Schweißgerät selber bauen

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    50 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Arbeiten mit Holz war mir schon länger geläufig, vor allem auch weil ich größtenteils das richtige Werkzeug dazu schon habe. Wenn es jedoch ums Metall geht, stand ich schon des öfteren vor verschlossenen Türen. Darum musste ein Schweißgerät her. 

Kaufen kann sowas jeder - Selber machen ist angesagt.

Zugegeben, als Hardware-Entwickler für Industriestromversorgungen, habe ich diesbezüglich einen Vorteil. Mir ist schon klar, dass sich sowas nicht jeder nachbauen kann. Nur sollte jemand auf die selbe verrückte Idee kommen, hat er hier einen Anhaltpunkt. Eine Punkt-für-Punkt Bauanleitung würde hier aber den Rahmen sprengen, für Fragen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

Ziel dieses Projekts ist es NICHT zu zeigen wie man sich ein Gehäuse zusammen nagelt, was für viele hier anscheinend im Vordergrund steht. Wie das geht, kann man sich in meinen anderen Projekten ansehen. Es soll eher zeigen,dass es für elektronisch versierte Leute nicht so schwierig ist sich so etwas selber zu bauen. Ich habe (leider) fast keine Fotos gemacht, da der Zusammenbau in der Vergangenheit liegt, wo ich noch nicht bei diesem Forum angemeldet war. Sorry hierfür.

Bitte: Elektrischer Strom kann gefählich sein, also bitte wenn das Wissen nicht vorhanden ist, auf keinen Fall selber machen!
 

Diesen Beitrag gibt's natürlich auch auf meinem Blog

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zusammenbau/Eigenschaften

Es befinden sich 4x modifizierte Sitop modular 24V/40A (PSU300M), in einem Gehäuse, die mittels Dioden am Ausgang parallel geschalten werden. 
Zuviel von den Modifikationen vom Sitop darf ich allerdings nicht verraten. Das hat den Grund, da das Netzteil aus der aktuellen Serie stammt, und man sonst leicht auf verwendete Technologien, Schaltungstechniken, Regelverfahrn etc. Rückschlüsse ziehen könnte. Wir wollen uns da nicht zu sehr in die Karten schauen lassen. Wenn das ein Problem darstellen sollte, muss ich diesen Projekt wieder löschen.

  • Die Geräte weden mittels I- Kennlinie betrieben (Leerlaufspannung auf 40V begrenzt)
  • die Überlasteigenschaften deaktiviert. 
  • Ausgangselkos gegen eine geringe Folien-Kapazität ersetzt
Erster Punkt: I-Kennline = Konstantstrom. Der Stromregler, der einen konstanten Ausgangsstrom sicherstellt, bleibt nahezu unberührt. Wichtig hier, dass die Regler der einzelnen Geräte am selben Potential sitzen, so dass sie stets den selben SOLL-Werte erhalten. Das bedingt gleiche lange Masse-Kabel zum Sternpunkt mit gleichem Querschnitt und eine direkte Masseverbindung unter den Geräten.
Punkt 2: Wenn das Schaltnetzteil Überlasteigenschaften besitzt, (zB. Anlauf von Motoren etc..) gehören diese deaktiviert.
Letzter Punkt ist erst durch unzählige Fehlversuche dazugekommen. Zu hohe Kapazität am Ausgang führt zum "picken bleiben" der Elektroden und die Ausgansspannung kann sich nicht so schnell an die Lichtbogenlänge anpassen, was vor allem bei geringen Strömen störend ist, da der Lichtbogen sehr oft dadurch gelöscht wird. Meist spielt dann aber der Spannungsregler aber nicht mehr mit. Eine Zenerdiode (abhängig von der gewählten maximalen Ausgangsspannung) mit Widerstand (Größe abhängig vom Internen Aufbau, meist abhängig vom Optokoppler Strom) in Serie verschafft hier Abhilfe.

Da die Geräte nicht in ihrer bevorzugten Lage betrieben werden (Kühlung durch Konfektion), habe ich zur forcierten Kühlung Lüfter verbaut.
Auswahl eines Schaltnetzteils: Bei einen Ausgangsstrom von 200A benötigt man ca 28-30V an der Elektrode (Spannungsabfall am Kabel nicht vergessen). Dh. Das Schaltnetzteil sollte so gewählt werden, dass es das auch schafft. Wenn dies nicht der Fall ist: Ausgangsstrom reduzieren. In meinen Fall würden sogar 3 Geräte die 200A schaffen, aber ich wollte keine unnötigen Risiken eingehen.
Eine Grundlast (einige Watt) sollten am Ausgang noch zugeschalten werden. Einerseits um die Dioden vor Überspannungen zu Schützen bzw soll die Ausgangskapazitäten beim Abschalten des Geräts auch entladen werden.
 
Das wars im Großen und Ganzen

Die Sitops hier sind für einen Otto-Normalvebraucher viel zu teuer. Ich hab mir Vorseriengeräte organisiert, die haben nichts gekostet. Die bekommt aber auch nicht jeder. Was ich hier im Forum so gelesen habe, sind PC-Netzteile der Renner. Das sollte auch kein Problem sein so eins zu "pimpen". Man kann auch noch mehr zusammenschalten, bzw würden für kleinere Schweißarbeiten auch 100A reichen.
 
Rechnerisch zahlt es sich wahrscheinlich nicht aus so etwas selbst zu bauen, ab 200€ gibt’s schon akzeptable Geräte, aber ich wollte es mir beweisen dass es auch selber bauen geht. Der „Selber-Macher Gedanke“ eben

Technische Daten: 
  • 400V/3ph~ Eingangsspannung
  • 40-200A Ausgangsstrom bei 100% Einschaltdauer
  • Leerlaufspannung  ca 40V
  • Gleichstrom


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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