Schachspiel

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    20 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Januar 2019: 1-2-do.com ruft mal wieder auf zur monatlichen Heimwerker-Herausforderung. Neues Jahr, neues Glück!
Für mich beginnt das zweite Jahr bei 1-2-do.com. Mein allererstes Projekt hier im Forum, der "grüne Elefant" ist damals auch durch die Heimwerkerchallenge entstanden.
Die jetzigen Zutaten, nämlich M10er Mutter(n) und Sand, haben ja bereits einige tolle Wettbewerbsprojekte hervorgebracht! Meine erste Idee war eine Sanduhr, dies habe ich dann aber mangels Durchführbarkeit doch wieder verworfen. Was soll ich statt dessen nur machen?

Vor ein paar Tagen hat mir meine Frau beim frühstücken erzählt, dass unsere Paten-Nichte derzeit das Schachspiel erlernt und ob ich denn mal mit ihr (meiner Nichte) spielen würde.
Klar doch, ich lass mich gerne von ihr abzocken!

Und so reifte die Idee...

Bei den Projektkosten habe ich schätzen müssen. Die Schrauben und Muttern in M10 haben zusammengerechnet ca. 15 EUR gekostet. Wenn man das Zeug im Baumarkt kauft wird man ein Vermögen los, deswegen hab ich es mir lieber bestellt...

Auch die Zeitangabe Pi mal Daumen, Leim braucht Zeit und Lack will auch trocknen.

Mehr Projekte von mir findet ihr HIER

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PHO 2000  - Hobel (elektrisch)
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Holzmann TSM 250 Tellerschleifer
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
  • Schraubzwingen, Klemmen, Einhandzwingen usw.
  • Einhandhobel Juuma
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Materialliste
  • Holzrest | Pappel-Sperrholz (Stärke 9mm)
  • Holzrest | Siebdruckplatte (Stärke 9mm )
  • 16 x Senkschrauben | 8.8, verzinkt (M10 x 20 mm)
  • 16 x Senkschrauben | 8.8, verzinkt (M10 x 30mm)
  • 22 x Muttern | Klasse 8, verzinkt (M10)
  • 24 x Hutmuttern | verzinkt (M10)
  • 6 x Flügelmuttern | verzinkt (M10)
  • 18 x Kotflügelscheiben | verzinkt (1,25mm - 10,5 x 25mm)
  • 36 x Zahnscheiben | verzinkt (10,5 mm für M10)
  • Acryllack | Farbton Bronze
  • Sekundenkleber
  • Holzleim
  • Holzrest | HDF Platte (Stärke 3mm)
  • Holzrest | Fichte Leimholz
  • Klarlack

Los geht's - Schritt für Schritt

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Das Schachbrett

Helle Leisten
Dunkle Leisten
so viele Quadrate kann ich mir leisten
Upps, die Pappel ist doch dezent dicker!
Dann halt schleifen
Schwarzes Referenzstück
Jetzt passt es aber!
black or white

Ein Schachfeld besteht in der Regel aus 32 hellen und 32 dunklen Feldern, die meist quadratisch sind und in 8 Reihen zu je 8 Feldern farblich abwechselnd aneinander geklebt sind. Dies zu bauen sollte ja nicht wirklich eine Herausforderung sein, oder?

Meine erste Idee war, die dunklen Felder einfach mit Furnier zu belegen, allerdings macht Furnierschneiden nicht wirklich viel Spaß und das hätte mir auch zu lange gedauert.
Mal im Holzfundus wühlen. Was hab ich denn hier noch? Von meinem Frästisch-Projekt habe ich noch einige Stücke Siebdruckplatte hier liegen: das könnte ich doch für die schwarzen Felder nehmen!
Und für die hellen? Die Materialstärke sollte halt zur Siebdruckplatte passen. Mein vorrätiges Multiplex scheidet damit aus. Hier liegt noch ein Stück Pappelsperrholz! Mal messen: passt! Und genug scheint es auch zu sein. Dann kann ich ja das Sägen beginnen:

An der Bandsäge stelle ich mir den Anschlag auf 42mm ein und säge zuerst Leisten ab. Ohne den Anschlag zu verstellen säge ich die Leisten mithilfe des Winkelanschlages (hier nochmal genau den rechten Winkel überprüfen, auf die Anzeige will ich mich nicht einfach so verlassen!) in kleine Quadrate. Um später ein bisschen experimentieren zu können, fertige ich mir lieber ein paar Quadrate von jeder Farbe mehr.

Die gestapelten Quadrate zeigen mir ziemlich deutlich, dass die Materialstärke wohl doch etwas unterschiedlich ist. Damit die Bauern später nicht über Schwellen stolpern müssen und der Springer sich den Hals bricht, schleife ich bei den Pappelholzstücken die paareinhalb mm einfach am Tellerschleifer ab.
Ein Stückchen Siebdruckplatte dient als Referenzstück, mein Zeigefinger als Haarlineal.

Probehalber lege ich die Plättchen aus: Jep, passt soweit!

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Spielfeld verleimen

schönmachen
der Leim reicht für zwei Spielfelder: ich lege ein helles und ein dunkles Spielfeld mit der Unterseite aneinander und verteile so den Leim gleichmäßig auf beide Plättchen
er liebt mich, er liebt mich nicht...--nee, das war was anderes!
Die einzelnen Felder werden dann in Richtung Hilfsrahmen zusammen geschoben
und gepresst
alternativ hätte ich mich draufsetzen können...

Als Spielfeldunterlage säge ich mir fix an der TKS aus Kleiderschrankrückwand (oder Pro-Speech: 3mm HDF-Platte) ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 33 cm zurecht.

Mit ein paar Einhandzwingen klemme ich Anschläge an die linke und vordere Kante meiner Werkbank, genau im 90° Winkel ausgerichtet. Hier kommt (jeweils mit 3 mm Abstand) die zurechtgesägt HDF-Platte hin.

Die hellen Spielfelder bekommen vor der Verleimung noch eine Sonderbehandlung mit 240er Schleifpapier, damit die Oberfläche auch schön glatt ist.

Dann leime ich die einzelnen Felder auf den Untergrund - immer schön abwechselnd (hell, dunkel, hell, dunkel...) pro Reihe gesamt 8 Felder. Die nächste Reihe beginne ich natürlich dann mit der anderen Farbe (dunkel, hell, dunkel, hell....) und bei der nächsten wieder andersrum.
Irgendwann habe ich dann die nötigen 8 Reihen beisammen. Das Ganze wird beschwert; bis zum nächsten Tag darf der Leim trocknen.


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Spielfiguren

Mutter, der Mann mit der POST war da
zwei Bauern - oder sind das eher Bäuerchen?
Läufer in Leggins
die Springer (designed by Walt Disney)
einschneidendes Erlebnis!
und hier ist das Ergebnis: die zwei Türme. Nein, nicht die vom alten Tolkien!
Die Königszwillinge
und die Zwillingsköniginnen
Uniformiert und gefechtsbereit

Aus ein paar Schrauben, Muttern (normale, Hut- und Flügelmuttern), Karosserie- und Zahnscheiben entstehen mit ein bisschen Fantasie hervorragende Schachfiguren!

Die kleinen Bauern fertige ich aus 20mm kurzen Senkschrauben und Hutmuttern. Stummelbeine hatten die damals ja alle.

Die klassisch schmal gehaltenen Läufer in ihren Leggins entstehen aus 30mm langen Senkschrauben, der Brustkorb ist die Mutter und unter dem Kopf (Hutmutter) sieht man die klassische Halskrause (Kotflügelscheibe), ein typisches Accessoire der damaligen Zeit.

Mit extrem viel Phantasie (hab ich, glaubt mir!) sieht so eine Flügelmutter wie ein Pferd aus, daher nehme ich diese für die Springer, dazu wieder eine normale Mutter und eine Kotflügelscheibe. Meinen Versuch, eine etwas pferdeähnlichere Form durch den beherzten Einsatz einer Metallsäge zu erreichen, verwerfe ich ganz schnell wieder. Zum Glück hab ich noch eine Ersatz-Flügelmutter...

Aber jetzt hab ich die Eisensäge schon mal in der Hand, dann mach ich doch mal schnell die Türme:
Man nehme eine eine 30mm lange Senkschraube, drei Zahnscheiben und drei Muttern (alles M10). Dann spanne man eine der Muttern in den Schraubstock ein und säge jeweils quer zu den Flanken eine Nut. Zusammengeschraubt: fertig!

Jetzt aber mal ran an die Monarchie:

Der König bekommt 'ne Knickerbockerhose (bestehend aus einer Mutter, vier Kotflügelscheiben und einer Zahnscheibe) und ein Wams aus feinstem Brokat (aka fünf Zahnscheiben), auf dem Wasserkopf (Hutmutter) wird per Sekundenkleber die Krone aufgepappt. Nicht, dass sie ihm über die Ohren rutscht!

Madame hingegen erfreut sich eines Traums aus Silber (also eine umgekehrte Flügelmutter). Jetzt wissen wir auch, was die Königin drunter trägt: halterlose Strümpfe (oder auch vier Zahnscheiben) erfreuen den Gemahl, scheint's. Um den Hals die übliche Halskrause (Kotflügelscheibe) und auf'm Kopp (Hutmutter) das festgeklebte Krönchen (Zahnscheibe).

Damit man auch fein Krieg spielen kann, benötige ich das Ganze natürlich in ausreichender Zahl:
16 Bauern, je vier Läufer, Springer und Türme, und zwei kinderlose Monarchen-Pärchen entstehen so.

Von den ganzen Kostümfilmen kennt man es ja: in der Schlacht geh'ts drunter und drüber, man kann Freund nicht von Feind unterscheiden. Außer man ist so clever und verpasst seiner Mannschaft das gleiche Trikot!

Damit auf dem Schlacht- äähhhh ich mein Schachfeld später kein Kuddelmuddel herrscht bekommt das eine Königshaus nun einen Überzug aus feinster Bronze.

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Damit das Spiel im Rahmen bleibt

Mit soviel Restholz kann ich mir was leisten
das ist mir jetzt zu hoch
abgehobelt und passt
auf Gehrung gesägt und angeleimt
"Kitt, bitte kommen - wir haben ein Problem!"
Nu noch bissi beischleifen und feddich!

Ohne Spielfeldabschluss gefällt mir das Ganze noch nicht: ein Rahmen muss her.

Von einem Reststück Fichtenleimholz säge ich mir vier Leisten á 25mm ab. Die 18mm starke Leimholzplatte muss ich natürlich noch auf Maß hobeln, da mein Spielfeld deutlich weniger hoch ist und die Kante sieht einfach doof aus finde ich (außerdem könnten die Schachfiguren hier leicht ins Stolpern geraten, was dem Kampfgeist abträglich wäre).
Kann man entweder mit dem Handhobel oder mit dem Elektrohobel machen: faul wie ich heute bin, entscheide ich mich für den Elektrohobel. Nur die seitlichen Sägekanten bearbeite ich mit dem Einhandhobel, um die Sägespuren zu egalisieren.

Die Leisten säge ich dann an der Bandsäge auf ca. 45° Gehrung. Circa 45° deswegen, weil das irgendwie nicht klappt. Ich denke, ich muss mir endlich mal einen Schiebeschlitten mit Doppel-Gehrungsanschlag für die Bandsäge bauen. Vielleicht als nächstes Projekt? Mal sehen.

Für dieses Mal behelfe ich mir nochmal mit einem umgebauten '82er Pontiac Firebird TransAm, kurz K.I.T.T. genannt, im gut sortierten Baumarkt auch in der Farbgebung "Fichte" für schmales Geld zu bekommen.

Schlussendlich bekommt das Spielfeld und die Figuren noch ein paar Schutzschichten Klarlack verpasst, das Pappelsperrholz wäre sonst relatv bald fürchterlich verkratzt und vermackt.


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Ergebnis und Fazit

Wieviel muss da jetzt runtergeschliffen werden?
Dauert etwas, bis keine Kante mehr spürbar ist.
einfach bisschen ausprobieren!
ein missglückter Versuch ist nicht weiter schlimm - sieht ja keiner!

Das letzte Mal habe ich vor ca. 20 Jahren Schach gespielt. Für die korrekte Aufstellung der Figuren musste ich tatsächlich nochmal spicken: Bauern vorn, der Rest dahinter und die Türme seitlich außen, das wusste ich noch. Weiße Dame auf weißes, schwarze Dame auf schwarzes Feld war mir irgenwie entfallen - genauso wie die Regel, dass vor jedem Spieler rechts unten ein weißes Feld zu sein hat.
Und wer bin ich, dass ich hunderte Jahre alte Spielregeln ändern wollte?

Der Bau des Schachfelds war tatsächlich eine nicht geahnte Herausforderung: die einzelnen Felder nicht nur quadratisch sondern auch möglichst exakt gleichgroß und gleich hoch zu bekommen, war schwerer als ursprünglich angenommen! Vielleicht hätte ich statt der Bandsäge auch besser die Kappsäge oder die Tischkreissäge hierfür genommen...

Die "ungenauen" Gehrungen (sehr euphemistisch ausgedrückt) ärgern mich im Nachhinein ziermlich. Hier hab ich unnötiger Weise extrem gepfuscht. Ob ich den Rahmen nochmal neu mache? Vielleicht. Dann aber wohl auch eher mit der Kappsäge. Oder ich bau mir tatsächlich einen Schiebeschlitten!

Die Figuren sind spontan aus dem mir zur Verfügung liegenden Material entstanden: einfach ein bisschen ausprobieren, zusammenschrauben, wieder auseinander, anders zusammen usw...
Natürlich sind es deutsche Figuren geworden: für "Bishop" und "Knight" sind mir keine passenden Schrauben, Nieten, Stifte, Muttern usw. eingefallen!

Jetzt heisst es für mich, die Schachregeln (wieder) lernen. Kann ja nicht angehen, dass ich jedesmal gegen meine Patennichte verliere!
Könnte allerdings passieren. Ich üb' jedenfalls erstmal gegen meine Frau.


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  1. Projekt des Monats

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