SAMLA - Bausatz eines Regals für die Steinsammlung der Nichten

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Der fertige Bausatz
das endgültige Bild folgt!
Es ist aufgebaut!
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    90 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Anfang des Jahres hat mich mein Schwager gefragt, ob ich denn Verwendung für die Drechselbank seines Opas hätte - ohne Typenschild (nur am Motor). Er kenne sich damit nicht aus, und bevor er sie auf IBÄH oder anderweitig verscherbelt, würde er sie lieber mir geben.
Drechseleisen, Spannfutter und sonstiges Zubehör sei auch mit dabei.
Voraussetzung sei allerdings, dass ich seinen Töchtern ein Regal für deren Steinsammlung baue.

Mein ungläubig freudiges Grinsen könnt Ihr euch denke ich lebhaft vorstellen!
Hätte ich keine Ohren, wär mir wohl der obere Schädelteil abgefallen...


Du brauchst

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Werkzeuge
  • PEX 300 AE  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • PSR 1800 LI-2  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Oberfräse,  TE-RO 1255
  • Oberfräse,  Einhandfräse
  • Stechbeitel 10mm
  • Stechbeitel 12mm
  • Schreinerklüpfel
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
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Materialliste
  • 2 x Multiplex | Birke (1600 x 100 x 18 mm)
  • 10 x Multiplex | Birke (1200 x 200 x 12)
  • 1 x Multiplex | Birke (1600 x 30 x 18 mm)
  • 55 x Kreuzschlitzschrauben (3,5 x 35 )
  • 2 x Winkel | Messing
  • 2 x Dübel
  • 2 x Kreuzschlitzschrauben (3,5 x 45)
  • 2 x Kreuzschlitzschrauben (3,5 x 17)
  • Holzleim

Los geht's - Schritt für Schritt

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Örtlichkeit in Augenschein nehmen und planen

Hier soll das Regal hinkommen - sozusagen mitten in den Durchgang. Das Tischerl kommt natürlich dann weg!
Die Regalbretter sollten eigentlich zu den Seiten gerundet sein - das hab ich bei Sketchup leider nicht hinbekommen...
Maße angepasst

Damit ich den Mädels auch was vernünftiges bauen kann, muss ich mir natürlich erstmal persönlich ansehen, wo das Regal hinkommen soll, genau Maß nehmen und mich vom Rest der Einrichtung inspirieren lassen - sprich: ich lade meine Frau und mich zum Grillen ein!

Im Ganzen werde ich das aufgebaute Regal nicht von uns zu Ihnen transportieren können (und mit Auto-Anhänger 'rüber zu fahren hab ich keine Lust), deshalb einigen wir uns darauf, dass ich Ihnen das Regal als Bausatz liefere.

Daheim rückt das Projekt wegen meiner Hobelbank erst einmal in den Hintergrund. Nachdem mich aber Anfang August meine Nichte fragt, wann das Regal denn endlich fertig ist, fange ich an, mich intensiv der Planung zu widmen.

Die Schwierigkeit besteht hauptsächlich darin, dass das Regal zwar direkt an die Türzarge zum Kinderzimmer anschließen soll, aber den Durchgang nicht versperren darf.

Eine grobe Skizze in Sketchup ist relativ bald erstellt und wird von Schwager und Schwägerin (wie auch wohl von den Kindern) gönnerhaft abgenickt. Dann kann es ja jetzt losgehen!

Beim Holzhändler meines Vertrauens lasse ich mir das MPX gleich zuschneiden: zwei 18mm dicke Stücke in 1600mm Länge und 100 mm Breite, einen 18mm dicken und 30mm breiten Streifen in der gleichen Länge und 10 Regalbretter in 12mm Dicke mit den Dimensionen 1200 mm x 200 mm.

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Seitenteile anzeichnen

Als Erstes zeichne ich mir an den Seitenteilen die Lage der Nuten für die Regalbretter an.
Die Fächer sollen später von hinten in die Seitenteile geschoben werden. Damit man die Nuten von vorne nicht sieht, sollen diese jeweils 10mm vor der Vorderkante enden.
Das Haus meines Schwagers hat überall 9 cm hohe Fußboden-Sockelleisten. Das erste Fach habe ich deswegen auf eine Höhe von 90 mm geplant. Kurzentschlossen gebe ich aber beim Anzeichnen noch 5mm dazu, um ein wenig Luft zu haben...

Die neun übrigen Nuten sollen im gleichmäßigen Abstand von 150 mm darüber angebracht werden.

Damit die Fächer später auch "im Wasser" sind, übertrage ich die Maße per Schlosserwinkel auf das zweite Seitenteil.

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Regalfächer in Form bringen

Au au au, is das spitz!
Form übertragen
Der Fräser ist nicht wirklich gut...
Aber er macht seinen Job!

Das war ein etwas schwieriger Arbeitsschritt:

Da ich leider weder zeichnen kann, in Geometrie damals nicht aufgepasst hab, kein Kurvenlineal und zudem auch keinen Zirkel in passender Größe mein Eigen nennen kann, war ich gezwungen zu improvisieren:

Ein (leider noch scharfes - autschn!) Sägeband meiner Bandsäge wird kurzerhand zweckentfremdet und mittels ein paar Bankhaken, Niederhaltern, Schraubengläsern usw derart in Form gezwungen, dass ich diese grob mit dem Bleistift abfahren und die entstandene Bogenlinie danach an der Bandsäge aussägen kann. Der Tellerschleifer tut sein Übriges, damit ich eine einigermaßen gefällige Form herausarbeiten kann.
Ein bis vier Zusatzhände wären zu dem Zeitpunkt echt hilfreich gewesen...

Die Aussparung in den vorderen Ecken säge ich auch bereits grob an der Bandsäge aus.
Jetzt habe ich eine prima Schablone für die restlichen 9 Fächer:
Anzeichnen und grob aussägen - den Rest erledige ich dann mit der Oberfräse und dem Bündigfräser!

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Seitenteile und hintere Stabilisierung fräsen

Zwischen die beiden Seitenteile lege ich das der höheren Stabilität dienende Rückenteil, damit die Nuten später auch exakt zueinander passen.

Als Fräsanschlag nehme ich einen großen Metallwinkel, den ich im passenden Abstand mit einer Schraubzwinge befestige. Mit einem 12mm Nutfräser fräse ich dann die erste Nut, wobei mir leider die Oberfräse öfter verrutscht als mir lieb ist! Zum Glück muss ich ja insgesamt 10 Nuten fräsen, da kann ich also noch viel üben... grrrr!

Meine Nuten fräse ich analog zum Plan insgesamt auf eine Tiefe von 10mm. Natürlich in drei Etappen, wäre sonst etwas zu viel des Guten für den zugegebenermaßen qualitativ nicht wirklich hervorragenden Fräskopf...

Bedingt durch den runden Fräskopf habe ich natürlich nach vorne eine Rundung, die ich zuletzt mit dem 12mm Stechbeitel noch gerade ausarbeite.

Neue Fräsköpfe bestell ich mir jetzt auch noch!

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Regalfächer: Ecken nacharbeiten und Aussparung hinten sägen

Da die Beitel grad eh schon vor mir liegen, arbeite ich jetzt die vorderen Aussparungen an den Regalbrettern sauber nach. Hierfür nehme ich meinen 10mm Beitel, setze genau am Riss an und arbeite eine saubere 90° Ecke heraus.

Die Ausparungen mittig in den Regalfächern säge ich per Schiebeschlitten auf der Tischkreissäge, sozusagen im Stapelschnitt:
Erst die Sägeblatthöhe (8mm) einstellen, dann ein Paket mit 5 Fächern auf den Schiebeschlitten gehoben und den vorher angezeichneten Ausschnitt aussägen.

Das wiederhole ich dann nochmal mit dem zweiten Regalbodenpaket. Alle zehn Fächer auf einmal waren mir gewichtsmäßig zu schwer...

Jetzt kann ich die Flächen auch schon das erste Mal mit dem Exzenterschleifer (Korn 120) abschleifen.

Leider habe ich hier im Eifer des Gefechts kaum Bilder gemacht.


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Kanten abrunden und Fehlstellen verspachteln

Abrundfräser R6
alle Vorderkanten sind fertig gerundet
Fehlerstellen spachteln
und trockenen lassen
Schleifen
schleifen
und schleifen
kleiner Nutfräser
fertige Ausschnitte für die Sockelleiste

Damit die beiden Mädels sich nicht an scharfen Kanten verletzen, fräse ich die Vorderkanten der Fächer sowie die vorderen Außenkanten der Seitenteile noch mit einem Viertelstabfräser (R6) schön halbrund.
Das mache ich diesmal an meinem selbstgebauten Frästisch.

Selbst Multiplex mit Qualität AB hat ja öfter mal Fehlerstellen in den einzelnen Lagen. Mit einer Mischung aus Holzleim und Sägemehl lassen sich diese aber sehr gut kaschieren: schön verspachteln, trocken lassen und dann abschleifen.
Schleifen muss ich die Fräskanten sowieso.

Da der Frästisch schonmal da steht, nehme ich auch gleich die Aussparung für die Sockelleiste an der Rückseite der Seitenteile in Angriff. Hier für spanne ich einen kleinen Nutfräser ein, stelle den Anschlag auf eine Spanabnahme von 3mm ein und fräse einen 90 mm langen Ausschnitt. Im zweiten Durchgang stelle ich den Anschlag auf 6mm und im dritten dann auf 9mm, da sollte dann genug Platz für die Sockelleiste sein.

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Verschraubungen vorbohren

zuerst die hintere Verstärkung
Isses denn überhaupt gerade?
Trick 17 mit Selbstüberlistung: Handy zwischen Kinn und Schulter einklemmen und "KLICK" sagen.
Querlochsenker macht schöne Löcher!
So würde es dann also aussehen

Damit ich die Bohrungen setzen kann, muss ich jetzt das Regal zuerst mal zusammensetzen. Ein langer Spanngurt (mit dem befestige ich normalerweise meinen Packsack auf dem Motorrad) und vier zusammengebastelte lange Einhandzwingen halten das Ganze derweil zusammen.

Eine Hand hält den kleinen Schlosserwinkel, die andere den Bohrer -- wie mach ich jetzt Bilder?
Idee....!

Die Bohrlöcher senke ich noch schön mit dem Querlochsenker, dann verschwinden die Schraubenköpfe plan zur Oberfläche.

Alles fertig gesägt, gefräst, gebohrt und gesenkt?
Dann kann ja jetzt geschliffen werden: erst Exzenterschleifer (Korn 180 und 240), alles leicht anfeuchten und dann mit dem Schleifklotz nochmal händisch bis Korn 320. Jetzt fühlt sich das richtig schön an!

Ihr seid mir nicht böse, dass ich hiervon keine Bilder gemacht hab?

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Oberflächenbehandlung? Nö, Montageanleitung!

Auf meine Rückfrage ob das Regal Holzfarbe natur bleiben soll, lackiert oder lasiert wird habe ich bis heute keine eindeutige Antwort bekommen.
Ich denke, da scheiden sich gerade die Geister: die Jüngste möchte es vermutlich in rosa haben (Ja, sie ist halt grad in dem Alter!), die ältere derzeit wohl in blau, meine Schwägerin in Hochglanzweiß und mein Schwager hätte es am liebsten in Natur Holzoptik gelassen.
Bis die sich entschieden haben...
Also überlasse ich die endgültige Oberflächenbehandlung einfach ihnen!

Als Ausgleich bastel ich ihnen aber am Rechner noch eine Montageanleitung im IKEA-Style.

Und mir fällt auch just der passende Name ein: Das Regal ist ja schließlich für die Steinsammlung der Mädels.

Wichtig ist natürlich der Sicherheitshinweis, das Regal unbedingt an die Wand zu dübeln!


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Fazit

Die stolzen Regal-Besitzerinnen. Man hat sich auf weisses Hartwachsöl geeinigt.
Und eingeräumt ist auch schon!

Leider habe ich keine passenden Kartonagen herumliegen - wie gerne hätte ich das Regal auch noch richtig verpackt!
So kann ich aber leider nur ein Beutelchen mit den zugehörigen Schrauben und ein zweites kleineres Beutelchen mit den Wandwinkeln und Dübeln in einen großen Beutel mit der Montageanleitung packen.

Die Regalböden, die Seitenteile und die Verstärkungslatte müssen leider unverpackt den Weg zu den Verwandten finden.
Ich bin ja mal gespannt auf deren Reaktion...


Mal wieder ein Projekt fertig geworden.
Ziemlich geärgert habe ich mich über die Ausrutscher beim Fräsen der Seitenteile. Da war ich unkonzentriert und wollte mal wieder "nur mal schnell" - Jeder weiss, dass das nie etwas wird!
Ich glaube, bei mir geht sowas nicht ohne diese UPPS!! -Momente...
Naja, egal. Im aufgebauten Zustand ist das fast nicht zu sehen.

Leider werde ich bei der Übergabe nicht dabei sein können, da ich zu der Zeit im Urlaub bin. Auch ein Foto vom fertig aufgebauten Regal an seinem endgültigen Bestimmungsort werde ich wohl nachreichen müssen.
D.h. auf die Farbgestaltung können wir alle noch ein wenig gespannt sein...


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