PTS 10 Entstauben

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Bosch PTS10 Entstauben
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Die Bosch PTS ist als Dreckschleuder berühmt und berüchtigt. Mit welchen drei Maßnahmen ich den Staubauswurf deutlich reduzieren konnte, zeige ich in diesem Projekt.

Die 3D-Druck-Objekte auf Thingiverse:

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Akku-Schrauber
  • 3D Drucker
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Materialliste
  • Kompri-Band
  • Panzer-Tape
  • div. Holzreste
  • Staubsaugerschlauch

Los geht's - Schritt für Schritt

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Maßnahme 1: Abdichten

Die Säge hat konstruktionsbedingt viele Austrittsöffnungen, durch die der Sägestaub, der nicht abgesaugt wird, entweichen kann. Diese Löcher gilt es erst mal zu stopfen.
Aber zunächst wird der Boden der PTS10 entfernt, den benötige ich hier nicht mehr.

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Abdichten der Schlitze und Löcher

Die Löcher und Schlitze im Gehäuse klebe ich einfach mit Panzertape ab. So kann hier schon mal kein Staub mehr austreten.

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Lücken zwischen Gehäuse und Tisch

Auch zwischen dem grünen Gehäuse und dem metallenen Sägetisch klaffen viele Lücken ringsum. Diese Lücken sind großvolumiger, deshalb verwende ich hier Kompri-Band bzw. Quellband, das sich nach dem Aufkleben noch schön ausdehnt und so die Lücken füllt.

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Die Bedienkulisse abdichten

Viel Staub kommt auch immer durch die Schlitze in der Bedienkulisse, also da wo man die Säge in Höhe und Neigung verstellen kann.
Dafür verwende ich eine Türbodendichtung. Die Borsten klebe ich einfach mit Heißkleber ein, ich war anfangs selbst skeptisch, ob das hält … aber es hält!
Die Borsten sind auch flexibel genug, dass die Mechanik noch gut bedient werden kann.

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Maßnahme 2: Verbesserung der Absaugung

Zur Verbesserung der Absaugung habe ich einen zusätzlichen Absaugpunkt installiert.
Dazu habe ich mir erst mal auf dem 3D Drucker zwei Teile gedruckt: eine Abzweigung, um den zweiten Schlauch anzubringen, und ein „Staubfänger“, der dort noch einmal Späne absaugt, wo diese vornehmlich Richtung Front der Säge geschleudert werden.


Den Staubfänger habe ich mir in Fusion360 so konstruiert, dass er am Sägeblattgehäuse angeschraubt werden kann. An der Stelle ist zwischen Sägeblatt und Gehäuse genügend Platz, dass die Schrauben nicht mit dem Sägeblatt in Konflikt geraten.

Den Staubfänger schließe ich einfach mit einem alten Staubsaugerschlauch an. Der Staubsaugerschlauch wird mit Hilfe der selbst entworfenen und gedruckten Verzweigung angeschlossen.

Die Schläuche sicherte ich mit Kabelbindern, die Abzweigung sicherte ich gegen Abrutschen mit einer kleinen Blechschraube.

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Maßnahme 3: Reststaub auffangen

Der Sägestaub, der nicht abgesaugt wird, fällt normalerweise unten aus der Säge raus. Der original an der Säge verbaute Boden ist eher ein Schutz, dass man nicht von unten in die Säge greift. Eine Abdichtung stellt er keinesfalls dar. Diesen Boden habe ich entfernt.

Meine Säge steht auf dem zugehörigen Gestell, das es original zur Säge gibt. Für dieses Gestell baute ich mir eine Staubschublade.

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Schublade und Kasten bauen

Die Schublade braucht ja eine Führung. So baute ich aus Resten von OSB und Spanplatten erst einmal einen einfachen Kasten. In diesen Kasten konstruierte ich dann die Schublade hinein.
Ich habe hier keine nennenswerten Pläne, ich habe einfach am Gestelle Maß genommen und drauf los gebaut.
Ich habe hier auch keine Besonderheiten, wie Gehrungen, eingebaut. Das sollte einfach funktionieren. Ich denke der Bau der Grundkonstruktion ist auf den Bildern hinreichend ersichtlich.

An die Front der Schublade habe ich noch eine Blende aus Pressspan (Schrankrückwand) gebaut. Grund war hier nicht die Optik, sondern einfach die Abdeckung der Schlitze zwischen Schublade und Korpus. Da hier auch mal Sägestaub dazwischen geraten kann, habe ich absichtlich nicht genau auf Passung gebaut, dass sich im Fall der Fälle nichts verklemmt.
Für den Griff habe ich einfach ein Hölzchen genommen, das ich noch rumliegen hatte, und in das zufällig schon eine Rinne eingefräst war. Das habe ich nur auf passende Länge geschnitten und an die Schublade geschraubt.

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Schublade einbauen

Zunächst legte ich ein paar Bretter unter, um ungefähr auf die richtige Höhe zu kommen.
Ich habe die Schublade extra nicht auf volle Höhe bis zum nächsten Einlegeboden gebaut, weil ich den Einlegeboden gerne als Ablage für Zubehör nutze und diese Fläche nicht ganz aufgeben wollte.

Ich konnte die Schublade auch nicht auf ganzer Breite bauen, da an der Seite ja auch die Schrauben zur Befestigung der Säge auf dem Gestell Platz finden müssen.
Die Lücken bis zum Rand habe ich mit entsprechend zugeschnittenen Teilen aus einer Schrankrückwand abgedeckt und dieses an den Schubladenkorpus angeschraubt.
Auch vorne und hinten habe ich schmale Streifen den Material untergelegt, um dem Staub dort den Weg zu versperren.
Den Korpus habe ich dann einfach mit dem Gestell verschraubt, indem ich ein paar Löcher in den Blechrahmen gebohrt habe und mit 35mm Schrauben mit dem OSB verschraubt habe. Ich denke, dass ich genügend Schrauben verwendet habe, um das ausreichend stabil zu haben.

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Säge wieder zusammenbauen und aufsetzten

Um die Abdichtungsbemühungen am Gehäuse nicht zu konterkarieren, habe ich nun auch auf dem Übergang vom Gestell zur Säge das Quellband zur Abdichtung aufgebracht.

Und nachdem im Inneren der Säge auch wieder alle Abdeckungen und Mechanismen an ihrem Platz waren habe ich die Säge wieder auf ihr Gestell geschraubt.

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Probeschnitte, Staubtest und Fazit

Nun kam der große Moment. Natürlich musste die Säge in erster Linie wieder funktionieren. Sowohl die eigentliche Sägefunktion, als auch die Höhen- und Neigungseinstellung.
Aber neugierig war ich auf das, was nun noch an Staub aus der Säge raus kam.
Nun, die Haupt-Austrittspunkte waren ja jetzt alle verstopft, rings um die Säge blieb es also jetzt sauber. Auch an der Front! Da wo sonst viel Staub aus der Säge kommt.
Einzig oben bläst sich noch ein paar Sägespäne, also am hinteren Ende des Sägeblattes, wo die rotierenden Zähne wieder nach oben kommen. Das ist aber von der Menge durchaus erträglich und so dass ich damit leben kann. Ich arbeite ja im Bastelkeller und nicht im Reinraum.

Fazit: der Umbau hat sich gelohnt. Kosten sind mir im Wesentlichen durch das Kompri-Band entstanden, das sind noch keine 10€. Der Rest waren Restmaterialien, die ich rumliegen hatte.
Jetzt kann ich auch mal ein paar Schnitte sägen, ohne danach die Werkstatt einer Grundreinigung unterziehen zu müssen.
Ich bin zufrieden und bin froh, dass ich mir die Mühe gemacht habe.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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