Ölbrennwertanlage mit Solar und wasserführendem Kamin

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Feuer und Flamme...
Sonnenschein...
und nicht zu vergessen das Heizöl.
  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    10000 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Auf mehrfachen Wunsch aus der Community heraus stelle ich hier mal meine von mir selbst(!) gebaute Heizungsanlage ein.

Gleich eines vorweg: Ich bin gelernter Handwerker, komme jedoch nicht aus dem Heizungsbaumetier sondern aus dem Bereich Kfz (also ganz ursprünglich mal). Der Umgang mit  Metall ist mir also vertraut und ich habe auch mehr als einen Schweißschein. Ich behaupte nicht von mir, der Weisheit letzter Schluß zu sein, geschweige denn, dass diese Anlage das absolute non-plus-ultra darstellen würde. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich bessere Anlage als die meinige hier.
Fest steht jedoch auch: Diese Anlage war nicht die erste, die ich selbst zusammengestellt und gebaut habe und alle Anlagen laufen bis zum heutigen Tage fehlerfrei und ohne Mängel. Punkt.

Das nur vorab.

Kommen wir zur Anlage selbst.
Meine Flamme und ich entschieden uns im Jahre 2016, uns nochmal von unserer bis dahin genutzten Immobilie zu trennen (Verkaufen) und uns am Stadtrand einer mittelgroßen Stadt eine Altbauvilla zuzulegen. Lage top, Aussehen top, Technik in großen Teilen veraltet, sanierungsbedürftig. Einer der größten Mängel war die alte Heizungsanlage. Stand Anno Tutt bestand sie aus einem Buderus-Hochtemperaturkessel mit 120 Liter Wasserspeicher für Warmwasser und einem Schornstein, der bereits seit dem Hausbau um 1901 so stand... Ölverbrauch etwa 4000 Liter pro Jahr für ~180qm Wohnfläche.
Das war natürlich vollkommen untragbar für uns. Die Kosten hätten uns über kurz oder lang die Haare vom Kopf gezogen. Also überlegt, welche Alternativen es gibt.
Wir hatten verschiedene Alternativen zur Auswahl bzw. haben uns überlegt, was denn die Vor- und Nachteile davon wären. Ideen gingen von Ölbrennwert über Gasbrennwert über Pellet und Holzvergaser bis hin zu Wärmepumpen und Grundwasseranlagen.
Verschiedene Dinge fielen schonmal raus:
- Holzvergaser wird auf Dauer zu aufwändig (Holz muß entweder gemacht oder gekauft und gelagert werden; Platzprobleme für Speicher etc.)
- Gasbrennwert blieb bis fast zum Schluß, fiel aus aufgrund des Wahnsinnspreises für den Anschluß an das Gasnetz.
- Pellet wäre auch noch eine Alternative gewesen, fiel dann letztlich aufgrund der vorhandenen Öltanks raus.
- Wärmepunpen klappt nur bei Niedrigenergiehäusern mit einer sehr aufwändigen Dämmung und/oder Lüftungsanlage. Altstadtvilla...
- Blieb noch Ölbrennwerttechnik.

Im Folgenden versuche ich euch die Entstehung, den Aufbau und einige weitere Feinheiten nahezubringen. Ich kann euch keinen allumfassenden Vortrag darüber halten, das ist definitiv viel zu viel zum erklären.
Viel Spaß beim lesen!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • GWS 750
  • GWS 1000
  • BS 14.4
  • SB 18 LT Impuls
  • GAS 25 L SFC
  • diversestes Handwerkzeug für die diversen Gewerke!
  • Gasbrenner zum Weich-/Hartlöten
  • Werkzeug zum Betonieren wie Mörtelkübel, Rührgerät, Schaufel/Spaten, Kellen, Abzieh- und Reibebretter
  • Werkzeug zur Metallbearbeitung (Rohrschneider, Entgrater, Putzschwämme etc.)
  • Elektrikerwerkzeug
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Materialliste
  • Brennwertkessel
  • Pufferspeicher
  • Wasserführender Kaminofen
  • Kollektoren | Glas (je 4,92qm)
  • Edelstahlflexrohr
  • Rohrleitungen | wahlweise
  • Anschlußmaterial | diverses
  • Steuerungen | für Solar/WW-Kamin/Heizung

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorabüberlegungen/Entscheidungsfindung

Massives deutsches Schwermetall...
Uraltpumpe, wie sie in so vielen Haushalten noch hängt und reichlich Strom frisst...

"Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor..."

Wenn man beginnt, sich dazu zu entschließen, eine Heizungsanlage von Grund auf neu zu bauen und auch noch nur recht wenig Ahnung von dieser Materie hat, beginnt man, sich zu informieren. Im Rahmen der Erstinformation stößt man recht schnell auf diverse Fachbegriffe, Abkürzungen und Spezialitäten, die man dann durch diverse weitere Suchmaschinen in weiteren Foren zu beantworten versucht.
Und da liegt schon fast da erste und größte Problem: Durch die Fülle an Foren und Informationsquellen kann man sich schonmal verzetteln und vom eigentlichen Ziel abweichen. Wichtig ist, dass man sich konsequent überlegt, mit welchem Aufwand und welchen Energiequellen man sein Haus/Wohnung beheizen möchte und ob man "nur" die Heizung oder "nur" Warmwasser oder wie in meinem Falle gleich beides erwärmen möchte. Das macht insgesamt einen Riesenunterschied in Richtung Preisen, Aufwand und Einzelteilen aus.
Auch behauptet jeder Hersteller von Heizungen, das güldene Fass für sich zu beanspruchen. Alle sind die Creme de la Creme und die anderen machen nur nach und sind alle schlechter... Na klar...


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Fortsetzung Vorabüberlegung/Entscheidungsfindung

Der Verrohrungsplan, nach dem meine Anlage erstellt wurde. Teilweise sind Änderungen mit Bleistift eingezeichnet...

Wie bin ich zu meiner Anlage gekommen?
Als ich mein erstes Haus seinerzeit kaufte war dort eine Viessmann Gaszentralheizung drin. Mit der Bedienung kam ich ganz gut klar und ich empfand sie als komfortabel. Dann verkaufte ich das Haus und kaufte mit meiner jetzigen Frau das nächste Haus up'n Dörpen. Da war dann eine Viessmann Ölheizung (ganz alt!) drin. Dort habe ich meine erste Heizungsanlage komplett selbst recherchiert und gebaut. Na klar macht man auch Fehler, aber die wenigen, die ich dort gemacht habe, konnte ich hier von vorneherein ausmerzen.

Nach einigen Jahren kam meine Frau auf die Idee (nee, sie wollte schon immer in die Stadt;)), in die Stadt ziehen zu wollen. Nach einigen Diskussionen haben wir dann unser jetziges Hasu gekauft und das alte verkauft. Und hier hatte ich wieder eine grottenalte Heizungsanlage, diesmal von Buderus. Massiver deutscher Stahl... Schwer wie irgendwas und robust bis ins Mark. Funktionierte zuverlässig, war aber ohne Brennwerttechnik und daher völlig veraltet und hat Öl verbraucht ohne Ende.
Also raus damit.
Ich wollte das "alte" System wieder einbauen:
- Ölbrennwerttherme
- Solarunterstützung (Röhren, ~10qm)
- wasserführender Kaminofen
- zentraler Pufferspeicher, in den alle Heizungskomponenten einheizen und aus dem zentral alle Verbraucher über Steuerung entnehmen.
- Heizungsanschluß über Mischereinheit
- Warmwassererwärmung über Wärmetauscher

Den Verrohrungs- und Elektrikplan habe ich mal als Photo angehängt. Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern das habe ich über diverse Foren gesucht und gefunden...

Plan steht, dann geht's ans Besorgen der Teile.

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Internetvergleiche/Teilebestellungen

Deckbild der Solarstation mit der Hocheffizienzpumpe
Wichtig für den Oventrop-Mischerkreis...
Zertifikat der chinesischen Kollektorenfirma:) Wichtig für die Förderung:)
Aufzeichnungen von mir, welche Leitungen mit welchen Bögen ausgestattet werden sollen, dazu die Strichlisten für die Menge, die bestellt werden muß...
Hier geht's dann auf der Rückseite weiter mit den Listen und Strichlisten...

Ich wußte ja so ungefähr, was ich wollte... Ich wußte aus der ersten Heizungsanlage heraus auch, wo ich was bekommen konnte. Zumindest die größten Posten habe ich tatsächlich online ausgesucht, Preise verglichen und bestellt. Dabei kann man reichlich sparen, wenn man ein wenig Zeit investiert.
Es wurden dann folgende Komponenten bestellt:

- Viessmann Vitorondens Standkessel 200 T (Nennleistung 19kW)
- Zusatzmodul "Erweiterungssatz für einen Heizkreis mit Mischer" Viessmann
- Heizkessel-Anbindesystem "Regumat" (Optiline)
- 800 Liter Pufferspeicher (deutsches Produkt)
- Zweistrangsolarstation mit Wilo Yonos Para ST 15/7,0
- 30 Meter Edelstahlwellrohr, isoliert für Solar
- 2 x ~5qm Röhrenkollektoren (Chinaprodukt!)
- Aufständerung für Kollektoren
- Reichlich Kupferrohr und Fittinge (28mm, 22mm, 18mm, 15mm)
- Diverse Absperrhähne
- wasserführender Kaminofen (ST-AD, 10kW)
- Frischwasserstation LUPI-Solar
- Hebepumpe für Schwitzwasseranschluß Heizung
- Abgassystem ALMEVA (80 mm Kunststoff)
- Edelstahlschornsteinsystem für Kamin (150mm)
- Solarregler Resol DeltaSol BX
und und und...

Ihr seht schon das war eine riesen Liste, die da abgearbeitet werden mußte. Dazu kamen noch Ausgleichsbehälter, Kabel, Leerrohr, Anschlußstücke, und diverses Verbrauchsmaterial.

Was will ich damit sagen? Wer das Abenteuer Heizungsbau auf sich nehmen möchte, braucht viel Zeit und muß sehr konsequent mit Plan arbeiten, sonst geht das in die Hose;)

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Umbau der Heizungsanlage

Einbau Pufferspeicher in der Waschküche
Erste Rohrleitungen wachsen aus der Wand...
Anschluß des Warmwasserwärmetauschers
Links am Bildrand der Pufferspeicher und unten die erste Leitung in den Heizungsraum
Organisiertes Chaos am Arbeitsplatz...
Blick zwischen Puffer und Wand zum Heizungsraum (rechts)
Anschlüsse für den Puffer mit Absperrhähnen liegen bereits gedichtet zum Einbau bereit
Diverse Baugruppen liegen zum Einbau bereit

Tja... Wie soll ich das nun sagen... Damals, als ich die Anlage baute (2016/2017), dachte ich noch nicht daran, jemals Mitglied in einer so tollen Community wie diesem BOSCH-Forum zu werden...:) Also habe ich die Fotos auch "nur" für mich gemacht und natürlich wiedermal viel zu wenige...
Den Umbau (das wußte ich von der ersten Anlage) schätzte ich auf etwa 1 Woche Dauer, vom Abschalten der alten Anlage bis zum Einschalten und funktionieren der neuen.
Das bedeutet im Klartest: eine Woche KEINE Heizung und vor allem: KEIN Warmwasser! Das solltet ihr bedenken, wenn ihr sowas startet... Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt;)

Ich konnte den Umbau seinerzeit recht in Ruhe machen, da meine Frau zur Beerdigung ihres Vaters nach Estland geflogen ist. Dafür war sie eine Woche weg. Die Tochter war im Ferienlager und ich hatte meine Ruhe... Duschen gab es im Freibad;) Das war eine nette Erfrischung nach der Arbeit und sorgte für etwas gute Laune bei mir;)
Als erstes habe ich alles Stromlos gemacht und das Wasser abgelassen aus dem Heizungs- und dem Warmwasserkreis. Danach wurde die bestehende Anlage komplett zerlegt und aus dem Keller geschafft. Das schwierigste war tatsächlich, den alten Kessel vom Warmwasserspeicher runterzukriegen und aus dem Heizungsraum herauszuschaffen... Aber was macht man nicht alles, wenn man jung und dumm und naiv ist...:) Paar Balken und Seile, dann rutscht das schon.
Dann den neuen Kessel aufgestellt und ausgerichtet und dann ging es ans Verrohren. Ich kann euch gar nicht alle Rohre im Einzelnen zeigen und erklären. Es sind einige. Ich habe auch ernsthaft nie nachgezählt, wie viele Meter Kupfer jetzt in meinem Keller verlegt sind... Keine Ahnung. Ich denke, es ist mittlerweile dreistellig...

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Heizungsraum habe ich den Pufferspeicher in die Waschküche, direkt nebenan, verbannt. Die Anschlüsse mußten dann durch die Kellerwand geführt werden. 60er Bohrkrone und ein ordentlicher Bohrhammer wirken da Wunder;)

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Fortsetzung Umbau

Oventrop Pumpengruppe "Regumat" angeschlossen...
Kessel mit Sekundärwärmetauscher steht, hinten in weiß der Abgasanschluß und darüber die Pumpengruppe
Leitungen, Leitungen Leitungen... Zum Puffer alles in 28mm, der Rest in 22mm...
Es wächst und wächst...
Erstes Befüllen und Anlaufen des Brenners
Brenner hat gut gearbeitet:)
Vorlauftemperatur (rechts) knapp 50°Celsius, Rücklauf (links) knapp 26°Celsius. Alles gut:)
Der gute Rothenberger Gasbrenner:) Macht reichlich Hitze zum löten:)

Und dann wurde gelötet wie ein Weltmeister im Dutzend billiger. Ich habe sämtliche Verbindungen entweder als Schraubverbindungen mit Hanf eingedichtet ausgeführt oder mit meinem kleinen Brenner weichgelötet. Ich weiß, ich weiß: Jeder Gas-, Wasser-, Heizungsinstallateur schlägt jetzt die Hände über den Kopf und schreit nach Mami. Ja, ihr Handwerkerprofis macht da vollkommen unlösbare Verbindungen draus und lötet entweder hart oder presst gleich die Verbindungen. Ich habe weder eine Atze/Sauerstoff-Kombination mitsamt Brenner zum Hartlöten geschweige denn eine Presszange. Auch nicht zum leihen. Ich habe das nach alter Väter Sitte aufgebaut. Die Lötungen sind bis auf zwei alle im ersten Versuch dicht geworden. Und von den Temperaturen her komme ich selbst bei der Solaranlage nicht mal im Ansatz an den Schmelzpunkt des Weichlotes (160 °C) heran... Maximaltemperatur waren bislang irgendwas um die 90 °C... Heizung hat eh nie mehr als 70°C. Also passt das schon:)
Die Verrohrung wurde in 28mm Kupfer ausgeführt, damit auch ordentlich Strömung eintritt. Als Ladepumpe für den Puffer habe ich eine Grundfos Alpha 1, ebenso für die Oventrop Pumpengruppe. Hocheffizienzpumpen mit einem Stromverbrauch von um die 18 Watt max... Meistens laufen die so bei 9 Watt oder weniger;)
Irgendwann ist man auch mit der Rohrverlegerei mal fertig und kann dann wieder Wasser auf die Anlage geben. Das ist ein spannender Moment: Hält es oder hält es nicht dicht? Immerhin habe ich jetzt so knappe 1000Liter mehr Wasser im Heizungskreislauf. Jedesmal alles runter nehmen wenn was undicht ist, ist nicht so witzig. Daher habe ich verscheidene Absperrhähne eingebaut, um im Falle einer Reparatur oder auch einer Erweiterung (wie jetzt mit dem Badezimmer geschehen) nur einen Teilkreislauf entleeren muss und sowas zur Not auch mal im Winter machen kann, da der Rest der Anlage weiterarbeitet.

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Elektrik

Teile der elektrischen Leitungen (Geber und Signalleitungen)

Zur Elektrik schreibe ich nur ein wenig, da ja viele Bedenken haben, sich damit zu befassen und ein erhöhtes Gefahrenpotential sehen. Ja, Recht haben sie! Strom ist fies. Strom sieht man nicht, Strom hört man nicht, Strom fühlt man aber gewaltig. 230 Volt zucken nur ein wenig. 400 Volt machen schon reichlich weniger Spass (kenne ich beides;)). Die Steuerungsströme in den Gerätschaften sind allesamt Niederspannung. Von daher muß man sich nicht so große Gedanken um einen Herzstillstand machen. Installiert wurde der ganze Stromkram trotzdem im Spannungslosen Zustand. Die Heizung hat einen eigenen Kreis mit eigenem Sicherungsautomaten erhalten (logisch). War aber nicht so viel, nur zwei Steckdosen. Dazu kam aber die interne Verdrahtung und die diversen Temperaturfühler innen/außen/Kollektor/mehrere am Pufferspeicher usw.
Insgesamt habe ich wohl einige Stunden mit Elektrik verbracht, das war aber im Verhältnis zum Gesamtaufwand eher wenig.

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Solaranlage

Ein 3/4 Zoll-Schlauch eingeführt half beim Durchziehen des Edelstahlrohres...
Unten links: Loch in Wand=KG-Rohr mit Edelstahlwellrohr; Oben rechts=Solarpumpengruppe
Erste Verbindung fertig
Verbindung zum Puffer fertig. Rechts hängt noch lose der Anschluß zum Ausgleichsbehälter herunter.
Das Männchen signalisiert: Ich lächle, weil am Kollektor (TKOL) 62,9°C anliegen und die Solarpumpe läuft:)

Den Aufbau der Vakuumröhrenkollektoren auf meinem Gartenhaus habe ich dort in Punkt 4 beschrieben. Daher wiederhole ich den Schritt hier nicht, sondern zeige nur kurz den Anschluß im Heizungsraum.
Die Kollektoren kamen ziemlich zum Schluß dran. Erstmal mußte das Edelstahlwellrohr verlegt und angeschlossen werden. Dazu hatte ich beim Umgestalten des Gartens ein KG-Rohr im Boden versenkt und habe nun mit Hilfe meiner Flamme und reichlich ziehen und drücken die beiden mit Isolation ummantelten Wellrohre durch das KG-Rohr gezogen... Heia, war das ne Quälerei... Hätte vielleicht beim Einbau des KG-Rohres schon geschehen können aber hätte,hätte, Fahrradkette...
Dann wurde das Wellrohr mit der Solarpumpengruppe verbunden und diese wiederum mit dem Wärmetauscher im Pufferspeicher. Fertig. Oder so. Nein, natürlich nicht so einfach. Da gab es schon noch einen Ausgleichsbehälter und bißchen Temperaturfühler und und und bis das alles fertig war und den ersten Probelauf machen durfte...

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Wasserführender Kaminofen

Da isser:)
Und Hundili freut sich auch über die wohlige Wärme:)
Zuvor gab es aber einen schönen Blick über die Straße, in der ich wohne...
...weil da nämlich ein kleiner Schornstein aufgemauert und mit Schiefer verkleidet werden mußte... Hier noch ohne Edelstahlabdeckhaube.
Blick vom Dach entlang des Schornsteins
Der zweite Zug ist (noch) unbenutzt

Der Einbau war dann letztlich fast gar nicht mehr so schwer, außer, dass dieses Trum reichlich wog und mit vier (!) kräftigen Männern (mich eingeschlossen) die Treppe hochgewuppt werden mußte. Sackkarre und einige Schweißperlen später sei Dank stand er dann an Ort und Stelle.
Zu den Anschlüssen habe ich keine Bilder, das ist aber recht einfach erklärt:
Man braucht einen Vor- und einen Rücklauf zu der an der Rückseite des Kamins befindlichen Pumpengruppe. Und ganz wichtig (!!!!) eine sogenannte TAS (Thermische Ablaufsicherung). Das ist im Prinzip eine Kaltwasserleitung mit einer Rücklaufleitung (Abwasser), die über einen Thermoschalter angesteuert wird, sobald der Ofen aufgrund von z.B. Stromausfall (Pumpe läuft nicht mehr) überhitzen sollte. Dann gibts Kaltwasser in die Wassertasche und der Ofen wird heruntergekühlt. Aufgrund einer besch...eidenen Grundeinstellung im Solarsteuergerät, welches auch gleichzeitig den Kamin steuert, durfte ich die TAS schon einmal ausprobieren... Vielen Dank liebe Firma Resol...!
Dazu kommt wieder ein wenig Steuerleitung sowie Temperaturfühler und schon gibts Wärme im Raum und im Puffer:)

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Kosten

BAFA-Antrag

Also die genaue Aufstellung werde ich euch nicht liefern. Die ist bereits 3 Jahre alt und dürfte überholt sein. Ich kann euch ungefähr Preise liefern. Den Rest holt ihr euch bitteschön aus dem großen weiten Netz ab;)

Die Gesamtkosten für die Heizungsanlage, inkl. Verrohrung und Kleinmaterial, Ölbrennwertgerät, Warmwasserwärmetauscher, Pufferspeicher, Solarpumpengruppe, Solaranlage komplett und Kamin betrugen ziemlich genau 10.000,- Euro. Davon abzüglich gab es von der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) einen Förderungszuschuß in Höhe von 2.000,- Euro für die kombinierte Solaranlage. Genaueres könnt ihr hier nachlesen. Summa summarum hat der ganze Spaß also 8.000,- Euro gekostet. Plus einige Flaschen Bier und den Eintritt an 6 Tagen im Freibad;):D

Spaß beiseite. Letztlich habe ich die Solaranlage aufgrund der Förderung vom Staat geschenkt bekommen. Die arbeitet an jedem auch nur ansatzweise sonnigen Tag und schenkt mir regelmäßig ein Lächeln wenn ich aus dem Fenster schaue und die erleuchteten Kollektoren sehe (die werden von hinten durch die Reflektoren angestrahlt und glänzen sehr stark im Sonnenlicht:)).

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Kosten/Nutzen

Solarertrag. Nicht wundern über die Kurven: Die Anlage läuft erst seit Ende August 2017. Vorher sind die Daten "0". Aktueller Monat wird erst am 01.07.aktualisiert...
Heizölverbrauch. Dieses Jahr war der Mai so gar kein Wonnemonat sondern hat uns recht kühle Temperaturen beschert, so dass die Heizung laufen mußte...:(
Nachfolgend ein paar Aufnahmen von der Solarregelung. Datum: 17.06.2019
Zeit: 17:14
36 Tausend...
241 kW/h Gesamtleistung erzeugt durch die Sonne... Das entspricht einer Wärmemenge von ~3600 Liter Heizöl...
TSPO=Temperatur Pufferspeicher oben=67,2 °C
TSPU=Temperatur Pufferspeicher unten=64,7°C
Und jetzt das schönste: Smiley-Männchen sagt: TKOL=Temperatur Kollektor=81,7°C:)

Was bringt dieser ganze Aufwand jetzt eigentlich effektiv? Ein gutes oder zumindest besseres Gewissen was den Umweltschutz angeht? Oder kommt auch im Portemonnaie was an?

Ja und Ja lauten die Antworten auf die beiden Fragen.

Der Ölverbrauch mit der alten Heizungsanlage (Buderus) lag bei Vorlauftemperaturen von ~75°Celsius bei ungefähr 4000 Liter Heizöl pro Jahr. Das entspricht bei einem Preis von 60 Cent pro Liter Gesamt 2400,- Euro per anno.

Wir liegen jetzt bei einem Verbrauch von etwa 1600 Liter pro Jahr. Bei 60 Cent macht das 960,- Euro. Dazu verbrauchen wir zwar Holz (ungefähr 15 rm à 42,- Euro), zusammen sind wir aber mit ~1600,- Euro gegenüber 2400,- Euro schonmal ganz gut aufgestellt;) Und das bei 60 Cent berechnet, was momentan nicht mehr up to date ist;)
Sonne kostet uns gor nix, die scheint wie sie möchte und nimmt uns nen großen Teil vom Öl weg. Im Sommer macht sie teils wochenlang alles allein. In der Übergangszeit, also die Zeit, wo die Heizung schon arbeitet, aber noch kein großer Frost ist und außerdem noch ausreichend Sonne vorhanden ist, hilft sie reichlich mit. Die Sonne schafft dann zwar meist nicht mehr die großen Temperaturen wie im Sommer (das hängt mit dem Winkel der Sonneneinstrahlung zusammen), das wenige, was kommt heizt aber die unteren Schichten des Puffers auf. Der Öler muß dann z.B. kein Wasser von 20 Grad mehr hochheizen, sondern vielleicht 30 oder bestenfalls 35 Grad. Wer in Physik etwas aufgepasst hat, kann sich den Rest jetzt gut vorstellen;)
Grob gerechnet ist die Anlage in 10 (also jetzt noch in 7 Jahren) ammortisiert.
Ich habe zwei Grafiken als Bilder angehängt. Woher ich die habe? Ich bin Preusse. Ich bin Beamter. Ich führe Statistiken und werte sie aus. Natürlich auch zu Hause. Ich lese jeden 1. verschiedene Daten ab und trage sie fein säuberlich in meine Tabellen ein die mir schicke Grafiken zaubern;) Das brauche ich. Für mich. Als Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben;)

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Resumee

Ich habe mich wirklich bemüht, euch keine Abhandlung zum Thema zu schreiben. Ich befürchte, es ist doch eine geworden... Es ist unendlich schwierig, ein so umfassendes Thema so kurz zu halten, dass die Inhalte im Wesentlichen noch rübergebracht werden können, ohne, dass Wichtiges verschwindet und aber nicht den Leser nur mit Fakten, Fakten, Fakten und an die Leser denken zu langweilen. Ich hoffe, ich konnte den Spagat ein wenig bewältigen und ihr euch ein wenig bilden:)

Würde ich das nochmal machen? Jetzt klares NEIN. Da habe ich keine Lust mehr zu. Das ist Arbeit und zwar richtig. Das ist Planung und zwar richtig. Das habe ich einmal gemacht und mich richtig hineingekniet und nun ist das genug. Ich mußte während des Schreibens dieses Projektes mehrmals in den alten Unterlagen blättern, um noch wieder die richtigen Ausdrücke zu wählen und war dann schon wieder viel zu weit in der Materie drin...
Damals war das eine Herausforderung. Die habe ich bewältigt. Mehr brauche ich hoffentlich nicht mehr;)

Solltet ihr weitere Fragen haben: Gerne heraus damit und am besten per PN, dann kann ich auch weitergehende links etc. geben, sofern ich noch solche besitze.

Wer den Text bis hierhin gelesen hat ist ein Fuchs:)

Grüße aus Niedersachsen an den Rest der Welt.

Christian


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