Neue gebrauchte Kellertreppe

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    230 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Ich habe überlegt, ob ich daraus ein Projekt machen sollte oder nicht. Ich bin ja kein Fachmann im Treppenbau. Dokumentiert hatte ich den Bau aber trotzdem. Weiterhin habe ich die neuen Materialien für die Heimwerker-Herausforderung für den März 2020 gelesen und dachte mir, dass das vielleicht ein Wink mit dem Brandenburger Tor ist, zudem ich tatsächlich erst letztes Wochenende fertig geworden bin :-)

Die Materialien sind Beilegscheibe und Schraube. Und davon sind an meiner Treppe sehr viele verbaut.

Wobei ich zugeben muss, ich musste erstmal googleln, was eine Beilegscheibe ist. Ich kenne diese Dinger von meinem tristen Heimwerker-Dasein nur als Unterlegscheiben. Aber macht ja nichts :-)

Dieses Projekt soll einen kleinen Überblick bieten, dass eine Treppe eigentlich kein Hexenwerk ist. Ok, ich habe es mir einfach gemacht und eine gebrauchte Bautreppe gekauft. Somit ist es sicherlich keine Meisterleistung, aber vielleicht hilft es den ein oder anderen Leser etwas weiter.


Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Handkreissäge
  • Hammer
  • Brecheisen
  • Schraubenschlüssel
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Materialliste
  • 1 x gebrauchte Kellertreppe | Holzwangen mit verzinkten Gitterstufen

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangslage

Auslöser für das Projekt war eine Jahrzehnte alte Holztreppe, welche in den Keller führt. Die Wange an der Wandseite war in die Jahre gekommen und bereits unterhalb der untersten Stufe so gut wie komplett weggegammelt. Die Treppe hat lediglich noch gehalten, weil die unterste Stufe auf einer gemauerten Stufe auflag. Ich habe dann noch Pflastersteine als zusätzliche Unterstützung darunter gelegt. Aber es war klar, dass dringend eine neue Treppe her musste.

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Weitere Überlegungen und Planung

Meine hochtechnische Zeichnung :-)
Meine hochtechnische Zeichnung :-)
Die Treppe aus der Kleinanzeige, die ich dann gekauft habe

Ich ging also daher und nahm erstmal Maß. Meine „halbtechnische“ Zeichnung war auf einem kleinen Notizzettel, auf dem ich die Maße für die weitere Planung notiert habe. Damit bin ich dannzu Händlern und Baumärkten meines Vertrauens (oder besser gesagt in meiner Nähe) gefahren und habe mir Kostenvorschläge eingeholt. Naja, was soll ich sagen? Mit knapp 1000€ musste man da schon rechnen. Dies war etwas über meinen Vorstellungen. So blieb lediglich Selbstbau oder Gebrauchtware. Da es sich lediglich um einen Zugang zum sehr wenig genutzten Keller handelt, wollte ich so wenig wie möglich Energie rein stecken. Beim großen Online-Flohmarkt habe ich sie dann gefunden. Eine schöne Bautreppe, 60cm breit, über 2m lang, mit Holzwangen, für 250€. Die Wangen lassen sich prima auf Maß sägen. Somit war es beschlossen. Mal fix auf 230€ runter gehandelt und es kann los gehen. Die Bautreppe ist zwar steiler und schmaler als die alte Kellertreppe, aber das passt schon.

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Abriss der alten Treppe

Das ist die alte Wange. Sieht gefährlich aus...

Dazu muss ich wohl nicht viel schreiben. Wie ein Abriss funktioniert, wird wohl jeder wissen. Bei der Wange an der Wand habe ich gesehen, dass es dringend Zeit wurde für einen Ersatz. Puh... zum Glück nichts passiert. Hinweis: Bevor man runter in den Keller geht und die Treppe abreißt, sollte man sich natürlich einen Ersatz in Form einer Leiter mit runter nehmen ;-)

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Anhalten der neuen Wangen und Maß nehmen

Dies war gar nicht so einfach. Schließlich muss man alle Unebenheiten mit einbeziehen. Und davon gibt es an der Stelle viele. Der Boden unter der Treppe ist eine Schräge von ca. 30 Grad. Keine Ahnung, warum man so was baut. Ich habe verschiedene Lagen ausprobiert. Natürlich erstmal so angehalten, wie die alte Treppe war. Ich wollte gern die vorhandenen Bohrungen weiter nutzen. Die Stufen waren dann natürlich viel zu sehr nach innen geneigt. Richtig gut passte die Steigung der Treppe dann, indem ich die Wangen einfach an die gemauerte Stufe anlehnte. Besser kann es doch nicht laufen. So kann die Treppe nicht nach unten weg rutschen und hat somit von Anfang an einen sehr sicheren Halt. Ein bisschen Glück ist halt manchmal auch dabei. Also Maß nehmen. Gemessen habe ich dafür die Länge vom Fußboden aus nach oben (siehe Bild), die Stärke der Geschossdecke dazu und schon habe ich das Maß. Ein paar Zentimeter habe ich dann sicherheitshalber abgezogen. Schließlich gibt es nur einen Versuch und ab bleibt ab.

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Vorbereitung der Wangen

Erste Wange gesägt und angehalten. Huch, passt perfekt. Bloß gut hatte ich eine Sicherheit mit einkalkuliert, sonst wäre das schief gegangen... :-p
Zweite Wange gesägt und eingepasst. Dazu habe ich hin und wieder eine Stufe angehalten, damit ich die Maße von der richtigen Stelle nehme. Schließlich ist der Untergrund ja schräg. Gesägt habe ich mit einer Mini-Handkreissäge. Eine große habe ich leider nicht und eine Stichsäge? Äh, lieber nicht. Somit musste ich immer von beiden Seiten Sägen. Erst der obere Schnitt, dann unten anzeichnen und dann der untere Schnitt. Stufen habe ich damit kaum gesägt. Und wenn schon, ist ja unten ;-)
Zudem habe ich Löcher in die Wand gebohrt, um die Treppe auf einer Seite an der Wand zu fixieren. So kann sie auch seitlich nicht mehr wegrutschen und ich darauf tanzen ;-)
Die Wange kann aber noch nicht angeschraubt werden, weil die Stufen von außen an die Wangen geschraubt werden. Also müssen erstmal die Stufen dran.

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Montage der Stufen

Jetzt kommen die Materialien der Heimwerker-Herausforderung zum Einsatz: Ganz viele Unterlegscheiben (äh ich meinte Beilegscheiben) und Schrauben. Und äh, auch Muttern. Jeweils 4 pro Stufe. Mit Maulschlüssel habe ich die Stufen dann festgezogen. Dabei kam mir sehr gelegen, dass die neue Treppe schmaler ist als die alte. So konnte ich sie einfach etwas von der Wand weg schieben und bequem die Stufen fest schrauben. Als dann alle Stufen dran waren konnte ich es mir nicht nehmen lassen, gleich mal drüber zu laufen. Naja, es gab da Mittag...

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Fixierung

Nach der Stärkung musste die Treppe dann nur noch an die Wand geschraubt werden und ich war so gut wie fertig.

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kleiner Sonderfall in meinem Fall

Da ich eine gemauerte unterste Stufe von der alten Treppe hatte, musste ich natürlich eine kleine Brücke zur neuen Treppe bauen. Die Stufe wollte ich nicht abreißen, da ich dann hätte selber wieder begradigen müssen. Im Grunde musste eigentlich die unterste Stufe etwas nach vorn verlängert werden. Ich habe dann gebastelt und einfach zwei Stufen übereinander an die vorhandenen Löcher geschraubt, die untere dann verkehrt herum. Warum habe ich das gemacht? Die Tritt-Stufe habe ich nach vorne gezogen und nur in die vorderen Löcher der Wange geschraubt. Die untere Stufe ist mit allen vier Löchern an den Wangen verschraubt und soll so die Trittstufe halten, damit sie nicht nach vorne kippt. Dazwischen habe ich dann alte Fußbodenziegel (oder so) gelegt. Diese haben von der Höhe her genau gepasst, sodass die Trittstufe nicht mehr nach vorne kippen kann.
Auf dem zweiten Bild sieht man die Ziegel auf einer Seite. Das habe ich drei mal so gelegt, rechts, links und in der Mitte, so viel wie rein passten.

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Ergebnis

Ich denke, dass ich mit meinen bescheidenen Mitteln und geringen Anforderungen ein ganz annehmbares Ergebnis erzielt habe. Die neue Treppe ist sehr stabil, wenn auch etwas steiler. Sorgen hatte ich, weil sie über 20cm schmaler ist als die alte Treppe. Diese Sorge ist aber unbegründet. Aufgrund der Gegebenheiten kommt man gar nicht auf die Idee, auf der wandabgewandten Seite neben die Treppe zu treten. Somit bin ich ganz zufrieden. Vorteil dieser Bautreppe mit den lediglich aufgeschraubten Stufen: Wenn die neuen Wangen wieder weg gegammelt sind (was hoffentlich nicht so bald ist), benötige ich lediglich zwei Bretter für neue Wangen und kann dann die Stufen problemlos sogar so anordnen, dass ich dann die alte Steigung wiederherstelle.

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Resteverwertung

Ach da ist ja noch der Rest. Drei Stufen sind noch übrig. Für die hatte ich auch gleich eine Verwendung. Auf dem Dachboden zum Dachfenster hatte ich bislang nur eine kleine Anlegeleiter aus Holz provisorisch hin gestellt. Warum also die nicht endlich mal ersetzen? Gesagt, getan. Die drei verbliebenen Stufen mit den Wangen-Resten verschraubt. Aus zwei Stufen der alten Treppe habe ich dann Stützen gebaut, sodass die kleine Dachfenstertreppe frei stehen kann. Mit einem Forsterbohrer habe ich lediglich jeweils eine Schraube ausgespart, damit die Stützen fest mit der Treppe verschraubt werden können. Jede Stütze ist mit je drei M8-Schrauben und natürlich auch Beilegscheiben mit der Treppe verschraubt.
Die Treppe könnte zwar gern eine Stufe höher sein, aber für ein Abfallprodukt kann man sie sehr gut verwenden.


Rechtlicher Hinweis

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