Schleiftest zum Produkttest AdvancedOrbit 18

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    1 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Im Rahmen des Produkttests AdvancedOrbit 18 habe ich mehrere Tests gemacht, deren Inhalt und Fotos ich unmöglich sinnvoll in den Testbericht unterbringen kann. Ich habe beispielsweise die Schleifstaubmenge im Microfilter und auf der Werkbank miteinander verglichen und den neuen Akku-Exzenterschleifer von Bosch gegen andere Schleifer antreten lassen. Die Details nehmen viel Text und Bilder in Anspruch. Deshalb habe ich mich zu diesem Schleiftest-Projekt entschieden. So kann ich Bilder in den Kontext zur Beschreibung setzen und so detailliert beschreiben was ich wie getestet habe.


Hier geht es zum Testbericht "AdvancedOrbit 18 - Schleifen macht süchtig"


Im Bild übrigens sieht man den AdvancedOrbit mit angeschlossenem Absaugschlauch und der Universalmuffe von Festool. Sie passt perfekt auf den Absaugstutzen des Schleifers. 


Bitte vergebt hier keine Daumen! Mir geht es absolut nicht um Punkte - habe schon mehr als genug. Mir geht es hier ausschließlich um die Möglichkeit aussagekräftig Schleifergebnisse miteinander zu vergleichen und diese Euch vorzustellen. Danke!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Exzenterschleifer
  • Schwingschleifer
  • Bandschleifer
  • Multifunktionswerkzeug
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Materialliste
  • kunststoffbeschichtung Folie
  • schleiflackplatte
  • Schleifpapiere verschiedener Hersteller

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zusammenfassung

Perfekte Lackvorbereitung

Dies Tests ergaben für mich drei klare Aussagen:


  • Das Microfiltersystem ist als Staubfangbox nicht sehr effektiv. Eine Absaugun ist im Wohnbereich ein Muss und in der Werkstatt sehr hilfreich. 
  • Schleifpapier aus Discountern lohnt nicht wirklich. Ein Zwanzigerpack z.B. von Lidl für 3,99 Euro kostet hochgerechnet auf 50 Stück knapp 10 Euro. Ein Großpack Bosch-Schleifblätter mit 50 Blatt gibt es bei Hornbach für 18 Euro. Dafür ist die Standzeit deutlich höher, der Arbeitsfortschritt schneller und letztlich spart man Zeit und Geld.
  • Will man gezielt moderaten Abrieb und eine sehr gute, glatte Oberfläche ist man mit dem AdvancedOrbit gut beraten. Preis/Leistung stimmt.

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Hinweis zu Billig-Schleifpapieren

Noch ein Hinweis zu Schleifpapieren: Jeder Hersteller von Geräten verwendet unterschiedlichen Klettbelag. Mit steigender Qualität werden feinere Kletthaken genutzt um so das Vlies auf den Schleifscheiben möglichst dünn und damit die Scheiben selbst dünn und flexibel zu halten. Das ist auch im Hinblick auf Softscheiben für konvexe oder konkave Oberflächen enorm wichtig. Das Schleifpapier muss der Form nachgeben können. 


Man stelle sich an einer Stelle der Oberfläche eine Erhöhung von 2 mm beispielsweise ein hartes Astauge vor. Bei Softscheiben und dünnem flexiblen Schleifmittel drückt sich die Erhebung in den Schleifteller ein und dieser bleibt plan auf der Fläche liegen. Dabei ist die Schleifwirkung durch den Gegendruck des eingedrückten Schleiftellers an dieser Stelle enorm hoch. Wäre nun aber die Schleifscheibe hart und unflexibel, würde die Maschine über diese Stelle kippen und zugleich an anderer Stelle ebenfalls Material abtragen. Wer also eine sehr plane glatte Fläche erzeugen will, braucht einen recht weichen Schleifteller und passende nachgebende Schleifmittel. Und das geht mit harten inflexiblen Billig-Schleifpapieren nicht.

Billigpapiere haben auch meist viel gröbere Vliesrücken. Denn sie müssen für alle Maschinen funktionell sein. Auch für die Billigversionen der Diskounter. Die groben Vliesrücken können damit auch die feinen Häkchen von hochwertigen Schleiftellern zerstören. Denn die Scheiben liegen nicht so eng auf dem Schleifteller, sie neigen dann auf dem Schleifteller selbst zu vibrieren und zerren bei jedem Widerstand direkt an den Häkchen. Auch beim Abnehmen zerren die festen Fasern zu stark an den Häkchen und können sogar zum Ablösen des Klettbelags vom Schleifteller führen. 

Also lieber etwas mehr ausgeben als den Kauf auf eines neuen Schleiftellers zu riskieren. Und dünnere Schleifmittel erzeugen wesentlich planere Oberflächen. Das Arbeitsergebnis wird somit deutlich besser bei höherer Standzeit der Schleifmittel. 

Im Bild: So sieht ein gutes, vollkommen abgenutztes Schleifpapier von Bosch aus. Kein sich fest setzender Schleifstaub, der Rand ist abgenutzt, keine Ausrisse an den Absaugöffnungen und am Rand, die Schleifscheibe ist beim Fingertest fein und glatt. Hiermit wurde Hochglanzlack auf einem kompletten Türblatt abgeschliffen. Für sieben Türzargen und vier Türen habe ich insgesamt keine 20 Schleifpapiere verschliffen. Der Preis dafür lag deutlich unter 10 Euro. Man kann also nicht wirklich bei Billigpapier sparen ...

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Test zur Staubentwicklung

Schleifstaub im Vergleich - Werkbank und Mikrofilter
Schleifstaub hängt am Akku
Schleifmehl auf einer Kommode

Ich habe den AdvancedOrbit gesäubert und die Microfilter-Kassette ordentlich rein gemacht. Dann habe ich ein Fichten-Leimholz 60 mal 30 cm mit P240 und Stufe 2-3 geschliffen. 


Daraufhin habe ich den Schleifstaub auf der geschliffenen Oberfläche und rund um das Brett auf der Werkbank zusammen geschoben. Dann wurde das Mikrofilter-System entleert, die Lamellen des Filters gereinigt und der angefallene Schleifstaub auf einen weiteren Haufen auf der Wekbank zusammen geschoben. Da Berge an Schleifstaub nur schlecht zu vergleichen sind, habe ich mittels Lineal die Haufen in die Länge gezogen und mit dem Lineal flachgedrückt. So habe ich Streifen in etwa der gleichen Dicke und einer Breite von 2 cm.

Diese Schleifstaubstrecken kann man nun in der Länge abmessen. Und das Ergebnis ist höchst interessant: Wir haben eine Länge von etwa 4 cm an Schleifstaub, der in der Waagerechten am Brett nicht vom Gerät aufgenommen wurde. Daneben habe ich eine Strecke von 12 cm aus dem Filter. 

Rein rechnerisch ergibt das eine Gesamtmenge von 16 cm. 4 cm davon sind 25 Prozent. Es wurden folglich 25 Prozent des Schleifstaubs nicht vom AdvancedOrbit aufgenommen oder 75 Prozent wurden "abgesaugt".

Das kann man nun sehen, wie man mag: Ist das Glas nun viertel voll oder Dreiviertel leer? - immerhin wurden ja auch 75 Prozent des Schleifstaubs entfernt. 

In der Werkstatt könnte ich prinzipiell damit umgehen, will ich aber nicht. Ich werde künftig nur noch mit dem Saugschlauch absaugen. Im Freien wäre mir das gleichgültig, aber beim anschließenden Lackieren kann ich keinen Staub im Raum brauchen ... 

In den folgenden Versuchen sauge ich die Schleifer mit dem Sauger ab. Und siehe da, kein Krümelchen Staub bleibt auf der Werkbank oder dem Werkstück liegen. Wohl dem, der die Saugkraft des Saugers drosseln kann. Ich habe meinen auf schwächste Leistung gestellt. So saugt sich der Schleifer nicht am Werkstück fest. Aber die Absaugung funktioniert dennoch tadellos. Mit Absaugung ist der AdvancedOrbit sehr sauber. Klasse! 

In den beiden weiteren Bildern zeige ich Euch, dass am Akku oberhalb des Auslasses des Microfiltersystems sich Schleifstaub angesammelt hat. Das demonstriert sehr gut, dass die Box keinen wirklichen Feinstaubfilter beinhaltet. Und beim Schleifen einer Kommode (steht bei uns im Flur) blieb dieser Berg an Schleifstaub trotz Staubfangbox auf der Platte liegen bzw. Gelangte in die Wohnraumluft. Also im Wohnraum ohne Absaugung zu schleifen empfiehlt sich nicht.

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Schlussnotiz

Ich hoffe ich konnte Euch nebenbei auch etwas Fachwissen zu Exzenterschleifern liefern: Der Anpressdruck ist entscheidend, man schleift Holz und Lack idealerweise auf Stufe drei, erst wenn es um ein extrem feines Schleifbild geht macht eine Geschwindigkeit von Stufe 3 bis 6 Sinn - wenn man Papier um die Körnung 320 verwendet oder man mit einer Polierscheibe arbeitet. Wenn das Blatt steht weiß man, dass man extrem starken Abrieb hat, sobald sich der Teller wieder dreht hat man entweder am Druck nachgelassen oder die Fläche ist ausreichend glatt geschliffen, so dass das Schleifmittel wenig Haftung in Riefen bekommen kann.

Vielen Dank fürs Lesen. Und wie gesagt, gebt keine Daumen, das Projekt ist Teil des Testberichtes und nicht gemacht um Punkte zu bekommen. Die habe ich nämlich in Form eines exzellenten Akkuschleifers längst erhalten.


Die Kommentarfunktion dürft Ihr gerne Nutzen um Fragen zu stellen und positive wie negative Kritik zu formulieren. 

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Test: Schleifpapiere im Vergleich

Der direkte Schleifpapiervergleich
Aufzeichnung der Maße der Scheiben mit 125 mm
Aufsauglöcher bohren

In diesem Test habe ich unterschiedliche Schleifpapiere - alle laut Hersteller P120 - gegeneinander antreten lassen.


Der Grund war zunächst, wissen zu wollen, ob günstige Schleifpapiere aus dem Baumarkt oder den Lebensmitteldiscountern eine echte Kaufberechtigung haben.

Konkret habe ich verwendet:
Bosch rot für Holz (beigelegtes Papier für den Test)
Workzone Aldi rot für Holz
Festool Rubin 2 für Holz auf dem Exzenterschleifer 

Ich habe bei diesem Test den AdvancedOrbit mit meinem Sauger abgesaugt. 

In der unteren Reihe des Bildes seht Ihr rechts da Reverenzbild des Festool Schwingschleifers. Links unten ist eine Schleiffläche des Bosch-Schleifpapiers. Die Zeitdauer war doppelt so lange! Hierbei habe ich aber im Gegensatz zum späteren Test Druck auf den Schleifer ausgeübt. So hatte ich starken Anpressdruck und dadurch mehr Abrieb. 

Im nächsten Schritt habe ich das Aldi-Workzone-Papier ausprobiert. Die Zeitdauer war ebenfalls 2 Minuten. Man sieht hier, dass das Ergebnis schlechter ist. Eine halbe Minute länger und es wäre vergleichbar gut. Dabei ist aber zusätzlich zu beachten, dass das Workzone-Papier sehr dick und unflexibel ist - für gebogene Flächen also unbrauchbar. Sodann fühlt es sich viel gröber an als P120. Ich schätze hier wird bewusst gemogelt, aber die Schleifkörner sind offenbar weniger scharfkantig. Also hierfür gibt es von mir keine Kaufempfehlung. Finger weg! 

Nun will ich es aber wissen! Ist das Festool-Papier wirklich besser oder liegt es am Gerät. Also schneide ich zwei Festool-Papiere passend zu den Bosch-Scheiben zu und bohre Absauglöcher (Bild 2 und Bild 3). Aufgesetzt ist das jetzt ein Festool-Papier auf dem AdvancedOrbit.

Interessantes Ergebnis: Der AdvancedOrbit erreicht in der gleichen Zeit nahezu das gleiche Ergebnis. Allerdings mit viel Anpressdruck, viel Bewegung und kantigem Aufsetzen. Also ist das Papier deutlich besser! 

Fazit: Finger weg vom Aldi-Billigpapier. Das Bosch-Papier ist gut und hat auch im Augenvergleich eine bessere Standzeit. Besser ist das Festool-Papier - so es denn für den Bosch-Exzenterschleifer zu kaufen wäre - ist es aber nicht und damit klare Kaufempfehlung für ausschließlich Bosch-Schleifpapier. 

Hiermit will ich auch gleich mit einem Vorurteil aufräumen. Je mehr Druck auf den Schleifer ausgeübt wird, um so mehr Abrieb habe ich. Die Geschwindigkeit des Schleifers ist hierbei eher unerheblich. Vergleicht bitte das Ergebnis hier mit dem Ergebnis des nachfolgenden Tests ohne Druck auf das Gerät. Hier ist es eindeutig demonstriert: Der Anpressdruck entscheidet wesentlich über den Abtrag. 


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Der Videovergleich

Test Advanced Orbit 18
Test Festool Rutscher

In den zwei Videos seht Ihr das Schleifen mit dem AdvancedOrbit und des Festool-Rutschers in Echtzeit. Die Zeitdauer des Schliffs ist bei beiden Videos in etwa gleich. Beim AdvancedOrbit verwende ich das Original-Bosch-Papier. Das Holz ist wie in den vorangegangenen Test die Schleiflackplatte.


Im Video des AdvancedOrbit sieht man auch wie einfach es mit der Aufbringhilfe klappt das Schleifpapier aufzusetzen. 

Nun was soll ich sagen, das Ergebnis spricht für sich. Mit dem AdvancedOrbit muss man sich etwas anstrengen. Der Rutscher schafft die Fläche enorm schnell und macht sogar noch mehr in der gleichen Zeit. Das liegt am besseren Schleifpapier. 

Man sollte natürlich auch eines beachten. Ich habe hier extrem harten Lack geschliffen. Das war eine echte Herausforderung! Bei einem normalen Türlack oder bei einem direktem Schleifen von Holzoberflächen macht sich dies bei weitem nicht so bemerkbar. 

Fazit: Der AdvancedOrbit schlägt sich gut im Vergleich mit dem Festool-Rutscher. Wäre das Papier vergleichbar, könnte man, zwar mit etwas mehr Mühe, das selbe Ergebnis wie mit dem Profigerät erzielen. Und das zu einem Drittel des Kaufpreises des Schleifers. Und dabei den Vorteil viel breiterer Anwendungsmöglichkeiten wie das Schleifen und Polieren größerer Flächen. 

Auch wenn das Ergebnis aufzeigt, dass das Schleifpapier von Bosch zu verbessern ist bin ich mit dem AdvancedOrbit 18 sehr zufrieden. Das Akkugerät leistet sehr gute Arbeit! 

Hier ein wichtiger und nicht zu verachtender Hinweis: Geht es nur um den möglichst schnellen Abrieb? Ich denke nein. Beim Entfernen alter Lackschichten, die Nasen haben oder deutliche Pinselspuren geht es vielmehr darum eine ebene Oberfläche zu erzielen. Ein Komplettabtrag wäre eher hinderlich, man müsste erneut vorstreichen und hätte erneut Pinselriefen. Es geht also vielmehr darum Überstände abzutragen ohne die ebene Lackschicht drunter abzuschleifen. Und hierfür braucht es keinen extremen Abrieb sondern vielmehr einen sanften. Und das war beim Türrahmen und Türblättern schleifen eigentlich ein deutlicher Vorteil des AdvancedOrbit gegenüber dem eher abtragsfreudigen Rutschers. 


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Test 3: Schleifen von Multiplex

Das Pulver wird aufgebracht und mit einem sehr feinen Pinsel verteilt.
Auf der unbearbeiteten Seite ergibt sich eine kräftig blaue Farbschicht
Wobei sich auf der geschliffenen Seite nur ein dünner Film zeigt.
Hier die unbearbeitete Seite im Gegenlicht. Stumpf und rauh. .
Und hier ein feiner Seidenglanz auf der geschliffenen Seite.

Bisher habe ich Kunststoffbeschichtung und harten Lack geschliffen. Nun will ich aber noch Holz - den bevorzugten Werkstoff von Heimwerkern - testen. 


Ich habe ein Reststück Multiplex auf meine BenchCookies gelegt und geschliffen. Nun sollte man wissen, dass Multiplex in der Regel aus Hartholz besteht und unbehandelt verkauft wird. Die Haptik ist recht grob und man sieht deutliche Schleif- und Sägespuren. 

Geschliffen habe ich zunächst mit P120, dann P240 jeweils von Bosch. 
Nach kurzer Zeit habe ich ein sehr gutes Ergebnis. Nur wie kann ich das in Bildern und einem Projekt darstellen? 

Ich habe Pigmentpuder zum Nachfüllen einer Schlagschnur. Ich schütte etwas auf beide Seiten des Brettes: Auf die rohe, ungeschliffene Seite und auf die fein geschliffene Seite. Ich denke, man kann das nun in den Bildern erkennen und vergleichen. 

Das Schleifergebnis bei Holz ist tadellos. Der AdvancedOrbit schleift herrlich über das Holz. Kleine Unebenheiten quittiert er sogleich mit Geschwindigkeitsveränderungen in der Rotation. Man fühlt direkt am Schleifer an welcher Stelle Unebenheiten sind. Kurz darauf gleitet er über die Fläche. Zuletzt hat man das Gefühl, der Schleifer gleitet wie auf einem Luftkissen über das Holz. Man spürt keinerlei Widerstand mehr - das Holz ist absolut glatt. 

Was ist genauer als unsere Fingerspitzen? Ich denke die beste Prüfung ist immer die Haptik. Das Holz hat eine wirklich seidige Oberfläche. Ich bin begeistert. 

Diese Qualität kenne ich wirklich bisher nur vom Festool-Rutscher. Kurzum ich nehme diesen und schleife ebenfalls mit P240 über das Brett. Eine optische oder spürbare Veränderung kann ich nicht erkennen. Dann nehme ich noch Papier mit P320. Aber eine wirklich große Verbesserung gibt es nicht. In der Regel genügt bei Holz auch ein Feinschliff bis P240. 

Diesen Test hat der AdvancedOrbit mit Bravour bestanden! Ganz klar Daumen hoch für diesen Exzenterschleifer. Und hier konnte ich auch keinen Unterschied von Bosch zum Festool-Papier feststellen. Bei Holz macht dies ein klasse Arbeit! Noch ein kleiner Hinweis: Ich habe den AdvancedOrbit abgesaugt ufd hatte keinerlei Schleifstaub an der Werkbank und das Papier sah hinterher aus wie neu - es setzt sich nichts zu. Das Papier hat bei Holz offenbar seine besondere Qualität. 


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Test 1: Kunststoffbeschichtete Spanplatte von Ikea

Bosch PEX 270 A
AdvancedOrbit 18

Testbedingungen:


  • Ikea Spanplatte weiß kunststoffbeschichtet. Die Beschichtung ist relativ weich und kann mit einem scharfen Messer problemlos eingeschnitten werden. Vermutlich handelt es sich um eine aufgebrachte Folie.
  • Die Schleifer werden für exakt 60 Sekunden auf die Schläche gestellt und hierbei nicht bewegt. Sie werden lediglich festgehalten um ein Schlingern zu vermeiden.
  • Der PEX ist nicht regelbar, um gleiche Bedingungen zu erhalten verwende ich bei dem AdvancedOrbit die Stufe 6 - höchste Geschwindigkeit. 
  • Beide Schleifer werden nicht abgesaugt sondern werden mit der passenden Staubbox verwendet.
  • Als Papier verwende ich Bosch Schleifmittel ungenutzt in Körnung P40 
Bild 1: Pex 270 A
Bild 2: AdvancedOrbit 18

Testergebnis:

Der AdvancedOrbit 18 hat einen deutlich besseren Abrieb als der PEX 270 A! Wo der PEX gerade die Oberfläche gerade anraut schafft es der AdvandcedOrbit die Kunststofffolie komplett zu entfernen. 

Bei relativ weichen Materialien hat der AdvancedOrbit eindeutig die Nase vorn! 

Zu beachten ist hier, dass es sich hierbei um ein Akkugerät handelt, das zudem noch deutlich leiser und viel einfacher zu benutzen ist. In Bezug auf Staubentwicklung waren beide Geräte gleich sauber. 



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Test 2: Schleiflack-Platte - Testbedingungen

2,7 mm Brettstärke mit Lack
2,0 mm Brettstärke ohne Lack auf Oberseite

Testbedingungen:


  • Ich verwende eine Schleiflackplatte. Der Lack ist 0,7 mm fabrikseitig aufgebracht worden. Er ist extrem hart. Selbst Messerschnitte sind praktisch nicht sichtbar. Der Lack ist aufgrund eines maschinellen Nachschliffs matt und zugleich sehr glatt. 
  • Die Schleifer werden für exakt 120 Sekunden auf die Schläche gestellt und hierbei nicht bewegt. Sie werden lediglich festgehalten um ein Schlingern zu vermeiden.
  • Die Bosch-Schleifer werden mit der passenden Staubfangbox betrieben, der Fein-Multimaster ohne jegliche Absaugung/Auffangbox, der Kress-Exzenterschleifer und der Festool-Rutscher werden abgesaugt. 
  • Als Papier verwende ich unterschiedliches Papier verschiedener Hersteller und unterschiedlicher Körnung. 
In den folgenden Arbeitsschritten zeige ich konkret das Schleifbild bzw. den Antrag einzelner Schleifgeräte im Vergleich zum AdvancedOrbit 18.

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Test 2: Schleiflack-Platte - Pex versus AdvancedOrbit 18

Im Bild die Ergebnisse des AdvancedOrbit 18 links im Vergleich zum PEX 270 A.


Der AdvancedOrbit schneidet minimal besser ab. Beide Exzenterschleifer schaffen einen kompletten Abrieb am Rand, der AdvancedOrbit schafft zusätzlich relativ mittig den Lack fast abzuschleifen. Das Schleifblatt des AdvancedOrbit hat deutlich sichtbare Spuren. Es ist allerdings bei der Fingerprobe noch sehr scharf und eher nicht abgenutzt. Das Blatt wurde vor der Aufnahme abgesaugt. 

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Test 2| Schleiflackplatte - versus Fein Multimaster

nun vergleiche ich die Ergebnisse des AdvancedOrbit und des PEX mit meinem Fein Multimaster 636 II. 


Beim Multimaster verwende ich P60. 
Der Multimaster wird nicht abgesaugt, ich hebe etwa alle 10 Sekunden das Schleifblatt und wische den Schleifstaub mit der Hand ab. Für den Zeitaufwand gebe ich dem Multimaster statt 120 Sekunden 30 Sekunden hinzu. 

Bild: Unten sieht man das Ergebnis des Multimasters. Der Multimaster schafft es auch das Holz sichtbar zu machen. Allerdings leidet das Blatt sehr stark, es setzt sich extrem zu was sicher auch der fehlenden Absaugung geschuldet ist. 

Ergebnis: Der Multimaster erzielt ein schlechteres Ergebnis, was sich auf große Flächen natürlich noch weiter auswirken würde. 

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Test 2 Schleiflackplatte - versus Kress-Exzenterschleifer

Nun vergleiche ich die Ergebnisse mit meinem Kress Exzenterschleifer CPS6125-1. ich verwende hier ein Wolfcraft Schleifpapier mit Durchmesser 115 mm in Körnung P40. Der Kress-Schleifer wird abgesaugt, der Zubehörstaubbeutel ist unpraktisch und ich habe mir einen Absaugadapter selbst gebaut. 


Hier fällt mir auf, dass die Körnung P40 hier deutlich gröber ist, als die Körnung des Bosch-Blattes mit P40. Das deutet schon mal darauf hin, dass die Hersteller unterschiedliche Maßstäbe für Körnungen haben ...  

Ergebnis: 

Der Kress-Exzenterschleifer erzielt ein schlechteres Ergebnis. Die durchgeschliffene Fläche ist erheblich kleiner als die der anderen Schleifer. Die beiden Bosch-Geräte haben die Nase vorn. 

Ich möchte hier aber auch daruf hinweisen, dass der Kress-Exzenterschleifer ein kabelgebundenes Gerät ist, das auch deutlich lauter als der AdvancedOrbit und zusätzlich laufunruhiger ist. Also hier ein deutliches Plus für den AdvancedOrbit.

Das Wolfcraft-Schleifmittel ist nach Absaugen sauberer als das Bosch-Schleifmittel. Allerdings erkennt man hier die deutlich gröbere Körnung. Dadurch setzt es sich natürlich viel später zu. Am Rand erkenne ich aber bereits Ablösungen des Korrund - die Standzeit des Papieres ist nicht so hoch. Auch ist das Schleifmittel sehr steif und etwa doppelt so dick wie das von Bosch. Mit einer weicheren Schleifplatte würde das Wolfcraft-Schleifmittel sehr schnell spröde werden und verschleissen. 

Das Bosch-Schleifmittel hat für mich die Nase vorn. 

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Test 2: Schleiflackplatte - versus Bandschleifer

Jetzt will ich es aber wissen: Ich fahre andere Geschütze auf! Der Bandschleifer PBS 75 AE mit einem gebrauchten Schleifband P60 von Bosch. 


Der Schleifer wird wie alle anderen aufgesetzt und nicht bewegt. Ich versuche lediglich Schlingern und Bewegungen zu verhindern.

Ergebnis: 

Der Bandschleifer hat wie erwartet einen sehr hohen Abrieb. Nach 60 Sekunden - also der halben Testzeit - schalte ich ihn aus. Er hat sich an den Stellen an dem der Lack komplett abgeschliffen wurde bereits in das Holz gefressen. Der Schleifer hinterlässt zwei Streifen, die bei einer Bewegung des Schleifers natürlich eine zusammenhängende Fläche ergeben hätten.

Das Schleifband enthält nun einiges an Abrieb. 

Der Bandschleifer liefert erwartungsgemäß ein sehr gutes Ergebnis. Allerdings spürt man hier, dass die Fläche sehr ungleichmäßig geschliffen wird und man sehr rasch Riefen und Dellen in das Werkstück schleifen wird. Für Flächen ist der Bandschleifer ohne Schleifrahmen nur bedingt geeignet. 

Der Arbeitsfortschritt ist hoch, das Schleifergebnis für einen Fläche ist aber mangelhaft. Die Bosch-Exzenterschleifer haben also weiterhin die Nase vorn.

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Test 2: Schleiflackplatte - Profigerät von Festool

Ich besitze einen Festool Rutscher RTS 420 REQ in der Feinschliff-Variante. Festool bietet hier zwei Geräte an. Eines für gröbere Arbeiten und eben das für Lackiervorbereitungen mit einem Schwingkreis von 2 mm.


Im Vergleich: Der Exzenterschleifer von Kress hat einen Schwingkreis von 5 mm, der AdvancedOrbit einen von 3,2 mm. 

Der Festool-Rutscher ist ein reiner Schwingschleifer. Er bewegt also die Schleifplatte in feinsten kreisförmigen Bewegungen. Ein Exzenterschleifer macht zusätzlich zur runden Bewegung noch die Drehung weshalb ein höherer Abrieb erreicht werden kann. Das Schleifkorn beschreibt so nicht nur eine runde Kreisbewegung, sondern wandert exzentrisch in der großen Rotationsbewegung und schlingert dabei noch zusätzlich. Es kratzt sozusagen nie an der gleichen Stelle. So kann eine hohe Oberflächengüte ohne sichtbare Riefen erreicht werden. 

Für den Festool RTS habe ich als gröbstes Schleifmittel nur P80. Es ist also nur halb so grob wie das P40 der Bosch-Exzenterschleifer. 

Mir ist nun der direkte Vergleich wichtig. Sind die Exzenterschleifer besser?

Ergebnis:

Das Ergebnis hat mich sehr verwundert. Der Festool-Rutscher schafft es in der vorgegebenen Zeit mit dem feineren P80-Blatt die komplette Fläche lackfrei zu bekommen! Die Oberfläche ist makellos und eben. 

Das Schleifmittel von Festool wird wie alle anderen abgesaugt und es zeigt sich hinterher in perfektem Zustand. Man erkennt nicht, dass es überhaupt im Einsatz war.

Der Festool-Rutscher mit dem Rubin-Schleifblatt für Holz liegen um Klassen besser in diesem Vergleich. Das schaut nach einem weiteren Test aus, in dem man das Festool-Papier auf den AdvancedOrbit setzen sollte. OK, der Test folgt später. Machen wir mal hier im Test weiter.

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Test 2: Schleiflackplatte - Fazit

Im Test habe ich zwei Favoriten: Den Festool-Rutscher und den AdvancedOrbit 18. Natürlich ist das Äpfel mit Birnen vergleichen, schon klar. Aber ich habe eben diese zwei Geräte nun in der engeren Auswahl.


Wenn man die Anschaffungspreise miteinander vergleicht:

Festool RTS 420 REQ.                           -      Ab 290 Euro
AdvancedOrbit 18 Basisversion.             -       Ab 89 Euro

Der Preis des AdvancedOrbit ist die UVP des Herstellers zur Markteinführung. Im Netz oder in Angebotspreisen wird dieser bestimmt günstiger zu haben sein. 

Wir haben hier eine drastische Preisdifferenz, die man beachten sollte. Der Heimwerker wird sich wohl eher kein Profigerät zum Schliff anschaffen wollen. Allerdings hat der Festool ein deutlich effektiveres Ergebnis geliefert. Das Schleifmittel hat ebenfalls die Nase vorn. Der Preis der Festool-Schleifmittel ist aufgrund der großen Packungsgröße allerdings vom Preis gleich wie ein 50er Pack Bosch-Papier (rund 18 Euro) aber im Ergebnis effektiver und standfester. Allerdings gibt es die Schleifmittel von Festool nicht in der Lochung für die Bosch-Exzenterschleifer. Sie sind insofern keine Alternative. Ich wage auch zu behaupten, dass das sehr gute Papier für den erheblich besseren Schleiffortschritt des Festool-Rutschers verantwortlich ist. 

Dadurch ist für mich der Testsieger der AdvancedOrbit. Er vereint angenehme Lautstärke, gutes Schleifergebnis und den Vorteil des Akkugerätes. Der Preis ist sehr gut und liegt unter den Preisen der kabelgebundenen Geräte - vorausgesetzt man muss Akku und Ladegerät nicht kaufen, da man diese aus dem Power4all-System bereits besitzt. 


Zum Schluss hier noch den Link zum eigentlichen Testbericht zum AdvancedOrbit. 



Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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