Sideboard für die Küche

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Sideboard
Vollauszug
USB+Steckdose
  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    590 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Wie in jeder Küche gibt es auch bei uns zu wenig Stauraum und Arbeitsfläche. Auch fehlt bisher noch ein Radio.
Das alles soll sich nun mit einem Sideboard mit Radio und integrierten Steckdosen ändern.

Du brauchst

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Werkzeuge
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Materialliste
  • 10 x Spanplatten, weiß | Spanplatte (800x600x16)
  • 2 x Spanplatten, weiß | Spanplatte (1200x250x16)
  • 2 x Spanplatten, weiß | Spanplatte (120x300x16)
  • 1 x Leimholzplatte | Bambus (2200x600x18)
  • 5 x Leimholzplatten | Bambus (800x400x18)
  • 4 Paar x Unterflurschienen | Gedotec Matrix Renner (50cm)
  • 92 x Flachdübel | Buche (Typ 20)
  • 5 x Flachdübel | Buche (Typ 0)
  • 8 x Füße mit Regulierschrauben | Stahl (10 - 13 cm )
  • 28 x Rastex-15-Verbinder | Metall
  • 40 x Spax-Schrauben | Metall (4x16)
  • 14 x Spax-Schrauben | Metall (4x25)
  • 10 x Spax-Schrauben | Metall (4x30)
  • 8 x Spax-Schrauben | Metall (3x12)
  • 4 x Verbindungsschrauben | Metall (M4 )
  • 2 x Stockschrauben | Metall (M8x120)
  • 2 x Dübel | Plastik (8x65)
  • 2 x Klapphaken (So-Tech) | Edelstahl
  • 1 x Klappsteckdose (Elbe) | Edelstahl/Kunststoff
  • 1 x Radio (Auna)
  • 750ml x Hartöl (Clou)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorgedanken

01 - Skizzierter Aufbau

In unserer kleinen Küche steht ein Tisch, der eigentlich nur als Ablagefläche genutzt wird und nicht als Tisch. Gleichzeitig sind Küchengeräte im Keller, weil in der Küche kein Platz mehr ist.
Daher kam die Idee auf statt des Tisches einen halbhohen Küchenschrank zu bauen, dessen Oberseite gleichzeitig auch als Arbeitsfläche genutzt werden kann.
Da sich bisher unter dem Tisch an der Wand zwei Steckdosen verstecken, soll sich in der Arbeitsfläche eine drehbare Steckdoseneinheit mit USB-Anschlüssen befinden.

Im Schrank selber soll es 2x2 Schubladen geben, die für recht große Sachen Platz bieten. Die typischen flachen Schubladen für Besteck und dergleichen soll der Schrank nicht bekommen.
Der eigentliche Schrank wird mit weißen Spanplatten realisiert. Front und Oberseite wird aus Bambusleimholzplatten hergestellt.

Das Sideboard selber soll aus zwei baugleichen Unterschränken bestehen (nach hinten im Prinzip offen). Diese werden miteinander verbunden. Darauf kommt die Arbeitsplatte, die nach links einige Zentimeter übersteht. Links vom Schrank befindet sich eine Doppelsteckdose in der Wand. Der Abstand zum Unterbau soll so groß sein, dass der Stecker, der in der Arbeitsplatte verbauten Steckdose noch hineinpasst.
Dieser Bereich links, sowie der Bereich unter dem Schrank, wo die Füße sind, soll mit jeweils mit Leisten verblendet werden (Bild 01).

Insgesamt beträgt die Tiefe 60cm, wobei der Unterbau um 5cm nach hinten versetzt ist und damit nur eine Tiefe von 55cm besitzt. Das vermeidet, dass man sich dauernd an den Handgriffen der Schubladen stößt, wenn man daran arbeitet. Wobei ich auf Handgriffe auch noch verzichte.

Die Schubladen selber erhalten eine Tiefe von 50cm sowie Vollauszüge.

Anmerkung: Beim Beschreiben habe ich versucht zusammengehörende Schritte auch in einem Abschnitt zusammenzufassen. Allerdings habe ich nicht immer in dieser Reihenfolge gearbeitet, so dass man auf den Bildern teilweise schon andere Arbeiten erkennen kann.

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01a - Schrankunterbau - Teil 1

02 - Unterbauschrank
03 - Unterbauschrank

Materialien:
6 Spanplatten 800x600x16 weiß
Flachdübel Typ 20 8 Stück
Rastex-15-Schrauben 28 Stück
8 Füße + 8 Regulierschrauben
4 Verbindungsschrauben M4 (für 26-35mm)


Jeder Schrank erhält einen Unterbau, der aus Boden, den beiden Seiten und drei Streben besteht.
Die Streben hinten (eine) und oben (zwei) dienen einerseits zur Stabilisierung des Schranks, andererseits später auch als Befestigungspunkte für die Arbeitsplatte.
Auf eine komplette Rückwand habe ich verzichtet. Stattdessen werden aus den Sägeresten ein breites Querstück für die Rückwand (ca. 248mm Höhe) und zwei Querstreben auf der Oberseite (ca. 88mm Breite) zur Stabilisierung verwendet.

Die Bodenplatte jedes Schranks hat die Maße 600mm x 550mm. Entsprechend werden 2 Platten zurechtgesägt.
Die dabei übrigbleibenden Stücke werden später zur Stabilisierung der Rückseite verwendet.
Die Seitenplatten haben die Maße 710mm x 550mm. Entsprechend werden 4 Platten zurechtgesägt.
Die langen Reststücke (ca. 800mm x 88mm) wurde später zur Stabilisierung der Oberseite der Schränke verwendet.

Um Bodenplatte und Seitenteile aneinander zu befestigen, kam verleimen nicht in Frage. Im Werkraum verleimen, hätte zu Transportproblemen geführt (Tür, enge Treppe, Gewicht).
Ein Verleimen in der Küche kam auch nicht in Frage, da ich das Projekt „nebenbei“ laufen lassen und daher mehrere Wochen/Monate zur Fertigstellung gebraucht werden.
Ich habe mich daher für 3 Rastex-15-Möbelverbindern sowie 2 Flachdübel pro Verbindung entschieden.
Die Flachdübel werden einseitig verleimt, so dass sie zusätzlichen Halt geben. Dennoch ist der Schrank jederzeit demontierbar.
Um die weiße Oberfläche beim Anzeichnen zu schützen, würde Malerkrepp aufgebracht und anschließend wurden Markierungen für die Rastexbohrungen und Flachdübelfräsungen angezeichnet (Bild 02).
Die Fräsungen für die Flachdübel wurden durchgeführt und die Flachdübel eingesetzt. Anschließend wurden testweise Flachdübel eingesetzt (Bild 03).

An der Bodenplatte wurden die Fußstücke jeweils etwa 5cm von jeder Kante entfernt angebracht. Die unteren Stücke der Füße können in der Höhe leicht variiert werden, so dass ein Höhenausgleich möglich ist. (Bild 04)


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01b - Schrankunterbau Teil 2

05 - Unterbauschrank
06 - Unterbauschrank
07 - Unterbauschrank
08 - Unterbauschrank
09 - Unterbauschrank

Mit je 2 Rastex-15-Schrauben links und rechts wurde das hintere, größere Querstück 15cm von der oberen Kante entfernt eingebaut.
Die schmalen Reststücke mussten in der Breite passend zurecht gesägt werden. Das vordere Stück wurde 15cm von der vorderen Kante eingesetzt, das hintere Stück 20cm von der hinteren Kante.
Der Unterschied rührt daher, dass spätere die Deckplatte 5cm nach vorne über den Schrank hinausragen soll und dann auch 20cm Abstand zur vorderen Kante der Arbeitsplatte besteht.
(Bild 05). Durch die Querstreben erhält der Unterschrank eine starke Stabilität (Bild 06).
Bei der rechten Wand des linken Schranks habe ich mich einmal vermessen, deshalb ist die Wand um 180° gedreht, so dass die gesägte Kante zu sehen ist.

Die beiden Schränke wurden mit Hilfe der Regulierschrauben auf die gleich Höhe gebracht und die Fronten ausgerichtet. Anschließend wurden die mittleren Wände mit Schraubzwingen aneinander fixiert (Bild 07). Mit dem 4mm Bohrer wurden 4 Löcher gebohrt. Mit den Verbindungsschrauben (M4) wurden die beiden Unterschränke miteinander verbunden (Bild 08 - 09).

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02 - Schubladenbau Teil 1

10 - Schublade
11 - Schublade

Materialien
4 x Spanplatte 800 x 600 x 16
2 x Spannplatte 1200 x 250 x 16
2 x Spannplatte 1200 x 300 x16
52 Flachdübel Typ 20

Tipp vorweg:
Ich habe mir vorher eine Probeschublade aus Resten zusammengebastelt, um das Bauprinzip der Unterflurführung zu verstehen. Aus dem Bilder und Maßen bei der Bestellung bin ich nicht schlau geworden. Auch funktioniert das Ganze erst, wenn das Kopfstück an der Unterseite der Schublade befestigt ist.

Die Unterflurführung braucht 21mm bis zum Rand (siehe Bild 10). Daher wird die reine Bodenplatte 42mm schmaler gesägt, als die Öffnungsbreite im Unterschrank. Im meinem Fall waren das 562 mm. Dafür wurde eine 800 x 600er Platte zurechtgesägt. Das Reststück wird später für die Rückwand der Schublade verwendet.
Aus einer 1200x250er Platte werden die beiden Seitenteile gesägt. Die Tiefe beträgt dabei 501mm, dann passte bei mir die Unterflurschiene exakt in der Länge.
Die hintere Seite der Schublade wurde aus dem Reststück mit einer Höhe von 222mm gesägt.

Die Seitenteile werden mit der Bodenplatte mittels dreier Flachdübel verbunden (Bild 11). Vorerst habe ich nur die Löcher gefräst und noch nicht verleimt.
Die Seitenteile sollen wegen der Unterflurführung 12mm nach unten überstehen, dies wurde bei den Fräsungen berücksichtigt.
Die Rückseite wurde mittels Tischkreissäge auf exakt die Höhe gebracht, dass die Seitenteile und die Rückseite bündig miteinander abschließen. Zum Boden wurde drei Flachdübel und zu den Seiten jeweils zwei Flachdübel eingesetzt (Bild 12).

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03 - Befestigung Schubladenführungen (4 Stück in 2 Schränken)

13 - Unterflurschiene
14 - Unterflurschiene
15 - Unterflurschiene
16 - Unterflurschiene

Materialien:
Seitenwände des Unterbauschranks (siehe Abschnitt 02)
Schubladen (siehe Abschnitt 03)
4 Paar Unterflurführungen Gedotec Matrix Runner UM A30
40 Schrauben 4x16mm
Sperrholzrest 6mm

Die Halterungen der Unterflurführungen wurden an den Seiten der Unterschränke befestigt. Dabei wurden die unteren Führungen mit 1cm Abstand zur Unterkante und die oberen mit 36cm Abstand zur Unterkante befestigt (Bild 13-14). Der Abstand zur Vorderkante betrug auch 1cm. was sich später als nicht ideal herausstellte. Hier wären 0,4cm besser gewesen.

Die von mir benutzten Schienen haben eine Push-to-Open-Funktion. Ich habe die eigentlich mehr aus Versehen bestellt. Mir ging es um Vollauszüge und Unterflurschiene.
Beim Einbau der Führungen habe ich die Push-to-Open-Funktion zuerst nicht berücksichtigt. Dadurch würden die Schubladen bündig mit dem Schrank abschließen. Allerdings lassen Sie sich dann nicht mehr Pushen, da ist der Rahmen des Schranks im Weg.
Um die Führungen nicht wieder ausbauen zu müssen, habe ich daher am Ende der Schubladen links und rechts jeweils ein 6mm-dickes Sperrholzstück mit Loch für den Haken der Schiene angebaut (Bild 15). Der dadurch entstehende Abstand zur Vorderkante des Unterschranks erlaubt dann das Öffnen der Schubladen (Bild 16).

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04 - Schubladenbau Teil 2

17 - Schublade
18 - Schublade
19 - Schublade
20 - Schublade
21 - Schublade
22 - Schublade
23 - Schublade
24 - Schublade

Materialien
Unterbauschränke mit Führungen (Abschnitt 3)
Vorbereitete Teile der Schubladen (Abschnitt 2)
4 Leimholzplatten Bambus 800x400x18
28 Flachdübel Typ 20

Die vorgefertigten Schubladenteile wurden mit Flachdübeln zusammengesetzt und in die jeweilige Führung eingesetzt. Von oben links beginnend wurden der Abstand zur mittleren Seite des Unterschranks, sowie der Abstand zur oberen Seite abgemessen.
Entsprechend dieser Maße wurde die Positionen der Schubladenteile auf die Frontplatte übertragen (Bild 17-19). Die Frontplatte habe ich bewusst noch nicht zugesägt, da ich mich mit der exakten Montierung von Schubladenfronten bei früheren Projekten schwergetan habe.

Anschließend wurden die Schubladen mit Ausnahme der Frontplatte verleimt (Bild 20).

Nach dem Verleimen wurden die fertigen Innenteile der Schubladen eingebaut und die oberen Frontplatten mit Flachdübeln eingesetzt (Bild 21). Dies diente vor allem dazu zu entscheiden wie hoch die Front der oberen Schubladen werden sollte. Ich habe mit für 37cm entschieden und entsprechend 3cm unten abgesägt (Bild22).

Die Schubladen wurden exakt an der oberen Tischplatte und der rechten Seitenplatte (siehe Abschnitt 05) ausgerichtet. Mit Hilfe der Kreissäge wurden die Frontplatten passend links und rechts gekürzt (Bild 23-24). Dabei haben die Schubladenfronten auf der linken Seite eine „Überlänge“, da sie zum Teil das Loch zwischen Wand und Schrank verdecken sollen.

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05 - Deckplatte und rechte Seite

25 Platte und rechts
26 - Platte und rechts
27 - Platte und rechts
28 - Platte und rechts
29 - Platte und rechts

Materialien
Unterschrank
Leimholzplatte Bambus 2200 x 600 x 18
14 Schrauben 4x25mm

Mittels der Handkreissäge und Führungsschiene wurde die Leimholzplatte auf eine Länge von 127cm gekürzt. Dies ist bewusst breiter als die beiden Unterschränke zusammen sind (Bild 25). An der rechten Seite soll noch eine Leimholzfront befestigt werden, dafür soll die Platte rechts 18mm überstehen. Der Rest (ca. 50mm) steht links über, da sich links in der Küche noch eine Wandsteckdose befindet, die Platz braucht und später noch ins Projekt als Stromquelle integriert wird.

Aus dem Rest der Leimholzplatte wird die rechte Seite des Schranks hergestellt. Dazu wurde die Platte 6mm kürzer als die Höhe des Unterschranks (ohne Deckplatte) zurechtgesägt.
Diese Platte wurde mit Schraubzwingen so am rechten Unterschrank befestigt, dass die Platte nach hinten 5mm übersteht und nach unten 3mm Luft hat.
Die 5mm Luft nach hinten haben verschiedene Gründe. Das später benötigte Stromkabel kann so hinten vorbeigeführt werden. Auch war eines der hinteren Querstücke in den Unterschränken nicht ganz plan. So brauchte ich mir da keine weiteren Gedanken machen, um zu verhindern, dass das Sideboard später nicht ganz an der Wand steht.
Mit dem 3mm Bohrer wurden durch Spanplatte in die Leimholzplatte Löcher vorgebohrt, mit 6 Schrauben wurde die Platte an der Seitenwand befestigt (Bild 26).

Die oberen Platte wurde so gelegt, dass sie die Seitenplatte auf der rechte Seite genau überdeckt.
Die 4 oberen Querstreben wurden benutzt, um die obere Platte mit 8 Schrauben am Unterschrank zu befestigen (Bild 27-28).

Anschließend wurden die Frontplatten der Schubladen noch in der Höhe justiert, so dass sich schon ein guter Eindruck vom endgültigen Bild gibt (Bild 29).

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06 - Steckdoseneinbau

30 - Steckdoseneinbau
31 - Steckdoseneinbau
32 - Steckdoseneinbau
33 - Steckdoseneinbau
34 - Steckdoseneinbau

Materialien
obere Platte
Klappsteckdose

In der oberen Platte soll links eine Klappsteckdose (3x Steckdosen, 2xUSB) eingebaut werden.
Die Wandsteckdose in der Küche wird durch den Schrank verdeckt und soll so weiter nutzbar bleiben. Die zusätzlichen USB-Plätze bieten die Möglichkeit Tablett oder Handy zu laden.

Die Steckdose benötigt ein Loch von 270mm x 91mm. An den langen Seiten ist die Oberkante der Steckdose jeweils 11mm breiter, an den schmalen Seiten nur 8mm.
Nach dem Einbau sollte die Steckdose jeweils 4cm vom hinteren und linken Rand der Platte entfernt sitzen. Entsprechend sollte das Loch 5,1 bzw. 4,8cm von den Kanten beginnen (Bild 30).
Vor dem Bohren hatte ich kontrolliert, dass ich nicht die hintere Querstrebe des Unterbaus treffe. Was ich nicht kontrolliert habe, war, ob ich die Schrankwand treffe (natürlich habe ich getroffen).

Um das Loch mit der Kreissäge auszusägen, habe ich in eine der Ecke mit einem 10mm Bohrer ein Loch vorgebohrt. Dabei stellte ich auch fest, dass darunter die Schrankwand sitzt (Bild 31).
Deshalb habe ich die Schublade ein wenig nach rechts verschoben, so dass ich die Schrankwand nur ansäge bzw. anfräse.
Mit der Kreissäge wurde das Loch so erweitert, dass die Steckdosenleiste hineinpasst. Bei der Seitenwand wurden die tieferen Bereiche mit der Kantenfräse und einem langem 8mm Nutfräser ausgefräst.
Eigentlich wird die Leiste links und rechts von zwei Plastikhalterungen an der Platte fixiert. Allerdings hätte ich dann noch mehr in die Schrankwand sägen müssen. Dadurch, dass das Loch recht eng an der Steckdose sitzt, kann aber auf die Fixierung an der linken Seite verzichtet werden (Bild 32-33).

Auf Bild 31 ist zu sehen, dass ich links unten ein wenig weit mit der Stichsäge gesägt habe. Diese Lücke wurde mit einem zurechtgeschliffenem Span und Leim repariert (Bild 34). Mit der Steckdosen drauf, ragt diese Stelle nur einige Millimeter unter der heraus.

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06 - Steckdoseneinbau

Materialien
obere Platte
Klappsteckdose

In der oberen Platte soll links eine Klappsteckdose (3x Steckdosen, 2xUSB) eingebaut werden.
Die Wandsteckdose in der Küche wird durch den Schrank verdeckt und soll so weiter nutzbar bleiben. Die zusätzlichen USB-Plätze bieten die Möglichkeit Tablett oder Handy zu laden.

Die Steckdose benötigt ein Loch von 270mm x 91mm. An den langen Seiten ist die Oberkante der Steckdose jeweils 11mm breiter, an den schmalen Seiten nur 8mm.
Nach dem Einbau sollte die Steckdose jeweils 4cm vom hinteren und linken Rand der Platte entfernt sitzen. Entsprechend sollte das Loch 5,1 bzw. 4,8cm von den Kanten beginnen (Bild 30).
Vor dem Bohren hatte ich kontrolliert, dass ich nicht die hintere Querstrebe des Unterbaus treffe. Was ich nicht kontrolliert habe, war, ob ich die Schrankwand treffe (natürlich habe ich getroffen).

Um das Loch mit der Kreissäge auszusägen, habe ich in eine der Ecke mit einem 10mm Bohrer ein Loch vorgebohrt. Dabei stellte ich auch fest, dass darunter die Schrankwand sitzt (Bild 31).
Deshalb habe ich die Schublade ein wenig nach rechts verschoben, so dass ich die Schrankwand nur ansäge bzw. anfräse.
Mit der Kreissäge wurde das Loch so erweitert, dass die Steckdosenleiste hineinpasst. Bei der Seitenwand wurden die tieferen Bereiche mit der Kantenfräse und einem langem 8mm Nutfräser ausgefräst.
Eigentlich wird die Leiste links und rechts von zwei Plastikhalterungen an der Platte fixiert. Allerdings hätte ich dann noch mehr in die Schrankwand sägen müssen. Dadurch, dass das Loch recht eng an der Steckdose sitzt, kann aber auf die Fixierung an der linken Seite verzichtet werden (Bild 32-33).

Auf Bild 31 ist zu sehen, dass ich links unten ein wenig weit mit der Stichsäge gesägt habe. Diese Lücke wurde mit einem zurechtgeschliffenem Span und Leim repariert (Bild 34). Mit der Steckdosen drauf, ragt diese Stelle nur einige Millimeter unter der heraus.

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07 - Einbau der Haken

35 - Klapphaken
36 - Klapphaken
37 - Klapphaken

Materialien
rechte Außenplatte
2 Klapphaken (Edelstahl)

Wir haben bisher in der Küche zwei Sorten Taschen rumfliegen. Eine mit Altglas und eine Tasche, in der die ganzen Einkaufstaschen gesammelt werden. Um da ein wenig mehr Ordnung reinzubringen, sollen dazu Haken an der rechte Seite eingesetzt werden.

In die rechte Seite wurde mit der Kantenfräse und einem 12mm-Fräser eine passende Vertiefung gefräst (Bild 35-36). Die Klapphaken selber wurde jeweils mit zwei 4x12mm Schrauben von der Innenseite befestigt. Die beiden Klapphaken sitzen bewusst recht mittig und haben jeweils knapp 20cm Abstand zur vorderen und hinteren Kante (Bild 37). Die Taschen sollen weder nach vorne großartig rausschauen und so zum Hindernis werden, noch sollen die zu dicht an der hinteren Zimmerwand sein.

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08 - Rundfräsen, Ölen und leimen.

38 - Oberflächen
39 - Oberflächen
40 - Oberflächen
41 - Oberflächen

Materialien:
Schrank - alle Fronten aus Bambus
Hartöl (von Clou)

Die Vorderkante der oberen Platte wurden an der Tischfräse mit einem Rundfräser (d = 22mm) abgerundet (Bild 38). Dies hatte in erster Linie optische Gründe.

Die rechte Kante der Platte, die vorderen senkrechten Kanten der rechten Platte sowie alle Seiten der Schubladenfronten wurden mit einem Rundfräser (d = 6mm) abgerundet.

Anschließend wurden die Fronten, sowie die Deck- und Seitenplatte mit Hartöl geölt. Dazu wurden die Flächen jeweils mit 120er, 180er und 240er Schleifpapier mit dem Bandschleifer geschliffen.
Auch wenn bei der Deckplatte und der rechten Platte nur die Außenseiten zu sehen sind, werden auch die verdeckten Seiten geölt. Ich halte es bei der Art der Leimplatten zwar für unwahrscheinlich, aber einseitiges Ölen soll das Verziehen von Holz fördern.

Nach dem ersten Ölen, wurden die sichtbaren Seiten der Fronten ganz leicht mit 320er-Schlifpapier per Hand geschliffen und erneut geölt (Bild 39).

Nach gründlichem Trocknen wurden die Fronten der Schubladen an die bereits fertigen Schubladenteile geleimt (Bild 40 - 41).

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09 - Restarbeiten (Boden und linke Seite)

42 - Blenden
43 - Blenden

Materialien
Schrank
1 Leimholzplatte Bambus 800x400x18
1 Reststück Leimholzplatte
1 Flachdübel Typ 0
4 Flachdübel Typ 20
10 Schrauben 4 x 30mm

Damit der Schrank komplett, fehlen noch Blenden vorne vor den Füßen und die linke Seite. Dabei soll wird an der linken Seite keine komplette Front eingebaut, sondern nur eine Blende. Dies lässt zum einen Platz für die Stromversorgung an der Wandsteckdose und zum anderen spart es Geld.

Mit Hilfe der Tischkreissäge wurden zwei Stücke aus der Leimholzplatte zurechtgesägt, die mit ein wenig Luft genau unter die Unterseite der Schränke passten. Mit Hilfe von je 3 Schrauben wurden diese Blenden an den Unterschränken befestigt (Bild 42). Durch die Schubladen sind die Schrauben später verdeckt und fallen nicht auf. Zwischen Boden und Blende ist ein schmaler Spalt, der nur vermeidet, dass die Blenden auf dem Boden aufsitzen.

Das Reststück der Leimholzplatte wurde für die linke Seite des Schranks verwendet. Da der Abstand zwischen Boden und Deckplatte ca. 83cm beträgt, musste noch ein kleines Stück einer anderen Leimholzplatte unten befestigt werden. Dazu wurde Fräsungen für einen Flachdübel Typ 0 hergestellt. Dass die Breite unterschiedlich ist, spielt keine Rolle, da nur diese Seite an der linken Wand in der Küche steht (Bild 43). Ein Reststück Spanplatte wurde mit 4 Flachdübeln Typ 20 an der Leimholzplatte befestigt und auf der anderen Seite mit 4 Schrauben (4x30) an der Wand des Unterschranks befestigt.

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10 - Unterbauradio

44 - Radio
45 - Radio

Materialien
Leimholzplatte 800 x 240 x 18 (Rest aus 10)
Radio

Uns fehlte bisher ein Radio in der Küche, dies soll sich nun ändern. Dazu soll ein Unterbauradio an einem kleinen Regal befestigt oberhalb des Schranks an der linken Seite befestigt werden. Im Prinzip stellt dies ein unabhängiges Projekt dar, lediglich eine Aussparung für die Stromzuführung muss in die obere Platte des Schrankes gesägt oder gefräst werden.

Aus der kleinen Leimholzplatte habe ich einen Streifen mit 5cm Breite gesägt. In die Rückseite wurde eine 6mm breite Nut gefräst, in der später das Stromkabel zum Radio verlaufen soll. Die Längskanten wurden mit dem Rundfräser (r = 6mm) abgerundet.
Mit dem 8mm Bohrer wurde zwei Löcher für Holzdübel vorbereitet (Bild 44).
Diese Leiste wird später nur am Regalbrett verleimt und hat keine direkte Verbindung mit dem eigentlichen Schrank.

Aus der Leimholzplatte wurde ein 34 cm breites Stück gesägt, das später das eigentliche Regal darstellt. In die Leimholzplatte wurden ebenfalls Löcher für die Holzdübel gebohrt.
An der Unterseite wurde die Metallschiene des Radios mit 8 Schrauben (3 x 12mm) befestigt.
In die Rückwand des Regals wurde zwei tiefe Löcher (d = 8mm) gebohrt. Das Regal wurde mit Stockschrauben (Bild 45) an der Wand befestigt. Dadurch wird der Eindruck erzeugt, dass das Regal einzig an der Kabelführung hängt.

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Tipps / Anmerkungen

Kreppklebeband:
Ich hatte Sorge, dass sich Markierungen mit Bleistiften von den Spanplatten nicht wieder entfernen lassen. Deswegen habe ich oft Malerkrepp verwendet. Dies funktioniert gut. Allerdings sollte Malerkrepp nur recht kurz angebracht werden. Nach einigen Tagen wird es doch sehr mühsam das Kreppband rückstandsfrei wieder abzulösen.
Bleistiftstriche lassen sich auf der weißen Oberfläche der Spanplatte mindestens genauso gut mit einem guten Radiergummi entfernen.

Bohrlöcher:
Bei Bohrungen für Schrauben habe ich in der Regel mit Hilfe eines Bohrsenkers nachgebohrt, so dass die Schrauben in der Platte versenkt werden können.

Bambus als Material:
Die Leimholzplatten aus Bambus hatte ich eigentlich nur wegen der Optik ausgewählt. Das Material hat jedoch einige Vor- und Nachteile gegenüber anderem Material.
Es handelt sich nicht um „echtes“ Leimholz, sondern um eine Mischung aus Leim- und Sperrholz. Das hat den Vorteil, dass die Platten sich vermutlich weniger stark verziehen können. Daneben hat es den Nachteil, dass man dies an den Schnittkanten zieht. Ich finde das eher optisch ansprechend, aber das ist mit Sicherheit Geschmackssache.
An den Schnittkanten bilden sich eine Unzahl kleine „Holzspreizel“, die man sich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit in die Finger jagt. Nach dem Bearbeiten der Kanten mit dem Rundfräser oder gründlichem Schleifen ist das Problem erledigt, aber während des Verarbeitens hat dies doch zu einer ganzen Reihe von Flüchen geführt.

Warum Öl und nicht Arbeitsplattenlack?
Arbeitsplattenlack ist sicherlich robuster. Hartöl gibt dem Holz jedoch eine warme Färbung, die recht gut zur restlichen Küche passt und uns sehr gut gefällt. Arbeitsplattenlack betont zwar die Struktur des Holzes, allerdings bleibt es bei dem im Verhältnis helleren, kälteren Farbton. Ob Hartöl lebensmittelecht ist oder nicht, da scheiden sich die Geister. Clou verspricht zumindest, dass es die Norm für Kinderspielzeuge einhält. Da wir auch auf der eigentlichen Arbeitsplatte nie direkt mit Lebensmitteln arbeiten, halten wir die Verwendung für vertretbar und haben uns dafür entschieden.

Der Preis:

Dies ist mit Abstand mein bisher teuerstes Projekt und als ich im Laufe der Zeit merkte, wie teuer es wird, war ich auch ein wenig erschrocken. Allerdings gibt es Posten, die man gut weglassen könnte (Steckdosenleiste + Haken ca. 70€, Radio 150€) bzw. wo man schauen könnte, ob es nicht preiswerter geht. Die Unterflurschienen mit Vollauszug kosten ca. 80€ und die Bambus-Leimholzplatten kosten zusammen ca. 160€. Es gibt Vollauszüge mit ähnlicher Tragkraft für ca. 40€ und mit Leimholzplatten aus Fichte lässt sich der Preis noch einmal um 80€ reduzieren. In der Ausführung wäre das Projekt ca. 350€ günstiger. Sähe aber auch anders aus und kann keine Musik abspielen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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