River Table aus geöltem Kirschholz und Epoxidharz

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    300 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Ich wollte es einmal wissen, wie es ist mit Epoxidharz zu arbeiten. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut und ich bin sehr froh es gewagt zu haben. Aber ehrlich gesagt: das brauche ich nicht noch einmal. Hätte ich vorher geahnt, wie viel Arbeit mich erwartet, hätte ich sicher die Finger davon gelassen. Zwischendurch war ich schon am Zweifeln, ob ich das überhaupt jemals fertig bekomme. Was im Internet so einfach aussieht, hat sich doch als eine gewaltige Herausforderung mit vielen Stolpersteinen herausgestellt. Dennoch glaube ich, dass ich nicht das letzte Mal mit Harz gearbeitet habe - ich werde die künftigen Projekte nur deutlich kleiner halten...
Um so stolzer bin ich nun auf das Ergebnis und auf den einzigartigen schönen Tisch.
Update: 17.05.21 Ich habe ein paar Ergänzungen hinzugefügt

Du brauchst

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Werkzeuge
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Materialliste
  • 2 x Platten | USB Verlegeplatten
  • Holzrahmen
  • Silikon
  • Schrauben
  • 1 x Rolle | Epoxid Trennklebeband
  • 1 x Dose | Trennmittel
  • 6 x Liter | Epoxidharz
  • 3 x Liter | Härter
  • 1 x Fläschchen | Färbemittel
  • 4 x Bohlen | Holz
  • Viele x Schleifpads | Körnung 80-2000
  • Viele x Polierpads
  • Tischbeine | Metall
  • 1 x Dose | Leinöl-Firnis
  • 1 x Flasche | Politur für Epoxidharz

Los geht's - Schritt für Schritt

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Gießform bauen

Um eine Tisch ausgießen zu können, braucht man zunächst einmal eine Gießform in der gewünschten Größe. Aus USB-Platten und Holzrahmen ist diese relativ schnell gebaut. Wichtig dabei ist, dass man wirklich alle Verbindungen mit Silikon abdichtet. Das Harz sucht sich seinen Weg und jedes kleinste Loch rächt sich. Ich habe eine kleine Lücke übersehen und im ersten Gießvorgang gleich mal etwa 1/4 Liter Harz verloren - sehr ärgerlich. Also - sehr sorgfältig alles mit Silikon abdichten!

Ist die Form gebaut, muss jede Innenfläche mit dem Trennklebeband verklebt werden. Das ist wichtig, damit sich die Platte nach dem Durchhärten wieder aus der Form lösen lässt. Zusätzlich gibt es noch ein Trennmittel, mit dem alles zuletzt noch eingesprüht wird.
Bevor man dann das Holz einlegt muss man sich versichern, dass alles sauber und staubfrei ist.

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Das Holz vorbereiten

Jetzt werden die Holzbohlen geschliffen. Hier geht man wirklich bis zu einer Feinkörnung von 180 oder 240. Dabei wird auch von den Schwarten alles morsche Holz abgeschliffen und dabei aber die Form der Schwarte beibehalten.

Die Holzbohlen so kürzen, dass sie genau in die Gießform passen. Dabei auch entscheiden, welche Bohlen welchen Platz bekommen. Einfach hin und her legen und immer wieder prüfen, was die beste Konstellation ist. Die beiden äußeren Bohlen werden dann gerade gesägt.
Hat man sich entschieden, wie die Bohlen in die Gießform gelegt werden, alles noch einmal gründlich reinigen und nebelfeucht abwichen, damit so wenig Staub wie möglich übrig bleibt.

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Der erste Gießvorgang

Um mit dem Gießen anzufangen, muss das Wetter mitspielen, oder man hat einen Raum, in dem man die Temperatur regeln kann. Das Harz braucht eine Umgebungstemperatur von 20-25 Grad.

Bevor man mit dem ersten Gießvorgang beginnt, muss man alle Kanten mit Epoxidharz bestreichen, um sie zu versiegeln Dazu mischt man ein wenig von dem Harz Harz mit dem Härter gemäß den Herstellerangaben an. Nicht zu viel, da man jetzt nur die Kanten versiegeln will. Generell sollte man versuchen so wenig Schwund wie möglich zu haben, denn das Harz kostet ein paar Euro.
Wichtig dabei: Sehr sauber arbeiten. Mit einem Pinsel lässt sich das Harz gut auftragen. Danach den Pinsel dann entsorgen, da er sich nur sehr schlecht bis gar nicht reinigen lässt.

Sind die bestrichenen Kanten durchgetrocknet (1-2 Tage) kann die Basis gegossen werden. Dazu wieder nach Herstellerangaben das Harz mit dem Härter anmischen. Um unnötige Blasenbildung zu vermeiden, sollte man das Harz über den Rührstab an der Wand des Mischbechers entlang langsam einlaufen lassen. Die richtigen Mengen kann man am Besten mit einer Küchenwaage im Auge behalten.
Ebenso verfährt man mit dem Härter. Dann werden die beiden Komponenten so lange gerührt, bis kein Schleier mehr zu sehen ist. Dann wieder über den Rührstab in ein sauberes Behältnis umgießen. Damit geht man sicher, dass sich Harz und Härter wirklich gut miteinander vermischen.

Das Gemisch wird nun langsam und gleichmäßig über den Rührstab in die Lücken der Bohlen gegossen. Da es der erste Gießvorgang ist, reicht es, wenn nachher der Boden der Gießform gleichmäßig ca. 5 mm hoch bedeckt ist. Nicht erschrecken - es geht mehr Epoxidharz drauf, als man denkt. Mit drei Liter Harz und Härter muss man rechnen. Und man bekommt das erste Mal das Gefühl, als wäre die Gießform ein Fass ohne Boden. Nicht entmutigen lassen, wenn man erst einmal nicht wirklich was sieht. Das liegt daran, dass sich das Harz nun überall bis in die kleinsten Lücken verteilt.
Hier zeigt sich auch, ob die Gießform wirklich dicht ist. Sollte das Harz auch nur das kleinste Leck finden, nutzt es dieses gleich in vollen Zügen aus. Wenn man es bemerkt hilft nur noch eine dicke Schicht schnelltrocknendes Silikon auf die Stelle aufzubringen und zu hoffen, dass es reicht.

Dann wieder alles etwa 2 bis drei Tage aushärten lassen. Man kann problemlos in mehreren Schichten gießen, da sich das frische Epoxidharz einwandfrei mit bereits ausgehärtetem Harz verbindet. Also - ruhig genug Zeit lassen.

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Aufgießen des Tisches

Ist der erste Guss ausgehärtet, kann nun der Tisch komplett ausgegossen werden. Es gibt bei verschiedenen Herstellern Abtönfarben für Epoxidharz. Das macht durchaus Sinn, da klares Harz mit der Zeit leicht vergilben kann (nicht muss). Außerdem gibt es wirklich sehr schöne Farben, die sich mit dem Holz sehr schön kombinieren lassen. In diesem Fall habe ich mich für die Farbe "Aqua" entschieden.

In diesem Gießvorgang wird alles komplett aufgegossen, bis das Harz sich anfängt über das Holz zu verteilen. Das macht gar nichts, da ja später alles auf eine gleichmäßige Höhe geschliffen wird.

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Platte aus der Gießform lösen

Nachdem alles komplett ausgehärtet ist (nach etwa 3 Tagen) kann die Tischplatte aus der Form gelöst werden.

Das kann unter Umständen ganz schön schwierig sein. Aber mit Holzkeilen, Dachlatten als Hebel und Gummihammer lässt sich auch dieses Problem lösen.
Vorsicht - die Kanten sind sehr scharf und es empfiehlt sich Handschuhe anzuziehen, wenn man die Platte von A nach B tragen will.
Am Ende hatte ich die Platte draußen und die Gießform war total zerstört.

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Schleifen, schleifen, schleifen

Es dauert ewig, ist eine unglaublich staubige Angelegenheit und ist eine Herausforderung für Mensch und Material - das Schleifen.

Ganz wichtig: Staubmaske tragen! Der Staub, der beim Schleifen von Epoxidharz entsteht, ist krebserregend. Daher ist es unerlässlich mindestens eine FFP2 Maske beim Schleifen zu tragen und diese auch konsequent aufzubehalten. Es empfiehlt sich auch unbedingt im Freien zu arbeiten, da man bereits nach einer halben Stunde von Kopf bis Fuß in einer Staubwolke versunken ist. Man kann auch Nassschleifen, aber dann hat man eine einzige Matschpampe um sich herum. Man hat also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Spaß macht es nicht und egal welches Papier man zum Schleifen nutzt - es hält nicht lange. Daher ist ein guter Vorrat unbedingt angesag.
Wer einen Winkelschleifer mit regulierbarer Geschwindigkeit hat, kann den gerne bei einer Drehzahl etwas unterhalb der halben Kraft benutzen. Damit kommt man recht schnell und gut voran.
Angefangen mit einer Körnung von 180, arbeitet man sich nach und nach bis zu einer 2000er Körnung hoch.

Die Unterseite der Tischplatte muss gar nicht so sehr geschliffen werden, da hier alles schon recht gleichmäßig ist. Aber leider kommt man hier nicht drum herum. Update 17.05.: Di Unterseite nicht abzuschleifen erwies sich als eine schlechte Idee. Eigendlich ganz logisch: Wenn das Holz nach einer Seite hin hermetisch abgeriegelt ist, wohin kann es sich dann sudehnen? Genau - nach oben, wo kein Harz das Holz einschließt. Die Folge: Tisch wird konvex...
Die Erfahrung musste ich leider machen. Und somit musste ich dann das Holz auf der Unterseite des Tisches vom Harz befreien. Also stand ich erneut einen Tag in einer weißen Staubwolke und habe das Harz heruntergeschliffen. Ich habe dann auch die Unterseite geölt. Jetzt kann sich das Holz ausdehnen und atmen...

Die Oberseite des Tisches braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit - denn die soll möglichst perfekt sein.
Alles Holz, was höher ist als die Oberfläche der aufgefüllten Lücken muss komplett abgetragen werden. Am Ende soll alles möglichst gleichmäßig und eben sein. Das erfordert viel Zeit und Geduld und noch mehr Schleifpads. Auch hier unbedingt eine FFP2-Maske tragen!

Hat man es nach Stunden und Tagen endlich geschafft alles auf eine gleichmäßige Ebene zu bringen und hat man die 2000er Körnung hinter sich gebracht, darf man die Kanten und Ecken nicht vergessen. diese sollten gut abgerundet werden, da sie insgesamt doch recht scharf sind.

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Füße monteiren, ölen und polieren

Die Unterseite des Tisches wird zum Finish mit einer speziellen Politur für Epoxidharz auf Hochglanz gebracht (vorher abwaschen und alles vom Staub befreien). Update 17.05.: S. vorheriger Schritt. Die Unterseite habe ich aus genannten Gründen inzwischen komplett abgeschliffen und wie die Oberseite gestaltet. Das Bild zeigt aber noch die alte Version mit dem Harz...

Im Internet gibt es alle möglichen Arten und Formen von Tischbeinen. Ich habe mich für welche aus Metall entschieden. Diese werden dann ganz einfach nur an die Platte geschraubt.
Die Oberseite des Tisches habe ich mit Leinöl-Firnis geölt. Dazu habe ich das Öl großzügig aufgetragen und maschinell in das Holz einmassiert. Dann habe ich es trocknen lassen und das ganze wiederholt.
Am Ende hatte ich eine perfekt glatte Oberfläche und das Öl brachte die Maserung des Holzes sehr toll zur Geltung.

Es war eine Menge Arbeit, aber ich bin am Ende froh, es durchgezogen zu haben. der Tisch sieht einfach toll aus.

Viel Spaß beim Nachbau ;)


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