Oral-B Vitality: Akkuwechsel

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Als ich meine neue elektrische Zahnbürste Oral-B Vitality mit Timer-Funktion ausprobierte, fiel mir auf, dass der Akku schon nach zwei, drei Tagen Benutzung (2x täglich 3 Minuten Betrieb) leer wurde. Im Vergleich zu meiner alten Vitality ohne Timer, welche durchaus 5 Tage durchhielt, empfand ich das als sehr kurz.

Nun ist es so, dass ich nicht möchte, dass das Handteil rund um die Uhr in der Ladestation Energie verbraucht, auch wenn es sich die Produktentwickler bei Braun/Oral-B anscheinend so wünschen. Die Station hatte ich schließlich nachträglich mit einem Schnurschalter abschaltbar gemacht.

Im Internet fand ich eine Anleitung zum Öffnen des Handteils und Wechseln des Akkus, und ich werde euch zeigen, wie ich meiner elektrischen Zahnbürste einen Akku mit mehr Kapazität verpasst habe, damit sie dreimal so lang mit einer Ladung durchhält.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Lötstation,  WHS-40
  • Multimeter Fluke 12E+
  • Dritte Hand
  • Ladestation für Oral-B Vitality
  • Entlötlitze
  • Entlötpumpe
  • Seitenschneider Knipex Electronic Super Knips ESD
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Materialliste
  • Lötzinn SN60Pb40 0,5 mm
  • Flussmittelstift
  • 1 x NiMH-Akku Conrad Energy 1,2 V | 2200 mAh (Baugröße AA mit Lötfahnen )

Los geht's - Schritt für Schritt

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Demontage des Handteils

Um das Handteil zu öffnen, ist eine alte Vitality-Ladestation hilfreich. Diese hat ein Loch, in die das Handteil gesteckt und um ca. 45° gedreht wird. Die neuen Stationen haben dieses Loch nicht mehr.  Alternativ kann man es mit einer Kombizange und einem Lederlappen als Kratzschutz probieren.

Das Öffnen muss vorsichtig geschehen, damit die Ladestation nicht zu Bruch geht. Ich hatte es mit meinem alten Handteil geübt, das ging prima. Das neue Handteil hingegen ist mir an der Plastikfassung kaputt gegangen, weil es wirklich viel Widerstand geleistet hat. So ein Mist, aber zum Glück habe ich ja noch Ersatzteile vom alten Handteil.

Anschließend den Inhalt aus dem Gehäuse herausziehen.

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Motor, Ladespule und Akku auslöten

Vorsichtsmaßnahmen: Schutzbrille aufsetzen und für Belüftung sorgen.

Um an den Akku heranzukommen, müssen auch der Motor und die Ladespule entfernt werden. Ich habe meine Lötstation auf 400 °C hochgeregelt, damit das werkseitige bleifreie Lot schmilzt. Eine 3mm breite Lötspitze überträgt die Hitze auch bei schwierigen Komponenten mit großer Hitzeableitung (Motor, Akku) einwandfrei, bei der Spule reicht eine 2mm Meißelspitze.

Das flüssige Lot wird mit einer Entlötpumpe oder einer Entlötlitze abgesogen.

Der orange Akku ist aus der neuen Vitality und hat gerade einmal 700 mAh Kapazität. Das ist in der heutigen Zeit sehr wenig und erklärt, warum ich so oft nachladen musste. Der grüne Akku aus der alten Vitality hat zwar keine Kapazitätsangabe, aber allein anhand des Größenvergleichs kann ich von einer größeren Kapazität ausgehen. Hier hat also Oral-B tatsächlich bei den neuen Modellen gespart.

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Den neuen Akku einlöten

Ich habe bei Conrad einen Akku mit Lötfahnen gekauft. Dieser hat eine Kapazität von 2200 mAh, was in der heutigen Zeit für einen NiMH-Akku in AA-Bauform sehr gut ist.

Rechnung: 2200 : 700 = 3,14

Der neue Conrad-Akku hält also 3 mal so lang wie der alte orange Akku.

Die Lötfahnen müssen zurechtgebogen und mit dem Seitenschneider angepasst werden. Da mein Akku die Fahnen in Z-Form hat, anstatt in U-Form wie der alte Akku, bleibt mir nichts anderes übrig als mit etwas übrig gebliebem Blech etwas herumzupfuschen. Ich empfehle nicht, das so nachzumachen, sondern besser gleich auf U-Lötfahnen zu achten.

Zweitens ist es wichtig, die Pole des Akkus nicht versehentlich kurz zu schließen, da er sich sonst entzünden kann.

Zum Einlöten verwende ich bleihaltiges Lötzinn und eine Temperatur von 350 °C. Extra Flussmittel aus einem Stift hilft, die Kontaktflächen von Oxidation zu befreien und den Lötvorgang zu beschleunigen.

Nach dem Akku kommen dann auch der Motor und die Ladespule wieder dran.

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Funktionstest

Nachdem alle Teile wieder an ihrem Platz sind, teste ich die Funktion.

Mist, es tut sich beim Einschalten nichts. Habe ich vielleicht irgendwo was beim Löten versaut? Mit dem Multimeter teste ich die Akkuspannung, welche recht niedrig ist, da dieser Akku ungeladen ausgeliefert wird. Als zweites prüfe ich den Durchgang zwischen den verschiedenen Komponenten wie etwa dem Einschalter. Hier scheint alles OK zu sein. Ich hoffe also, dass nur der Akku geladen werden muss.

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Zusammenbau

Darum setze ich die Innereien wieder ins Handteil ein. Etwaige beschädigte Teile werden durch einwandfreie von der alten Vitality ersetzt, wie gut, dass ich sie aufgehoben habe.

Ich stelle die neue Vitality zurück in die Ladestation (im Bild die neue Station ohne das Montageloch), schalte sie ein und lasse eine halbe Stunde vergehen.

Anschließend teste ich sie erwartungsvoll erneut - und BINGO! Der Patient ist gerettet und meine Zahnbürste läuft. Mir fällt ein Stein vom Herzen, hehe. Jetzt freue ich mich umso mehr auf das nächste Mal Zähneputzen.

Im Bild seht ihr übrigens auch eine Steckdose, die ich eigenhändig in den Badezimmerschrank installiert habe. Dies und mehr werde ich euch in einem anderen Projekt näher bringen, selbstverständlich mit den obligatorischen Gefahrenhinweisen beim Arbeiten an Netzspannungskomponenten.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß am Lesen. :)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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