Neuer Werktisch

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    850 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Da ich meine neue Werkstatt einrichte musste ein Werktisch her!
Da ich so viel wie möglich selber machen wollte, kam nur Schnittholz in Frage. Gebaut aus heimischer Esche, Nussbaum und Fichte (deren Herkunft ich nicht eindeutig bestimmen kann).
Inspiriert hat mich die japanische Sashimono Technik bei der alles ohne viel Leim miteinander verzinkt wird. So ist auch dieser Tisch (bis auf die Grundsubstanz) beinahe ohne Leim oder Schrauben.

Du brauchst

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Materialliste
  • 60 x Fichtenleisten
  • 0.660 x m3 Schnittholz

Los geht's - Schritt für Schritt

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Auswahl des Holzes

Natürlich ist die richtige Auswahl des Holzes der wichtigste Initialschritt. Nach langem Suchen und einigen Begutachtungen bin ich im hübschen Örtchen Völkermarkt fündig geworden.
Die Fichten-Leisten habe ich mir beim nächsten Baumarkt geholt da sie mit -60 % einfach sehr verlockend waren - bis auf eine einzige Leiste waren (und sind) die 37x47 Leisten immer noch super gerade und für 0,25 € /lfm wirklich günstig!

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Design und Funktionalität

Nachdem die Auswahl der Holzes nun klar war konnte ich mich an das Design wagen.
Ich habe mehrere Bücher zum Thema Workbench gelesen und mir die verschiedensten Modelle angesehen. Besonders Amerikanische Versionen haben mir sehr gefallen. Wer interesse an Buchtipps hat - bitte PN an mich.
Die Größe des Tisches war für mich sehr wichtig. Er sollte groß genug sein um große Möbel zu bauen und dabei aber praktisch und übersichtlich bleiben. Am Ende habe ich mich für eine 200 x 136 cm Version entschieden.
Die Funktionen sollten sein:

  • großer Schraubstock an der Stirnseite
  • wendebares Mittelteil - als Paralellanschlag und Werkzeughalter nutzbar
  • Viele Bankhacken Löcher
Das Grundgestell habe ich aus den 37x47 Fichtenleisten geplant, welche zueinander verleimt und anscließend ineinander gesteckt werden. Die Tischplatte sitzt lediglich auf dem Grundgestell (zero clearance) und hält durch das eigene Gewicht und den geringen Spielraum (<1mm).

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Unterbau vorbereiten

Der Unterbau hat viel Zeit in Anspruch genommen. 11 Leisten mussten gehobelt, geschnitten und verleimt werden um einen einzelnen Fuß oder Querstrebe zu erzeugen. Dieser musste anschließend noch per Hand und Meißel vorbereitet werden.
Die Löcher habe ich mit einem Forsterbohrer vorgebohrt und mit dem Meißel nachgearbeitet. Eine tolle Übung um mit den physikalischen Gegebenheiten des Holzes vertraut zu werden.
Zuletzt wurden die Füße und Querstreben noch abgelengt. Hierzu konnte ich zum Glück die Kapp- und Zugsäge verwenden.

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Unterbau zusammenstellen

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte endlich der Baukasten zusammengesteckt werden. Ich war sehr gespannt ob sich meine vielen Messungen schließlich ausgezahlt haben.
Nicht jede Verbindung ist perfekt geworden (siehe Bild) - aber hier habe ich mit Holzkitt den Fehler ausgebessert. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Um die Verbindung zu fixieren, habe ich Buchenrundhölzer verwedent. Diese wurden mit einem Schlangenbohrer vorgebohrt und anschließend einfach eingeschlagen.
Der Unterbau war zu diesem Zeitpunkt bereits einigermaßen stabil.

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Unterbau zusammenstellen

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte endlich der Baukasten zusammengesteckt werden. Ich war sehr gespannt ob sich meine vielen Messungen schließlich ausgezahlt haben.

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Unterbau finalisieren

Um dem Unterbau noch die vollständige Stabilität zu geben habe ich noch Querstreben eingebaut, sowie Fliegen eingesetzt.
Die Fliegen wird man am Ende, sowie so viel dieser wunderbaren Arbeit nicht mehr sehen. Aber die Schönheit liegt hier im Verborgenen!
Nun ist der Unterbau wirklich absolut steif.

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Arbeitsplatte

Die Entstehung der Arbeitsplatte war eine wirkliche Erfolgsgeschichte. Beinahe das gesammte Holz konnte verwendet werden und der Ausschuss war < 10%.
Zuerst wurden die Schnitthölzer sorgfälltig auf Äste und unregelmäßigkeiten untersucht und die brauchbaren Teile markiert. Anschließend konnten die massiven Kanthälzer herausgeschnitten werden.
Die Kanthölzer wurden abgerichtet, sowie auf die gewünschte Dicke von 52 mm gehobelt. Im nächsten Schritt wurden die Hölzer zusammengestellt und die Maserung aufeinander abgestimmt. Hier war die einzige Auflage, dass die Hölzer immer korrekt miteinander verleimt werden, sodass der Verzug berücksichtigt ist.
Als Verleimhilfe wurden Lamellos verwendet, da ich noch knapp 1000 Stk. herumliegen hatte. Sie machen Ihren Job gut und sind leicht zu verarbeiten. Als Leim habe ich einen 2K Leim genommen, der wirklich eine hohe Festigkeit erreicht. Schließlich muss der Tisch harte Schläge einstecken können.
Bevor die zwei Hälften zu schwer wurden, habe ich noch die Löcher für die Bankhaken gebohrt. Hierzu war eine Ständerbohrmaschiene eine wilkommene Hilfe.

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Arbeitsplatte feritgstellen

Um ein Wölben zu verhinden, wurden die Enden der Arbeitsplatte mittels Nut und Feder Prinzip mit einem Querbalken gesichert. Hier hat sich der Ausschuss angeboten, da diese Querbalken ebenfalls aus mehreren Schichten bestanden hat.
Die Herausforderung hierbei war, dass die Querbalken gleich als Aufnahme für den Rand fungieren. Auch hier wurde auf die Verleimrichtung geachtet.
Die Nut wurde in die Tischplatte eingefräst was einiges an Kraft gekostet hat. Die Hälften waren schon einigermaßen schwer.

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Umrandung

Leider steckte in manchen Hölzern der Wurm drinn und ich musste zuerst die Chemiekeule schwingen. Leider hatte ich das beim Kauf übersehen.
Für die Umrandung habe ich die verbleibenden Nussbaum Schnitthölzer zurecht geschnitten und wi auch die Platte miteinander verleimt.
Nachdem die ersten Trockenversuche zufriedenstellend waren wurden die Verbindungen zurecht geschnitten. Hier hatte ich mich für eine klassische Verbindung entschieden. Die zuvor erstellte Feder der Tischplatte wurde als Nut in die Umrandung eingefräst.
Äste wurden ausgefräst und mit Restholz verleimt. So kann eine lange und verzugsfreie Lebensdauer gewährleistet werden.
Zuletzt wurde der Rand mit der Tischplatte verleimt und zusammengesteckt.

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Anbauten und Zubehör

Nun war der Werktisch beinahe fertig. Es fehlte noch der riesige 130cm Schraubstock und die Bankhaken, welche bei Bedarf aus der Platte herausragen.
In beiden Fällen habe ich mich bei der Kanadischen Marke Veritas bedient.
Der Twin-Screw Vice ist hervorragend geeignet und bietet eine unfassbare Ausladung. Die Backe des Schraubstocks wurde aus den restlichen Hölzern im Patchwork Verfahren zusammengeleimt. Der Einbau des Schraubstockes erfolgte laut Anleitung des Herstellers.

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Ölen

Nach langen Überlegungen und zahllosen Versuchen habe ich mich für Hartöl entschieden.
Aktuell ist nur die Tischplatte (ohne Schraubstock-Backe) eingeölt.
To be continued ...


Rechtlicher Hinweis

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