MFT / Lange geborene Idee viel zu schnell erledigt

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Aller Anfang...
Klebeband im Schachbrettmuster!
Flach gelegt
Auf die Beine geholfen
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    60 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Ich musste lange, lange in unserem viiiel zu kleinen Keller mit einer doch eher falsch dimensionierten Werkbank mein durchschnittliches handwerkliches Holztalent ausüben. Zudem stand mir immer irgendetwas im Weg. Ich konnte auf dem Teil nichts spannen, noch vernünftig befestigen und suchte immer länger nur nach Ersatzlösungen bei der Arbeit, als dass die eigentliche Arbeit das Zeitintensive war.

Also, ich habe seit September letzten Jahres gefühlte Ewigkeiten in den Tiefen des WWW nach Lösungen gesucht. Kaufen? Nööö! Zu teuer und auch von der Größe her alles nicht klein genug. Klingt komisch, aber die kommende Lösung sollte zumindest von drei Seiten begehbar sein, aber bestimmte Maße einhalten.

Ergo, schauen, wie machen das die anderen da draußen. Und ich stieß auf diverse Bauvorschläge, bei denen ich mir immer mehr abschauen konnte. Umgesetzt habe ich das Ganze dann zwischen „den Jahren“, da mir vorher immer wieder die Zeit fehlte.

Geplant war, den MFT aus 22mm MDF-Platte herzustellen. Vorgeschnitten im Baumarkt. Die Beine, sechs an der Zahl sollten es eigentlich werden, konnte ich von der bisher benutzten Möglichkeit entnehmen. Die sind mit 68 x 68 x 980 genau richtig.

Morgens habe ich noch im Keller mit dem Blech-Schätzriemen die Grundplatte gedanklich ausgemessen. Bevor ich dann aber losschreddern konnte, kam mir eine Idee zur Wiederverwertung. Aber seht selbst…

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Oberfräse
  • Winkel
  • Maßband
  • Bleistift
  • Winkelklemmen
  • Schraubzwingen
  • 20mm Lochfräser
  • 17mm Nutfräser
  • Klebeband
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Materialliste
  • 30 x Universalschrauben (4 x 40)
  • 16 x Spax (4,5 x 50)
  • 16 x Lamello | Holz (20er)
  • 2 x Seitenteile lang | MDF (1430 x 150 x 19)
  • 2 x Seitenteile kurz | MDF (600 x 150 x 19mm)
  • 4 x Füße | Fichte (68 x 68 x 980)
  • 4 x "T-Nut-Schiene" | Aluminium-C-Profil (1000 x 11 x 17 x 2mm)
  • 20 x Spax (4 x 16mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Grundplatte

Die Platte der Wickelkommode

Ich habe unter der Kellertreppe vor unserem Keller verbotenerweise kurzzeitig seit vier Monaten ein paar Sachen ausgelagert, unter anderem eine Spanplatte 1500mm x 600mm, die vorher vier Jahre ihr Dasein als „Auf- und Ablagefläche“ auf dem Wickeltisch unserer Tochter fristete. Coole Idee!

Da ist schon sooooo viel Sch….ööönes drauf produziert worden. Da kann ich doch nahtlos mit meinen besch…. eidenen Projekten drauf anknüpfen. Perfekt! Also brauchte ich nur noch den Rahmen unter der Platte. MDF-Streifen, 150mm hoch und entsprechend der Länge und Breite des Tisches angepasst.

Im Urzustand habe ich leider kein Foto mehr von der Platte. Quatsch, doch, eins habe ich noch, von der vom Hersteller kostenlos gesendeten Austausch-Platte, weil sich beim Vorgänger leicht die Farbe auf der Beschichtung löste… Warum bloß…?

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Löcher und ein kleines Problem

Es war Samstag, 6:30 Uhr morgens und der Baumarkt hatte noch nicht auf, also, was machen außer einer guten Figur an der Kaffeetasse? Die Grundplatte geschnappt und den relativ schwierigsten Part eingeläutet: Bremer Heimhandwerker-Käse-Platte machen! Löcher fräsen! Sofort! Egal, ob der ganze Wohnblock gleichzeitig mit Herz-Klabaster aus den Federn steigen muss! Schiet di wat!

Bevor ich das machen konnte, habe ich mir klar machen müssen, dass ich ein kleines Problem hatte: beim gaaanz zufälligen Messen der Plattenstärke musste ich feststellen, dass diese eine Dicke von 25mm hatte. Hatte nicht die halbe Welt in den Foren davor gewarnt, bei Besitz von Festool- oder Juuma-Zwingen wäre das Maximale an Plattenstärke 22mm? Jau! Und, kann ich das ignorieren? Jau, jau! Weil 25mm Plattenstärke mit einem Trick auch gehen.

Aber jetzt hatte ich erst einmal eineinhalb Stunden damit zu tun, die Löcher im 96er-Raster auf der Platte anzuzeichnen. Vorher Restrollen von Klebeband rausgesucht und clevere Weise schon den kommenden Tisch komplett damit bepflastert. Dämlich! Beim nächsten Mal mache ich Streifen für Streifen, da ich ab dem 8. Streifen das Maß völlig verlassen hatte und somit neben dem Klebeband angezeichnet hätte.

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Löcher die Zweite

Endlich Löcher!
Juhu! Alle drin! Aber die Zwinge passt nicht!
Nach dem Abrundfräser!
Passt doch mit Tricksen!

8:00 Uhr durch. Angezeichnet ist alles. Die Nachbarn schon wach? Wenn nicht, dann aber jetzt! Den 20mm-Lochfräser mit obenliegender Schneide in die Oberfräse und ab die Katze! Loch für Loch mit der auf der Grundplatte der Fux Powertools-Oberfräsen-Lochmaschine angezeichneten Markierung auf die jeweiligen vier Punkte auf dem Klebeband gestellt und vorm Runter jagen in die Spanplatte dreimal geschaut, ob auch alles parallel sitzt.

65 Löcher lang. Oder kurz. Wie man eben will.

Dann der spannende Moment: die Zwingen vom Weihnachtsmann von feine-werkzeuge.de passen nicht durch die Löcher! Leckmischinsky! Weder beim ersten, noch woanders. Das WWW hatte mir die Lösung aber ebenfalls vorher schon verraten:

Alter, gehe auf der Unterseite der Platte mit einem Abrundfräser um die Löcher und nehme dort ca. 3mm weg. Gemacht. Also 65 Mal den Kreisel laufen lassen. Anprobe der Zwinge: passt! Geht doch!

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Shoppen und Rahmen herstellen

Ansatzlinie für Lamello
Schlitze an der Unterseite. Fertig!
Vorbohren und Senken
Passprobe vor dem Zusammenschrauben.

Also, ab in den Baumarkt und nach knapp 35 Minuten Wartezeit in der ellenlangen Schlange vor dem Zuschnitt konnte ich mich mit einem genüsslichen „Winke-winke“ und vier zugeschnittenen MDF-Streifen von den 8 noch anstehenden Leidensgenossen hinter mir verabschieden.

Zuhause angekommen gleich wieder ab in die Männer-Höhle und den Fang von der Hornbach-Jagd verarbeitet.

In die Rahmenteile habe ich mit der Einhell-Lamello-Fräse im Abstand „Frei-Schnauze“ Schlitze für die 20er-Lamellos gefräst. Da ich aufgrund der Austauschbarkeit der Platte Leimfrei bleiben wollte, habe ich an den Ecken zum Verschrauben vorgebohrt und gesenkt. Das Gleiche oben auf der Platte.

Dann wurde endlich zusammengesteckt und mit 4x40er Universalschrauben verschraubt! Das war ehrlich gesagt ein Kinderspiel.

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T-Nut-Schiene „umzu“

T-Nut-Schiene mit 17mm Nutfräser eingelassen
Lecker verschraubt, nicht geklebt!

Um auch horizontal Sachen festmachen zu können, hatte ich mir vorher im I-Net bei dem einschlägig bekannten Händler „Alu-Spezi“ 4 Meter T-Nut-Schienen, 8er-Maschinen-Schrauben, Drehknöpfe und einen Vier-Euro-Neunundneunzig-17mm Nutfräser gekauft. Wenn ich den nach 4 Meter MDF-Bearbeitung hätte entsorgen müssen, hätte mein Herz nicht unbedingt geblutet. Ist aber noch bestens!

Die Schienen in die Einfassung des Tisches einlassen ging auch relativ unkompliziert, trotz des bescheidenen Parallelanschlages meiner Oberfräse. Dieser war damals gefühlt aus Weissblech-Dosenresten gefertigt und ich habe ihn vorher mit einer größeren Auflagefläche pimpen müssen. Die Nut habe ich 10cm von der oberen Tischkante in zwei Fräsgängen eingelassen. Sachte und mit Gefühl. MDF mag keinen ruckeligen Vorschub.

In die T-Nutschiene habe ich im Abstand von ca. 30 Zentimetern 3mm-Löcher gebohrt und diese vorsichtig mangels Senker mit einem 5mm-Bohrer gesenkt, damit die gut passende Zwinge an keiner Stelle den ungewollten Stopper aufgrund vorstehender Schraubenköpfe machen musste.

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Entsorgen und Hochzeit feiern

Die "Alte" muss jetzt raus...
Die "Neue" auf den Rücken geschmissen!
Winkelig? Jauser!
Gezwungen mit Zwingen!
Hau rein die Spax!
Da steht sie! Bereit zum Tanzen!

Nun war es endlich soweit. Abbau und Entsorgung der „Alten“, Zusammenbau und Hochzeit mit den Füßen der „Neuen“ feiern.
Den Akkuschrauber mit Energie gefüllt und ran ans Abbauen. Die sperrigen Teile auch gleich mit der TKS klein zur endgültigen Entsorgung und dann die Neue auf den Rücken geschmissen! Damit kein Kratzer rankommt, natürlich auf eines meiner Malerlaken…
Die Beine zweiseitig mit Schraubzwingen fixiert, auf Winkeligkeit geprüft. Hier noch’n kleinen Stupser, da nochmal mit Handfläche nachgeklöppelt und dann nach Vorbohren und Senken mit 4,5 x 50mm-Spax den Körper und die Hax’n miteinander verbunden.

Dann konnte ich der Dame endlich auf die Füße helfen!

Es blieben aber vier, anstatt der vorher gedachten sechs Beine. Der steht so stabil auf den vier Teilen, dass ich sowohl auf Maschinenfüße und auch auf Querverstrebungen vorerst verzichtet habe.

Stattdessen hab‘ mich auch gleich auf ein Tänzchen mit ihr eingelassen.

Aber dazu ein anderes Mal mehr...!


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