSE SCHLEIFEN!

So, jetzt isses raus.

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Ölung verleiht ein geschliffenes Aussehen

Alle Schüsseln werden nun satt mit Leinölfirnis eingepinselt: erst innen, dann außen, nach einer halben Stunde wird jeweils der Überschuss abgewischt, einen Tag trocknen gelassen und dann das Ganze von vorn.


Trocknen lassen - Fertig.


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Fazit

der Kreis ist wirklich freihand gesägt! Wird schon!
Auf der dunkel geölten Oberfläche sieht man den Bleistift extrem schlecht: Abschleifen wäre nicht verkehrt gewesen!
ungeölt
und geölt

Mich hat es gereizt, etwas mehr mit der Bandsäge zu arbeiten, einfach um mit der Maschine vertrauter zu werden.
Je mehr man nämlich übt, umso besser gehen irgendwann Kurvenschnitte und Kreise. Klingt komisch, is aber so!

Die Akazienbretter hätte ich besser am Anfang mal abgeschliffen: ich hatte übersehen, dass diese nämlich ab Laden geölt ausgeliefert werden. Mit was auch immer! 
Jedenfalls verschwindet die durchgängige Färbung beim Anschliff.
Wäre hilfreich gewesen, damit ich die Bleistiftstriche besser sehe.
Ging zwar so auch, war aber mühsam.
Andererseits hab ich mir die mir verhasste Schleiferei gespart!

Ich jedenfalls finde die Schüsseln in ihrem Holzmix, der durch die Leinölfirnis unterschiedlich anfeuert, so richtig schön.

Das erste Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr ist damit fertig!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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