selbstgebautes Spiel- und Kletterhaus mit optionaler Folgenutzung (inkl. Sonnensegel-Update 2017)

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    1000 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Unsere Tochter war Anfang 2016 (bei Baubeginn) noch kein Jahr alt. Trotzdem habe ich schon im Winter 2015/2016den Plan gefasst, ihr einen schönen Spielbereich zu bauen. Viele Skizzen wurden gemacht, viele Pläne im Kopf geschmiedet und wieder verworfen.
Da unser Grundstück nicht wirklich riesig ist, musste aus relativ wenig Platz (3x4m) das Beste gemacht werden.
Irgendwie reifte dann in meinem Kopf der Plan alles so zu bauen, dass es nach der Nutzung als Spielplatz irgendwann einmal zu einem Gartenschrank zur Aufnahme von Gartengeräten und so weiter werden kann. Dies hat zur Folge, dass das Grundgerippe sicher recht massiv ausgefallen ist. Zudem ist der Grundbau eher farblos gehalten (Holz wurde nur farblos lasiert), damit man später keinen knallbunten Gartenschrank hat. Alle An- und Einbauten, welche dann später einmal entfernt werden wenn die Kleine dem Spielhaus entwachsen sein wird, sind aber dafür umso bunter und farbenfroher gestaltet.
Schon in 2016 kam dann bereits ein Sandkasten hinzu. Im Sommer 2017 wurden Spielhaus und Sandkasten dann auch noch optisch und praktisch durch ein Sonnensegel miteinander "verbunden".

Du brauchst

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Werkzeuge
  • alles was der Maschinenpark so hergibt...
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Materialliste
  • KDI Pfosten (9x9)
  • Rauhspund (24er Stärke)
  • Brettschichthölzer (6x12cm)
  • Douglasiendielen

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorbereitung des Bauplatzes

Zunächst musste einmal Platz geschaffen werden. Denn an einer Grundstücksgrenze steht eine Hecke, welche an der Grundstücksecke noch einmal für knapp vier Meter "abbiegt" und so die Wand von Nachbars Garage kaschiert.
Dieser Winkel sollte weg, um mehr Tiefe und Breite zu bekommen.
Pünktlich vor Ablauf des erlaubten Zeitfensters für Heckenrodungen wurden die Büsche also ausgemacht.

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Vorbereitund des Unterbaus

Die Einschlaghülsen für die Pfosten werden gesetzte und die Kantsteine zunächst ausgerichtet.
Dann hilft "Setzfix" bei der Befestigung
Nun wurden auch die vorderen Kantsteine gesetzt. Diese sind allerdings so tief, dass die am Ende bündig mit dem Boden sind. Die hinteren Kantsteine sind höher, damit ein Unterlaufen von Regenwasser vermieden wird (Wetterseite!)
Die Platten werden in einem Splittbett verlegt...
...und die ganze Sache wird mit feinem Splitt verfegt.

Ich habe mich entschieden, den Unterbau des später im Winkel entstehenden Aufbaus mit Kantsteinen einzufassen und mit Gehwegplatten auszulegen.

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Kauf einer Rutsche

Dank Ebay-Kleinanzeigen wurde dann schon einmal die Rutsche in einem Nachbarort gekauft und zuhause erstmal eingelagert. Für 25€ kommt man nicht so schnell wieder an eine nagelneue Rutsche...

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Das Gerippe entsteht

Die Pfosten stecken zur Probe in den Hülsen.
Der erste Längsbalken wird montiert. Dank Schraubzwingen und vor allem Einhandzwingen gelingt es am Ende ohne weitere Hilfe.
Ein Brettschichtholz nach dem anderen trägt dazu bei, aus einzelnen Pfosten eine Gerippe entstehen zu lassen.

Alle Verbindungen am Gerippe wurden mit jeweils zwei 10mm Bolzen ausgeführt. Hierzu habe ich Gewindestangen auf Maß geschnitten (und dann wieder das Gewinde nachgeschnitten), Löcher mit einem langen 10mm-Holzbohrer durch Pfosten und Querträger gebohrt und dann die Bolzendurchgesteckt. Auf beiden Seiten kamen dann Unterlegscheiben und Hutmuttern zum Einsatz.
Sämtliches unbehandeltes Holz wurde vor Montage (oder an zugänglichen Stellen auch erst danach) mit farbloser Lasur behandelt. Diese Lasur habe ich ebenfalls um die Bohr- und Schraubstellen der KDI-Pfosten genutzt, um aufgetretende Beschädigungen wieder zu versiegeln.

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Rückwände

Nun wurden die Rückwände begonnen. Wie schon beschrieben handelt es sich bei den beiden Rückwänden gleichzeitig um die Hauptwetterseiten. Daher war es mir wichtig gerade am Übergang zwischen Beton und Holz dafür zu sorgen, dass hier kein Wasser reinlaufen und auch nicht dazwischen stehenbleiben kann.
Auf meiner Suche nach geeignetem Material stieß ich dann auf "Gummibahnen" welche eigentlich wohl zur Abdichtung zwischen Fundamentplatte und Hauswand eingesetzt werden (kein brüchig wirkendes Bitumen wie man es oft in Baumärkten findet, sondern richtiges Gummi). Hiervon habe ich eine Bahn von "innen oben" zwischen Kantstein und Brett hinaus nach "außen unten" geführt. So kommen Stein und Brett nicht aneinander.
Da sich so aber ein Tal unterhalb des Brettes gebildet hat, habe ich also noch eine zweite Bahn von außen angelegt und festgetackert, welche das von oben herablaufende Wasser sofort fern hält.
(Details s. Fotos)
Diese Vorarbeiten haben einige Zeit in Anspruch genommen, helfen aber hoffentlich bei der langen Erhaltung der Substanz.
Dann ging es natürlich deutlich schneller voran, da nur noch Rauhspund mit der Kappsäge gekürzt, lasiert, aufgesetzt und verschraubt werden musste.
Da das ganze Konstrukt sehr nah an den Grundstücksgrenzen steht musste ich also immer von oben arbeiten. Dies wird dann zunehmen schwerer, weswegen ich erstmal nur bis zum zukünftigen Zwischenboden gebaut habe. Nun sollte erst einmal der Zwischenboden folgen, um von hier wieder eine bequeme Ausgangsposition für die Fortsetzung der Rückwände zu bekommen.

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Zwischenboden

Nun wurde der Zwischenboden eingezogen. Hierzu habe ich Douglasiendielen verwendet, welche ich gebraucht (aber gut erhalten) zum günstigen Kurs bei uns in der Stadt bekommen habe.
Durch die bisherige Nutzung sind die Dielen einseitig schon "versilbert" und haben dort auch bei den ehemaligen Schraubstellen gewisse Ausfransungen. Die Unterseiten sind aber noch sehr schön. Zudem sind die Schraublöcher dort so gut wie unsichtbar, weil dort ja keine Senkköpfe drin waren.
Montiert habe ich die Dielen sehr gleichmäßig mit Hilfe von Holzkeilen welche man sonst bei der schwimmenden Verlegund außenherum als Anstandshalter setzt. So habe ich konstant rund 6mm Abstand zwischen den Dielen erreicht.

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Abschluss der Rückwände

Hiervon habe ich keine detaillierten Fotos. Wenn die Säge kreischt und der Akkuschrauber surrt, gerät das Smartphone mit seiner Kamera halt mal in Vergessenheit...
Ich habe die Wände hoch gezogen und oben als Abschluss und vor allem für die Stabilität noch Brettschichtholzbalken gesetzt.
Um die dabei entstehenden, feinen Spalten zwischen oberstem Rauhspund und Balken wetterfest zu bekommen, habe ich lasierte Latten von außen auf diese "Naht" gesetzt und verschraubt (auf dem Foto nicht zu sehen, da andere Seite).

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Treppe

Nun ging es an den Bau einer Treppe. Wie bereits einmal im Forum beschrieben stand ich lange vor der Frage, wie ich diese bauen kann.
Im Netz trifft man oft auf eine Lösung, die mir in Sachen Haltbarkeit nicht gefällt bzw. mich zweifeln lässt. Da werden zwei Wangen geschnitten und und dann Stufen einfach durch die Wangen hindurch verspaxt. Das heißt, dass die Stufen also zwischen den Wangen frei hängen und nur von den Spax (und den Kräften welche die Stufe wegen der Verschraubung seitlich an die Wangen pressen) gehalten werden.
Bei mir ging es darum eine Höhe von rund 1,30m zu überwinden. Ich habe mir also Vollholz in 60x120 besorgt und daraus die Wangen abgelängt. Da ich mich für eine kleinkindgerechte Stufenhöhe von 15cm entschieden habe und als Stufen 2,4cm dicke Douglasiendielen zur Verfügung standen, habe ich nun mit dem Zollstock entsprechende Markierungen aufgebracht. nach 15cm, weitere 2,4cm, weitere 15cm, etc.
Dann kam die erste Wange auf die Kapp- und Gehrungssäge, welche ich zuvor auf 45° eingestellt habe. Zudem habe ich die Sägetiefenbegrenzung auf rund 2cm fixiert.
Dann konnte ich somit ziemlich präzise die Bereiche jeweils zwischen den 2,4cm-Markierungen entfernen, in dem ich Schnitt neben Schnitt gesetzt habe. Das sind unzählbar viele Schnitte bei 2 Wangen und 8 Stufen, das Ergebnis für mich als Amateuer-Holzverarbeiter aber wirklich gut!
Dann habe ich noch meine 8 Stufen auf das benötigte Maß (50cm) abgelängt und schon konnte die Montage beginnen. Stufen in die geschnittenen Aufnahmen geschoben, nochmal nach Wunsch ausgerichtet und dann durch die Wange von außen in die Stufen hinein verschraubt.
Die Wangen habe ich am oberen Ende mit dem vorhandenen Querbalken sowie seitlich it einem Hauptpfosten des Stelzenhauses mit mehreren 100er Spax verschraubt. Unten steht die Treppe nur auf zwei in die Wiese eingelassenen Pflastersteinen (um direkten Erdkontakt zu vermeiden). Später kommen dann unten noch Pfosten an die Wangen, welche den Handlauf aufnehmen werden.

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Es wird bunt: Der "Balkon" entsteht!

Wie Eingangs beschrieben habe ich mich entschlossen, die Kernkonstruktion farblos zu halten um diese später einmal zu einem Gartenschrank umbauen zu können. Der seitliche "Balkon" ist dann aber über, weshalb hier ruhig Farbe zum Einsatz kommen darf.
Also habe ich Rauhspund passend abgelängt und mit kindgerechten Farben gestaltet. So entstand dann die Rückwand des Balkons. Diesen Bereich wollte ich zu haben, da hier die Garage des Nachbarn angrenzt und ich nicht in die Situation kommen wollte, ständig Sand und Spielsachen von diesem Dach holen zu müssen. Wer weiß woran die Kinder so Spaß entwickeln...
Damit es trotzdem etwas offener wirkt habe ich ein Fenster eingeplant. Dieses besteht aus Plexiglas und wird von passend gesägten und ebenfalls lackierten Leisten gehalten. (auf diesen Fotos noch nicht montiert!)

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Dach

Nun konnte das Dach in Angriff genommen werden. Hierzu wurden dann nun auch oben die beiden vorderen Querbalken gesetzt und entsprechend aller anderen Balken verschraubt. Hinzu kamen noch kurze Querbalken, welche die oberen Balken miteinander verbinden und später die Dachplatten aufnehmen und stützen.
Dach Dach an sich ist aus 18mm OSB3-Platten, welche ich mit der HKS passend geschnitten habe. Diese Platten sind mit allen oberen Balken verschraubt.
Nun begann einer der Abschnitte, auf den ich mich am wenigsten freute: Eindecken des Daches. Ich habe eine tierische Höhenangst bei allem über einem Meter. Ich hoffe meine Tochter weiß irgendwann zu schätzen, wieviel "Mut" ihr Papa hier zusammen genommen hat... (ich weiß, dass gute zwei Meter für viele ein Witz sind, für mich ist das Überwindung pur).
Die Dacheindeckung habe ich mit Bitumenbahnen vorgenommen, welche ich zufällig beim orangenen Bieber entdeckt habe. Hier beginnt man natürlich am unteren Ende, legt eine Bahn auf, nagelt diese oben fest und klappt die Bahn dann nach oben um. Nun kann man eine Folie abziehen, welche bis dahin die Bitumenmasse schützt (ähnlich wie bei Teppichklebeband). Ist diese Folie ab, legt man die Folie (welche ja schon mit einer Reihe Pappnägel gehalten wird) wieder um und drückt sie fest. Die nächst Reihe legt man dann mit rund 10cm Überlappung, damit die Nägel der darunterliegenden Bahn abgedeckt sind. So habe ich mich Bahn für Bahn hochgearbeitet.
Auch wenn die 25° und mehr am letzten Wochenende an sich kraftraubend waren, so haben diese zu einem super Klebeverhalten der Dachbahnen beigetragen denke ich.

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Geländer, Rutsche, etc.

Im Ursprünglichen Projekt wurde hier die Installation der Rutsche sowie der Geländer beschrieben. Leider ist dieser Arbeitsschritt ungewollt der Editierung zum Opfer gefallen.
Ich bedanke mich SEHR HERZLICH bei "Knieschleifer", der mir den Text "wieder besorgen" konnte und mir per PN gesendet hat. Vielen lieben Dank. Einzig die Fotos sind leider weg...

Abschließend wurden dann die Geländer, der Sitzbereich (im rechten Teil oben) sowie die Rutsche montiert.
Die Geländer bestehen aus 50x50 Kanthölzern, welche passend geschnitten und dann lackiert wurden. Die Senkrechten des Geländers sind fertige Geländerbretter, welche es preiswert im OBI gab und welche bereits schön abgerundet sind. Sie mussten nur noch gekürzt werden.
"Oben rechts" ist ein Tisch mit einer Bank entstanden. Beides besteht aus Fichteplatten und Resten der Kanthölzer (alles lackiert). Dort saßen schon die ersten Kinder, während wir Erwachsenen auf der Terrasse gegessen haben. Scheint also zu gefallen, so ein eigenes Reich ;-)
Die Rutsche musste nur noch entsprechend verschraubt werden.
Die Verkleidung des Treppengeländers ist erfolgt, da die Rutsche doch sehr nahe ist (und auf der anderen Seite der Staketenzaun). Hier wollte ich ein Durchgreifen unbedingt verhindern. Ein einseitiger Handlauf ist allerdings schon in Vorbereitung, damit die Kinder sich beim Erklimmen der Treppe festhalten können.
Zudem gibt es noch eine weitere Neuerung, welche auf den Fotos noch nicht sichtbar ist: Vor der Treppe und am Rutschenauslauf liegen jeweils zwei Fallschutzmatten hintereinander (Sturzfläche somit jeweils 50x100)

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Feintuning, Vollendung und Sonnenschutz

Im Nachgang zum damals erstellten Projekt (bis Arbeitsschritt 10) wurden dann noch folgende Dinge ergänzt:
• unten rechts der Bereich wurde mittels einer großen Türen verschlossen. Somit haben wir dort nun einen angemessenen Aufbewahrungsort für das Draußenspielzeug wie Dreirad, Laufrad, etc..
• in dem Rest der unteren Ebene wurde Kunstrasenteppich verlegt werden, damit die Kinder dort spielen können ohne direkten Kontakt zum Betonboden zu haben.
• der noch nicht von Rasen bedeckte Teil direkt vorm Spielhaus wurde noch mit Rollrasen belegt.

Im Sommer 2017 habe ich dann noch ein KDI-Kantholz (70x70x290) am Sandkasten befestigt. Zwischen diesen "Mast" und die beiden Schenkel des Spielhauses wurde dann ein Sonnensegel gespannt, welches nun um Nachmittag für angenehmen Schatten sorgt, ohne dass wie bisher immer ein Schirmständer als Stolperfalle herum steht.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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  1. 2. Platz Wettbewerb
  2. Projekt des Monats

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