Sägeblatt-Garage

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Kürzlich habe ich mir drei zusätzliche Sägeblätter für meine Kapp- und Zugsäge gekauft. Leider sind die Blätter nur in Karton verpackt. Auf Dauer keine gute Lösung. Und nun ging auch wieder die Suche nach dem richtigen Aufbewahrungsort los! 


Fuffy hat vor einiger Zeit ein Schubfachregal für seine Kreissägeblätter vorgestellt. Dies nahm ich mir zur Grundlage: Schubfächer in denen die Sägeblätter liegen. Aber wo soll dieses Regal hin? Am besten direkt zur Säge. Und schon steht mein Plan! Über der Kappsäge hängt ein Hängeschrank. Darunter könnte ich so ein Regal hängen. Und los geht‘s!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Kappsäge
  • Bohrer
  • Schleifpapier
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Materialliste
  • Sperrholz
  • MDF
  • Schrauben

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Basisplatten für die Sägeblätter

Ich nehme das Maß der Blätter ab: 216 mm Durchmesser. Also Radius etwa 11,5 cm. So hat das Blatt in der Aufnahme etwas „Luft“. Mit dem Zirkel wird der Kreis auf ein Sperrholz mit 4 mm gezeichnet. Die Blätter haben eine Stärke von maximal 2,6 mm. Und der auflegbare Sägezahnschutz hat etwa 5 mm. Das genügt in der Höhe.

An der Dekupiersäge wird der Kreis ausgeschnitten. Naja, ich muss da noch etwas üben. Ich veruche erst mal die richtigen Dekublätter finden. Die Säge habe ich von meinem Vater, der sie nicht mehr braucht und ich habe so eine Säge noch nie wirklich benutzt. Im Gegensatz zur Laubsäge, da habe ich schon tausende Meter gemacht. Aber jetzt hat man eine Deku, dann muss die auch genutzt werden.

Erste Passprobe: Passt. Also das ganze noch zweimal, da ich drei Einlagen brauche.

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Kontrastunterlage

Nun brauche ich unter das Sägeblatt noch etwas, auf dem das Blatt aufliegt. Ich schaue im Vorrat und finde, dass das schwarz beschichtete MDF klasse ausschaut. Ein super Kontrast!

Hier werden drei Platten zugeschnitten, die exakt die Maße des Sperrholzes haben. Dann wird noch ein Griffloch gebohrt. So kann man von unten mit dem Finger das Sägeblatt anheben und einfach entnehmen. Das ist sehr hilfreich, ohne müsste man sich ziemlich abmühen.

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Verleimen

Das Serrholz wird mit Leim eingestrichen und mit der Zahnspachtel wird der Leim abgezogen. Für Flächenleimungen ist das notwendig. So entsteht eine vollflächig gleichmäßige Verleimung.

Alle drei Platten werden aufeinandergelegt und mit Zwingen gepresst (ohne Foto). Jetzt ist erst mal Feierabend, Morgen geht es weiter.

Nach dem Zwingen entfernen säge ich ringsum einfach 2 mm ab. So ist austretender Leim entfernt und zugleich gibt es keine überstehenden Kanten an den aufeinandergeleimten Platten.

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Die Schubfachführungen

An der Kapp- Zugsäge säge ich drei Nuten in der die Schubfächer später laufen.

Dafür nutze ich zum einen die Nutfunktion mit der ich die Schnitttiefe der Zugsäge begrenzen kann. Ich verwende Schnitttiefe 4 mm bei 10 mm Materialstärke. Zum anderen nutze ich meinen aktuell selbst gebauten Parallelanschlag an der Säge. Diesen kann ich nach jedem Schnitt um etwa 2 mm verschieben bis ich die Nutbreite von etwa 8 mm erreicht habe. Dabei wechsle ich meine zwei zu nutenden Seitenteile ab, so werden diese exakt spiegelverkehrt zueinander gesägt und die Nuten sind später auf gleicher Höhe. Und ich spare mir das jeweilige Einstellen, wenn ich den Vorgang wiederholen müsste. 

Liest sich kompliziert, aber nach etwa 10 Minuten habe ich das ganz einfach gemacht. Am Frästisch hätte ich auch durch Einstellung und Frästiefenverstellung mehre Durchläufe gebraucht. Und man hat den Nachteil, dass man immer Opferholz braucht um die Einstellung zu prüfen. Man sieht schließlich nicht an den Fräser hin. Machbar, aber dauert meines Erachtens länger als an der Kappsäge.

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Erste Passprobe der Schubfächer

Links und rechts je eine Führung, dazwischen die Schubfächer. Passt.

So wird es später in etwa ausschauen.

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Querverstrebungen

Damit alles zusammenhält brauche ich noch Querverbindungen. Diese mache ich ebenfalls aus 10er Multiplex wie die Seitenteile. Zwei Streifen in der Breite von 26,2 mm so habe ich später 2 mm Luft für die Schubfächer, damit diese leicht herauszuziehen sind.

Diese Streifen klinke ich seitlich aus. Dazu markiere ich die Breite der Ausklinkungen mit dem Anreissmesser. Dann geht es wieder an die Kapp- und Zugsäge. Schnitttiefenbegrenzung und ausklinken.

Jetzt werden die zwei Querstreben aufgelegt. Da ich Restholz verwende, ist das eine Brett dunkler als das andere. Sieht man später nicht mehr.

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Vorbohren - immer wichtig

Bei Multiplex-Verschraubungen muss immer vorgebohrt werden. Das Multiplex spaltet sich leicht. Also mit 2,5 mm vorbohren, die Schrauben werden 3 mm dick sein und 20 mm lang.

Dazu nehme ich mein Streichmaß. Damit wird die Mitte - also 5 mm - der senkrechten Hölzer auf die Querstreben übertragen.

Denkfehler: meine Schrauben ragen so genau in die Nuten hinein und die Schubfächer kratzen an diesen Schrauben. Später drehe ich die Schrauben trotz Vorbohrung etwas schräg ein. Ich habe Glück, dass das sogar hinzubekommen ist!

Nach dem Vorbohren wird mit dem Querlochsenker für den Schraubenkopf angesenkt.

In der Mitte der Querverstrebungen mache ich ebenfalls zwei Löcher. Durch diese wird das Regal an den Hängeschrank geschraubt. Die Ansenkungen brauche ich dazu aber auf der anderen Seite - das spätere „von unten“.

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Der Boden des Regals

Unten brauche ich auch einen Abschluss des Regals. Hierzu verwende ich ebenfalls ein MDF.

Das Maß nehme ich direkt an den Querverstrebungen ab. 26,2 cm. Dann habe ich gleich die exakte Größe.

Mit dem Streichmaß ebenfalls die 5 mm vom Rand angezeichnet, vorgebohrt und angesenkt.

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Verleimen und Verschrauben

Jetzt werden die Seitenteile mit den Querverstrebungen für oben und dem Boden für unten verleimt und verschraubt.

Hier fällt mir mein Fehler auf und ich habe jetzt etwas Aufwand, die Schrauben schräg einzudrehen. Aber es klappt mit etwas Mühe dann doch. Die Schubfächer laufen jetzt ganz einfach ohne zu rucken.


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Beschriftung

Mit meinem Werkstattdymo drucke ich mir drei Schilder mit Anwenungsbereich und Anzahl der Zähne der verschiedenen Sägeblätter.

Ich wähle die kleinste Schriftgröße und helfe dem selbstklebenden Plastikband mit etwas Sekundenkleber nach. Schließlich soll die Beschriftung lange haften und an den Kanten auch nicht klaffen.


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Die Sägeblatt-Garage ist fertig.

So schaut mein fertiges Regal aus. Die Schubfächer sind bestückt und laufen prima.

Man sieht, wenn man das Bild in der großansicht anklickt, dass die Schubfächermit den Sägeblatteinlagen länger sind als mein Regalkorpus. Das hat einen einfachen Grund. Sie sollen hinten herausstehen. Warum? Der eigentliche Grund ist, dass ich das Regal nicht bündig mit meinem Hängeschrank anbringen will. Dadurch dass die Schubfächer auch deutlich länger als die Sägeblätter sind, kann ich die Fächer so weit herausziehen um das Blatt zu entnehmen, ohne dass ich aus der Führung komme. Ich wusste im voraus nicht genau wo der „Totpunkt“ sein wird, an dem das Fach herausfällt.

Also habe ich die Schubfächer einfach so lange gelassen, wie meine Platte war aus der ich das Sperrholz geschnitten habe. Kürzen geht später immer noch.

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Regal aufhängen

Jetzt halte ich das Regal an den Hängschrank und zeichne die Stelle an, an der es ideal hängt. Nicht zu weit hinten, nicht zu weit vorne.

Zufall, ich kann es so aufhängen, dass die hinten herausstehenden Schubfächer an die Wand stoßen, so brauche ich nichts abzusägen oder einen Anschlag konstruieren.

Mit dem IXO-Winkeladapter kann ich das Regal ganz einfach am Hängeschrank anschrauben. Zuerst werden an der Werkbank die Schrauben bis zum Austritt aus den Querverbindungen eingedreht. Die weitere Verschrubung erfolgt dann am Hängeschrank.

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Die Sägeblattgarage hängt

Meine Sägeblattgarage hängt jetzt am Hängeschrank. Auf den Fotos seht Ihr, dass das ein günstiger Platz ist. Man sieht auch, wie sich die Aufkleber etwas lösen. Mit Sekundenkleber ist das inzwischen behoben.

Falls jemand nun beanstanden würde, dass die Säge für Gehrungsschnitte nach rechts gekippt werden muss und dann an das Regal stoßen würde, hätte er recht. Und doch nicht.

Mein Schrank auf dem die Kapp- und Zugsäge befestigt ist, ist rollbar. Er kann ganz einfach nach vorne gezogen werden. Das mache ich sehr häufig, da ich dann einfach besser arbeiten kann. Also stört das Regal nicht.

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Die Auszüge mit den Blättern

Teddy findet es langweilig und ist mittlerweile eingeschlafen

Hier seht Ihr noch ein paar Fotos wie die Auszüge funktionieren und wie man die Blätter vollständig herausziehen kann. Dann den Finger durch das Griffloch und das Sägeblatt kann entnommen werden.

Die Sägeblätter sind eine echte Bereicherung für mich. So habe ich nun drei Zusätzliche Blätter für beschichtete Platten wie Laminat oder Resopal, für Aluminiumprofile wie zum Beispiel Item aber auch ein Ersatzblatt für die Standardanwendungen. So kann ich Terassenholz mit einem Blatt sägen und das entsprechende andere Blatt mit 40 Zähnen für gute Schnitte verwenden.

Der Sägeblattausch geht an dieser Säge inzwischen innerhalb einer halben Minute und ist insofern kein Problem. Da die Blätter jetzt direkt in Griffnähe sind ist der Wechsel künftig nur eine minimalste Arbeitsunterbrechung. So etwas, in dieser oder anderen Form kann ich nur jedem empfehlen.

Viel Spass, wenn Ihr Euch eine eigene Sägeblattgarage baut!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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