Schleifhilfe für Stechbeitel

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    40 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Beim Besuch der Messe Holzwerken Live gab es eine Vorführung eines neuen Schleiftellers von Kaindl. Dieser ist mit Diamanten beschichtet. Die eine Seite grob, die andere Seite fein. Ich habe mir die Scheibe gekauft, ich kann diese zum Schärfen von Meiseln, Rasenmäherschneiden, vielleicht auch für Stechbeitel verwenden. Der Preis lag bei 40 Euro - einerseits hoch, andererseits günstig im Vergleich zu guten Schleifsteinen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischbohrmaschine
  • Akku-Bohrschrauber
  • Stechbeitel
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Materialliste
  • Kaindl-Diamantscheibe
  • Restholz
  • Schrauben

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Schleifscheibe

Bei der Vorführung auf der Messe wurde die Scheibe in einer Bohrmaschine genutzt. Es liegt ein Spanndorn bei, der im Futter eingespannt werden kann. Das mache ich dann bei meiner PBD 40-Standbohrmaschine.


Ein erster Versuch mit einem ziemlich verhunzten Stechbeitel erschien vielversprechend. Allerdings kann zumindest ich den Stechbeitel nicht frei Hand auf exakt 25 Grad schleifen. Und schon gar nicht ohne ihn irgendwie zu verkanten oder schief zu schleifen.

Also ohne Führung geht da wohl nichts. Und da fiel mir Stefans (Sabberlod) Spindelschleifer ein, bei dem er eine Unterflurschleifvorrichtung eingebaut hat. Diese nehme ich mir nun zur Vorlage.


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Der Prototyp

Ich habe keine Ahnung, ob das was mir spontan einfiel auch funktionieren würde. Deshalb gebe ich mir nicht viel Mühe, ein Prototyp muss nicht schön sein.


Also säge ich aus einer Fichtenleiste zwei gleiche Seitenteile für die eigentliche Führung. Die Enden schräge ich mit 25 Grad ab. In diesem Winkel soll der Stechbeitel geschliffen werden.

Dann fräse ich ein Stück Buchenleiste als Anschlag für den Stechbeitel.

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Zusammenbau der Halterung

Die Buchenleiste wird an die Seitenteile geschraubt. So hat diese ebenfalls einen Winkel von 45 Grad.dann kommt alles auf eine Grundplatte.

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Fertige Schleifhilfe

Auf die Grundplatte habe ich die ungefähre Position des Schnellspanners der PBD 40 angezeichnet. Natürlich muss ich die Schleifhilfe beim Aufbau und je nach Stechbeitelbreite exakt positionieren. Aber zumindest die ungefähre Position ist hilfreich.

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Anwendung

In Bild 1 seht Ihr wie der Halter unter die Scheibe gesetzt wird. Da die Scheibe sich im Uhrzeigersinn dreht, wird die Schneide des Stechbeitels unter die linke Seite gesetzt. Die Schleifscheibe schleift dann vom Heft zur Schneide.


Bild 2: Der Beitel wird in die Buchenauflage gelegt. Und zwar an eine der beiden herausgefrästen Kanten, so kann er nicht wackeln und liegt winkelig zur Scheibe.

Bild 3: Hilfreich ist es die Klinge mit dem Daumen gut anzupressen. Vor der Scheibe braucht man keine Angst haben. Diese läuft zwar mit etwa 2000 U/min aber ist so fein, dass man durchaus auch kurz mit dem Finger an die Scheibe fassen kann ohne Schaden zu nehmen.

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Schleifergebnis

Bild 1: Schliff mit der grober Seite der Platte. Der Schliff ist sehr grob. Allerdings zum schnellen Abrichten sehr gut. Muss der Beitel erst auf den Winkel abgerichtet oder von Scharten befreit werden, bietet es sich an erst mit der groben Seite abzunehmen.


Bild 2: Ich habe vergessen, die Schneide nach dem Schliff mit der feinen Seite zu fotografieren. Aber er ist entgegen der Werbung auf der Messe schon noch zu grob als dass man von einer gut aussehenden Klinge reden kann. Ich habe den Eindruck, dass die grobe Seite mit P60 vergleichbar ist, die feine mit etwa P120 oder P150.

Deshalb hole ich mir meine Schleifplatten heraus. Ich habe zwar auch Schleifsteine für Wasser und Öl, aber ich habe auch mit Schleifpapier gute Erfahrungen gemacht. Eine Glasscheibe und Schleifpapier mit Sprühkleber befestigt. Oben P240 unten P500.

Jetzt wird Freihand abgezogen. Da genügen einige wenige Züge. Zuletzt ziehe ich noch über P3000 ab und dann noch über einen Ledergürtel um den feinen Grat abzunehmen.

Bild 3: Hier seht Ihr das Ergebnis, ein blanker polierter Stahl. Ja, man kann sich damit die feinen Haare am Unterarm rasieren.

Das ist natürlich nicht perfekt, aber ein guter Anfang. Mir geht es hier erst mal darum, meine verhunzten Stechbeitel abzurichten. Dazu sind mir meine Schleifsteine definitiv zu schade dazu. Bis P500 werde ich künftig so vorgehen wie gezeigt, dann werde ich auf die Schleifsteine wechseln: 800, 1500, 3000 und Leder.

Bild 4: Am Karopapier angelegt, kontrolliere ich den Winkel. Der Stechbeitel ist um etwa einen Millimeter schräg. Ich muss meine Halterung nochmals prüfen. Ich schätze, ich muss diese links um einen Millimeter anheben. Da packe ich Unterlagscheiben drunter.

Eigentlich wollte ich nur mal schnell etwas bauen, um zu sehen, ob es überhaupt funktionieren kann. Jetzt nachdem es funktioniert, vermute ich, es bleibt ein dauerhaftes Provisorium. Das Holz ist jetzt nicht besonders schön, aber der Zweck heiligt die Mittel. ;-)




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Alternative

Die Kaindl-Scheibe ist relativ teuer. Beim Suchen im Internet haben JoergC und ich nun interessante Alternativen gefunden. Diamantscheiben mit Körnungen von 40 bis 3000, das Stück für rund 4 bis 7 Euro. Inwieweit diese gute Standzeiten haben, muss man erst mal ausprobieren. Jörg wird gelegentlich berichten, der hat sich nämlich solche bestellt.


Aber diese Art von Schleifhilfe funktioniert und ist prinzipiell zu empfehlen. Danke Stefan für Deine Vorarbeit!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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