Münzen zu Ringen formen - die Zweite.

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Der Ring der Niegelungen?
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    3 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Bei meinem ersten hier gezeigten Versuch, eine Münze in einen Ring umzuarbeiten, wurde zu recht bemängelt, dass der Ring in der Seitenansicht konisch verlaufe.


Da mir diese Form selbst auch nicht gefiel, sicherte ich zu, eventuelle Verbesserungen hier vorzustellen.

Stromer, mit dem ich mich bezüglich meiner Werkzeuge beriet, drehte dann aus Stahl nach meinen Wünschen einen verbesserten Dorn, was das ist, seht Ihr später, mit dessen Hilfe deutlich bessere Ergebnisse geformt werden konnten.

Bernhard, dafür nochmals vielen Dank!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Standbohrmaschine
  • Akkuschrauber
  • Dorne zum Weiten von Ringen
  • Gasbrenner
  • Flachrundzange, andere darf es auch sein
  • Filzschleifer plus Polierpasten
  • Drehdornpresse plus Kugelpunzen
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Materialliste
  • Münze

Los geht's - Schritt für Schritt

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Auswahl der Münze

Das Material

Ich bin mir nicht sicher, ob man bei uns Münzen verarbeiten darf, die Meinungen gehen da auseinander.

Letztlich ist dies aber kein Problem, denn auf Reisen bleiben immer irgendwelche Münzen im Geldbeutel hängen, die hier keine Bank umtauscht.

Außerdem kann man sich auch im Netz bedienen, und geeignete Münzen für wenig Geld aus fernen Ländern und alten Zeiten erstehen.

Im Gegensatz zum ersten Versuch, bei dem ich eine Münze mit Rand von ihrem Inneren befreit hatte, wählte ich dieses mal eine aus einem Stück.
Auf dem Foto liegt sie oben in der Mitte.

Schönen Gruß an unsere Nachbarn ...

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Bohren

Bohren
12 mm, wie gewünscht

Bei der ausgewählten Münze wird die Mitte ermittelt und angekörnt. In einem kleinen Schraubstock eingezwängt geht sie ihrem Schicksal entgegen - sie wird durchbohrt.

Allerdings nicht so dramatisch, wie dies das Foto zeigt, sondern natürlich mit einem Satz an Bohrern von 4 bis 12 und unter Verwendung von reichlich Bohröl.

Am Ende weist sie also ein Loch von 12 mm Durchmesser auf.
Siehe Foto 2.

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Drücken und Ausglühen

Drehdornpresse
Kugelpunzen
Feuer frei!
Zisch!

Um mir das Klopfen des Rings auf seine gewünschte Form zu verkürzen, hatte ich die Idee, die Münze mittels Drehdornpresse und Kugelpunze (Siehe Foto 1 und 2) schon auf Halbkugelform zu drücken.

Dies ging beim ersten Versuch mit einer nicht durchgeglühten Münze reichlich schief, denn diese riss von innen her durch. Kein Wunder bei zwei Tonnen Druck auf ein hartes, durchbohrtes Metallplättchen.

Da ich den Fehlversuch sofort entsorgte - leichter Anfall von Wut über die eigene Dusseligkeit - kann ich davon kein Foto zeigen.

Nun also zuerst ordentlich durchglühen, und zwar bis zu einer kirschroten Färbung, und in kaltem Wasser abschrecken (Foto 3 und 4).
Die Münze nimmt eine ziemlich, sagen wir es freundlich, unscheinbare Farbe an.
Erst dann kommt die sie unter die Presse.

Bei diesem Versuch läuft alles wie geplant, eine Art gewölbter Teller im Miniformat mit 12 mm Loch am tiefsten Punkt entsteht (Siehe Foto 1 bei Arbeitsschritt 4).

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Formen der Münze

Dorn mit Münze
Allmählich wird es

Das Tellerchen wird nun über den neuen Dorn gestülpt. Die Neuerung bei diesem Dorn aus dem Hause Stromer besteht in den 1 mm breiten Absätzen (Foto1).

Diese verhindern bzw. verzögern, ganz anders als bei dem alten, glatten Dorn, dass mit jedem Schlag des Buchenschlegels der Ring weiter auseinandergetrieben wird. Nicht jeder hat Knackwurstfinger.

Die Schlagfläche des Schlegels leidet natürlich. Die Kosten für Neuanschaffung oder Neubau sind zu berücksichtigen. 35 Jahre in der Nachbarschaft zum Schwabenland gehen nicht spurlos an einem vorüber ...

Nach und nach nimmt durch stetiges Klopfen, immer keisförmig um den Dorn herum, die Münze die gewünschte Form an.

Ganz wichtig hierbei ist, gelegentlich den Ring anders herum auf den Dorn zu stecken. Dies bewirkt, dass die konische Form allmählich zur zylindrischen wird (Bild 2).

Etwas tricky dabei ist, dass man nun in Richtung des dünneren Endes des Dorns hämmern muss.
Bis man dafür das richtige Gefühl entwickelt hat, muss man mit Flugversuchen der Münze rechnen.

Wenn die Zähigkeit des Materials nachlässt, zwischendurch auch mal wieder durchglühen.

Wenn man Bild 2 anschaut, kann man unschwer erkennen, dass der Ring nicht überall gleich breit ist. Dies liegt daran, dass man beim Ankörnen und Bohren nicht exakt die Mitte getroffen hat.

Man könnte dies als gestalterisches Moment verkaufen ...

Außerdem ist zu erkennen, dass sich um den rechten Rand eine Erhöhung zieht, der typische Rest des Randes jeder Münze. Sehr störend an den benachbarten Fingern.


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Schleifen und Polieren

Der Rand muss weg
Politur bringt Glanz
Ergebnis

Der störende Rand wird mittels eines winzigen Schleifsteins auf der Proxxon sehr vorsichtig abgeschliffen. Es ist dabei zu vermeiden, dass die restliche Oberfläche Kratzer hinnehmen muss, denn das umlaufende Muster soll nicht beschädigt werden (Bild1).

Nun wird die wahre Schönheit entblättert. Als Helfer dienen Akkuschrauber, Filzscheibe und Poliermittel (Bild 2).

Am Ende erstrahlt der neue Ring in Glanz und Gloria (Bild 3) und die geneigte Empfängerin erfreut sich der unerwarteten Gabe ...


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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