neue Stühle für den Eßtisch

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    120 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

"Irgendwie sind unsere Stühle alle unbequem!" Diesen Satz habe ich Mitte 2021 von meiner geliebten Frau gehört. Gleich gefolgt von "Da müssen wir mal neue kaufen!"
Zack - da hab ich doch gleich die Idee für das diesjährige Weihnachtsgeschenk!
Kaufen? Neee. Selbär machen ist die Devise!

Allerdings habe ich schon des öfteren gehört, dass Stühle machen wohl zu den Königsdisziplinen im Möbelbau zählt.
Ob ich das schaffe? Könnte diesmal echt knifflig werden.
Seht selbst!

Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der Belustigung.
Oder auch nicht.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBS 75 AE Set  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PEX 300 AE  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • Exzenterschleifer,  BO6030JX
  • Oberfräse,  RT0700CX2J
  • Arbeitstisch,  Miditec FU-175 Drechselbank
  • Oberfräse,  Einhell TC-BJ 900 Flachdübelfräse
  • Schleifroller,  Tellerschleifmaschine TSM 250
  • Hobel,  Dickenhobelmaschine Triton TPT125
  • Schleifroller,  OSM 100
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Sägestation,  Dekupiersäge 16"
  • Oberfräse,  TE-RO 1255
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Materialliste
  • 1 x Bohle (sägerauh) | Eichenholz
  • Leim
  • Reststück MDF

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Musterstuhl

sieht nicht so aus, ist aber wirklich super gemütlich!
Plan

Vor einigen Jahren schleppte meine Frau vom Flomarkt einen alten, eigentlich dringend Restaurierungsbedürftigen Massivholzstuhl an.
Ob ich den überarbeiten könnte. "Ich kann ja mal schauen..." War meine, zeitlich nicht genauer bezifferte Antwort.

Seitdem dient mir dieser erstaunlich bequeme Stuhl in der Werkstatt als Sägestuhl, Denkhilfe, Ausruhmöglichkeit usw.
Obwohl die Lehne mittig etwas marode, die Rückenstreben nicht mehr wirklich fest und die Beine deutliches Spiel in alle Richtungen haben, mag ich den Stuhl. Wie gesagt - er ist einfach unglaublich bequem. Was liegt also näher, als zu versuchen ihn nachzubauen?

Aber dafür zerlege ich ihn erst einmal vorsichtig.


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Rohzuschnitt

Abrichten
Abrichten
warten auf den Dickenhobel
Dicke einstellen
und durch
so schön sauber

Da ich während meiner nun schon 19 Monate dauernden Kurzarbeit nebenher in der Schreinerei eines Bekannten arbeite, habe ich das Glück, hier nicht nur relativ günstig an Holz heranzukommen, sondern darf auch noch den Maschinenpark nutzen!

Im Holzlager der Schreinerei finde ich zum Glück unbesäumtes Eichenschnittholz in passender Stärke. So muss ich nicht erst noch bestellen...

Mit der kleinen Motorsäge mache ich den groben Zuschnitt, der Feinschnitt erfolgt dann auf der Formatkreissäge.
Bei den beiden Arbeitsschritten habe ich leider keine Bilder gemacht.

Anschließend werden die einzelnen Bohlen abgerichtet und gleich auf passende Dicke gehobelt.
Wofür ich in meiner kleinen Werkstatt daheim ein paar Stunden bräuchte, erledige ich in der Schreinerei in wenigen Minuten. Hat einfach was ;)
Vor allem, wenn ich gleich die Teile für zwei Stühle brauche

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Lehnensprossen

aus Bohle wird Kantel
Mitten markiert
Mitnehmer einschlagen
Körnerspitze ansetzen
eingespannt
rund gemacht
Verzierung anzeichnen
endgültige Länge anzeichnen
oberen Zapfen andrehen
"Verzierung" herausarbeiten
und mit Meissel schlichten und in endgültige Form bringen
schleifen
erste Sprosse fertig
pro Stuhl sechs Stück

Von einer Eichenbohle säge ich mir an der TKS 12 passende Kanteln (natürlich längs zur Faser) zurecht. Die Mitten sind schnell markiert.
Als nächstes schlage ich den 4Zack-Mitnehmer ein, setze ihn inkl. Kantel in den Spindelstock ein und führe die Körnerspitze von der anderen Seite heran. Ein paar Umdrehungen am Handrad der Reitstockpinole spannt meinen Kantel sicher und zuverlässig ein.
Mit der Schruppröhre mache ich aus dem eckigen Holz relativ fix einen mehr oder weniger runden Zylinder.

Die kugelförmige Mittenverzierung der Vorlage möchte ich genauso kopieren: ich zeichne mir die Lage an und messe die endgültige Länge ab. An der oberen Markierung (Reitstockseite) drechsel ich mir einen Zapfen passend für die späteren Löcher in der eigentlichen Lehne. Mit der Spindelröhre arbeite ich als nächstes die Mittelverzierung heraus und schlichte auch gleich noch mit dem Meissel, mit dem ich die restliche Sprosse auch gleich noch in die endgültige Form bringe. Bei der hervorragenden Oberfläche muss ich auch tatsächlich nur sehr wenig schleifen - einmal mit Korn 180 drüber reicht völlig aus!

Jetzt das Ganze noch insgesamt 11 mal.

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Stuhlbeine

Einspannen
einigermaßen rund schruppen
Zapfen anzeichnen
und auf richtige Stärke bringen
In Form bringen
und schlichten
Jep - passt.
einmal kurz drüber schleifen
Nummer 1 lebt!

Meine Stuhlbeine hatte ich in der Schreinerei an der FKS bereits zu 45mm x 45mm Kanteln mit gut 50 cm Länge zurechtgesägt.
Wie bereits bei den Lehnensprossen werden die Mitten markiert und die Kanteln in die Drechselbank zwischen die Spitzen eingespannt.
Mit der Schruppröhre wird nun grob rund gedrechselt.

Auf Reitstockseite markiere ich mir nun, wie weit das Stuhlbein später in der Sitzfläche verschwinden darf. Hier drechsel ich mit leichter Kurve auf eine Dicke von 25mm.

Dann bringe ich das Bein in die gewünschte Form: von oben mit 40mm Durchmesser sich Richtung Fuß gleichmäßig auf 24mm verjüngend. Mit dem Drehmeissel geht das prima und hinterlässt eine hervorragende Oberfläche!

Jetzt noch mit Korn 180 schleifen und dann ist das erste Bein bereits grob fertig.
Fehlen noch drei.
Und dann nochmal vier für den 2. Stuhl.

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Lehne, Teil eins: Die Formgebung

Abpausen
Aussägen
soll ja symmetrisch sein
alle vier Teile ausgesägt
Mittellinie angezeichnet
Armvertiefung grob anzeichnen
jetzt erst auf Maß sägen
Feinarbeit am Tellerschleifer
und am Spindelschleifer
Übertragung der Armvertiefungs-Geometrie
Schritt 1 erledigt

Für die äußere Form der Lehne nehme ich eine Bohle, lege sie auf die Lehne des Musterstuhles und fahre die Form mit dem Bleistift ab. Mittels Bandsäge entferne ich das überschüssige Holz grob, bevor ich mit Teller- und Spindelschleifer die Feinheiten ausarbeite. Erst an dem Punkt säge ich den "Mittelpunkt" auf das Endmaß zurecht.
Die Geometrie der "Armvertiefung" zeichne ich mir mit Bleistift nach Vorlage an den Seiten an.

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Lehne, Teil zwei: der Verbinder

Als Verbinder der beiden Lehnenteile kommt für mich nur ein Querholzdübel aus Eiche in Frage. Dafür hobel ich mir mit der Dickte ein Reststück Eichenholz auf grob 12,5 mm Stärke aus.

Der Querholzdübel wird nicht genau mittig eingeleimt. Einerseits, weil die Lehne an der Oberseite später stärker abgerundet werden wird wie an der Unterseite. Außerdem muss ich den Dübel später noch mit dem Bündigfräser abfräsen. Wenn ich nicht aufpasse, treffe ich mit dem Anlaufkugellager direkt auf den Dübel...
Also zeichne ich mir die Lage außermittig an, säge mit der Japansäge die Seiten ein und arbeite das überschüssige Holz mit dem 12er Stemmeisen heraus. Ist wegen der Außenform der Lehne zwar ein bisschen kompliziert, aber trotzdem möglich. Vorsichtig taste ich mich so an die Mitte des Querholzdübels heran.
Jetzt das Ganze noch dreimal.
Zum Schuss überprüfe ich nochmal genau die Passung: Sind die Schlitze auf gleicher Höhe?

Die Fehlerstelle beim Dübel kann ich jetzt großzügig an der Bandsäge erntfernen.

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Lehne, Teil 3: die Armvertiefung ausarbeiten

grob an der Bandsäge entlang sägen
Den Rest erledigen Band- und Tellerschleifer
So kann man es lassen
Querholzdübel einleimen
den ausgehärteten PU-Leim abkratzen
Überstand mit dem Bündigfräser weg fräsen
Die Innenseite bekommt oben eine Rundung R=10mm, außen und an der Unterseite runde ich nur mit R=6,3mm.
Die Armvertiefung muss ich manuell mit Schleifpapier abrunden

Mit der Bandsäge entferne ich grob das überschüssige Material. Da ich zu faul bin, das 20mm Band gegen ein dünneres zu wechseln, sieht das Ergebnis ersteinmal schlimm aus. Egal.
Die Feinarbeit mache ich am Band- bzw. Tellerschleifer. Das geht recht fix und ich kann mich langsam und vorsichtig den angezeicchneten Linien annähern.
Kurz zusammenstecken: sieht es symmetrisch aus? Ich meine schon.
Dann kann ich ja jetzt die Teile zusammenleimen.
Den ausgetretenen PU-Leim entferne ich mit dem "Leimkratzer", ein ausgedientes Stemmeisen. Den Überstand fräse ich dann mit dem Bündigfräser ab. Zum Glück reicht die Fräserlänge gerade so aus!

An die Innenseite der Lehne fräse ich oben eine rückenfreundliche Rundung mit Radius 10mm (einen größeren Abrundfräser besitze ich leider nicht), außen und an der Unterseite entscheide ich mich für einen kleineren Radius von 6,3mm. Die Armvertiefung kann ich wegen der geschwungenen Oberfläche nicht fräsen, hier schleife ich händisch eine Rundung an.

Jetzt das ganze Teil nochmal mit dem Exzenterschleifer bearbeiten: K120, K150 und K180. Das reicht.

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Leimholz für die Sitzfläche

Den Verleimregeln entsprechend ausrichten
anzeichnen
Lamellos fräsen
Leim und Lamellos rein
verzwingen
Schleifen

Für die Sitzfläche habe ich mir in der Schreinrei jeweils drei Stücke 15cm x ca. 56 cm abgerichtet und gehobelt. Daraus mache ich nun eine Leimholzplatte:

Die abgerichteten Bohlenstücke lege ich mir den Verleimregeln entsprechend vor mich und kennzeichne das Holz deutlich. Danach markiere ich, wo ich die Flachdübelfräse gleich ansetzen möchte und fräse erst das eine Stück, dann das andere. Ich gebe Leim in die Ausfräsungen und auf die Leimfläche, stecke 20er Lamellos rein und verzwinge das Ganze.

Nachdem der Leim abgebunden hat, wird erst der ausgetretene Leimüberschuss per Leimkratzer (ich nehme dazu ein uraltes, ziemlich stumpfes Stemmeisen) von den Fugen entfernt, danach schleife ich die Platte mit dem Exzenterschleifer (120er und 180er Korn).

Für Stuhl Nr. 2 verfahre ich natürlich genauso.

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Sitzfläche in Form bringen

Anzeichnen
aussägen
Feinschliff
Feinschliff

Vom alten Stuhl nehme ich die Sitzfläche und lege sie auf meine verleimten Bohlen. Mit Bleistift fahre ich die Außenform nach und säge dann entlang der Linie an der Bandsäge aus.Die Vertiefung in der Sitzfläche zeichne ich mir an. Warum? Fand ich damals gut.

Auch die Sitzfläche wird dann an Spindel- und Tellerschleifer nachbearbeitet.

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Schablonenbau & Löcher bohren

Umriss übertragen
Aussägen
feuchte Putztücher
und etwas Druck von oben
und schon weiss ich, wohin die Beine müssen.
anzeichnen
Sicherheitshalber messe ich nochmal nach, ob die Abstände passen.
wieder das Gleiche: feuchte Putztuchfetzen in die vorhandenen Löcher
und hier der Abdruck
vorbohren, damit der Forstnerbohrer genug Material hat, damit ich später winklig bohren kann
Bohrführung
Ausrichten
bohren
fertig
Bohrführung für die Sprossen entsteht pi x Auge
Stellprobe sieht gut aus

So langsam sind alle Einzelteile fertig.
Aber wie bau ich die zusammen? Wie schaffe ich es, die richtigen Winkel für die Stuhlbeine und die Lehnenverstrebungen zu treffen? Wie bekomme ich die Vertiefung in die Sitzfläche?
Hilft nix - ich muss mir ein paar Schablonen bauen.

Aus einem dünnen Rest MDF säge ich mir die Schablone für die Sitzfläche zurecht. Das geht diesmal wunderbar an der Dekupiersäge: hier bekomme ich dann auch den gewünschten feinen Sägeschnitt.
Auf die Beine meiner Vorlage lege ich angefeuchtete Stücke Putztücher, darauf dann meine Schablone. Die entstandenen Abdrücke zeigen mir, wo ich die Stuhlbeine platzieren muss. Draufstellen - anzeichnen. Mit dem Lineal prüfe ich nach, ob die Abstände denen des Musterstuhles entsprechen.

Die Sitzvertiefung ist 6 cm vom Rand entfernt: genau den Abstand übertrage ich mit meinem Streichmaß auf die Schablone und fahre mit Bleistift den Riss nach, das brauche ich nämlich später noch.

Jetzt bohre ich die Löcher für die Stuhlbeine mit einem 30mm Forstnerbohrer durch die Schablone und übertrage mit Bleistift die Lage auf meine Sitzfläche.

Analog hierzu gehe ich bei den Löchern für die Lehnensprossen vor. Allerdings werden hier die Löcher mit 20mm gebohrt.

Als nächstes bohre ich die Löcher für die Stuhlbeine ca. 2mm tief in die Sitzfläche vor. Den Musterstuhl nehme ich als Bohrschablone: die Beinlöcher nutze ich als Führung.

Für die Lehnensprossen mache ich mir aus einem Stück Restholz auch eine Bohrführung. Ich übernehme den Winkel der Originalen Sprossen so genau wie möglich und bohre mit einem 20mm Bohrer durch das Restholz. Eine Gegenprobe (Führungsschablone auf das zugehörige Loch gelegt und Forstnerbohrer reingesteckt) und eine Stellprobe zeigen, dass ich das gar nicht so schlecht getroffen habe.

Wie gehabt: erst 2mm ohne Führung vorbohren, dann Führung auflegen, fixieren und 24mm tief bohren.

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Sitzvertiefung fräsen

Frässchablone aussägen
Schablone festzwingen
Kopierring und Hohlkehlfräser
Ringsum Hohkehle gefräst
jetzt mit dem 20mm Nutfräser mit Grundschneide vorsichtig das Innenleben herausarbeiten
Wenn die Oberfräse abkippt, ist das doof
irgendwann bau ich mir 'nen Fräsrahmen...
Dann muss ich halt mehr schleifen
Abrundfräser
Probelauf am Reststück
Kanten abrunden
sowohl Oberseite
Als auch die Unterseite.

Bei meiner Sitzflächenschablone hatte ich ja bereits die Lage der Vertiefung angezeichnet. An der Dekupiersäge trenne ich das Mittelteil sauber heraus.
Die verbleibende Schablone befestige ich jetzt auf der Oberseite meiner Sitzfläche. Mittels Kopierring und einem Hohlkehlfräser kann ich nun meine Schablone innen rundherum abfahren.
Den Rest fräse ich mit einem 20mm Nutfräser mit Grundschneide nach und nach heraus.
Eine ruhige Hand und äußerste Konzentration ist hier gefragt, damit die Oberfräse nicht kippelt. Besser gesagt: wäre gefragt.
Schleifen muss ich ja eh nochmal... *grmpf*

Die Außenkanten breche ich mit dem 10mm Abrundfräser. Damit ich jetzt nicht noch alles versaue, mache ich eine Probefräsung an einem Reststück. Da alles passt, werden jetzt sämtliche Kanten der Sitzfläche gefräst und alles nochmal per Hand geschliffen.

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der Löcher zweiter Teil

Mitnehmer-Aufnahme abschleifen
Stellprobe
Markierung anbringen
und übertragen
Da muss das Loch rein
vorbohren

Als erstes entferne ich bei den Sprossen die Aufnahme des Mitnehmers per Tellerschleifer. Dann platziere ich alle Sprossen auf der Sitzfläche und stecke die alte Lehne auf. Da alles gut passt, kann ich mir viel Arbeit (vor allem beim messen) sparen und übernehme die Bohrungen einfach von der alten Stuhllehne.

Dazu markiere ich mir die Mitte der Bohrungen und übertrage diese dann auf meine Lehne.

Diesesmal bohre ich einfach frei Hand: das klappt schon! Dazu lege ich mir die alte Lehne mit eingesteckten Sprossen direkt daneben und versuche, beim bohren den Winkel so genau als möglich zu treffen.
Im Vergleich gar nicht schlecht geworden, finde ich!

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Zwischenschritt: Steckprobe

Drechselbankaufnahme entfernen
Bein einklopfen
Überstand makieren
abschleifen
Lasermessung
Jetzt passt es!
zusammenstecken
Messen
in der Mitte auch
schaugt guad aus

Vor dem endgültigen Zusammenbau stecke ich alles Probehalber nochmal zusammen.
Bei den in die Sitzfläche stehenden Stuhlbeine zeichne ich den Überstand an und schleife ihn am Tellerschleifer ab.

Der Kreuzlinienlaser offenbart, dass der Stuhl beinahe in der Waage ist. Den minimalen Höhenunterschied schleife ich per Hand "ins Wasser".

Bei der Rückenlehne messe ich jetzt nochmal, ob diese auch einigermaßen waagerecht ist. Da alles soweit gut aussieht, kann ich jetzt endlich mit dem Zusammenbau beginnen

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Zusammenbau

Leim einbringen (und mit Finger verstreichen)
auch auf's Stuhlbein
beherzt einklopfen
alle vier
gründlich schleifen
und eine Fase am unteren Ende anbringen
Sitzfläche ölen
Leim in die Sprossenlöcher
und verteilen
bei der Sitzfläche genauso
Sprossen einstecken und mit mäßiger Kraft verzwingen
Messen
passt!
Leim anziehen lassen
Lehne ölen
von allen Seiten

In die Stuhlbeinlöcher der Sitzfläche wird großzügig Leim eingebracht, den ich mit dem Finger rundherum verteile. Auch auf den Zapfen des Stuhlbeines verteile ich den Leim großzügig.
Zu großzügig, wie sich gleich herausstellt.

Stuhlbein einsetzen, gut einklopfen...
...
... und dann ganz fix die Sauerei des ausgetretenen Leims entfernen! Ein feuchtes Tuch hilft hier ungemein!
Kein Foto davon. *grrmpf*

Wenn der Leim fertig angezogen hat, wird die Sitzfläche nochmals gründlich geschliffen. Etwaige Überstände der Stuhlbeine in die Sitzfläche kann ich so gut egalisieren.
Am unteren Stuhlbeinende schleife ich jetzt eine kleine Fase an. So minimiere ich die Gefahr eines Ausrisses, wenn der Stuhl über den Boden gezogen wird.

Die Sitzfläche und die Beine kann ich jetzt bereits das erste Mal ölen. Hierzu nehme ich das Hartwachsöl (farblos glänzend) von Osmo, mit dem ich bis dato nur gute Erfahrungen gemacht habe.
Natürlich muss man extrem darauf achten, dass das Öl nicht in die Bohrungen für die Lehnensprossen gerät. Nicht, dass der Leim später nicht hält!

Wenn das Öl eingezogen und trocken ist, kann ich auch endlich die Lehne verleimen.
Dazu Leim in die Löcher der Lehne geben (diesmal etwas weniger), gut verteilen, dann bei der Sitzfläche genauso.
Die Sprossen einstecken, Lehne draufstecken und mit Einhandzwingen bei mäßiger Kraft verzwingen.
Wenn jetzt auch noch der Abstand zwischen Lehnenunterkante und Sitzfläche überall gleich ist, hat man sauber gearbeitet.

Sobald der Leim fertig angezogen hat, kann man die Lehne ölen.

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Übergabe und Fazit

Ob normaler Weißleim nicht die bessere Wahl gewesen wäre?
Da hab ich wohl zu kurz geschliffen
Spaltmaß etwas holprig
hier hat die Lehne einen leichten Hubbel

Natürlich wurden die Stühle nach der 1. Ölung nochmals komplett per Hand mit K320 zwischengeschliffen und ein zweites Mal geölt.
Das dritte Mal habe ich mir aber gespart: Das Öl war alle.
Grenzwertig war es natürlich, dass ich die Abschlussarbeiten bei den Temperaturen der letzten Tage machen musste. Leim sollte nicht unter 10°C verarbeitet werden, was in meiner unisolierten Dachwerkstatt im Winter problematisch ist. Vom Öl ganz zu schweigen.

Heute morgen, am 10. Januar, konnte ich meiner Frau endlich ihr zweites (und drittes, sind ja zwei Stühle) Weihnachtsgeschenk überreichen. Sie hat gaaaanz leicht Pipi in den Augen gehabt...

Ich bin mal wieder stolz wie Bolle auf meine Arbeit. Auch, wenn ich die "Fehler" natürlich auch sehe. Aber für's erste Mal...

Mit dem Bau der Stühle habe ich am 15.07. letzten Jahres begonnen.
Ständig kam mir dann etwas dazwischen: Handverletzungen, Augenprobleme, Urlaub, andere Projekte, ihr kennt das ja.
Vor allem, weil Weihnachten bis 14 Tage vorher ja immer so weit weg ist. Dass ich sooo lange dann noch dafür brauche, hätte ich allerdings auch nicht gedacht.

Blöd nur, dass jetzt unser Tisch optisch nicht mehr dazu passt.

Danke für eure Aufmerksamkeit - ich hoffe, euch gefällt mein Projekt!


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