Stabile Sägeböcke mit Opferholz

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Sägebock
Benötigtes Werkzeug
Platzsparend
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    7 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Öffentliche Wertung

Irgendwann stellt man fest, dass auf der Werkbank eigentlich nie genug Platz ist, um mit Tauchsäge und Führungsschine zu arbeiten, ganz besonders, wenn man auch keine Tischkreissäge hat. Also war die Idee ein paar Sägeböcke anzuschaffen. Die Anforderungen waren eigentlich gar nicht so besonders (dachte ich):
  • günstig
  • stabil
  • Möglichkeit Schraubzwingen und Führungsschine zu befestigen
  • Opferholz vorhanden und einfach zu befestigen
  • gut verstaubar
Ein Besuch im Baumarkt war dann allerdings doch ernüchternd: Alles was verfügbar war, ist entweder zu wacklig oder zu teuer - und dann ist es doch schade wenn man mal rein sägt.

Der nächste Schritt war also mal nach Selbstbau-Lösungen zu suchen. Die meisten Anleitungen, die ich entdeckt habe waren aber kompliziert oder passten einfach nicht zu den Anforderungen. Letztlich habe ich dann das Grundgerüst ist von Let's Bastel genutzt und für meine Zwecke angepasst.

Und weil gerade Sonntag war - also keine lauten Maschinen - und ich eigentlich sowieso lieber mit Handwerkzeugen arbeite, habe ich das Projekt dann mal zur Übung genutzt. Viel braucht man nicht (siehe Foto "Benötigtes Werkzeug").

An Material werden pro Bock nur ca. 3 Meter Fichte / Tanne Rahmenholz benötigt. Am besten quadratisch, dann ist es einfacher - allerdings sollte sie unbedingt gerade sein, das ist im Baumarkt ja leider Glückspiel. Dazu etwas Opferholz, ich benutze Dachlatte und Dübel als Befestigung.

Alle Holzverbindungen der Rahmens sind als geleimte Überblattung ausgeführt, Schrauben werden nicht benötigt. Wie eine Überblattung hergestellt wird, erkläre ich hier nicht. Dafür gibt es super Videos - auch wie man das einfach und schnell mit der Hand und ohne Kreissäge macht! ;-)

Bei Handarbeit als Anfänger würde ich für den ersten Bock ca. 3 - 4 Stunden einplanen, der nächste geht dann natürlich schneller! Mit Elektrogeräten sowieso - macht aber nur halb so viel Spaß! :-)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Ryoba
  • Streichmaß
  • Winkel
  • Cuttermesser
  • Stechbeitel
  • Schraubzwingen
  • Holzleim
  • Spitzer
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Materialliste
  • 1 x Rahmenholz | Fichte/Tanne (44x44mm, ca. 3 Meter)
  • Dübel (8mm)
  • Opferholz | Dachlatte

Los geht's - Schritt für Schritt

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Aufmaß

Ja wie groß sollen sie denn sein? Das hängt ganz vom persönlichen Bedarf ab. Mit war wichtig, dass ich sie unter der Werkbank lagern kann.

Für einen stabilen Stand sollten die Füße ca. 50% der Höhe lang sein. Die Breite hat sich bei mir auch wieder am Stauraum unter der Werkbank orientiert.

Um das Anreißen später zu erleichtern, habe ich für die meisten Bemaßungen ein Vielfaches der Profilstärke genutzt: Der obere Querbalken steht genau eine Profilstärke über, der untere Querbalken ist genau zwei Profilstärken über dem Fuß.

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Holz ablängen

Hier sollte vor allem die Höhe genau passen. Wenn man mehrere Böcke baut, ist es geschickt darauf zu achten, dass alle gleich hoch sind... :-)

Bei den viele gleichen und ähnlichen Teilen, sollten alle Stücke eindeutig nummeriert werden, sonst kommt man später bei den Überblattungen und dem verleimen durcheinander.

Mit der Ryoba lassen sich mit ein wenig Übung sehr gerade und Rechtwinklige schnitt machen. Also es geht auch ohne Gehrungssäge! Aber immer schön mit dem Winkel anreißen :-)

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Überblattungen ausarbeiten

Alle Überblattungen sind mit der halben Profilstärke ausgeführt.

Beginnen sollte man mit den Füßen, die Überblattung ist genau mittig. Anreißen muss man immer mit der Leiste, die auch tatsächlich an die jeweilige Stelle kommt - denn wir arbeiten mit Baumarktmaterial, da steht zwar z.B. 44 x 44 drauf, tatsächlich sind da aber schon mal +/- 2mm zu finden - an einer Leiste!.

Danach kommt der untere Querbalken. Er gibt die Breite des Sägebocks vor. Ich habe ihn 88 mm über den Fuß gesetzt, also zwei mal die Profilstärke. Zum Anreißen kann man dann einfach zwei Reststücke der Leiste übereinander Legen.

Zuletzt wird der obere Querbalken bearbeitet. für das Anreißen nimmt man am besten den untere Querbalken, denn die Blattungen müssen natürlich exakt gleich weit entfernt sein.

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Löcher bohren

Mit einem 8,5 mm Bohrer werden nun zwei Löcher in den oberen Querbalken gebohrt. Ich habe als Abstand 30 cm genutzt aber das ist.

Falls kein 8,5 mm Bohrer vorhanden ist kann auch ein 8er genutzt werden, dann klemmt der Dübel ein bisschen fester. Oder man schleift das Loch mit einem Stift und Sandpapier etwas auf.

Wichtig ist, dass die Löcher möglichst exakt senkrecht sind, sonst passen später die Dübel nicht. Beide Löcher werden komplett durch den oberen Balken gebohrt. Wenn möglich, etwas anfasen.

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Verleimen

Sind alle Überblattungen ausgearbeitet kann der Sägebock verleimt werden. Dafür am besten einen einfachen D2 Holzleim verwenden - und auf keinen Fall Express-Leim, der bindet zu schnell ab.

Beim Verleimen immer wieder mit einem Winkel prüfen, ob alle Streben exakt rechtwinklig sitzen. Dann alles mit Schraubzwingen festklemmen und den Leim trocknen lassen.

Nach dem Verleimen noch eventuell vorhandene Überstände der Überblattungen abschleifen.

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Opferleiste aufsetzen

Als nächstes längen wir ein Stück Opferleiste (z.B. Dachlatte) ab. Danach zeichnen wir die Löcher für die Dübel an: Das geht am schnellsten, indem wir die Opferleiste auflegen und dann mit einem Bleistift (oder z.B. einem Bohrer) von unten durch die Löcher im oberen Querbalken eine Markierung setzen. Dann mit einem 8 mm Bohrer die Locher in die Opferleiste bohren.

Jetzt nur noch einen passenden Dübel einsetzen. Entweder fertige Dübel nutzen oder einfach welche vom Meterstab runterschneiden. Ich nehme immer einen Bleistift-Spitzer um sie etwas anzuspitzen.

Die Dübel werden im Opferholz verleimt. Im oberen Querbalken natürlich nicht.

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Tuning

Über die beiden Löcher lässt sich gut Zubehör befestigen.

Eine Idee wäre z.B. ein Erhöhungs-Modul passend zu einer Kappsäge, als Tisch-Verlängerung.

Oder ein Schonträger indem man eine Opferleiste mit Kork beklebt.

Wer noch Ideen hat - gerne in die Kommentare! :-)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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