Schreibtisch aus Eiche - Modern statt altbacken

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Seitensicht des fertiggestellten Schreibtisches
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    400 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Ziel der gesamten Umbauaktion war es das vorher eher zusammengewürftelte Arbeits-/Schlafzimmer ordentlich zu gestalten und dabei auf die geänderten Bedürftnisse einzugehen.

Es sollte ein großer Arbeitsplatz geschaffen werden, auf dem auch mal mehrer offene Ordner und Bücher liegen können ohne gleich stapeln zu müssen - gleichzeitg soll der PC natürlich einen Platz bekommen. Da wir teilweise gleichzeitig zu zweit Arbeiten müssen sollte es für die "Notfälle" einen kleineren Platz geben, welcher keine großen Ansprüche hat.

Auch sollten die mittlerweile zahlreich vorhandenen Ordner mehr geordnet erscheinen und zusätzlicher Stauraum für Schreibtischzubehör geschaffen werden.


Insgesamt wollte wir mehr oder minder von Sperrholz wegkommen und zumindest die Tischplatte aus Echtholz fertigen. Es sollte trotzdem nicht "altbacken" erscheinen sondern einen modernen Touch bekommen. Um dieses Ziel vor allem mit meiner besseren Hälfte gut abzustimmen aber auch die ganzen Materiallisten zu erhalten habe ich das ganze vorher in einem CAD Programm geplant. Die Bilder hierzu sind unten zu finden.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • POF 1200 AE  - Fräse (elektrisch)
  • Stichsäge,  Produktbezeichnung (keine Angabe)
  • Akku-Schrauber,  Produktbezeichnung (keine Angabe)
  • Handkreissäge,  TS 55 REBQ Plus
  • Schwingschleifer,  Produktbezeichnung (keine Angabe)
  • Hammer
  • Holzhobel
  • Winkel
  • Zwingen
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Materialliste
  • 3 x Leimholzplatte | Eiche C-Qualität Keilgezinkt (2400mm x 1250mm x 20mm)
  • ca. 50 x Holzdübel | Buche geriffelt (8mm x 40mm)
  • 1 x Hardwachsöl für Arbeitsplatten | Osmo TopOil High solid
  • 1 x Holzleim | z.B Uhu, Ponal (ca. 500ml)
  • 8 x Spax-Schrauben (Torx) | Eisen, Rostfreu (8mm x 100mm)
  • 1 x Schrankrückwand weiß | HDF, weiß beschichtet (945mm x 149mm x 3mm)
  • 2 x An-Aus-Schalter | Plastik, weiß, rund (20mm Durchmesser)
  • ca. 20 x Möbeluntersetzer | Gummi, flexibel (10mm x 10mm)
  • 1 x PVC-Rohr für Lautsprecher | HT-Rohr (110mm x 500mm)
  • 1 x Weißlack (ca. 250ml)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Fazit der Aktion

CAD-Modell des gesamten Schreibtisches
Foto des gesamten Schreibtisches
CAD-Modell der linken Schreibtischhälfte
Foto der linken Schreibtischhälfte
CAD-Modell der rechten Schreibtischhälfte
Foto der rechten Schreibtischhälfte

Insgesamt hat mein ganzer Umbau knapp eine Woche gedauert (wobei ich allerdings in der Woche auch noch regulär arbeiten musste) und wie Anfangs erwähnt knapp 400€ verschlungen. Ich war mir dieser Kosten natürlich im voraus bewusst und habe diese Investition gerne getätigt - da ich denke so ein langlebiges und optisch ansprechendes Produkt geschaffen zu haben - mit der Betonung auf "Geschaffen"!


Das Arbeiten macht mir wieder super viel Spaß und Besonders das Osmo TopOil hat eine super Oberfläche geschaffen! Ich hätte nicht gedacht, dass ein Öl (oder ist es doch ein Wachs?!) so eine glatte und widerstandsfähige Oberfläche schaffen könnte. Meinen ersten neugierigen Test mit ein wenig Wasser meisterte der Tisch mit Bravour (es perlte einfach ab) und auch meine Kaffeetassen machen keine Abdrücke - man ließt online oft von Problemen mit Hitze, diese kann ich bisher nicht bestätigen.

Zum Abschluss will ich jetzt noch einmal ein paar Fotos und die Renderings der CAD Zeichnung, mittels welcher ich geplant und gebaut habe.

Bei Fragen gerne fragen!

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Zusägen der Platten

Im ersten Schritt ging es darum die noch am Straßenrand liegenden Platten im Stück in den 4. Stock ohne Fahrstuhl zu bekommen! Allein dies schaffte uns für den Tag und so kamen wir zu nichts anderem.

Am nächsten Tag ging es dann allerdings los, die Platten in die benötigen Teile zu zerlegen. Ich habe mir hierfür aus meinen CAD-Zeichnungen die Maße kopiert und einen Plan überlegt, welcher möglichst wenig Verschnitt produziert.

Zugeschnitten wurde größtenteils mit der Festool TS55 REBQ und zugehöriger Führungsschiene FS1400, diese war zwar teilweise zu kurz, allerdings machte der Führungskeil der Säge ein erneutes einsetzten einfacherer. Alle Ungelichmäßigkeiten werden ja eh im nachhinein mit dem Hobel geebnet. Alle Stellen, die mit der Tauchsäge nicht Realisierbar bzw. Erreichbar waren wurden dann mit der Stichsäge gearbeitet.


Bereits hiernach wurden allen Teilen, welche später als Griffkante Sichtbar und vor allem Fühlbar waren eine Fase mit dem Abrundfräser verpasst.

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Leimen der Trägerkonstruktion

Verleimen der Unterkonstruktion mittels Spangurten

Nun wurden die einzeln geschnittenen Querbalken, welche nachher die Zarge und die Gratleisten werden, immer im Doppelpack zusammengeleimt. Hierbei ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass sich die einmal angelegten Balken beim aufbringen des Pressdrucks mit den Zwingen nicht wieder verschieben, was gerne geschieht. (dann muss nämlich extrem nachgearbeitet werden ;)

Mir ist es leider trotzdem passiert, weshalb die Zargen doch knapp 5mm geschrumpft sind, nachdem sie verleimt und eben gehobelt waren.

So entstehen also zwei lange und vier Kurze Balken mit je ca. 6cm Höhe und 4cm Breite.


Nun werden die geleimten Träger jeweils in Paaren (Also die beiden Längszargen und alle vier Querzargen bzw. Gratleisten) erst grob mit der Tauchsäge, dann mit dem Handhobel auf ein einheitliches Maß gebracht.


Den Gratleisten werden nun auch bereits mit der Oberfräse die nötigen Anpassungen verpasst, dass diese später schön in die dafür vorgesehenden Nuten der Tischplatte passen. In meinem Fall mit einer Vertiefung von 10mm.


Der letzte Schritt nun ist die Verleimung der gesamten Unterkonstruktion. Im Nachhinein betrachtet währe es vermutlich sinniger gewesen erst die Gratleisten einzufügen und diese dann (in der Tischplatte befindlich) mit den Längszargen zu verleimen.

So war es allerdings rein technisch für mich einfacher und ich konnte durch das zurückversetzen der Gratleisten um 1-2mm die Spannung der Konstruktion auf die Platte erhöhen was der Festigkeit zugute kommen dürfte. Es liegen die Längszargen also auf der ganzen Breite stramm an der Platte an.

Nach dem verleimen der Zargen mit 40x8mm Holzdübeln (pro Gratleiste & Seite je zwei Stück) wurde jede Gratleiste noch mit einer 100mm Holzschraube und Torx-Kopf verschraubt um den Anpressdruck weiter zu erhöhen und die Verbindung zu festigen. Diese wurde mit dem Kopf allerdings in die Platte versenkt, so dass sie quasi nicht fühlbar und sichtbar ist.

In die Längszargen werden an den Stellen, an denen die Ikea Alex Container und der alte kleine Schrank steht 6mm Löcher gebohrt und von oben Einschlagmuttern eingebracht, welche am Ende nichtmehr zu sehen sind, da die Tischplatte sie verdeckt. Diese dienen der späterern Befestigung des Tisches an die Container mittels fünf Schrauben.

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Bearbeiten der Tischplatte

Einfräsen der Gratnuten an der Tischunterseite

Die Tischplatte wird das zentrale Element des Schreibtisches und sollte so in der Oberflächenbeschaffenheit möglichst Glatt und ungestört wirken.

Deshalb wurde eine Kontruktion gewählt, welche keine Spuren auf der Oberseite hinterlässt. Die Verbindung der Unterkonstruktion mit der Tischplatte wird einzig mittels der vier Querzargen erreicht. Gleichzeitig ermöglichen es diese dem Holz (also der Platte) trotzdem noch Quer zur Maserrichtung zu arbeiten, wohingegen das Werfen der Platte möglichst unterdrückt werden soll. 

Um diese Verbindungen herzustellen wurden die OF1200 mit nachgerüsteter Feineinstellung, einer Kopierhülse, einem 16mm Nutfräse und dem Fräser für Gratleisten genutzt. Mittels der Führungsschiene und einer geraden Leiste wurde die Oberfräse auf die Vorher genauestens angezeichneten Verlauf der Gratleisten angesetzt und zuerst einmal Schrittweise die Nuten eingesägt.

Um die Schrägen einzubringen wurde auf den Fräser für Gratleisten gewechselt und die Führungsschiene so ausgerichtet, dass der Fräser den oberen Rand der Nut nur sehr knapp berührt, wenn die Fräse entlang der Schiene geführt wird. So wird die Nut nicht vergrößert, sondern nur die schräge Kante abgetragen. Man muss allerdings einen hohe Druck gegen die Führungsschiene aufbringen, damit man sich nicht verfräst oder die Fräse abspringt.

Nachdem die Tischplatte so vorbereitet wurde, bekommt sie rundherum mit dem Abrundfräser eine angenehme Fase - in diesem Fall: "Bis es der Regierung / Chefin gefällt" !

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Schleifen aller Teile & Lackierung/Ölung

Unterschied zwischen geölt und nicht geölt
Lackieren der alten Holzschränke

Das Schleifen ist der wohl langwierigste und auch langweiligste - gleichwohl allerdings einer der wichtigsten Schritte im Entstehungsprozess.

In diesem Fall mussten alle Platten - welche ab Werk bereits grob geschliffen wurden - nach und nach von 120 - (150 - 180 -) 240 Körnung geschliffen werden. Die Tischplatte bekam als einzige nach einen Feinschliff mit 320er Körnung.

Alle Schliffe (exkl. der 320er) wurden hierbei mit dem Schwingschleifer mit angeschlossener Absaugung realisiert und kosteten cira einen Arbeitstag.


Nachdem die Oberfäche nun fertig geglättet war, kam das Wachs zum Einsatz. Aufgrund der guten Verarbeitungseingenschaften und der hohen Oberfächenqualität nutzte ich das - nicht ganz günstige - Osmo TopOil High Solid. Alle Einzelteile bekamen im noch nicht zusammengebauten Zustand eine erste Ladung ab.

Der Schreibtisch wurde beideitig 3 Mal behandelt, wobei nach der ersten Behandlung sehr leicht mit 400er Schleifpapier die aufgestellten Fasern gekappt wurden. Nach dem 3. Auftrag wurde nochmals mit 400er leicht drübergewischt um die Oberfrläche perfekt zu glätten.


Die beiden aus dem Vorgänger-Tisch übernommenden Schränke in Buche-Dekor wurden nur leicht angeschliffen und dann mittels Weißlacks zweifach gestrichen.

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Bau des Ordner-Regals

Nachdem nun alle Teile bereits ihre Fase, den Schliff und die erste Schicht Öl bekommen haben wurde der Schrank zusammengebaut. Eigentlich selbsterklärend:

Vor dem Zusammenbau habe ich mir aus einem Stück Restholz eine Dübelschablone mit 4 Löchern gezeichnet, sodass wirklich alle Löcher den gleichen Abstand haben, Danach wurden alle 64 Löcher in die jeweilige Stelle gebohrt (hierbei empfiehlt es sich einen Tiefenanschlag zu nutzen um nicht zu tief einzubohren). Hierbei wurde darauf geachtet, dass diese zu 100% gerade sind und vor allem die Regalböden einen ordentlichen Abstand zueinander haben um einerseits ansehlich auszuschauen, andererseits natürlich um den Ordnern platz zu lassen.

Nach dem Bohren werden alle Löcher der Seitenwände ordentlich mit Leim gefüllt und dann die Dübel bis zum Anschlag eingeschlagen.

Nun werden die Dübel auf der anderen Seite mit Leim beschichtet und die Böden eingesteckt. Die zweite Wand wird angebracht und durch den Druck der Spanngurte fest zusammengepresst. Zum Schluss wird der Boden festgeschraubt und der Deckel ebenfalls mit Dübeln festgemacht. Durch das Versetzen der Dübellöcher um ca. 1mm pro Seite nach innen wird der Druck auf das Regal erhöht und ein "herausfallen" der Böden weiter verhindert.

Nach dem Zusammenbau erfolgte ein weiterer Anstrich mit dem Osmo-Wachs.

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Zusammenbau

Erstes Bild vom zusammengebauten Tisch!
Der "Beischrank", welcher nun auch den Platz für den Drucker stellt.

Als Abschluss werden die Regale nun zusammengestellt und die Tischplatte + Unterkonstruktion auf diese gehievt. Dann wird die Verbindung mittels der Schrauben + vorher eingebrachten Einschlagmuttern hergestellt. 

Die Schränke werden eingeräumt und man darf sich nach Verkabelung aller Technik an seinem Werk erfreuen.


Ich habe bei mir noch zwei Lautsprecherständer aus dem übrig gebliebenen Holz gerfertigt und in die Unterkonstruktion zwei An-Aus-Schalter eingebracht, um den Strom für die unterschiedlichen Stromkreise (einmal PC+Lautsprecher, einmal Zubehör wie Drucker und Festplatten) getrennt schalten zu können. Auch entstand auf der rechten Seite des Zimmers noch ein Schrank um weiteres Material lagern zu können, welches nach dem Einräumen der beiden Unterschränke noch übrig war. Die Herstellung diese Schrankes war einfach: Erst wie den anderen zweiten Unterschrank lackieren. Nach Vorbild der ehemaligen Türen die neuen aus Eiche ausschneiden; dann die Griffe in Anlehnung an die Ikea-Alex Griffe mit der Oberfräse+Bündigfräser ausfräsen und die neuen Eichen-Türen einhängen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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