Regenmacher

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1-2-do.com Herausforderung Oktober 2018: Regenmacher
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Neuer Monat, neue Herausforderung!


Maggy, die Gewinnerin der September-Challenge,  hat es sich Anfang Oktober leicht gemacht: anstatt selber sich zwei neue Materialien auszudenken, muss dies der Sohn von Froschn für sie erledigen. Seine Wahl fällt spontan auf (Herbst-)Laub und Zahnstocher. 

Da kann man was draus machen, finde ich! Und zwar mehr, als Kastanienmanschgerl (wo ich mir schon immer die blöden Zahnstocher in die Finger gerammt habe,weil ich von der Kastanie abgerutscht bin --- schmerzende Erinnerung!)

Just vor ein paar Tagen erst habe ich meinen Schellenkranz fertig gestellt. Da liegt es doch nahe, dass ich gleich das nächste Instrument baue! Wollte ich schon immer mal machen!
Und bei dem trockenen Sommer dieses Jahr kann man doch so einen Regenmacher gut gebrauchen, oder?

Die Projektkosten sind geschätzt: Leimholzbrettreste hatte ich da, Zahnstocher auch, Füllung eigentlich auch.

Viel Spaß beim Lesen und nachbauen!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PSR 1800 LI-2  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PTS 10  - Tischkreissäge, Unterflur-Zugsäge
  • Tischbohrmaschine
  • Bandsäge BS 350 Superior
  • Holzmann Tellerschleifer
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Materialliste
  • Leimholz | Fichte
  • Zahnstocher
  • Reis | Spitzen Langkorn
  • Laub
  • Leim
  • Klarlack

Los geht's - Schritt für Schritt

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Was kann sich ein Brett Leisten?

Innenseite 1,4 cm breit
Leisten verdünnisieren
Wenn man's sich Leisten kann...

Als erstes suche ich mir aus meiner Restekiste ein passendes Stück Leimholz heraus. 


Hieraus säge ich mir mit der TKS 8 Leisten zurecht, mit 22,5° fein auf Gehrung geschnitten. Aus unerfindlichen Gründen bilde ich mir ein, dass die Innenseite 14,5mm breit sein soll. 

Weil die späteren Außenseiten zum einen nicht besonders ansehnlich sind und mir das Ganze auch ansonsten etwas zu klobig wird, säge ich an der Bandsäge 3,5 mm ab. 

Nun haben meine Leisten nur noch eine Dicke von ca. 14 mm, was mir ausreichend erscheint.

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Ich Leiste mir eine 8-eckige Röhre

Aufkleben
einleimen
ich hab zu wenig Zwingen!
aus vier mach drei
und aus drei mach zwei
einleimen
und zusammenpressen
Fertig ist die achteckige Röhre

Die einzelnen Leisten werden kurz mit 120K Schmirgelpapier an den Sägekanten egalisiert.


Dann leime ich jeweils zwei Leisten aneinander. Hierfür klebe ich auf die Außenseite der einen Leiste braunes Packband (Die Leiste bis zur Mitte vom Packband), bestreiche die Gehrung mit Leim und lege die zweite Leiste mit ihrer Außenseite auf die andere Hälfte des Packbands. Dann klappe ich die Leisten zueinander und nutze Klemmen und Zwingen zur Unterstützung, bis der Leim abgebunden ist. 
Schaut euch die Bilder an: Hier wird es klarer, was ich sagen will...

Dann leime ich jeweils zwei der entstandenen Gebilde auf die gleiche Weise zusammen und habe so zwei Hälften einer achteckigen Röhre bekommen. 

Diese dann zusammen zu leimen ist dann auch wirklich ein Kinderspiel: zur Unterstützung nehme ich wieder Packband, das ich diesmal radial drumwickel.

Das Ergebnis: ein eckiges Rohr.
Capiche?

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Ungeschliffen schauen Kinderhände in die Röhre.

Beim Schleifen drauf achten, dass das Holz nicht entgegenkommt! Brille und Maske sind hier PFLICHT!

Besonders angenehm liegt das Ganze nicht in den Händen.


Also schleifen wir die Kanten weg. Und das geht am schnellsten mit dem Tellerschleifer! In Ermangelung einer Drechselbank schaffen wir uns das Rund halt dann aus Brettern -- geht auch wie man sieht!
Muss ja nicht 100%ig rund sein.

Im Anschluss noch mit K120 Schmirgelpapier schön machen.

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Wo gebohrt wird...

Anzeichnen
benötigten Bohrdurchmesser ermitteln
bohren
und fertig!

Damit die Zahnstocher später ihren Platz finden, brauchen wir hierfür Eingänge (auch Bohrungen genannt).

Zunächst zeichne ich mir alle 9 cm einen Hilfspunkt, beginnend 2cm vom Röhrenende. Dann drehe ich das Rohr 1/4 Umdrehung und zeichne um 4,5 cm versetzt weitere Punkte, ebenso alle 9 cm einen.
Wieder 1/4 Umdrehung weiterdrehen, wieder Punkte genauso versetzt, genau so großer Abstand. Das Ganze nochmal. Die Punkte verbinde ich frei Schnauze in einer abwärts führenden Spirale miteinander. 

Dann nehme ich das Rohr wieder in Ausgangsposition, drehe es einmal um 180 Grad und mache das gleiche Spiel von vorne, so dass ich am Ende zwei Spiralen um das Röhrle gezeichnet habe.

Als nächstes benötige ich Löcher im Holz.
Die Zahnstocher haben alle in etwa einen Durchmesser von 2mm. Daher nehme ich meine Tischbohrmaschine und bohre mit einem 2mm Bohrer entlang der gemalten Spirale Löcher in einem Abstand von ca. 2 cm. 
Hier muss man weder messen, noch sonderlich genau arbeiten: Pi x Daumen reich locker!

Die Bohrlöcher werden dann noch mit Schleifpapier bearbeitet.


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Und der arme Zahnstocher schaut wieder in die Röhre!

ich glaub, die reichen!
Reinstecken
und mit einem leichten Hammerschlag wird die Spitze im Inneren ins Holz getrieben!
von Außen
Meine neue Stachelkeule
Überstand abzwicken
und nochmal mit dem Schonhammer drauf
Zum Schluss noch verschleifen

Die erste Zutat wird verbaut!


In jedes Loch stecke ich einen Zahnstocher bis es nicht mehr weiter geht.
Getreu dem Motto: "und is der Berg a noch so steil, a bisserl was geht allerweil!" wird dann aber noch ein kleiner Schlag mit dem Hammer verpasst: die innere Spitze des Zahnstochers bohrt sich hierdurch etwas in die Innenwand der Röhre. 

Sieht fast so aus, als würde ich mir eine neue Stachelkeule für's Live-Rollenspiel (LARP) basteln!

Die überstehenden Enden knipse ich mit dem Seitenschneider ab.

Die nun noch herausstehenden Stummel werden mit ein bis zwei beherzten Schlägen mit dem Schonhammer eingetrieben, der Rest mit Schleifpapier K120 egalisiert.

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Hast du Töne?

Die Probe auf's Exempel: wie wird es klingen?

Ich hole mir aus der Küche eine Hand voll Reis, halte die Röhre unten zu und schütte den Reis oben hinein: klingt gut!
Allerdings möchte ich dem Regenmacher etwas mehr Atem verleihen: der Schauer geht viel zu rasch vorüber! 

Also leere ich den Reis in ein Schüsselchen und gehe wieder in die Werkstatt, wo ich Arbeitsschritt No.5 etwas abgewandelt einfach wiederhole!

Diesmal wird je Spirale nur eine Bohrung pro Leiste gesetzt. Zahnstocher rein, abgezwickt, reingedroschen und geschmirgelt (hatschi!). 

Klangprobe? Supi, jetzt passt's! 

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Noch hat der Spaß a Loch!

Modellscheibe
abgepaust
aussägen
Lage markieren und auf Passung prüfen
einkleistern
hier auch
und Stopsel einleimen (WICHTIG: warten, bis der Leim komplett abgebunden hat!)
Reis einfüllen
andere Seite
und schön verschleifen

Vielmehr zwei.


Die Rohrenden gehören natürlich verschlossen, sonst rinnt der Regen (resp. der Reis) heraus.
Damit ich passende Stöpsel bekomme, säge ich mit der Bandsäge auf jeder Seite eine ca. 5mm breite Scheibe ab. Ich nehme ein Reststück Leimholz, lege die erste Scheibe drauf und pause so die Innenkonturen der Röhre mit Bleistift ab. 
Ausgesägt wird an der Dekupiersäge außen am Bleistiftstrich entlang. 

Die erste Passprobe schlägt fehl, deswegen schleife ich die Seiten des Stöpsels mit Schmirgel leicht ab -- solange, bis der Stöpsel ins Rohr passt. Nach der Passprobe säge ich den Überstand mit der Bandsäge ab. 
Jetzt noch großzügig Leim ins Rohr und auf die Stöpselseiten aufgetragen und den Holzpfropfen eingeschlagen. Nachdem der Leim trocken ist (wichtig! Nicht vorher!), wird auf der anderen Seite der Reis eingefüllt.

Dann kann dieses Seite ebenso verschlossen werden. Wie zuvor pause ich die Stopselkontur auf ein Stück Leimholz durch, säge mit der Deku außen am Bleistiftstrich entlang und erhalte so Stöpsel Nummer 2. Den Überstand säge ich dann wieder mit der Bandsäge ab, bevor ich den Stopfen einleime. 

Beide Enden werden jetzt noch schön mit Schmirgel bearbeitet damit die Kanten nicht so scharf sind und alles hübsch aussieht.

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Herbstkleidchen anziehen!

Entstängeln
die bunte Ausbeute
Forschungsstation "was-klebt-am-besten"
großzügig einleimen
und aufkleben

Naggische Regenmacher sind in der Regel ein Graus fürs Auge!


Also bekommt meiner hier was zum anziehen: themen- und jahreszeitengerecht ein buntes Herbstkleid aus Laub. 

Eben erst im Schein der Taschenlampe gesammelt, wird auch gleich ausprobiert, wie ich das Laub am besten aufklebe. 
Zur Verfügung steht mir Fugenleim, Expressleim, stinknormaler UHU Alleskleber, Sprühkleber und Sekundenkleber.
Letzteren stell ich lieber gleich wieder zurück in den Schrank. Ich kenn mich doch...

Als erstes jedoch schneide ich die Blattstiele ab - die stören nur die spätere Haptik des Regenmachers.

Nach einer kurzen Versuchsreihe stellt sich (wie vermutet) der Expressleim als das Mittel der Wahl heraus. 
Also streiche ich das Laub sukzessive großzügig mit Leim ein und klebe die Blätter dann auf den Regenmacher, der hierdurch deutlich bunter wird. 

Über Nacht trocknen lassen und anderntags die nicht klebenden Stellen nacharbeiten. 

Uiii, da hab ich doch jetzt ganz zufällig sogar noch die zweite Zutat verbaut!

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Regenmantel für den Regenmacher

Lackieren
Fertig!
1-2-do.com Herausforderung Oktober 2018: Regenmacher
1-2-do.com Herausforderung Oktober 2018 der Regenmacher

Und was, wenn er funktioniert?

Damit die hübschen Blätter bei einem plötzlichen Schauer nicht abgewaschen werden, bekommt der Regenmacher jetzt noch einen Klarlack-Überzug. Hier entscheide ich mich für Bootslack, da hab ich noch genug hier rumstehen.

So, fertig.

Mir hat der Bau wahnsinnig viel Spaß gemacht!
Zum Schluss noch ein Video.

Achtung, spannt lieber 'nen Schirm auf!


Rechtlicher Hinweis

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