Nassschleifer - Drehplatte

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    50 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Für meine Stechbeitel, Hobeleisen und Messer habe ich mir schon länger einen Nassschleifer gewünscht. An Weihnachten war es so weit, ich habe eine Scheppach Tiger 2500 bekommen. Ich war im Vorfeld eingeweiht und habe mich ausführlich informiert.

Mal ganz ehrlich, ich verstehe nicht, weshalb eine Thormek locker das drei- bis vierfache kostet. Was ich im Netz recherchieren konnte sind nahezu unbedeutende Details. Statt Kunststofflager fur die Welle welche aus gehärtetem Stahl. Ein Wechsel ist völlig unproblematisch. Gerüchten zufolge wurden vor Jahren die Thormek-Maschinen bei Scheppach produziert. Egal. Meine Tiger 2500 hat die gleiche Schleifsteingröße wie die Thormek und ebenfalls ein Metallgehäuse. Wesentlicher Unterschied ist dass diese Scheppach-Version noch nicht die Auflagestütze mit Feinjustierung hat. Und ich habe nun eine zweite Werkzeugauflage die ich hinten befestigt habe. So kann ich ohne Umbau diese zum Abziehen verwenden. Oder ich nutze diese zum Schleifen mit der Laufrichtung des Schleifsteines. Das ist nun sehr bequem..

Kein Problem. Diese als Ersatzteil bestellt (18 Euro) und damit aufgepimpt. In der Folge hat die Scheppach in der Nutzung alles was eine Thormek hat. Der Preis: Beim Direktbezug von Scheppach inkl. dem Ersatzteil keine 130 Euro.

Und nach 6 Wochen intensiver Beschäftigung damit, stelle ich fest, dass es wie bei vielen Maschinen nicht ausschließlich auf das Gerät selbst, sondern viel mehr auch auf die Vorarbeit, das exakte Einstellen und die Geduld des Nutzers ankommt.

Das Zubehör habe ich von Weldinger gekauft, sehr wertig verarbeitet und optisch das was Thormek auch verkauft. So habe ich nun fast alles was ich wollte für schmales Geld. Da lacht der Schwabe

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischbohrmaschine
  • Gewindeschneider
  • Schraubendreher
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Materialliste
  • HPL-Platten
  • Schrauben
  • Drehteller
  • Sterngriff
  • Feder
  • Sekundenkleber

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialauswahl

Der Nassschleifer soll auf eine Drehplatte kommen und wie der Name bereits sagt, wird es dort durchaus auch nass. Also sollte alles unter dem Schleifer feuchtigkeitsresistent sein. Im Fundus habe ich einige HPL-Platten. Das ist ein extrem hartes Kunststoffmaterial das absolut verrottungsfest ist. Man bearbeitet es wie Holz oder Aluminium, kann es sägen, feilen und schleifen. Und man kann Gewinde schneiden, die durchaus tragfähig sind. Also ideal für mein Vorhaben.

HPL-Platten gibt es mittlerweile in nahezu jedem Baumarkt beim Holzzuschnitt und es lohnt sich dort die Restekiste regelmäßig zu durchsuchen. Bei Quadratmeterpreisen von 50 bis 70 Euro lohnt sich das auf jeden Fall. Für Vorrichtungen, Frässchablonen oder Anschläge braucht man in der Regel auch nur kleine Stücke. Deshalb habe ich immer solche Restposten auf Lager.

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Drehscheibe

Meine Frau hat vor einiger Zeit eine Drehscheibe von einem Verkaufsdisplay von der Arbeit mitgebracht. Sie fand dies zum Wegwerfen zu schade und dachte, ich könne sicher etwas damit anfangen. Richtig! Meine Göttergattin kennt mich sehr gut!

Die Drehscheibe ist aus Plastik und wird auf Stahlkugeln gedreht. Zwar etwas ruppig, aber für diesen Verwendungszweck und bei langsamem Drehen auch unhörbar leise. Durchmesser etwa 25 cm und nach einiger Suche im Netz besitzt sie eine Belastungsfähigkeit von (chinesischen) 80 kg. Also vollkommen ausreichend für meinen Nasschleifer mit rund 20 kg. Und unter Last dreht sich die Scheibe sogar besser als „mit ohne“.

Also für geeignet befunden. Als erstes den Mittelpunkt der Grundplatte mit einem Lineal anzeichnen.


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Drehscheibe montieren

Drehscheibe am Mittelpunkt der Platte ausrichten. Schraubenlöcher markieren. Löcher bohren und M5-Gewinde schneiden. Schrauben eindrehen, Gewinde passt, Drehscheibe mal provisorisch montieren. Scheibe lässt sich drehen. Alles in Ordnung.

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Drehplatte vorbereiten

Drehscheibe wieder abnehmen und auf die Drehplatte (die obere Platte auf die der Nassschleifer später gestellt wird) legen. Schraubenlöcher anzeichnen und vorbohren. Dann passend bohren und Gewinde schneiden.

Da ich jeweils von der Drehscheibe aus verschrauben muss habe ich ein grundsätzliches Problem. Ich komme an die Schrauben der einen Platte nicht ran wenn die andere Platte aufgeschraubt ist. Also kopiere ich die Löcher der Grundplatte auf de Drehplatte und bohre diese so weit auf, dass ein Schraubendreher hineinpasst.

Nun wird die Drehscheibe auf die Drehplatte geschraubt. Das Gewinde wird zuvor mit Sekundenkleber benetzt. So können sich die Schrauben nicht mehr von selbst öffnen.

Dann wird die Konstruktion auf die Grundplatte gelegt und durch die großen Löcher von oben ebenfalls mit einem Tropfen Sekundenkleber verschraubt.

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Lochabdeckungen

Nun bemerke ich meinen Fehler. Ich hätte es andersherum machen sollen. Die Löcher sollten unten sein. Nun könnte Wasser vom Nassschleifer durch die Löcher hinunter zur Drehscheibe laufen. Nicht gut ...

Also muss ich diese Löcher schließen. Runde Kunststoffstopfen für Schrankscharnierlöcher habe ich noch zuhauf liegen. Mit Sekundenkleber und solchen weißen Kunststoffstopfen sind die vier Löcher schnell verschlossen.

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Arretierung

Damit sich der Nassschleifer bei der Arbeit nicht ungewollt drehen kann, brauche ich eine Arretierung. Nach etwas Überlegen habe ich eine Lösung. Eine Schraube, eine Feder, eine Hutmutter. Damit die Schraube besser ausschaut und die Feder sich nicht im Gewinde der Schraube verklemmt, überziehe ich das Gewinde mit einem Schrumpfschlauch. In Bild 2 sieht man die Konstruktion. Die Hutmutter greift in ein Loch. Sternschraube hochziehen, die Hutmutter wird aus dem Loch gehoben, die Scheibe lässt sich drehen. Am nächsten Loch zentriert sich die Schraube über die Hutmutter automatisch.

Dazu noch ein einfacher Ausleger aus HPL. Ein erster Versuch zeigt, dass das noch etwas wackelig ist. Also aufdoppeln. Nun hat die Schraube mehr Führung und es wackelt nichts mehr. Die Feder wird dabei gleich noch etwas mehr gespannt und dadurch hält es noch besser.

Dann noch drei Löcher gebohrt. Zwei für die Endpositionen und eine auf der Hälfte. Die Zwischenposition deshalb, weil dann die Schleifscheibe vorne ist. Ziehklingen werden auf der Seite der Scheibe glatt geschliffen und da ich viel mit Ziehklingen arbeite ist mir diese Position so wichtig wie die beiden anderen: Schleifen und Abziehen. Aber auch die Spiegelseite von Stechbeiteln oder Hobeleisen werden auf der Seite geschliffen. Also ist diese Position sehr hilfreich.


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Fertige Drehscheibe

Arretierung vorne
Arretierung hinten

Die Arretierung sieht man in Bild 1 unten rechts. Ich habe die Schraube später doch noch gegen eine andere getauscht, der Federdruck war doch zu stark und ich brauchte deshalb eine längere Schraube.

Mit der Drehscheibe und der Arretierung bin ich absolut zufrieden. Wer einen solchen Nassschleifer hat sollte sich einen Bau einer Drehscheibe überlegen. Ohne ist das ein furchtbares Herumgedrehe und beim Gewicht von 20 kg auch nicht ganz ohne. Also Nachbauen!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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