Radlfahrer-Hampelmann - ein Gemeinschaftsprojekt mit meinem kleinen Neffen

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kopflose Testfahrt - ein erster Versuch
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Das ist ein Gemeinschaftsprojekt meines 11-jährigen Neffen und mir.


Ich habe vor längerem mal ein Spielzeug gesehen, wo sich Arme und Beine beim ziehen oder schieben bewegen wie bei einem Hampelmann. Das gefiel mir recht gut und ich wollte es irgendwann mal nachbauen. Da ich für eines meiner Patenkinder noch ein Geschenk benötigte, fiel mir wieder dieser Radfahrer ein und ich machte mir mal einen Entwurf. 
Gerade als ich mit dem Radler beginnen wollte und alle Pläne schon hatte und ein Teil des Holzes schon zugeschnitten war, kam mein Neffe zu Besuch und wollte unbedingt mir in der Werkstatt helfen. da ich nur dieses Projekt vorbereitet hatte, haben wir das dann zusammen gemacht.
Er meinte, der Papa hätte ihm schon das Bohren beigebracht (Scheppach) und er möchte so gerne die PBD ausprobieren. Nach einer kleinen Sicherheitseinführung hat er dann ganz souverän fast alle Löcher alleine gebohrt und war mächtig stolz. Nicht jede Bohrung wurde wirklich so akkurat wie ich es gerne gehabt hätte, nicht jeder Leimtropfen kam dahin wo er sollte, nicht jeder Farbanstrich saß so exakt,  aber egal, er hatte seinen Spaß, ich auch und so wurde unser Gemeinschaftswerk mit vielen lustigen Reden vollendet.
Als der Radler komplett fertig angemalt und funktionstüchtig war, meinte der Neffe ganz traurig, daß er eigentlich noch nicht zu groß sei um auch mit dem Radler zu spielen und das Patenkind doch noch viel zu klein sei.
Was macht man da? Ich brachte es jedenfalls nicht fertig ihn mit leeren Händen nach Hause zu schicken. Er sollte "seinen Radler" behalten und zuhause auch stolz zeigen können. Für mein Patenkind habe ich fast das gleiche Modell als Polizist nochmals gebaut.

Durch meinen Neffen war ich dann an diesem Nachmittag so abgelenkt, daß wir zwar in der Kaffeepause ein Video einer Testfahrt gedreht hatten, da fehlte aber noch der Kopf und die Schrauben waren nur provisorisch angezogen, es sollte ja nur ein Test sein. Doch als ich jetzt das Projekt hochladen wollte, stellte ich fest, daß ich vor lauter Neffenbesuch vergessen hatte noch ein Video vom fertigen Radler zu machen, bevor er damit nach Hause abzog. Jetzt muß das Testvideo reichen, es geht hier ja nur um den Bewegungsablauf.

Sehr gut zum Zeitplan passend kam die Vorgabe für die nächste Challenge, Rad - rund - beweglich. Na prima, da paßt mein Radfahrer-Hampelmann ja super zum Thema.
Ich hoffe, Euch gefällt dieses Projekt.


Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBD 40  - Bohrmaschine (stationär)
  • Dekupiersäge,  Multicut S2
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Materialliste
  • 1 x Rundstab (6mm)
  • 1 x Rundstab (4mm)
  • Holz (ca 15-20 mm dick)
  • Schrauben | passend zu (Holzstärke)
  • Acrylfarben
  • Klarlack

Los geht's - Schritt für Schritt

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Plan zeichnen - Holz aussuchen

Als erstes versuchte ich mir einen Plan zu zeichnen, der in etwa darstellen soll, was ich haben möchte. Nach diesem Plan habe ich dann in meinem Holzvorrat einige von der Stärke her passende Brettchen herausgesucht und  glatt gehobelt. 

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Kopf Radler

Es ist etwas ungewöhnlich, daß man mit dem Kopf beginnt. Meist paßt man den Figuren den Kopf erst zum Schluß an. Aber ich habe lange überlegt wie ich den Kopf mache. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen einen gedrechselten Kopf zu verwenden, da ich das am lustigsten finde. Der gedrechselte Kopf war daher das erste, was ich für den Radfahrer hatte und erst danach habe ich mit den Sägearbeiten für den Körper begonnen und erst ab da hat mein Neffe mit gearbeitet..

Und da der Kopf ja auch das wichtigste ist, steht er jetzt an erster Stelle.

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Drechseln

Da das Drechseln nicht im Vordergrund steht, gibt es für den Kopf nur eine Kurzbeschreibung.

Als erstes wird ein Stück Holz eingespannt und gerundet. Danach wird der Kopf mit Hut und der Körper geformt.Ich habe bei der Figur auch ein Stück Körper dran gemacht, da ich zuvor nicht genau wußte wie der Übergang des Radlers vom Kopf zum Körper sein wird und da genug Material da war, wollte ich auf Nummer sicher gehen und genügend Spielraum beim absägen haben.
Am Schluß wird bei noch eingespannter Figur der Hut gemalt. In die Hutkrempe habe ich noch ein Muster gemacht. 
Dann wird meiner Figur an der Deku der Kopf abgeschnitten. In den Kopf wird ein Loch gebohrt, in das ein 3mm Rundstab paßt.

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Räder

Mit dem Zirkel habe ich mir die vier Räder aufgemalt, danach ausgeschnitten, auf Papier geklebt. Das Holz wurde mit Tape abgeklebt und die Radvorlage darauf geklebt. Danach habe ich alle vier Räder mit der Dekupiersäge ausgesägt, da ich keine Lochsäge in dieser Größe hatte.
In die Räder kam dann ein Achsloch, aber nicht durchgehend.

Da mein Neffe unbedingt die Löcher bohren wollte, mußte ich insgesamt 6 Räder sägen. Bei den ersten beiden hat er sich mit dem Tiefenstop vertan und ich wollte ihm nicht dazwischen reden. Er sollte es einfach selbst erkunden und merken und so habe ich schnell noch 2 Räder nach gesägt.
Anschließend wurde an den fertigen Rädern die Kante per Hand leicht gerundet.

Aus dem 6mm Rundstab werden die beiden Achsen gesägt und erst einmal nur auf einer Seite in die Räder geleimt. Das Bohrloch hierfür darf nicht durchgängig sein.

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Fahrgestell

Für das Fahrgestell benötigten wir eine Bodenplatte. Sie sollte dann der Träger für den Fahrradsitz und die Lenksäule werden.

Da ich keine Fräse habe, habe ich die Bodenplatte aus drei Leisten gemacht. Zwei Leisten sind gleich lang, die mittlere habe ich mit der Deku schräg geschnitten. Die Schräge muß später so sein, daß daran die Lenksäule bündig schräg auch paßt.
Die Neigung habe ich nach Augenmaß erstellt. Je nach dem wie stark sie ist, sitzt der Radler mehr aufrecht bequem oder mehr geneigt sportlich.
Wenn das alles paßt bekommt das Chassis noch vorn und hinten jeweils Löcher für die Achsen.

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Lenksäule

Das Fahrgestell soll auch eine Lenksäule bekommen. Die Lenksäule muß von der Schräge am unteren Ende genau auf die Schräge des Chassis passen.

Am oberen Ende bekommt die Lenksäule ein Loch für den 4mm Rundstab, der als Lenker später dienen soll.
Die Lenksäule wird mit dem unteren Ende in das Chassis eingeklebt.

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Radfahrerkörper

Der Körper besteht aus einem rechteckigen Stück Holz. An diesem werden am unteren Ende rechts und links die Oberschenkel mit Schrauben befestigt, da die Oberschenkel beweglich sein müssen.

Am anderen Ende, oben, werden später die Arme fest geleimt. Das geht aber erst, wenn die Lenkstange fertig ist.


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Beine und Arme

Von  meinem gehobelt und geschliffenen Brett habe ich in der passenden Länge und Breite 2x Arme und 2x Oberschenkel und 2x Unterschenkel abgesägt.

Die abgesägten Leisten wurden an den Enden gerundet, da sie später bei den Unterschenkeln ja auf den Oberschenkeln aufliegen und die Arme ja am Körper angeleimt werden. Rund sieht da einfach schöner aus als eckig. Anschließend hat mein Neffe alles fein glatt geschliffen.

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Löcher bohren

Das Chassis bekommt ein Loch, das nicht durch gebohrt wird, für die Sattelstütze.

Das Chassis bekommt 2x Löcher für die beiden Achsen.
Die Lenksäule bekommt ein Loch für den 4mm Rundstab.
Die Unterschenkel bekommen an jedem Ende ein Bohrloch für eine Schraube.
Die Oberschenkel bekommen nur an einem Ende ein Loch, dort wo sie am Körper fest geschraubt werden.
Die Arme bekommen auch nur ein Loch, da sie am Körper fest geleimt werden und nur ein Loch pro Hand benötigen für die Lenkstange.
Die Löcher werden noch angesenkt, damit die Schraube später nicht vorsteht.

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Fahrradsattel und Sattelstütze

Der Sitz wird ein quadratisches Stück Holz, das genau die Länge des Körpers hat.

Der Sitz wird so an den Körper geleimt, daß hinten noch ein bißchen von ihm zu sehen ist. Dann bekommt der Sitz noch ein Loch in der Mitte für die Sattelstütze (Rundstab).

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Lenker

Als Lenker ist ein Stück von dem 4 mm Rundstab vorgesehen. Hierfür messe ich den Körper und die Armstärke. Nach diesem Maß minus Platz für Endkappen sollte mein Lenker gesägt werden.

Doch vorsichtshalber mache ich eine Zwischenmontage.

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Zwischenmontage

Um die Länge des Lenkers kontrollieren zu können, benötige ich eine Zwischenmontage.
Alle Beine und Arme werden provisorisch am Körper befestigt, ein Rundstab wird durch die Hände geschoben und gemessen. Mein vorher gemessener Abstand nur vom Holz stimmt überein.
Mein Lenker muß etwas kürzer werden als das errechnete Maß, da ich ihm zum Schluß noch Endkappen verpassen möchte.

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der Radlfahrer muß eingekleidet werden

Ich wollte den Radlfahrer ganz normal anziehen. Aber mein Neffe meinte, er bräuchte ein Renntrikot, kurze Radlhosen und schwarze Schuhe.

Also fingen wir an zu bemalen. Ich die Räder, mein Neffe die Beine und Arme. Versehentlich bemalte er dann die Beine umgekehrt  und man konnte das nicht mehr alles abschleifen.
Als wir das feststellten, lästerte ich schon ein klein bißchen und wir mußten darüber ziemlich lachen. So wurde eben aus einer kurzen Hose eine lange Hose und statt weißen Rennschuhen gab es schwarze, weil schwarz besser deckt..

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Kopf fertig stellen

Nachdem alles bemalt ist, kann endlich  der Kopf fertig gestellt werden.

Dafür habe ich ihn vom gedrechselten Körper getrennt. Dann wurde ein Stück Verbindungsholz von einem 3mm Rundstab gesägt, das Kopf und Rumpf miteinander verbinden soll. Das Loch in den Kopf habe ich nicht ganz gerade im Lot gebohrt, sondern etwas leicht schräg, damit der Radler nicht so stark zu Boden schaut sondern mehr nach vorne.
Dann hat ihm mein Neffe ein Gesicht gemalt. In den Rumpf wird ein Loch oben in der Mitte gebohrt.  Der Kopf wurde auf das Loch im Rumpf gesteckt und zurecht gerückt. 

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Endmontage

Die Lenkstange und die Sitzstange werden eingeleimt.

Auf die andere Seite der Achsen wird das zweite Rad noch festgeleimt, das bisher nur gesteckt war.
Alle Schrauben werden so angezogen, daß sich die Beine trotzdem bewegen können. An zwei Stellen müssen sie noch mehr versenkt werden.
Der Lenker bekommt noch Endkappen. Ich weiß nicht, woher ich diese weissen Teile habe und wie sie genannt werden, aber sie passen wunderbar auf das Ende meines Lenkers.


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Fertig

Normalerweise lackiere ich meine Holzspielzeuge noch farblos. Da aber der Neffe abends wieder abgeholt worden ist, habe ich auf den Anstrich verzichtet, Wenn er es noch lackiert haben möchte, ist er groß genug um das auch zuhause alleine oder mit Hilfe eines Elternteils zu machen.
Wichtiger als lackieren war, daß er den Radler gleich mit nehmen konnte.

So hatten wir einen vergnüglichen Tag gehabt und ich darf nun noch einmal ein ähnliches Fahrzeug für mein Patenkind bauen.

Eigentlich sollte der Radler noch vorn ein Hakerl bekommen und ein Stück Kordel zum Ziehen. Da er nun aber statt beim kleinen Patenkind beim großen Neffen gelandet ist, wurde die Kordel durch ein lila Band ersetzt und mein Radler trägt einen feschen Schal - Band also auch noch verbaut.
Ich hoffe, Ihr habt Spaß beim Lesen und das Gemeinschaftsprojekt gefällt Euch.


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