Schneidbrett/Servierbrett mit Epoxidharz

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Servierbrett/Schneidebrett aus Holz und Epoxidharz selber machen | Arbeiten mit Epoxidharz
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    20 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Die Kombination Epoxidharz und Holz, am besten mit Baumkante, gefällt wohl nicht nur mir besonders gut. Als erstes Projekt wollte ich mich nicht gleich an einen Tisch wagen und habe daher mit zwei kleinen Servier-/Dekobrettern angefangen.
Erste Erfahrungen mit Harz konnte ich schon früher sammeln, allerdings habe ich es da nicht als Gießharz verwendet.
Ich wollte vor allem ausprobieren wie die Farben wirken und wie gut sich das Harz aus der Form lösen lässt. Da alles sehr gut funktioniert hat, erstelle ich ein kleines Projekt daraus. Das Projekt soll euch dazu ermutigen, selbst einmal Versuche mit Epoxidharz zu machen. Es ist wirklich nicht schwer und belohnt euch mit großartigen Ergebnissen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Oberfräse,  RT0700CX2J
  • Tischkreissäge,  TKU 1693 D
  • Exzenterschleifer,  GEX 125-150 AVE
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Materialliste
  • Holz mit Baumkante | Bohlen
  • Epoxidharz

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangsmaterial

Als Ausgangsmaterial dienen bei mir zwei Bretter mit Baumkante, ca. 3cm dick. Bei dem kleinen handelt es sich um Birke, die Holzart von dem großen ist mir nicht bekannt. Es ist sehr hart und hat kaum sichtbare Jahrringe. Vermutlich handelt es sich um ein Tropenholz.
Die Rinde an der Birke sieht zwar sehr schön aus, hält aber nur schlecht am Holz. Deshalb muss die Rinde bei Harzprojekten leider meistens entfernt werden. Ich habe das mit einem Stechbeitel und am Ende mit etwas Schleifpapier erledigt.

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Zuschnitt

Den Zuschnitt habe ich auf meiner Formatkreissäge gemacht. Dabei habe ich das Brett mit dem Niederhalter für das Besäumen von Bohlen befestigt. Gut geeignet ist denke ich auch ein selbstgebauter Schiebeschlitten. Der Parallelanschlag ist bei Baumkanten ungeeignet.
Achtet bei diesem Zuschnitt besonders auf eure Finger. Da keine der Kanten gerade ist, solltet ihr besondere Vorsicht walten lassen.

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Form

Für die Form habe ich Leisten aus beschichteter Spanplatte gesägt, die etwas höher als die Bretter dick sind. Diese Leisten habe ich rings um die Bretter auf ein Reststück beschichtete Spanplatte geklebt, so dass zwischen den Brettern jeweils ein "Kanal" bleibt.
Die Fugen habe ich noch zusätzlich mit Heißkleber abgedichtet. Auslaufendes Harz ist eine riesen Schmiererei und kann später nur noch sehr schwer entfernt werden.

Als letztes habe ich die Form komplett mit Trennwachs behandelt. Den Tipp für das Trennwachs habe ich hier aus dem Forum (Danke).
Das Trennwachs muss nach dem Ablüften noch einmal glänzend aufpoliert werden.
Aufgrund der Inhaltsstoffe werde ich allerdings eventuell noch Versuche mit anderen Wachsen starten.

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Gießen

Vor dem eigentlichen Gießen habe ich die Baumkanten mit etwas Harz versiegelt. Das verhindert, dass Luftblasen aus dem Holz aufsteigen und später im Harz zu sehen sind.
Gegossen habe ich beide Bretter in drei Schichten (jeweils 1cm). Die Schichtdicke darf nicht zu dick sein, da sich das Harz sonst zu sehr erwärmt und beim Aushärten spröde wird. Durch größere Hitze härtet das Harz schneller aus, was beim Gießen der nächsten Schicht relevant ist.
Gegossen habe ich nass in nass, was bedeutet, dass die vorherige Schicht noch nicht vollständig ausgehärtet sein darf. Durch diese Technik verbinden sich die beiden Schichten chemisch und halten wie eine Schicht. Alternativ kann gewartet werden, bis eine Schicht komplett ausgehärtet ist. Diese muss dann allerdings vor der nächsten Schicht grob angeschliffen werden.

Das Harz habe ich bei jeder Schicht in zwei unterschiedlichen Blautönen eingefärbt. Die verwendete Anzahl Farbtropfen pro 100ml habe ich notiert um jeweils etwa den gleichen Farbton zu treffen.
Luftblasen habe ich bei jeder Schicht mit dem Heißluftfön entfernt. Dabei muss darauf geachtet werden, das Harz nicht stark zu erwärmen.

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Planfräsen/Dickenhobeln

Nach dem das Harz einige Tage getrocknet war, konnte ich es aus der Form lösen, was sehr gut funktioniert hat. Die Oberfläche war allerdings überhaupt nicht plan und schleifen hätte sehr lange gedauert. Von Hand war es mir auch zu viel, zumal ich nicht weiß wie gut sich das Harz hobeln lässt. Ich habe daher ein kleines Hilfsmittel verwendet, das ich in einem anderen Projekt bereits vorgestellt habe.
Bei dem Harz darf nur mit sehr wenig Vorschub gearbeitet werden, da es sonst leicht ausbricht. Ich habe das Hilfsmittel auf beiden Seiten zum Abrichten verwendet. Dafür ist es eigentlich nicht gebaut, der Fehler liegt allerdings bei weniger als 1mm, was für mich akzeptabel ist.

Wie auf den Bildern zu erkennen ist, produziert diese Arbeit sehr viel Dreck und Staub. Absaugen ist bei der Vorrichtung sehr schwierig, weshalb ein Mundschutz absolut notwendig ist. Meinen Luftreiniger schalte ich bei solchen Arbeiten inzwischen auch immer an, was zumindest vom Gefühl die Luft schneller wieder sauber macht.

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Oberflächenbehandlung

Das Planfräsen mit dem Hilfsmittel hinterlässt Spuren. Diese sind aber nur oberflächlich und können mit Korn 120 entfernt werden. Nach dem Schleifen mit Korn 180 habe ich die Bretter noch zugesägt sowie die Kanten abgerundet. Beim Kantenfräsen erst eine Hirnholzseite bearbeiten und danach gegen den Uhrzeigersinn arbeiten, das verhindert sichtbare Ausbrüche.
Danach habe ich weiter geschliffen bis Korn 2000 und ab Korn 800 nass und nur noch den Streifen mit dem Harz. Anschließend habe ich die Harzfläche noch poliert.
Abschließend habe ich das Brett mit gebleichtem Leinöl geölt. Das ist lebensmittelecht, trocknet jedoch etwas schneller als normales Leinöl und feuert nicht so stark an.

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Fazit und Video

Servierbrett/Schneidebrett aus Holz und Epoxidharz selber machen | Arbeiten mit Epoxidharz

Das Ergebnis von meinem ersten Projekt in dem ich Epoxidharz als Gießharz verwendet habe gefällt mir sehr gut. Ich hatte Bedenken, dass das Einfärben nicht richtig funktionieren könnte, das Harz sich nicht mehr aus der Form lösen lässt oder die Oberfläche am Ende nicht spiegelnd wird. All diese Probleme sind nicht aufgetreten und ich habe ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Das zweite größere Brett, gefällt mir noch deutlich besser, als das kleine, das ich mit der Kamera verfolgt habe. Das Projekt hat mir wieder viel Spaß gemacht und somit wünsche ich euch, falls es euch gefällt, viel Spaß beim Nachbauen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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