Pimp my Bed: das Landhaus-Ehebett mit Mary Poppins-Upgrade

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    200 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Es war einmal vor langer, langer Zeit ... da nahm sich ein von veralteten IKEA-Möbeln gequälter,  (vergleichsweise) junger Student vor, für sich und seine noch nicht Angetraute ein Ehebett zu entwerfen und zu bauen, das vor allem eines kann: niemals quietschen! Gesagt, getan - mit Hilfe einer kleinen Schlosserei entstand damals ein stählernes Bettgestell aus vier Pfosten 100x100x5 mm, verbunden durch ebenfalls stählerne Längsträger mit L-Profil 100x50x5, auf denen zwei Roste auch bei intensivsten Erschütterungen nunmehr seit einer Dekade völlig geräuschlos ruhen. Soweit, so gut!

Zum Leidwesen der nunmehr angetrauten Ex-Noch-nicht-Angetrauten entwickelten sich in einem Jahrzehnt sowohl der Zeitgeist als auch die persönlichen Vorlieben weg von Schwarztönen (Bettgestell und Kopfteil) und orangefarbenen Seitenteilen bzw. Kunstlederbezügen (Beplankung) hin zum hellen, freundlichen und ein bisschen verspielten Landhausstil. Lange Rede, kurzer Sinn: der nun nicht mehr ganz so junge Ex-Student sah sich gezwungen, das altgediente Ehebett einer gründlichen Frischzellenkur zu unterziehen.

Was beim Bettgestell mit weißem statt schwarzem Lack schnell erledigt war gestaltete sich bei der völlig neu zu entwerfenden und zu fertigenden Beplankung der Seitenteile und des Kopfteils etwas aufwändiger und ist Gegenstand dieses Projekts. Als kleines Schmankerl fanden einige dezente Verzierungen im von der Hausherrin so geliebten Mary Poppins-Look sowie zwei eigens entworfene, beweglich eingehängte Nachtische auch noch Platz im Projekt. Doch seht selbst.

Wie sagt man so schön: und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute ...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Oberfräse
  • Ponal-Leim
  • Feilen
  • Schraubzwingen
  • Zollstock, Bleistift, Winkel, Geodreieck
  • Anreißnadel
  • Pinsel
  • Schmirgelpapier
  • Schraubendreher
  • Radler 0,3L
  • Winkeleisen
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Materialliste
  • Multiplex | Birke (15mm, 12mm)
  • Grundierung (1L)
  • Holzlack weiß glänzend (1L)
  • Holzspachtel
  • 28 x Senkkopf-Maschinenschrauben | Edelstahl (M6x15)
  • 28 x Einschraubgewinde (M6)
  • 4 x Blechwinkel weiß
  • Filzgleiter weiß
  • Rechteckleisten | Buche (40 x 5 mm )

Los geht's - Schritt für Schritt

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Idee, Entwurf und Ausführung der Seitenteile und des Kopfteils

Ich will mich nicht selber loben, aber als ich mir seinerzeit das Bettgestell ausdachte waren schon einige ganz gute Ideen dabei. So lässt sich das Bett über den Schraublaschen an den Pfosten mitttels 16 sehr großzügig dimensionierter Schrauben in Minutenschnelle auf- und abbauen. Die kaschierende Beplankung wird von Innen über je 6 Schrauben mit den seitlichen L-Profilen verschraubt, beim Kopfteil von hinten in gleicher Weise. Warum ist das nun so toll? Nun, auf diese Weise sind die Seitenteile kein tragendes Element des Bettes und können relativ frei gestaltet werden. Einzig beim Be- und Entsteigen des Bettes rutscht man mit dem Hinterteil über das obere Ende der Beplankung.

Ich habe mich also für folgende Bauweise entschieden: jedes Seitenteil und das Kopfteil besteht aus einer Multiplex-Platte, die Seitenteile 15mm stark, das Kopfteil 12mm (15mm war aus, 12mm hätte für die Seiten aber auch gereicht). Auf die Rückseite der Seitenteile habe ich im oberen Bereich je einen Streifen 15mm-Multiplex aufgeleimt, der nach Montage oben auf den L-Profilen aufliegt und die Hinterteil-Lasten formschlüssig ins Gestell einleitet. Zum Verschrauben habe ich Einschraubmuttern verwendet (bei denen mir immer noch ein Rätsel ist, wie man die Teile zuverlässig senkrecht und splitterfrei einbringt). An den Schraubstellen habe ich die Seitenteile um 9mm aufgedoppelt, damit die Mindestlänge der Einschraubmuttern erreicht wird. Zur Verzierung habe ich mir reichlich Leisten mit Rechteckprofil der Dimension 40x5mm besorgt und nach Befräsung mit einem Rundfräser außen wie einen Rahmen aufgeleimt. Vorbild waren unsre Landhaus-Zimmertüren.

Das Ganze schön geschliffen, gespachtelt, wieder geschliffen, grundiert und dreimal mit weißem Lack gestrichen (der nach Herstellerangaben nach nur einem Anstrich zuverlässig deckt) und fertig waren die Teile. Nicht schwierig, nur Arbeit.

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Mary Poppins Verzierungen

Man sieht es auf den Bildern der Projektbeschreibung: an einigen Stellen hat das Bett ein paar Mary Poppins Motive, die sich ganz einfach per Furnier herstellen lassen, aber eine wirklich nette Wirkung haben (in echt durch seitliches Licht viel hübscher und klarer als auf den Bildern). Das Herstellen ist einfach, ich habe die "Technik" auch schon beim Raupenkran für den "FERRO"-Schriftzug benutzt. Man besorgt sich etwas Furnier, in meinem Fall 1mm Buche. Beim Lackieren ist das Material eigentlich egal, die Stärke sollte nicht zu dick sein. Dann per Internet ein hübsches Motiv gesucht, ausgedruckt und per Blaupause auf's Furnier übertragen. Mit einem Cutter lässt sich das Furnier gut ausschneiden. Wenn gelegentlich was reißt nicht verzweifeln, nach dem Aufleimen sieht man gerissene Stellen nicht mehr. Das Furnier an gewünschter Stelle aufleimen (geht rucki-zucki) und die Kanten vorsichtig mit 180er Schmirgel per Hand etwas verrunden. Fertig.

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Variable Nachttische

War ja klar: einfach ein paar Nachttische genügen meiner Mary Poppins natürlich nicht! Nein, leicht und locker sollen sie aussehen, natürlich im Landhausstil, schwebend vielleicht, ein Tablet zum Fernsehen tragen können und vor allem überall am Bett variabel anzubringen sein. Nicht leichter als das, sagte Frederick ... und entwarf zwei Nachttische aus Multiplex mit L-förmiger Stütze nach unten und zwei nach Anbringung unsichtbaren Blechwinkeln zum Einhängen in die Seitenteile. Das Ganze mit ein paar befrästen Leisten landhausmäßig aufgehübscht, weiß angestrichen und meine Mary war begeistert.

Kleiner Tipp für Nachahmer: die Blechwinkel habe innen mit Filzgleitern beklebt, damit die Seitenteile beim Schieben nicht verkratzen. Funktioniert echt gut.

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Outtakes

Meist scheint es ja so, dass Projekt immer total generalstabsmäßig ablaufen - bei mir zumindest ist etwa bei der Hälfte das Gegenteil der Fall. Ich rede dann gerne vom Mut, Eigenbauten auch einfach als vermurkst anzuerkennen und wegzuwerfen.

Beim Bett ging es mir so mit dem ersten Kopfteil, das bis auf den Anstrich fix und fertig dem Sperrmüll zugeführt wurde, weil ... ja weil es einfach nicht gefallen wollte. Viel zu schwülstig, keine stimmige Formensprache, unpraktisch weil zu den Seiten abfallend. Der berühmte Griff ins Klo eben ...


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