Oberfräsen Planiervorrichtung

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Obwohl ich einen Abricht- und Dickenhobel besitze gibt es Teile die dafür entweder zu breit oder ganz einfach zu klein sind um sie damit bearbeiten zu können. Daher hat es sich angeboten eine Vorrichtung für die Oberfräse zu bauen mit der man diese Teile ordentlich plan fräsen kann.
Da meine MFT Platte sehr sauber und winkeltreu gebohrt ist hat es sich angeboten diese als Montageplatte zu verwenden und die Führungen in den Bohrungen zu verankern.Damit ist das Teil auch leicht zu verstauen wenn es nicht gebraucht wird. Die Maße sind deshalb auch so ausgelegt dass es in eine Schublade des Absaugtisches passt. Das kann man natürlich in fast beliebiger Größe bauen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber,  Netz-Bohrschrauber PNS 300
  • Winkelschleifer,  TE-AG 115
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 9,6 VES-2 auf 12V Netzteilbetrieb umgebaut
  • Kapp- und Gehrungssäge,  5312 (120V)
  • Tischbohrmaschine,  3320 120V
  • Doppelschleifer,  3380 120V
  • Multifunktionswerkzeug,  4000 120V
  • Netz-Schlagschrauber,  TD0101F
  • Handkreissäge,  PHKS 1350 A1
  • Stichsäge,  PSTK 800 B2

Los geht's - Schritt für Schritt

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Verankerung für den MFT

Zur Verankerung im MFT werden Klemm-Benchdogs verwendet (4 Stk) deren Anfertigung ich bereits in einem eigenen Projekt beschrieben habe.

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Zuschnitt Längsführung

Da der Baumarkt sich mal wieder weigerte schmale Streifen zu sägen habe ich diese mit der HKS und Sägeschiene unter Verwendung meiner Einstellhilfen zugesägt. Bei denen kommt es ja nicht auf die absoluten Maße an sondern nur darauf daß sie sauber parallel und gleich breit gesägt werden.

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Bohrungen für Klemm Dogs

Da es mit Heimmitteln und ohne CNC extrem schwierig ist mir der entsprechenden Präsision die Bohrungen identisch zum MFT zu setzen habe ich beschlossen eine Befestigung variabel zu machen. Dafür mußte ein Langloch rein wofür die beiden Endbohrungen mit einem 20mm Forstnerbohrer gemacht wurden. Die reine Bohrung mit 20mm wurde zur gleichen Zeit gemacht.

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Aussägen des Zwischenraums

Mit der Stichsäge wurde jetzt der Steg zwischen den Bohrungen entfernt. Hierbei lieber etwas zu viel als zu wenig stehen lassen.

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Langloch passend feilen

Jetzt wird mit der Feile das Loch so lange bearbeitet bis der Klemm-Dog gerade sauber durchrutschen kann.

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Verdrehschutz für Klemm-Dog

Da sich der Klemm-Dog beim Anziehen drehen würde mußte eine Vorrichtung her die das verhindert. Dazu dienen bearbeitete 20mm lange Stücke des 20mm Rundstabs.
Hierzu werden mit dem 20mm Forstnerbohrer ein Teil weggebohrt. In der Ständerbohrmaschine ging das ganz ordentlich.

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Verleimen der Klemm-Dogs

Die vorher gefertigten Streifen werden nun auf die beiden fixen Klemm-Dogs geleimt die in Bohrungen sitzen aber ohne sie mit dem Tisch zu verkleben.
Dazu werden diese mit genau 22mm Überstand im Tisch festgelegt. Die beiden im Langloch werden mit nur 20mm Überstand ebenfalls festgezogen. Hierzu muß man normale Schrauben verwenden denn die Sternknöpfe wären zu groß.
Die 20mm Bohrungen werden nun mit Leim bestrichen und die Leiste auf die Dogs aufgedrückt.

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Verdrehschutz verleimen

Je Langloch werden nun zwei „Halbmonde“ an die etwas tiefer sitzenden Kellm-Dogs geleimt. Nach dem Einsetzen mit einem kleinen Schraubenzieher oder ähnlichem andrücken und in Ruhe lassen bis der Leim getrocknet ist.

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Testmontage der Längsführung

Die senkrechten Streifen der Längsführung werden nun provisorisch mit Zwingen festgespannt. Jetzt wird geprüft ob sie an allen Eclen auch wirklich exakt gleich hoch sind. Ist das nicht der Fall kann man durch Unterlegen alle gleich hoch einstellen. Gleichzeitig sollte man auch überprüfen of die Teile auch wirklich im 90° Winkel sind.

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Verleimen der Längsführung

Ist alles in Ordnung werden die Längsführungen verleimt.

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Vorbohren und senken

Zur Sicherheit werden die beiden Teile jetzt für 4*50mm Schrauben vorgebohrt und gesenkt

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Verschrauben der Längsführung

4*50mm Schrauben werden jetzt in die vorgebohrten und gesenkten Löcher eingedreht.

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Schutz der Lauffläche

Zum Schutz der Lauffläche und damit der Schlitten (Querführung leichter läuft wird nun auf die obere Schnittkante ein Kunststoffumleimer aufgebügelt.

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Schutz der Anschlagfläche

Auch die Anschlagflächen (Außenseite) erhalten zum Schutz vor Abrieb einen Umleimerstreifen aufgebügelt.

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Klemmschutz vorsehen

Die vordere Seite der Querführung kann später festgeklemmt werden. Um auch da das MDF zu schützen wird auf der vorderen Längsführung auch innen ein Umleimer aufgebügelt.

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Zuschnitt des vorderen Querblocks

Der vordere Querblock sollte so breit sein wie die Führungsschienen überstehen und so lang dass rechts und links der Winkeleisen etwa 5cm überstehen. Also Breite der OF Grundplatte +106mm. Dies wurde aus einem Rest 18mm MPX mit der KZS zugeschnitten. Er erhielt auch gleich auf der Druckfläche einen Umleimer aufgebügelt.

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Zuschnitt des hinteren Querblocks

Der hintere Querblock sollte wenn die Schienen symetrisch aufgesetzt wurden die gleiche Breite wie der vordere Querblock haben. Bei der Länge genügt es wenn es gerade bis zur Außenkante der Schienen geht. Auch dieser Block wurde mit der KZS aus 18mm MPX zugesägt. Auch hier wurde gleich der Umleimer aufgebügelt.

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Querschienen ablängen

Die Edelstahlwinkel wurden mit dem winkelschleifer im Trennständer auf die gewünschte Länge abgeschnitten.

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Querschienen bohren

Die Querschienen werden ~10 und ~50mm (bei meinen gewählten Gesamtmaßen) von jedem Ende mit 4mm durchbohrt. Dies sind die späteren Befestigungslöcher

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Erste Querschiene ausrichten

Einer der Stahlwinkel die als Querführung dienen wird nun exakt im 90° Winkel zu der vorderen Längsführung ausgerichtet und mit Zwingen festgelegt.

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Vorderen Querblock ausrichten

Der vordere Querblock wird nun mit Zwingen auf die Längsführung gespannt. So ausrichten dass er später auf beiden Seiten etwa gleich weit über die Winkelstähle raus schaut.

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Vorderen Querblock durchbohren

Nun wird durch die vorher gebohrten Löcher in den Winkeleisen der Querblock mit 4mm durchbohrt.

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Vorderen Querblock verschrauben

Es folgt die Verschraubung des Winkeleisens mittels M4 Senkkopfschraube, Beilagscheibe und Stoppmutter. Damit die Winkel auch garantiert dort bleiben wo sie bleiben sollen wurde Einer auch noch mit etwas Epoxy bestrichen und zusätzlich zu den Schrauben mit den beiden Querblöcken verklebt.

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Hinteren Querblock ausrichten

Der hintere Querblock wird nun ebenfalls ausgerichtet und mit Zwingen gehalten. Dieser sollte da er kürzer ist bündig mit dem Winkeleisen sein. Da die beiden Längsführungen evtl. doch nicht perfekt parallel sind muß zwischen Querblock und hintere Längsführung eine Zwischenlage rein. Je genauer man gearbeitet hat desto dünner kann diese ausfallen.

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Hinteren Querblock durchbohren

Jetzt folgt wieder das Vorbohren mit einem 4mm Bohrer.

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Hinteren Querblock verschrauben

Auch der hintere Querblock wird mittels M4 Senkkopfschrauben, Beilagscheiben und Stoppmuttern verschraubt.

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Kontrolle

Jetzt ist es angebracht noch einmal zu kontrollieren daß der Winkelstahl auch wirklich perfekt im rechten Winkel zur vorderen Längsführung sitzt.

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Klemmblock bohren für Spannhaken

Im Abstand von 25mm von den Enden wird dieser Zuschnitt nun mit 6mm in Schichtrichtung durchbohrt.

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Klemmblockbohrungen verrunden

Damit die noch zu fertigenden Spannhaken rein passen müssen die Bohrungen oben etwas verrundet werden.

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Klemmblock Andruckfläche

Damit der Klemmblock besser anliegt und gleitet wurde auch ihm auf der Kontaktfläche ein Umleimer aufgebügelt.

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Spannhaken ablängen

Zum Spannen des Klemmblocks wird eine L-förmige Stange mit Gewinden benötigt. Diese habe ich aus einer 6mm Stahl-Rundstange gefertigt. Hierzu wird zuerst ein passend langes Stück abgesägt. Dieses muß Breite des Querblocks plus 25mm plus ca. 30-35mm lang sein. Es werden zwei Stück benötigt.

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Spannhaken biegen

Jetzt wird der Stab im Schraubstock eingepannt und im 90° Winkel abgebogen. Der kürzere Schenkel sollte dabei 40mm lang werden.

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Spannhaken Gewinde schneiden

Als letzte Vorbereitung erhalten die beiben L´s jetzt an beiden Enden ein M6 Gewinde aufgeschnitten. Das lange Gewinde etwa 50mm, das Kurze etwa 20mm.

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Spannblöcke fertigen

Die L´s müssen irgend wie gehalten werden. Hierzu dienen zwei 25mm Streifen 18mm MPX welche so lang wie die Breite des vorderen Querblocks sein müssen. Diese wurden auf der KZS zugesägt. Die Rohlinge wurden mit Überlänge aus Resten gesägt.

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Spannblöcke fräsen

Auf einer Stirnseite wird nun mittig eine 6mm Nut mit 6mm Tiefe eingefräst. Danach wurden die Streifen auf die passende Länge gekürzt.

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Klemmblock montieren

Die L´s werden nun mit dem kürzeren Schenkel durch die Klemmblöcke gesteckt und mit einer Mutter vor dem Rausfallen gesichert. Dies ist nur provisorisch zur Anpassung/Montage.

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Spannblöcke verleimen

Über das längere Ende der L´s kommen nun die Spannblöcke welche auf die Querblöcke aufgeleimt werden.

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Sternmuttern, Vorbereitung

Aus meinem Vorrat habe ich zwei Sternknöpfe genommen und für M6 Einschlagmuttern vorbereitet. Da ich kleine Reste MPX immer zu Sternknöpfen nach meinem schon früher beschriebenen Verfahren verarbeite sind da immer welche in Reserve.
Hierzu wurde zuerst mit einem 20mm Forstnerbohrer oben leicht gesenkt. Danach wurde die Einschlagmutter eingesetzt und leicht angeschlagen sodaß die Verankerungen Markierungen hinterließen. Hier mit 3mm vorbohren damit es beim Einschlagen nicht splittert.

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Sternmuttern, Einschlagmutter einkleben

Nun konnten die Einschlagmuttern mit Epoxy eingesetzt und festgeklopft werden.

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Sternmuttern nachlackieren

Da die Bearbeitung doch etwas die Farbe beschädigt hat wurden die Sternknöpfe noch einmal kurz mit der Sprüdose aufgefrischt.

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Sternmutter aufschrauben

Zuletzt kommen auf die L´s noch M6 Bauscheiben und die Sternmuttern drauf.

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Andruckscheibe

Da die beweglichen Klemm-Dogs nicht die Führungen halten würden muß oben drauf noch eine Andruckscheibe/Andruckplatte. Da reicht 6mm MPX aber da ich gerade ein paar schöne runde Scheiben A2 da hatte, Abfälle einer Firma, wurden diese zentrisch gebohrt und verwendet.

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Wegbegrenzung Längsführung

Um zu verhindern dass man im Eifer des Gefechts von den Längsführungen runter hüpft wurden noch Wegbegrenzungen eingebaut.
Dies sind kleine Reststreifen Multiplex die auf die seitlich auf die Längsführung und unten auf die Querverbindungen aufgeleimt wurden.

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Wegbegrenzung Querführung

Da man auch in die Längsführung oder die Klemmbacke rein fräsen könnte kann man auch in dieser Richtung eine Wegbegrenzung vorgesehen. Auch dies wären ein paar Reststücke die oben auf die Querverbindungen aufgeleimt werden. Einfach die Oberfräse mit dem größten geplanten Fräserdurchmesser mit etwas Sicherheitsabstand aufsetzen und die Klötze passend aufleimen.
Bei meiner Konstruktion sind aber bereits die Köpfe der Inbusschrauben als Begrenzung genau richtig gewesen.

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Erster Zusammenbau

Nachdem jetzt alle Teile fertig waren wurde die Vorrichtung zusammengebaut um sicher zu stellen daß alles paßt.

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Schleifen aller Teile

Leider mußte jetzt noch einmal alles zerlegt werden denn meine Werkstatthelferin bestand darauf dass das optisch „ordentlich“ gemacht werden mußte (Opa, da fehlt noch Farbe). Es wurden alle Kanten gebrochen (abgerundet) und die Ecken entschärft.

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Vorbereitung zum Lackieren

Damit das Ding nicht total mit Grundierung und Lack versaut wird wurden zuerst mal alle Umleimer und der fest eingeleimte Klemm-Dog abgeklebt.

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Grundieren der Schnittkanten

Lackieren von MDF ist immer so eine Geschichte aber mit etwas Geduld wird es ganz ordentlich. Zuerst wurden die ganzen Schnittkanten mit Acrylgrundierung per Walze gestrichen was nach dem völligen Durchtrocknen wiederholt wurde. Danach wurden die Schnittkanten mit 220er Schleifpapier geglättet.

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Grundieren aller Teile

Als letzter Grundierungsschritt wurden alle Teile durchgehend mit Pinsel und Walze grundiert. Nachdem auch diese letze Schicht Grundierung ordentlich getrocknet war wurde das ganze Teil mit 320er Papier geschliffen

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Lackieren

Die nun vorbereiteten Teile wurden mit Klapperdosenlack (Sprühdose Acryllack) lackiert. Mit etwa 12h Abstand wurde zwei Mal lackiert.

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Erster Aufbau

Nach 24h Trockenzeit wurden alle Teile wieder zusammengebaut.
Jetzt wurde auch die Klemmbacke mittels der Stoppmuttern und Beilagscheiben so nach oben gezogen dass sie nur etwa 0,5mm unterhalb der Winkelschienen sitzt.

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Letzter Genauigkeitstest

Nachdem alles fertig montiert war wurde noch einmal die Genauigkeit überprüft. Passt wie es soll, die Längsführungen sind immer noch im weniger als 1/10mm Bereich unterschiedlich und der rechte Winkel der Querführung ist perfekt. Fertig zum Einsatz!

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Warum so genau bauen?

Nur um plan zu fräsen wäre der Aufwand mit dem Ausrichten und der Klemme nicht erforderlich gewesen. Das Teil möchte ich aber quasi als handgeführte CNC Maschine verwenden (ich als Numeric Control). Man hätte das natürlich auch wie bei einer CNC Maschine mit Stahlwellen und Linearführungen bauen können aber da hätte man Alles auf einer großen Grundplatte montieren müssen und wesentlich teurer wäre es auch geworden. Da ich das dann doch nicht so oft verwende waren mir Kosten und Verstaubarkeit wichtiger.

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Wie fräst man dünnere Teile damit plan?

Die OF sitzt ja 80mm über der MFT Platte und falls sich wer fragt wie man Teile plan fräst die nicht so dick sind dass man mit dem Fräser hin kommt: Platten unterlegen…….

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Teile festlegen

Teile die man fräsen will kann man auf verschiedene Art festlegen. Die einfachste Methode ist es das Teil einfach mit doppelseitigem Klebeband zu halten. Das erfordert aber dass man auf der Unterseite eine schon fast ebene Fläche hat damit das Klebeband beidseitig aufliegt.

Meine bevorzugte Methode ist es das Werkstück mit Heißkleber an den Kanten festzulegen. Dafür montiert man es aber besser auf einer Platte die man dann mit Zwingen am Tisch befestigen kann.

Ist das Teil nicht zu sehr ungleichmäßig kann man auch rundum Klötze auf eine Hilfsplatte schrauben die dann das Werkstück halten. Hierbei muß man aber aufpassen dass es nicht durch den Fräser verkantet werden kann.

Bei ausreichend dicken Werkstücken und wenn die Löcher nicht stören kann man sie auch durch eine Hilfsplatte hindurch anschrauben. Dabei muß man aber darauf achten dass keine Schraubenspitzen so weit nach oben gehen daß man sie dann mit dem Fräser erwischt.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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