Nachttischlampe aus Epoxidharz

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    75 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Meine Frau hatte im Laufe des Jahres mal einen Wunsch geäußert. Sie wollte eine neue Nachttischlampe haben, weil die andere zu viel Platz auf dem Nachttisch wegnimmt. So war die Idee geboren, ihr eine zu bauen. Sie liebt Rosen, so wollte ich das mit aufnehmen. Das wird ein schönes Weihnachtsgeschenk. In diesem Zusammenhang konnte ich mal das machen, was ich schon lange mal vor hatte: Arbeiten mit Epoxidharz. Es sind einige Erfahrungen dabei entstanden. Man kann aus seinen Fehlern nur lernen. Aber lest selbst.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Material

Ich hatte eine künstliche Rose in einer Glasglocke. Die wollte ich ihr eigentlich so mal schenken. Mit der neuen Idee gefällt es mir aber irgendwie besser. Als Gießform sollte eine 500ml Flasche dienen. Diese hat eine leicht eckige Form, was mir sehr gut als Lampe gefallen würde.
Natürlich brauchte es noch Epoxidharz, etwas Farbe für den Sockel, Mischbecher, Holzspatel, Schleifpapier und Schleifpaste. Weiterhin benötigt es noch eine LED-Beleuchtung und ggf. die passenden Kabel und anderweitige elektronische Bauteile. Dazu später mehr.
Die Kosten habe ich stark unterschätzt. So bin ich mit allem bei etwa 75€ rausgekommen, wenn es reicht. Die vorhandene Rose ist dabei nicht mit eingerechnet.

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Vorbereitung der Gießform

Erstmal musste die Flasche ausgetrunken und anschließend von innen gereinigt werden. Als das schon mal geschafft war, habe ich den Boden mit einem Cuttermesser abgeschnitten. Die Feinarbeiten habe ich dann mit einer Schere nachgearbeitet.
Anschließend habe ich die Rose mit einem Draht in die Flasche rein gehangen. Ursprünglich hatte ich überlegt, die Rose mit dem Deckel einzuhängen. Aber dann hätte ich das Harz nicht mehr reingießen können.
In meinem Bestand hatte ich noch einen Rest einer Plexiglasplatte. Auf diese habe ich die Flasche mit Heißkleber befestigt. Hier trat schon der erste Fehler auf. Auf die Plexiglasplatte sollte vorher zwingend flächig Klebeband aufgebracht werden. Sonst bekommt man die Platte nicht mehr vom ausgehärteten Harz herunter. Dazu später mehr :-(

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Gießen mit Harz

Nun gab es die Premiere. Ich habe zum ersten Mal mit Harz gearbeitet. Das Anrühren und das Gießen war grundsätzlich kein Problem. In der Anleitung stand, dass das Harz zu heiß werden könnte, wenn man zu viel auf einmal gießt. Deswegen habe ich es in drei Durchgängen gegossen. Nach dem ersten Durchgang gab es schon die erste Überraschung. Die Rose hat in das Harz Farbe abgegeben. Mist. Naja, lässt sich nicht mehr ändern. So ist die Lampe oben eben etwas roter. Beim dritten Durchgang habe ich etwas gelbe Tönungsfarbe rein gemischt, damit das Licht, welches später von unten rein scheint, etwas gebrochen wird. Den Rest, den ich dann noch übrig hatte, habe ich im Becher gelassen und etwas Rosenblätter rein getan. Eventuell könnte daraus noch etwas Schönes entstehen. Letztendlich war es gut, das Reststück zu haben. So konnte ich Arbeitsschritte an dem Stück testen, bevor ich diese an der Lampe ausprobiere.
Mehrere Schichten zu gießen, war bei der Lampe wohl nicht so eine gute Idee. Es fällt zwar nicht zu sehr auf, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man die Grenze der Schichten. Da hätte ich vielleicht doch alles auf einmal gießen sollen. Wobei ich sagen muss, dass die Blüte der Rose nur in der obersten Schicht die Farbe abgegeben hat. Die darunter liegende größere Schicht hat keine Abfärbungen. Von der Seite ist es auch ein Vorteil.
Nachdem Trocknen der letzten Schicht hatte ich bei dem Reststück festgestellt, dass die Oberfläche klebt. Nach einer Recherche und auch Rückfrage hier im Forum stellte sich heraus, dass es an der Trocknungstemperatur lag. Ich hatte im Raum gerade mal 15°C. Dadurch trocknet das Harz langsamer und zieht dabei zu viel Feuchtigkeit. Ob auch die Lampe selbst klebt, hatte ich nicht probiert, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Ich habe daraufhin eine dünne Schicht klares Harz dazu gegossen und die Form zum Aushärten in ein wärmeres Zimmer gestellt. Es stellte sich heraus, dass im Nachhinein nichts mehr klebte. Puh. Glück gehabt.

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Entkleiden aus der Gießform

Das Auspacken aus der Flasche habe ich mit Schere und Cuttermesser gemacht. Mit einer Zange habe ich das gelöste Plastik dann abgezogen. Dabei gab es eine böse Überraschung, die ich erst schon angesprochen hatte. Ich hatte auf dem Boden kein Klebeband geklebt und so die Plexiglasplatte nicht mehr ab bekommen.

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Schadensbegrenzung und ganz viel schleifen

Ich habe die Plexiglasplatte mit einer Säge abgelöst. Natürlich war dadurch die Oberfläche sehr zerkratzt. Sehr viel Schleifarbeit war dabei nötig, um es wieder einigermaßen glatt zu bekommen. Dabei konnte ich immer schön am Reststück üben. Von Schwingschleifer bis 3000er Schleifpapier sowie Schleifpaste habe ich mich vorgearbeitet. Mit dem Schwingschleifer habe ich auch die Kanten abgeschrägt. Nicht wundern über die Bilder. Die Schritte 4 und 5 gegen ineinander über. Das Absägen der Plexiglasplatte hatte ich bereits vor dem Lösen der Flasche gemacht, um die Form nicht zu zerkratzen.

Hinweis zur eigenen Sicherheit: Der Schleifstaub ist giftig. Entweder Maske tragen (kennt ihr ja vom Einkaufen :-D ) oder nass schleifen.
Leider ist auch durch sämtliches Schleifen und Polieren trotzdem die Oberfläche nicht komplett transparent geworden. Die Oberfläche ist zwar schön glatt, sieht aber trotzdem ein wenig milchig aus. Später hatte ich gelesen, dass durch Schleifen mit der Maschine zu viel Wärme entstehen könnte. Vielleicht war das das Problem. Es hält sich aber im Rahmen. Die Form sieht trotzdem schön aus. Kann auch sein, dass die abgefärbte Rose die Sicht ein wenig trübt.
Was gar nicht ging, war das Polieren mit Aufsätzen auf dem Akkuschrauber. Dabei ist sehr viel Reibung entstanden, was die Oberfläche eher beschädigte, anstatt sie zu polieren.

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Der Sockel

Natürlich braucht die Lampe einen Sockel, vorzugsweise aus Holz, in dem dann auch die Elektrik unter kommt. Verwendet habe ich dafür ein Reststück Nadelholz. Die äußere Form habe ich frei mit der Deku gesägt. Anschließend habe ich die Harz-Form auf den Sockel gestellt und angezeichnet. Mit Forstnerbohrer, Dremel, Cuttermesser und Schnitzwerkzeug habe ich dann die Öffnung eingearbeitet.

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Die Beleuchtung

Dieses Thema war etwas abenteuerlich. Als Beleuchtung wollte ich ursprünglich eine Runde LED-Platte nehmen. Leider habe ich diese nirgends gefunden. Gern nehme ich Hinweise an, wo es diese LED-Platten zu kaufen gibt (siehe letztes Bild). Versucht habe ich mein Glück mit einer 3W High Power LED. Als Netzteil wollte ich ein 5V USB-Netzteil nehmen, weil man damit an Flexibelsten ist. Somit müsste die Spannung entsprechend reduziert werden. Ein kleiner 2Ohm-Widerstand ist mir dabei in Rauch aufgegangen. Also habe ich mir ein5W-Widerstände gekauft. Ordentlich groß, die Dinger, aber heiß werden sie trotzdem. Auch die LED wurde im Betrieb sehr heiß, sodass ich das wieder verworfen habe. Stattdessen habe ich fertige 5V LEDs mit bereits verlöteten Vorwiderständen genommen. Diese sind leider nicht so hell. Aber lieber etwas dunkler als wenn mir aufgrund der Hitze irgendwas anderes passiert. Aber wie gesagt, wenn ihr mir sagen könnt, wo es diese LED-Platten gibt, dafür wäre ich sehr offen.
Ich habe nun also die Einzel-LEDs für 5V verwendet. Damit es etwas heller wird, habe ich 5 LEDs parallel geschaltet. Befestigt habe ich sie an einem Reststück von einer Deckenaufhängung. Die vorhandenen Löcher mussten nur etwas vergrößert werden und ich hatte eine prima LED-Halterung. Mit Heißkleber habe ich die LEDs daran fixiert.
Damit die Harzform aufgesetzt werden konnte, musste mit Schnitzwerkzeug die Öffnung angepasst und vertieft werden.

Als Kabel habe ich ein USB-Kabel genommen (Rot ist der Plus-, schwarz ist der Minuspol). Als Kabeldurchführung habe ich mit einem Bohrer von der Seite ein Loch gebohrt. Ein Knoten im Kabel dient als Zugentlastung. Nun konnte ich die LED-Leiste mit Schrauben befestigen.

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Farbbehandlung des Sockels

Den Sockel habe ich mit Teak-Lasur behandelt, die ich gerade da hatte. So bekam der Sockel eine schöne Farbe.

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Endmontage

Zum Schluss habe ich die Harzform mit Heißkleber auf den Sockel geklebt. So fällt die Lampe nicht ständig auseinander. Die Rose wird schön von unten angestrahlt. Das wirkt sehr schön.

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Verpacken und Fazit

Nun muss es nur noch für die Übergabe verpackt werden. Dazu habe ich entschieden, die Lampe in die ursprüngliche Glasglocke der Rose rein zu legen. Natürlich darf die Kiste dann nicht mehr geschüttelt werden. Man könnte die Glocke jetzt noch auspolstern, aber das würde nicht gut aussehen. Und bei der Übergabe kann ich ihr ja sagen, dass sie es nicht schütteln sollte. So sieht man vielleicht auch ein bisschen, wie sich das Projekt entwickelt hat. Eine Lampe mit Geschichte :-)

Für den Betrieb braucht man nur noch ein USB-Netzteil und einen Schalter. Da überlege ich noch, ob ich eine USB-Verlängerung mit Schalter kaufe oder eine Stromkabelverlängerung mit Schalter. Beides gibt es bereits fertig zu kaufen. Bei der zweiten Variante besteht der Vorteil, dass im ausgeschalteten Zustand auch das Netzteil ohne Strom ist. Das kann aber auch zum Nachteil werden, weil je nach Netzteil die LED noch mal kurz aufblitzt, wenn die Spannung zusammenbricht.

Als Fazit kann ich sagen, dass ich beim Bau viel gelernt habe. Plexiglas immer schön mit Klebeband abkleben, Trocknen nur bei Raumtemperatur, Schleifen nass oder mit Atemschutz, keine Polierscheiben auf den Akkuschrauber und Dremel. Und vielleicht lerne ich ja noch was: wo bekommt man denn diese LED-Platten zu kaufen? Siehe letztes Bild ;-)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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