Projekt Faltbarer Arbeitstisch („Bessere Werkstatt“ – Folge 9)

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Hängt und klappt! Arbeitstisch/Werkbank für die kleine Werkstatt.
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Es fehlt noch mehr Arbeitsfläche in meiner sehr kleinen Werkstatt. Nicht unbedingt eine Werkbank auf der ich Hämmern und Hobeln kann, aber ein Tisch mit möglichst viel Fläche, um z.B. Leimholz herzustellen, einzelne Teile zu lackieren, fertige Bauteile abzulegen usw... Das Problem ist, dass ich gar keinen Platz mehr dafür habe. Die einzige Möglichkeit ist an der Wand, an der meine Tischkreisäge, mein Maschinentisch (vgl. meine Projekte) sowie zwei hierfür im Gebrauch befindliche Werkstattsauger stehen. All diese Gerätschaften können nicht woanders hin, soll hier also noch ein Tisch hin, muss er bei Nichtgebrauch verschwinden können.

Betreffs meiner Werkstattoptimierung dürfte das das letzte, veröffentlichte Projekt sein. Einige Dinge haben es auch gar nicht bis zur Dokumentation geschafft.
Und es ist, ganz nebenbei erwähnt, mein 100. Projekt. Das waren noch Zeiten...

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwurf

In der Vergangenheit habe ich auch größere Sachen gebaut (Kleiderschrank, Highboard etc, vgl meine Projekte) und das bedingt nun einmal größere Flächen. Die Wand gibt ca 200 cm Breite her, in der Tiefe sagt meine Werkstatt: maximal 100 cm. Der Ansatz ist, eine Platte faltbar an die Wand zu bauen, die so hoch hängt, das TKS und Co darunter stehen können. Bei 100 cm Tiefe könnte ich die Maschinen auch gar nicht mehr hervorziehen und nutzen, weil (ihr ahnt es schon...) kein Platz vorhanden ist. Aber dafür plane ich ja so, dass sich die ganze Schose an die Wand klappen lässt. Nächstes Problem: Die besagte Wand ist eine Leichbauwand (vgl mein Projetkt), die nichts schweres oder schwer zu belastendes tragen kann. Es müssen also irgendwelche Beine oder Stützen die Platte im heruntergeklappten Zustand tragen, die aber genau wie die Platte verschwinden müssen, wenn ich sie nicht brauche. Hier lautet die Lösung an der Wand mit Scharnieren verschraubte und somit schwenkbare Böcke. Nächstes Problem: Bis jetzt lässt die Planung nur ein „Tisch da – Maschinen nicht nutzbar“ oder ein „Maschinen nutzbar – Tisch weg“ zu. Ich möchte aber irgendwie beides, zumindest mit reduzierter Fläche haben. Also faltet sich der Tisch zweigeteilt mit je 50 cm Tiefe von der Wand. In dieser Position kann ich die Maschinen noch nutzen. Die Böcke dürfen natürlich nicht überstehen, sondern müssen sich der reduzierten Tiefe anpassen. Also werden die Böcke auf die geringere Tiefe ausgelegt, aber mit einer ausziehbaren Verlängerung gebaut.

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Materialauswahl

Bei 200 cm Breite und Auflagepunkten nur ganz links und rechts hängt jede Platte zur Mitte in durch. Oder ich müsste sie so dick machen, dass alles viel zu schwer werden würde. Nach langer Überlegung entschied ich mich für eine selbstgebaute Hohlkammerplatte. Ober- und Unterseite sind aus 8 mm Spanplatte (roh) und werden wie ein Sandwich mit einem leiterförmigen Rahmen aus 21 mm Multiplex, etwas stabileres ist mir nicht eingefallen, miteinander verbunden. Die Kanten werden ebenfalls mit Multiplex belegt.
Die Böcke entstehen aus Palettenholz. Um das gesamte Konstrukt mit den entsprechenden Abständen an der Leichtbauwand zu montieren, brauchte es noch zwei U-förmige Träger, die ich auch aus 21 mm Multiplex hergestellt habe.

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Die Böcke

Palettenholz hobeln.
Gerade Kante...
...mit dem Besäumschlitten.
Breitenendmass mit der TKS...
...Längenmass an der Kappvorrichtung.
Markieren...
...vorstechen...
...bohren...
...senken...
...leimen...
...schrauben....
...und nageln.
Auszug für den Zugbock zu stramm.
Etwas Material abgenommen...
...und es "flutscht".
Das vordere Ende des...
...Zugbocks wird verleimt, ...
...und genagelt.
Forstnerbohrung für die...
...Langlochfräsung.
Rundholz als Auszugstop.
Funktioniert.
Oberflächenschutz mit Leinölfirnis.

Ich fange mit den Böcken an. Diese sind zweiteilig. Ein „Grundbock“, der schwenkbar mit der Wand bzw. den U-Profilen verbunden wird. Und ein „Zugbock“, der als Verlängerung aus dem Grundbock herausgezogen wird. Palettenholz wird abgerichtet, auf 16 mm Stärke gehobelt und anschliessend mit einem Besäumschlitten mit einer geraden Kante versehen. Dann wird mit der Kappsägevorrichtung (vgl mein Projekt) auf Endlänge und mit der TKS auf Endbreite gesägt. Natürlich habe ich mich bei zwei Stücken versägt. Und da ich das Palettenholz abgezählt hergestellt hatte und keine Lust hatte, ADH und Absaugung wieder einzurichten, habe ich einfach die zu kurzen Stücke (es waren nur ein paar Milimeter) mit etwas Sperrholz verlängert. Ist Pfusch, funktioniert aber.
Als nächstes werden die fertigen Teile miteinander verleimt, verschraubt und genagelt. Hierbei merkte ich schon, dass die Teile des Zugbocks, die ausziehbar sein sollen, doch sehr stramm saßen. Also, habe ich diese an der kleinen Hobelstation etwas dünner und schmaler gehobelt und dann „flutschte“ es. Es brauchte noch eine Auszugssperre. In die gerade erwähnten Teile bohrte ich mit dem Forstner ein 20 mm Loch und fräste ein Langloch von ebenfalls 20 mm. Ich hatte noch etwas Rundholz aus Buchenholz mit da. Ich sägte mir an der Bandsäge vier kleine Stücke ab und brach die Kanten. Nun kam der Zugbock endgültig in Grundbock und die Rundhölzer in die Bohrungen, Leim war nicht erforderlich, es sitzt stramm drin. Alle sichtbaren Oberflächen wurden mit Leinölfirnis eingelassen.

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Die Platten

Multiplex auf Länge...
...sägen.
Bohrpunkte ermitteln.
Bohrungen mit Sackloch.
Leimen...
...und schrauben.
So entsteht...
...eine Art Leiter.
Nun 2 Spanplatten 8 mm.
Die Leiter...
...mit der ersten...
...und der zweiten Platte...
...verleimen.
MPX für den...
...Abschluss der Quer-...
...und...
...Längskanten.
Mit der Kantenfräse...
...eine 45° Fase fräsen.
Zum Schluss zwei Schichten Klarlack.

Das Material musste ich kaufen. 8 mm Spanplatte oben und unten, sowie 21mm Multiplex ergeben eine Hohlkammerplatte von 37 mm Stärke. Die Spanplatte wurde im Baumarkt direkt auf Mass gesägt, das MPX brauchte ich in schmalen Stücken, die im Baumarkt nicht geschnitten werden. Also größere Platten gekauft und in der heimischen Werkstatt selber gesägt.
Auf die erste Spanplatte werden längs MPX Streifen von 40 mm und quer Streifen von 60 mm aufgeleimt und verschraubt. Die zweite Spanplatte wird hierauf aufgesetzt und ebenfalls verleimt und verschraubt. Die offenen Kanten wurden mit MPX Streifen 37 mm abgeschlossen. Alle Kanten mit 45° Fräser gebrochen. Zum Schluss mit 2 Schichten Klarlack matt lackiert. Warum habe ich keine beschichtete Spanplatte genommen, um mir die Lackiererei zu ersparen? Weil ich diese mit dem Multiplex nicht hätte verleimen können.

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Die Wandprofile

Aus MPX...
...werden zwei U-Profile...
...zusammen geschraubt.

Ebenfalls aus 21 Multiplex und eigentlich nichts aufwändiges. Zwei U-Profile mit den Maßen 112 x 75 x 1904 mm werden aus entsprechend gesägten Streifen miteinander verschraubt.

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Verbau an der Wand

Kleine MPX Rechtecke...
...zu Klötzchen miteinander verleimt...
...mit Scharnieren versehen...
...und im U-Profil verbaut.
Verschraubung Böcke mit U-Profilen.
Das ganze an der Wand verschraubt.
Die Böcke klappen ein.

An die Enden der U-Profile kommen jeweils zwei aufgedoppelte MPX Stücke, um diese abzuschliessen und um hier die Scharniere verschrauben zu können.Ich montierte erst die Böcke an den U-Profilen, dann dieses nun vollständige Gestell an der Leichtbauwand.

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Plattenmontage

Verbindung der Platten mit Klavierband.
Dito für die Montage am U-Profil.
Aufsetzen und...
...verschrauben mit dem U-Profil.
Einen Riegel an die Wand...
...und ein kleines Langloch in die Plattenkante.
Spannverschluss.

Beide Hohlkammerplatten verband ich mit Klavierband miteinander und dann mit dem oberen U-Profilen. Das sah dann schon relativ fertig aus. Für eine kraftschlüssige Verbindung von Böcken und Platten verwendete ich Spannverschlüsse. Um die hochgeklappte Tischplatte zu fixieren, montierte ich noch einen Riegel an der Wand. Dieser greift in eine gebohrte und ausgebeitelte Öffnung an der Plattenkante.

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Abschluss und Fazit

Die Maschinen passen drunter.
Bock ausziehen...
...zweite Platte auf Maximalmaß ausklappen...
und verspannen.
Fertig.
Bei Nichtgebrauch...
...faltet sich das ganze...
... an die Wand.
Hier müssen noch die Böcke gedreht werden.

Das hat was gebracht. Diese Arbeitsfläche wird mir sicher gute Dienste leisten. Ich darf noch auf das Video oben neben dem Startbild hinweisen. Es zeigt die Entstehung in bewegten Bildern und hat eine Lauflänge von gut 10 Minuten.


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