Möbelgriffe

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Öffentliche Wertung

Die billigen Plastikgriffe an der Küche einer Freundin fielen Stück für Stück auseinander und waren teilweise verschwunden, weshalb ich auf die Idee kam, einen Satz neuer Griffe aus Holz anzufertigen.
Wie es bei fast allen meiner Projekte passiert, komme ich zu spät auf die Idee, Fotos von Arbeitsschritten zu machen und verfalle in meine "Werkstatt-Trance", wodurch ich, neben der Zeit selbst, einfach vergesse, weiter zu dokumentieren... Deshalb fehlen hier und da ein paar Bilder, die ich aber auf Wunsch gerne nachstelle und hochlade. Sollte aber anhand der Beschreibungen alles verständlich sein.

Projektkosten habe ich mit 10,-€ angegeben, aber hatte alle benötigten Materialien noch hier herumfliegen, weshalb es mich nichts gekostet hat.

Du brauchst

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Werkzeuge
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Materialliste
  • 22 x Schrauben (3,9 x 35 mm)
  • Reste x Multiplex o.Ä. | Holz (ca. 300 x 300 mm)
  • etwas x Holzleim
  • 1 Dose x Lack oder sonstiges Finish nach Wahl

Los geht's - Schritt für Schritt

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Maße nehmen

Wichtig ist, den Abstand der Schraubenlöcher zu kennen, die bereits am Möbelstück vorhanden sind, um Nachbohren zu vermeiden. Diese Löcher sind dann meist auch schon entsprechend gerade und man schaltet somit schonmal diese Fehlerquelle zu 50% aus, die ein schräges anbringen der Griffe nach sich ziehen könnte. Wenn man die Griffe dann auch noch in einer dafür hergestellten kleinen Vorrichtung bohrt, die eine hohe Wiederholgenauigkeit der Bohrungen gewährleistet, lassen sich die Griffe auch wunderbar gerade anbringen.

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Zuschnitt Holz

Zuschnitt

Entsprechend der geplanten Größe der Möbelgriffe, habe ich das Holz zugeschnitten in eine Platte 160 x 300 mm, sowie zwei Streifen 30 x 300 mm.

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Fräsen des zugeschnittenen Holzes

Layout
Setup
Frästisch

Mit einem Abrundfräser werden hier beide Seiten der breiteren Platte bearbeitet. Anschließend wird jeweils eine Seite der beiden schmaleren Streifen mit einem Halbhohlkelhlfräser (siehe Bild - den Namen musste ich auch gerade per Google herausfinden) bearbeitet, sodass abgerundete Formen, wie auf dem entsprechenden Bild erkennbar, entstehen.
Habe den Fräser beim ersten Versuch nicht gewechselt, was entsprechend das falsche Profil ergab... War aber auch schon Spät und der Fehler dann schnell behoben, da nicht allzu viel Material verloren ging.

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Leimen und Schleifen

Die gefertigten Einzelteile werden nun zusammengeleimt, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Außenkanten weitgehend Bündig anliegen. Da es, zumindest bei mir, im Rahmen von Verleimungen immer zu einer kleinen Abweichung kommt, habe ich die Kanten nach Trocknen des Leims mit dem Bandschleifer (als Stationärgerät betrieben) beigeschliffen.
Die runde Kehle des entsptandenen Werkstücks sollte nun mit einem Rundholz, das man mit Schleifpapier umwickelt, bearbeitet werden, da das später eine Menge Arbeit spart, nachdem man das Werkstück in die einzelnen Griffe aufgeteilt und geschnitten hat.

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Auftrennen in Möbelgriffe

Hier kam mein Schiebeschlitten für die Tischkreissäge zum Einsatz mit einem improvisierten Anschlag aus Holz von meiner "Restekiste". Habe die Griffe 20 mm breit gemacht, bzw. beim Einstellen des Anschlags eine Toleranz auf 21 mm festgelegt, was keinen großen Unterschied macht, da die Griffe eben alle genauso breit werden. Ich wollte sie einfach nicht aufgrund von möglichen Messfehlern schmaler als 20 mm haben.
Das Schneiden gestaltet sich als monotone Wiederholung. Habe dabei aber darauf geachtet, einen etwas langsameren Vorschub anzuwenden, um die Schnittqualität zu verbessern.
Gegen Ende ist erhöhte Vorsicht bezüglich der Finger geboten, wenn man die letzten Griffe auftrennt und das verbleibende Werkstück nur noch recht schmal ist und "in der Länge" aufgetrennt wird. Hier empfehle ich, das Werkstück mit einem Schiebestock oder ähnlichem "Opfermaterial" festzuhalten.

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Abrunden der Griffe

Keine Ausrisse?

Im Frästisch wird nun ein kleinerer Abrundfräser eingespannt, woraufhin jeder einzelne Möbelgriff, der ja nun fast schon wie ein solcher aussieht, dem Status "Handschmeichler" einen Schritt näher gebracht wird.
Hierbei kam es in meinem Fall insbesondere an den Enden zu kleineren Ausrissen, was mich nach der ganzen Arbeit etwas geärgert hat, jedoch nicht allzu schlimm ausgefallen ist. Vielleicht hätte ich mir eine Art Schablone bauen sollen, um sie zum Fräsen einzulegen, sodass das Holz beim Erreichen des Fräsers an Ende irgendwo anliegt. Zero-Clearance-Insert-Prinzip... Oder ich hätte es zuerst bohren sollen, um passende Holzklötze an die Enden zu schrauben... Ich versuche, es mal in MS Paint zu malen :)
Da wir ja eine Community sind, finden sich ja vielleicht mit der Zeit auch Tipps hierzu in den Kommentaren wieder.

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Bohren

Zum Bohren empfiehlt sich ein schwerer Maschinenschraubstock, um einfach der Reihe nach alle Griffe zu bohren. Der Maschinenschraubstock sollte per Schrauben oder einer Schraubzwinge vor Verrutschen gesichert sein, um eine gute Wiederholgenauigkeit zu erreichen. Dann werden die Löcher einheitlich und die Griffe hängen danach auch gerade.
Gebohrt habe ich in Größe 3,5 mm und mit Tiefenanschlag.
Ich habe mir die Löcher alle einzeln anzeichnen müssen, würde ich das Projekt aber erneut durchführen, würde ich zumindest Teilmarkierungen bereits anbringen, BEVOR ich die Griffe auftrenne (siehe hochpräzise technische Skizze anbei :) ).

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Schleifen und Lackieren

Nachdem ich jeden einzelnen Griff von Hand geschliffen habe (von 60 bis 240 Korn), was ein sehr langatmiges Unterfangen war, habe ich die Griffe lackiert. Erste Schicht schwarzen Lack aufgepinselt, später nochmal mit Sprühlack drüber, am nächsten Tag mit 320-Korn-Schleifpapier leicht nachgeschliffen und feucht abgewischt, dann waren sie fertig. 

Zum Trocknen habe ich in ein paar Reststreifen OSB mit Nägeln versehen und diese mit Zwingen an meinem Werktisch befestigt.

Das Lack-Finish kam überhaupt nicht gut rüber, aber die Griffe mussten fertig werden... Mit durchschimmernden MPX-Streifen sieht es aber eigentlich auch nicht so übel aus und da Lackieren überhaupt nicht meine Stärke ist, hätten es weitere Lackschichten nur in irgendeiner Form schlimmer gemacht :)

Alles in allem habe ich etwa 5-6 Stunden gebraucht, bis die Griffe fertig waren, wobei der mühselige Handschliff das Zeitintensivste war. Habe um 22 Uhr angefangen und lag um 4 im Bett... Habe in der Projektbeschreibung 1-2 Tage angegeben wegen der Lackierung/Trocknungszeit.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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