Schlafcouch und Matratzenlager wird zum bequemen Gästebett

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Bereit für Gäste: In wenigen Minuten ist eine Couch zum Doppelbett umgebaut
Die Bettkästen bilden den Sockel der Couch, die Bettfüße verschwinden im Hohlraum
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Öffentliche Wertung

Die Matratzen einer Schlafcouch dienten viele Jahre als Gästebetten. Allerdings wurde mit der Zeit das Matratzenlager auf dem Fußboden für die alternden Gäste doch recht unbequem. Gelöst wurde das Problem mit einfachen Bettgestellen, die im neuen Sockel der Schlafcouch verschwinden, und sich bei Bedarf schnell zu komfortablen Gästebetten umbauen lassen.

Wichtig war der Hausherrin eine für Seniorenbetten angemessene Höhe von ca. 50 cm, um sich bequem hinlegen und aufstehen zu können. Ab 50 cm spricht man von „Komforthöhe”. Der Hausherr hatte den Ehrgeiz, die erforderlichen Bettgestelle platzsparend im neuen Sockel der Couch unterzubringen, und fand eine praktikable und preisgünstige Lösung.

Sie besteht aus zwei flachen (10 cm hohen) Bettkästen mit Lattenrosten. Die Bettkästen bilden übereinander gestapelt den Sockel der vordem ziemlich niedrigen, unbequemen Couch. In seinem Hohlraum ist Platz für die Bettfüße. Diese sind paarweise durch ein Brett zu Böcken verbunden. Auf sie werden die Bettgestelle aufgelegt und mit Sterngriffmuttern fixiert.

Die Bauweise ist ein wenig experimentell (quick & dirty), die Verwendung von Winkeleisen, Winkelverbindern für erfahrene „Holzwürmer” nicht besonders schön. Aber davon sieht man außen nichts. Im Resümee führe ich aus, was ich beim nächsten Mal anders machen bzw. „Nachbauern” raten würde.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Material und Konstruktion

Bettkasten mit Fußgestellen
Aufleimen der Latten auf die Buchenbretter mithilfe von Flachdübeln
Eckverbindungen und Befestigung der Bettfüße mit Winkelverbindern

Die Rahmen der Bettkästen sind aus Leimholz Buche 18 mm. Die jeweils 20 cm breiten Bretter habe ich jeweils in der Länge halbiert.

Zur Stabilisierung und Auflage für die Lattenroste habe ich mithilfe von Flachdübeln Kanthölzer 24 x 44 mm aus Fichte auf die Längsseiten geleimt. Die Eckverbindungen sind mit Winkelverbindern, Universalschrauben und M8-Schlossschrauben hergestellt. 

Die Füße und deren Traversen aus Multiplex (18 und 21 mm) stammen aus meiner Restekiste. Die Diagonalverstrebungen sind aus Alu-Flachmaterial. Einfacher und billiger wäre verzinktes Loch- und Montageband.

Die Lattenroste der einfachsten Sorte sind von Jysk. Die musste ich etwas kürzen, damit sie in die Bettkästen passen. Alle Latten habe ich angeschraubt, um beim Auf- und Abbau das Hantieren mit den Bettkästen zu erleichtern.

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Anmerkungen zum Bau

Bettkasten mit den angeschraubten Fußgestellen
Die Füße sind mit Sterngriff- oder Rändelschrauben schnell ohne Werkzeug befestigt
Klötzchen in jeder Ecke halten die Bettkästen im Sockel der Couch übereinander in Position

Fotos sagen mehr als viele Worte, darum nur wenige Anmerkungen zum Bau. Wichtig sind die Diagonalverstrebungen und das Distanzholz in der Mitte. Beides ist unbedingt erforderlich, um Winkeligkeit zu sichern. 

Damit die Bettkästen genau zusammenpassen, habe ich in einen von beiden in den Ecken Klötzchen geschraubt, die in die Ecken des anderen Bettkastens greifen.

Die Buchenbretter habe ich außen mit Leinöl imprägniert. Das bringt für meinen Geschmack den schönen Rotton der Buche am besten zur Geltung und lässt sich sehr einfach verarbeiten

Neben einer Handkreissäge – am besten einer Tauchkreissäge mit Schiene – sollte man für solche Arbeiten eine Kantenfräse haben, um die Kanten abzurunden. Den Zuschnitt kann man sich auch vom Baumarkt machen lassen. Für alle anderen Arbeiten genügt ein Bohrschrauber bzw. eine Bohrmaschine. Statt der Flachdübel kann man natürlich auch Runddübel verwenden.

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Resümeee und Verbesserungen

Nach dem Abbau liegt der eine Bettkasten mit dem Lattenrost nach unten auf dem Boden
Nun werden die Bettfüße eingelegt ...
... und der zweite Bettkasten aufgelegt ... und fertig ist der Sockel
Das Ergebnis kann sich sehen lassen , die Couch hat jetzt eine bequeme Höhe zum Setzen und Aufstehen

Insgesamt hat sich diese einfache Lösung als durchaus praktikabel erwiesen. Der Auf- und Abbau geht – besonders zu zweit – recht flott, wie die Fotos zeigen. Dennoch würde ich folgende Dinge beim nächsten Mal anders machen:
  • Die Bettkästen sind in meinem Fall genau so groß wie die Matratzen (190 x 90 cm). Deren Verrutschen verhindern ein paar Moosgummistreifen auf den Lattenrosten. Die Bettkästen sollten besser so groß sein, dass die Matratzen und Lattenroste hineinpassen und nicht verrutschen können. Die Latten müssen dann aber tiefer angebracht werden. Dann fehlt der Platz für die Fußgetelle.
  • Deshalb würde ich bei den Füßen auf die Traversen verzichten und die Füße mit jeweils zwei M8-Schrauben und Rampa-Muffen an die Latten schrauben. Die flachen, kurzen Bretter passen problemlos in den Hohlraum unter dem Lattenrost.
  • Statt der Latten aus Fichtenholz empfehle ich solche aus Furnierschichtholz. Diese sind nicht viel teurer als Vollholz, aber formstabiler und besser geeignet, um z.B. Eckverbindungen mit Quermuttern herzustellen oder Rampa-Muffen zum Anschrauben der Füße zu verwenden.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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