Sortierkästen aus Palettenholz

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PALETTENHOLZ ! Sortierboxen aus Palettenholz
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Folgender Dialog spielte sich ab:

Schwager: " Ich brauche so Holzkisten für meinen Kleiderschrank. Da stehen bislang nur Pappkartons drin. Aber ich finde nichts in der richtigen Größe. Kannst Du auch Sperrholz?"
Ich: "Nö...kann nur Palette..."
Schwager: "Aus Palette will ich nicht. Das ist mir zu klobig."
Ich: "Lass mich mal machen..."

Zwei Kisten aus Palettenholz. Maße je 26 x 40 x 56 cm (BHT) und ein Erscheinungsbild, dass nicht nach Palette aussieht. Klingt ein wenig nach meiner Kernkompetenz....
Aber ganz so simpel wollte ich es dann auch nicht machen. Also kamen in mein persönliches Lastenheft noch Fingerzinken und eine Beschriftung.

Die Projektkosten decken die Buchstaben und den Lack ab. Der Rest war vorhanden.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Sägen, Hobeln, Leimen

Rohmaterial (Symbolfoto)
Aushobeln...
Auftrennen und...
...und auf Stärke hobeln.
Auf korrektes Breitenmass sägen.
Hier werden die Stirnseiten verleimt...
..und mit Gewichten beschwert.
Fertig verleimt sehen die dann so aus.
Die Seitenteile werden mit...
....Verleimzwingen hergestellt.

Das Rohmaterial wurde gesichtet und passend sortiert. Grobes Längenmaß zugeschnitten, damit nicht mehr gehobelt werden muss als nötig. Die Bretter wurden am Abricht- und Dickenhobel einseitig ausgehobelt. Da ich die Teile in relativ dünner Stärke brauche, habe ich die Bretter an der TKS aufgetrennt. Dann wieder im Hobel auf Endstärke gebracht und eine Kante begradigt. Zum Schluss wieder auf der TKS auf 85 mm Breite gesägt.
Die Bretter wurden nun für alle Seiten (außer Böden) zu Leimholzbrettern verleimt. Einmal mehr waren mir meine Verleimzwingen dabei eine große Hilfe.

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Schleifen und Zuschnitt

Exzenter für glatte Oberflächen.
Größere Nagellöcher werden aufgebohrt...
...und mit Rundholz verstopft. Bei kleineren Löchern...
...tun es auch Schaschlikspiesse.
Überstände abtrennen.
Schnittlinie anzeichnen...
...mit dem Schwesterbrett ausrichten...
...und mit zwei Nägeln lösbar verbinden.
Endmasszuschnitt an TKS ...
...und Schiebeschlitten.

Nachdem der Leim vollständig durchgetrocknet war, habe ich die Bretter beidseitig mit dem Exzenter in zwei Durchgängen geschliffen. Größere Löcher wurden mit Rundholz und Schaschlikspiesen verschlossen und mit dem PMF bündig abgesägt. Als nächste wurden die Leimhölzer paarweise, also vorne/hinten, Seite/Seite usw mit zwei Nägeln miteinander verbunden und auf Endmaß gesägt.

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Fingerzinken

Die Zinken...
...werden mit Lineal...
...und Winkel angerissen.
Jede zweite wird markiert...
...und möglichst akkurat am Schiebeschlitten gesägt.
Die Schnittflächen werden mit dem Beitel gesäubert.
Mit den ersten Zinken als Schablone...
...werden die Gegenzinken angerissen.
Nach dem Sägen trocken zusammen stecken.
Leim angeben...
...und die Teile endgültig verbinden.
Der rechte Winkel wird immer gerne genommen...
Spachtelmasse aus Schleifmehl und Leim...
...zum Füllen von Fehlstellen...
...welche nach dem Trocknen verschliffen werden.
Und so sehen dann beide Kisten aus.

Dann habe ich, so wie schon im Projekt Unterschrank für den ADH, die Finkerzinken angerissen und mit möglichst viel Akkuratesse am Schiebeschlitten gesägt. Die Schnittstellen anschliessend mit einem Beitel gesäubert und auf den anderen Leimholzbrettern die Gegenzinken angerissen. Hierbei dienten mir die zuerst gesägten Teile als Schablone.
Hundert Prozent exakt ist meine Methode nicht, aber sie genügt meinen Ansprüchen. Dennoch musste ich erwartungsgemäß ein paar Fehlstellen spachteln. Hierfür mischte ich aus Leim und Schleifmehl eine Spachtelmasse an. Die Spachtelungen erforderten natürlich einen weiteren Schleifvorgang.

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Die Böden

Aus dünnerem Palettenholz...
...werden die Böden verleimt, verkeilt...
...und mit Gewichten beschwert.
Zuschnitt an der TKS...
...mit leichtem Übermass.

Die Böden sind selbstverständlich auch aus Palettenholz, nur noch dünner (ca. 7 mm). Auch hier wieder: Am ADH wurde alles ausgehobelt, an der TKS aufgetrennt und anschliessend auf Stärke gehobelt. Und dann genauso, wie die anderen Bretter zuvor, verleimt und geschliffen. Die Böden habe ich im Übermass gemacht. Nach der Verleimung mit den Boxen werden sie bündig gefräst.

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Boden, Grifflöcher, Fräsen

Lochsäge und ...
.. Stichsäge für die Grifflöcher.
Leim...
...gleichmässig verteilt...
...Böden auflegen und festnageln.
Randscharf bündig fräsen.
Abrunden innen...
...aussen...
...und seitlich.
Endschliff...
...mit der Hand...
...und dem Delta.

Die Grifflöcher wurden mit Loch- und Stichsäge ausgesägt.
Die Böden habe ich mit Übermaß direkt unter die Seitenteile geleimt, genagelt und mit dem Bündigfräser beigearbeitet. Selbstverständlich sind ein paar Nägel daneben gegangen, die ich dann mühsam wieder raus puhlen musste. Ein einfache Hilfslinie hätte das vermutlich verhindert. Aber die besten Ideen kommen einem ja immer erst hinterher...
Dann wurden noch alle Kanten abgerundet. Am Boden wurden die Kanten nur mit dem Schleifer gebrochen.

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Lackierung, Schriftzug und Abschluss

Lackiert wird mit Acryllack.
Buchstaben im Tauchverfahren beizen...
...überschüssige Beize abnehmen...
Versiegelung mit Sprühlack.
Hilfslinien aus Kreppband...
...erleichtern das Aufbringen der Buchstaben.
Filzgleiter.
Fertig!

Der Endverbraucher hatte sich ausdrücklich eine Lackversiegelung gewünscht. Da mit nur geringer Belastung zu rechnen war, verwendete ich einfachen Acryllack in seidenmatt transparent. Zwei Anstriche mit einem Zwischenschliff sollten genügen.

Ein wenig was fürs Auge fehlte mir noch. Ein Schriftzug vielleicht? Aber das typische "Home" oder "Clothes" war mir irgendwie zu abgedroschen. Stattdessen entschied ich mich für "Parva Vestimenta". Das sagt zwar fast genau das gleiche, wirkt aber irgendwie intellektueller... Die Buchstaben sind gelasert und haben für 200 Stück im Ramschladen tatsachlich nur 2,00 € gekostet. Mit Beize im Farbton "Eiche Mittel" welche beim Projekt Stühle übrig geblieben war, habe ich die Buchstaben im Tauchverfahren gefärbt. Versiegelt wurde mit Sprühlack. Dann wurden die Buchstaben aufgeklebt. Eine Hilfslinie auf der Vorderseite der Kiste erleichtete die Arbeit. Als allerletztes kamen noch ein paar Filzgleiter unter den Boden.

Und wieder einmal lautete das Fazit: "Das hätte ich auch einfacher haben können..." Aber irgendwie macht mir dieser ineffiziente Aufwand auch Spass, dennoch wünsche ich mir oft, es ginge schneller voran.

Ich habe auch hier ein Video erstellt, welches ihr oben, neben dem Startbild findet. Die Laufzeit beträgt knapp 6 Minuten.

Ich danke für das Interesse und auch für das Anschauen des Videos.



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