Schleifpapier-Lochschablone

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    1 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Ich habe rund 100 Schleifpapiere mit Durchmesser 150 mm geschenkt bekommen, die ich bisher mangels passendem Exzenterschleifer nicht nutzen konnte. Inzwischen habe ich einen passenden Schleifer, aber die Lochung des Papiers passt nicht im entferntesten zum Schleifer.

Jetzt würde ich diese gerne lochen, aber wie? JörgC hat hier im Forum sin Projekt veröffentlicht, wie er Schleifpapier lochen kann. Das nahm ich zunächst als Idee. Aber das dauert mir zu lange, die Papiere einzeln Loch für Loch zu stanzen.

Aber seht selbst, was ich ausprobiert habe und wie ich dann doch zu einem schnellen Ziel kam. Zeitaufwand für die Umsetzung etwa 1 Stunde und das eigentliche Löchern etwa 15 Minuten. Das Wegwerfen meines Produkts dauerte 2 Sekunden, denn nun brauche ich meine Vorrichtung nicht mehr ...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischbohrmaschine
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Materialliste
  • Holzbrett
  • Bohrer

Los geht's - Schritt für Schritt

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Variante 1 - ein Edelstahlrohr

JörgC hat in seinem Projekt ein Metallröhrchen verwendet, um die Löcher zu stanzen. Also gehe ich zunächst auf die Suche und finde eines mit Durchmesser 9,5 mm aus Edelstahl. Das wäre perfekt für die äußeren Löcher des Schleifpapieres.

Zuerst säge ich es in etwa 45 Grad-Winkel ab und schleife es am Rand scharf zu. Dazu ein Loch in einem Restholz. Ich lege Schleifpapier auf und drücke das Rohr durch das Schleifpapier in das Loch. OK, es funktioniert, aber nicht richtig gut. Das letzte Stück wird nicht abgeschnitten.

Also eine andere Form. Papierlocher besitzen eine V-Nut in der Stanze.  So hat es JörgC eigemtlich auch gemacht. Also ahme ich dieses am Schleifbock nach. Das klappt schon sehr gut - sogar ohne Schliff.

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Stanzversuche

Im Bild Stanzungen mit dem Rohr in V-Form. Wohlbemerkt nicht angeschliffen, sondern lediglich entgratet. Das beeindruckt mich. Und ich vermute, dass durch die Schleifwirkung beim Stanzen das Rohr sich nach und nach innen und außen selbst schärft.

Das geht also. Ich müsste also in eine Stanzschablone 9 Stück dieser Röhrchen setzen. Sodann noch 8 mit kleinerem Durchmesser. Denn die Festool-Blätter haben insgesamt 17 Löcher. Und das nur bei den einfachen Schleifmitteln. Neue Schleifmittel mit einem speziellen Absaugsystem haben 49 Löcher - nein, so weit gehe ich nicht!

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Stanzschablone bauen

Auf ein Stück Multiplex 15 mm zeichne ich die Konturen und die Löcher einer Schleifscheibe ab und säge die Grundform auf der Dekupiersäge,
Diese müht sich ziemlich bei der Brettstärke und ich mich bei der Rundung. Aber wir beide bekommen es schon einigermaßen hin.

Das ganze dann noch einmal. Denn ich brauche zum einen die Aufnahme für die Röhrchen und das Gegenstück mit entsprechenden Löchern als Zwangsführung für die Röhrchen die dann zugleich als Widerlager für die Röhrchen zum Schnitt dienen. Verstanden? Ansonsten zweimal lesen oder gleich vergessen, denn es kommt eh wieder anders als man denkt. 

Aufeinandergelegt bohre ich dann schon mal den äußeren Ring mit dem Loch in der Mitte. Alles in 10 mm.

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Das war dann wohl ein Satz mit „X“

Nun steh ich da, ich armer Tor.
Und bin so klug als wie zuvor.

Klug? Sicher sehe ich ziemlich dämlich aus. Also da sollen nun neun Röhrchen rein. Müssen stabil verankert sein. Sacklöcher wären besser gewesen, dann hätten sie beim Stanzen nicht herausgedrückt werden können. Naja, vom Rand her könnte ich vorbohren und Schrauben durchdrehen. Dann wären die Röhrchen fixiert. Das in der Mitte müsste ich eben irgendwie anders befestigen.

Aber funktioniert das eigentlich? Wie viel Kraft brauche ich, um alle 9 Löcher auf einmal durchzudrücken. Oder muss ich mit dem Fäustel draufklopfen? Bestimmt. Vielleicht sollte ich bis zum Reifenwechsel warten und die Schablonen als Unterlage für den Wagenheber verwenden ... Denn bei einem Loch habe ich schon Kraft gebraucht. Und dann noch die 8 kleineren Löcher mit 8 mm im inneren Kreis. OK, da könnte ich eine weitere Schablone bauen und in zwei Durchgängen stanzen.

Aber: Will ich das dann 100 mal machen? Oder gar wie JörgC jedes einzelne Loch stanzen? Und das 17 mal 100 Mal? Also 1700 Stanzungen. Nein, nein und nochmals nein. Eine andere Lösung muss her. Nur welche? 

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Plan B

Ein rechter Heimwerker hat immer einen Plan B. Und das B steht in der Regel für „Bohren“. Also Bohren. Nur was denn?

Egal, wenn man keinen Plan hat wird einfach mal ein Loch gebohrt. Zumindest hat man dann ein Loch und Zeit gewonnen.

Also wo könnte ich ein Loch brauchen? Richtig! Ich muss die Papiere ja irgendwie auch fixieren. Also Papier aufgelegt und zwei Löcher angezeichnet. Das sind die Originallöcher. In diese zwei kommen Dübel. Da kann ich das Papier einlegen und dann wackelt es nicht mehr in der Schablone. Und es passen noch ganz viele Papiere drauf. So viele eben wie der Dübel es zulässt. Keine Ahnung, aber so an die 15 passen hin.

Nun habe ich zwei Löcher mehr und weil ich gerade so schön am Bohren bin ...

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Sandwich

Deckel drauf und ich habe ein wunderbares Multiplex-Schleifscheiben-Sandwich. Und das ganze durch zwei Dübel fixiert.

Nur wie geht es nun weiter? Holzbohrer 9,5 mm und durch!


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Bohren statt Stanzen

Ich suche mir einen ziemlich verhunzten Holzbohrer mit 9,5 mm. Ja, der schaut ziemlich schlimm aus. Wenn er hinterher hinüber ist, ist es auch nicht schlimm. Wer nicht wagt ...

2000 Umdrehungen in der Minute, etwas Druck und ich bin durch das Loch und somit durch den Stapel Schleifpapier hindurch. Ob das eine gute Idee war? Egal, wenn dann ist der Stapel Schleifpapier eh hinüber. Also alle Löcher bohren.

Dann Deckel ab und mal schauen.
Bild 2: Naja, ein Ausrissfreies Schnittbild schaut anders aus.
Bild 3: Die oberste Scheibe abgenommen, man sieht die darunterliegende. Das schaut soch deutlich besser aus!

Also mit der Stanze war es nur minimal besser. Mit diesen Löchern kann ich leben.

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Innerer Ring bohren

Es fehlen ja noch die 8 Löcher des inneren Absaugkreises. Also auch wieder bohren, aber nun mit 8 mm. Diese Locher sind kleiner.

Dann gleich die Probe. Den Stapel Schleifpapier wieder rein und bohren. Diese Mal bohrer ich aber von der Rückseite. Also nicht durch die Körnung, sondern zuerst durch die Vliesauflage.

Sichtprobe. Ja, es schaut etwas besser aus. Aber manche Löcher kollidieren etwas mit den Originallöchern und da reisst es aus. Wieder das erste Blatt abgenommen, dahinter schaut es auch wieder besser aus.

Also so mache ich es jetzt mit allen andern Papieren auch.

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Auf den Schleifteller aufsetzen

Bevor ich aber alle anderen Schleifpapiere löchere, kontrolliere ich auf dem Schleifteller.

Auf den Schleifteller mache ich zuerst ein spezielles Pad. Dieses ist eigentlich für Gitterschleifmittel vorgesehen. Dieses ist etwa 1 mm stark und verhindert das Verschmutzen des eigentlichen Schleiftellers, es wird durch das Pad hindurchgesaugt. Ich halte dieses für sehr hilfreich, so dass durch die Originallöcher der Schleifpapiere kein Staub auf den Klett des Schleiftellers kommt.

Also: Die Löcher passen und wenn man den Schleifteller dreht, kann man durch die inneren Löcher durchsehen. Die äußeren Löcher sind anders konstruiert. Von der Seite sind Luftkanäle hin zu den Löchern gezogen. Es wird also Falschluft vom Tellerrand angesaugt, die an den äußeren Löchern vorbei gezogen wird und dadurch Unterdruck in den Löchern erzeugt, den Staub von dort mitnimmt und hin zu den inneren Löchern transportiert wo diese mit dem dort entstehenden Staub abgesaugt wird. Eine geniale Konstruktion, die ein wirklich staubfreies Schleifen auch direkt am Rand ermöglicht.

Jetzt passt also alles und so kann ich ungeniert an alle anderen Schleifpapiere ran gehen.

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Dünnes Schleifpapier

Etwa die Hälfte des Papieres ist ein sehr dünnes Schleifpapier für Lackschliff mit P320. Das wird genau so gebohrt wie das rote zum Holzschliff. Hier gibt es leider etwas mehr Ausrisse.

Nur warum?

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Der Bohrer

Der Bohrer ist schon zeimlich abgenudelt. Die Schneidkante ist wahrhaftig abgerundet. Klar, mit 2000 Umdrehungen durch 50 Schleifpapiere in Körnung P180. Da muss das Metall natrlich weichen.

Dieser Bohrer muss definitiv wieder gut geschliffen werden. Egal, er hat seinen Job auf jeden Fall erfüllt.

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Ziel erreicht

Vor mir liegen zwei Stapel mit rund 100 Schleifpapieren, die ich jetzt zum Schleifen verwenden kann. Natürlich muss ich beim Anbringen auf den Schleifteller kontrollieren, ob es Überstände gibt und diese nach innen klappen, so dass diese das Werkstück nicht beschädigen können. Aber wenn ich das berücksichtige, ist das Papier nicht schlechter als neu gekauftes, das fabrikationstechnische Stanzungen hat.

Da freut sich der Schwabe, locker 60 Euro Schleifpapier gespart.

Meine Bohrschablone brauche ich jetzt nicht mehr, sie fliegt in die Restholzkiste. Vermutlich hole ich sie morgen doch wieder raus. Man kann ja nie wissen, gibt es doch hier und da auch Schnäppchen im Netz. Naja, könnte man ja irgendwann mal brauchen ...

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