Schatztruhe - Opa, übernehmen Sie

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Truhe geschlossen
Truhe geöffnet
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    3 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Zwei Tage vor einer geplanten Geburtstagsfete kam eine dringliche Anfrage. Benötigt würde eine "stabile Kiste oder Schachtel die wir mit Münzen und Sand füllen wollen".

Da es sich bei dem Geburtstag um den 30er unserer Tochter handelte erklärte ich mich bereit den Auftrag zu übernehmen. Natürlich musste es da etwas besonderes sein.
Was ich mir dazu überlegt habe - und wie ich dazu vorgegangen bin - könnt ihr im Folgenden nachlesen.

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Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBD 40  - Bohrmaschine (stationär)
  • Oberfräse,  OF 1400 EBQ
  • Band-/Tellerschleifer,  JSG-96
  • Dekupiersäge,  Multicut-2S E
  • Tischkreissäge,  GTS 10 XC Professional
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Materialliste
  • 1 x Sperrholz 8 mm | Buche (nach Modellgröße)
  • 1 x Holzleisten | egal

Los geht's - Schritt für Schritt

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Offene Box

zuerst ein exakter Plan
zugesägte Bretter glätten
Falz für Bodenbrett einnuten
Box zusammenleimen

Da die Kiste einiges aushalten soll habe ich mich entschlossen, als Grundgerüst eine stabile Box aus 8 mm Buchensperrholz zu bauen.

Zuerst aber wurde ein exakter Plan mit den Maßangaben gemacht (Bild 1) ;-). Nach diesen Maßen mit der TKS die Bretter zugesägt und anschließend geglättet (Bild 2).
Die vier Seitenteile bekamen an einer Seite 8 mm breite Falze (bis etwa zur Hälfte der Materialstärke), die ich auch gleich mit der TKS einsägte (Bild 3).
Abschließend wurden die Seitenteile zusammengeleimt (dabei auf winkeligkeit achten) und die Bodenplatte eingepasst (Bild 4). Alle Teile wurden zusätzlich mit ein paar Stiften gesichert, die ich mit dem Elektronagler gesetzt habe.
Die Bodenplatte sitzt bündig, so dass eine glatte Auflagefläche entsteht.

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Leisten vorbereiten

Leisten auftrennen
die ersten Leisten
Kanten abschrägen
fertige Leiste
ablängen

Als nächstes benötigte ich eine Menge Leisten um die Box zu verkleiden. So ergibt sich eine gute Gelegenheit, diverses Restholz aufzuarbeiten. Ich trennte ein paar Stücke Terrassendiele (Douglasie) und Fichtenbretter auf.

Hinweis:
Die Breite der Leisten ergibt sich aus der Höhe der Box. Die obersten Leisten sollen 5 bis 8 mm über die Seitenwand stehen, um später den Deckel zu fixieren!

Die Bretter waren 25 mm dick, was sich gut für mein Vorhaben eignete. Ich trennte davon 8 mm breite Leisten ab (Bilder 1+2). Mithilfe des Grr-Ripper eine schnell und exakt erledigte Aufgabe (und mit meinem Freud-Sägeblatt mussten die Leisten hinterher nich nicht mal geschliffen werden).
Damit sich die Leisten optisch besser von einander abheben entschloss ich mich dazu diese etwas anzuschrägen.

Da erledigte ich auf dem Frästisch (Bild 3). Dabei darauf achten, dass die Schräge (ich verwendete einen 45° Fräser) nur bis etwa der halben Leistendicke geht (Bild 4).

Zum Schluss wurden die Leisten auf der TKS auf Länge gesägt. Dazu verwendete ich meinen selbstgebauten Sägeschlitten samt Anschlagstopp und Niederhalter (Bild 5).

Hinweis:
Einfach weil es mir gefiel habe ich beschlossen, die Leisten versetzt anzubringen. Daraus ergab sich die Länge der Leisten: Seitenlänge + Leistendicke.
Pro Seite Seiten brauchte ich sieben Leisten. Bei Außenmaßen der Box von 30x20 cm brauchte ich also 14 Leisten mit 20,8 und 14 Leisten mit 30,8 cm Länge.

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Box verkleiden

erste Wand verkleiden

Die Box wird auf einen glatten und ebenen Untergrund gestellt. Die erste Leiste mit Leim eingestrichen und angeleimt. Dabei wird eine Kante exakt mit der Seite der Box ausgerichtet. Dadurch entsteht auf der anderen Seite automatoisch ein Überstand in der Dicke einer Leiste.

Eine Leiste nach der anderen wird übereinande an die Box geleimt. Dabei die Kante einmal links und einmal rechts an der Box ausgerichtet (Bild 1).

Die oberste Leiste habe ich erst angeleimt nachdem alle Seiten mit Leisten beklebt waren und der Leim getrocknet war.

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Deckel fertigen

Seitenteile des Deckels
Leisten in Form gesägt
Seitenteile an der Box fixieren
erste Leiste anpassen
weitere Leisten
zur Sicherheit nageln
Lückenschluss

Für den Deckel sägte ich zwei gerundete Teile. Diese sind an der Unterseite so breit wie die Außenkanten der Schmalseiten der Box. Die Rundung beginnt etwa 33 mm von der Unterseite (ergibt sich aus dem Abstand, den die Randleisten über die Seitenwände stehen + 1 Leistenbreite).
Die Teile selbst wurden auf der Deku im Doppelpack gesägt (Bild 1), die Kanten mit dem Tellerschleifer geglättet.

Die beiden Seitenteile einsetzen und festklemmen. Eine Leiste ablängen, die etwas breiter ist als der Seitenteil. Die Leiste anleimen. Darüber die nächsten beiden Leisten leimen und den Leim abbinden lassen.
Mit der Deku werden nun die überstehenden Leisten an die Kontur der Seitenteile angeglichen (Bild 2).

Die Seitenteile werden wieder eingesetzt, senkrecht ausgerichtet und festgeklemmt (Bild 3). Nun kann die erste Längsleiste abgemessen (Bild 4) und abgelängt werden. Diese Leiste wird angeleimt.
Nach und nach werden die einzelnen Leisten abgelängt und angeleimt (Bild 5). Dabei arbeitete ich mich von beiden Seiten von unten nach oben vor.
Jede Leiste wird zusätzlich mit einem Nagel gesichert (Bild 6).

Da ich den Bogen einfach nur frei Schnauze gezeichnet hatte blieb am Schluss ein kleiner Spalt über. Kein Problem, da dieser doch dazu gedacht war, zusätzliche Kuverts einzuwerfen.
Dieser Plan wurde dann verworfen und ich passte eine schmale Leiste ein um die Lücke zu schließen (Bild 7).

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Farbgestaltung

erster Frbgang
mehrere Farben gemischt
mit weißer Beize Akzente setzen

Die Schatztruhe selbst war soweit eigentlich fertig. Was noch fehlte war etwas Farbe.

Ich wählte die Farbgebung so, dass die Kiste damit "auf alt" getrimmt wurde. Das wurde durch die unterschiedlichen Hölzer der Leisten zusätzlich unterstützt.
Als erstes eine Schicht brauner Beize, die relativ stark verdünnt war. Mit einem Schwamm innen und außen auftragen (Bild 1). Nächster Schritt mit unverdünnter Beize derselben farbe. Dann etwas Silbergrau und auch Rottöne einfach nach Gefühl (Bild 2).

Die Beize etwas trocknen lassen, dann mit weißer Beize spezielle Akzente (wie von der Sonne gebleicht) setzen (Bild 3).

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Verschlüsse

Sägevorlage Verschlüsse
Vorlagen vorbeeiten
Vorlagen aufkleben
Leiste sägen
ablängen
Bohrungen setzen
Form sägen
in Form
Teile trennen
Vorlage abziehen und beschriften
schleifen
Verschlüsse beizen

Die Kiste war eigentlich fertig und trocknete vor sich hin. Aber ich wäre nicht ich wenn ich es dabei belassen hatte. Trotz eher knapp bemessenner Zeit überlegte ich mir ein zusätzliches "Zuckerl": einfache, aber passende Verschlüsse um den "Schatz" zu sichern.

Schnell waren mittels Corel Draw Vorlagen zum 3D-sägen gezeichnet (Bild 1). Diese wurden ausgedruckt, zugeschnitten und gefalzt (Bild 2). Dann klebte ich die Vorlagen auf ein Reststück Buchenleimholz (Bild 3). Daber ließ ich mindestens soviel Abstand zwischen den Vorlagen wie das Sägeblatt der TKS breit ist!
Eine Leiste in der Breite der Vorlage abtrennen (Bild 4) und die Teile auf Länge sägen (Bild 5).

Die zugesägten "Rohlinge" bekamen an der markierten Stelle eine Bohrung mit 6 mm Durchmesser (Bild 6).

Mit der Dekupiersäge sägte ich erst die Kontur (Bilder 7+8), ehe ich die Teile trennte (Bild 9). Die Vorlage wird abgezogen und zusammengehörige Teile entsprechend beschriftet (Bild 10). Da man nicht alle Teile exakt gleich sägt wird so garantiert, dass die Teile später gut zusammenpassen!

Die Teile werden geschliffen (Bild 11) und abschließend dunkel gebeizt (Bild 12).

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Verschlussstangen

Rundstab ablängen
Bohrung setzen
Schnur flechten

Die Farbe trocknet, das gibt mir Zeit die Rundstäbe zum Verschließen zu machen.
Diese werden auf die gleiche Länge gesägt - ein Stück Krepp hilft dabei (Bild 1).

Jedes Staberl bekommt an einer Seite eine Bohrung mit etwa 6 mm Abstand vom Rand (Bild 2).

Aus einem reißfesten Faden habe ich eine Schnur geflochten (Bild 3). Diese wird in die Rundstäbe geknüpft und soll später an der Box befestigt werden damit die Rundstäbe nicht verlorengehen.

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Endfertigung

Verschlüsse ausrichten und befestigen
fertige Truhe geschlossen
fertige Truhe offen

Als letzter Schritt wurden die Verschlüsse an der Truhe angebracht. Dabei wird der Teil mit dem Mittelzapfen am Deckel, der andere an der Truhe befestigt

Ein Winkelanschlag hilft den immer gleichen Seitenabstand einzuhalten und zugleich die Teile gerade auszurichten (Bild 1).
Die Trennlinie der Verschlüsse wird exakt an der Unterkante der untersten Deckelleiste ausgerichtet und die Teile angeleimt.

Achtung:
Darauf achten, dass kein Leim an den Mittelzapfen der oberen Teile kommt!

Hat der Leim etwas abgebunden werden die Verschlussteile auch noch mit Ziernägeln befestigt. Das gibt mehr Halt und sieht schön aus.
Ein zusätzlicher Nagel hält die Schnur der Rundstäbe an der Kiste. Damit ist das Werk vollendet (Bilder 2+3).

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Anmerkungen

Wenn die Truhe nicht ganz so stabil sein muss kann man sie auch ohne Grundbox machen. Dazu werden die Wandleisten einfach auf Kanthölzer geleimt/getackert und der Boden eingepasst.

Man kann auch bewegliche Scharniere aus Holz sägen um den Deckel aufklappen zu können. Oder diverse Beschläge verwenden (Schlösser, Scharniere, Tragegriffe...).

Auch kann man die Truhe auf Beine stellen, oder...
Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt - einfach loslegen!

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Nachtrag

was da wohl drinnen is?
das Geheimnis wird gelüftet
Inhalt

Die Party ist mittlerweile gelaufen. Die Truhe fand großen Anklang - das kann aber auch an deren Inhalt gelegen haben ;-)

Jedenfalls war ich hinterher echt froh dass ich sie so stabil gebaut habe. Letztlich hatte sie ein Gewicht von über 23 kg!



Rechtlicher Hinweis

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