Schreinerklüpfel

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Bei meinem Hobelbank-Projekt habe ich ja zum ersten Mal Schwalbenschwanz-Zinken selber gemacht. In Ermangelung eines Klüpfels (so nennt sich der Holzhammer) musste ich mit dem relativ leichten Nylonhammer die Stemmeisen ins Holz schlagen. Ich nahm mir während der Arbeit vor, mir zukünftig einen schwereren Holzhammer zuzulegen.
Aber warum kaufen wenn es bei Steve Good sogar eine prima Sägevorlage für so einen Hammer gibt?
Holzreste hab ich ja genug...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PEX 300 AE  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • Tischbohrmaschine,  BFB 2000 bestückt mit Bosch GSB13 RE
  • Schleifroller,  Tellerschleifmaschine TSM 250
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Oberfräse,  Einhandfräse
  • Dick Putzhobel No. 4
  • Schraubzwingen, Klemmen, Einhandzwingen usw.
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
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Materialliste
  • Reststück | Eiche
  • Reststück | Buche
  • Reststück | Nussbaum
  • Riffelstab | Buche
  • Fugenleim

Los geht's - Schritt für Schritt

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Holzreste heraussuchen und auf einheitliche Dicke bringen

Eichenbohle als Referenz

Was hab ich denn hier alles für Holz rumliegen?
Hier ein Stück Eiche, bereits fertig gehobelt, hier ein Stück Nuss in ähnlicher Stärke, hier noch ein Stück Buche, auch fast gleich dick...

Wie es der Zufall will, ist das Stück Nussbaum genau passend, um als Hammerstiel zu fungieren. Und die Dicke? PASST!

Die Buche ist aber leider über 1/2mm zu dick, hier muss ich mit dem Putzhobel ran.

Als nächstes muss ich nur noch die Vorlagen ausdrucken, mit Sprühkleber einsprühen, kurz warten und dann aufkleben.

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Aussägen, schleifen, Rundung fräsen und verleimen

An der Bandsäge wird freihand ausgesägt, das geht hervorragend und ist deutlich schneller als an der Dekupiersäge.

Die Sägekanten schleife ich dann vorsichtig am Tellerschleifer bei. Hier nicht zuviel wegnehmen!

An meinem Frästisch mache ich den unteren Teil des Griffes mit dem Abrundfräser (Radius 6.3) handfreundlich angenehm rund und spendiere ihm auch gleich noch eine erste Behandling mit 180er Schleifpapier.

Jetzt kann ich schon den ersten Teil verleimen:
Der Stiel kommt zwischen die kleinen Teile aus Buche und alles zusammen wird auf ein Stück Eiche geleimt.
Beim Pressen nutze ich jede Menge Einhandzwingen, genau darauf achtend, dass die Holzstückchen sich nicht verschieben. Austretenden Leim wische ich gleich mit einem feuchten Tuch ab.

Nachdem der Leim ausreichend abgebunden hat, kann ich jetzt auch das letzte Teil aufleimen. Davor gehe ich aber nochmal kurz mit dem Putzhobel über die verleimten Teile, um Unregelmäßigkeiten (ausgetretenen Leim und unterschiedliche Teilehöhe) zu egalisieren.

Jetzt wieder pressen und warten, bis der Leim fest ist.

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Stiel fixieren

Damit der Hammerkopf beim arbeiten nicht unvermittelt abhaut (im wahrsten Wortsinn), wird dieser jetzt noch mit Dübeln fixiert:

zwei 10mm Löcher sind am Bohrständer schnell gebohrt und Riffelstäbe aus Buchenholz mit 10mm Durchmesser hab ich auch noch vorrätig.
Ich säge mir zwei Stücke in passender Länge ab und fase die Sägekante am Tellerschleifer leicht an.

Etwas Leim in die Bohlöcher geben und im unteren Drittel auf den Dübeln verteilen, dann kann ich die Dübel einklopfen und der Leim darf anziehen.
Den Überstand säge ich dann später vorsichtig mit der Japansäge ab.


...ich glaub, ich brauch endlich mal 'ne vernünftige (ungeschränkte) Dübelsäge!

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Schleifen und ölen

Da der Leim ja ein wenig Zeit braucht, nutze ich diese um schonmal die Flächen zu schleifen:
Die Schlagflächen zuerst mit dem Tellerschleifer, später dann mit Schleifpapier: 120er und 180er Körnung, das reicht.

Den oberen Teil des Kopfes und den Stiel schliefe ich manuell einfach mit Schleifpapier, den Stiel noch bis Körnung 240, da der schön in der Hand liegen soll.

Nachdem die Dübelüberstände abgesägt sind, werden nun noch Vorder- und Hinterseite mit Schleifpapier behandelt.

Damit der Klüpfel etwas gefälliger aussieht und nicht so wuchtig wirkt, fase ich die Kanten an der Tischfräse mit einem 45° Fasenfräser an.
Leider habe ich hier keine Fotos gemacht...

Nun noch mit Leinölfirnis behandeln (ersten Auftrag 15 Min einziehen lassen, Überstand abwischen dann noch einen zweiten Auftrag, den ich wieder einziehen lasse, danach etwas einpolieren)

...und fertig!

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Fazit

Ein Schreinerklüpfel, auch Klopfholz genannt, kostet nicht viel: ca. 10,- € bis 40,- € werden dafür aufgerufen (je nachdem, ob man einen billigen im Baumarkt kauft oder sich im Versandhandel einen bestellt, bei dem der Kopf aus einem 1500-jährigem Rotbuchenstamm von vestalischen Jungfrauen bei Neumond im Tempel aus dem Vollen per Hand gehackt und der Stiel aus einer von einem Kugelblitz getroffenen Esche von isländischen Druiden herausgefeilt wird).

Ich hab das Ding aus ein paar Holzresten und etwas Leim hergestellt.

Der Hammer hat in Summe ein Gewicht von ca. 660g (+-, so genau will ich hier nicht sein), damit kann man prima ausstemmen.

Leider habe ich erst nach Fertigstellung bemerkt, dass ich die Buchenstückchen (sozusagen das Inlay rechts und links vom Stiel) falsch gesägt habe: anstatt Hirnholz habe ich dummerweise das Längsholz auf der Schlagfläche!

Auch weiß ich nicht, ob das Nußholz als Griff die beste Wahl war. Esche wäre natürlich deutlich besser gewesen (da Esche ein relativ elastisches Holz ist), aber das hatte ich halt nicht vorrätig.
Mir hat halt der Kontrast gefallen...

Naja, wenn das auf Dauer so nicht funktioniert, bau ich mir halt einen neuen.


Wieder einmal hat mir der Bau viel Spaß gemacht.
Ist zwar ein sehr einfaches Projekt, aber vielleicht macht es einem von euch Lust, sich sein Werkzeug auch selber herzustellen!


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