Meine neue Werkbank

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    100 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Ich habe meine alte Werkbank umgebaut. Warum? - Das hat viele Gründe. Der gewichtigste war, dass die Bank mir viel zu niedrig war. 80 cm Arbeitshöhe sind locker 10 cm zu niedrig um ohne Rückenschmerzen zu bekommen, längere Zeit im Stehen arbeiten zu können. Da aber ein solcher Umbau zeitaufwändig ist, habe ich diesen immer wieder hinausgeschoben. Aber jetzt wurde es endlich mal Zeit! 


Die weiteren Gründe sind eher optischer Art und chronischer Platzmangel. So eine Werkstatt baut sich über Jahre und Jahrzehnte auf. Da kauft man sich eine Werkbank und freut sich, dass man endlich etwas hat an dem man arbeiten kann. Später ist einem diese zu klein und man kauft sich eine zweite um diese daneben zu stellen. Leider gibt es das vorhandene Modell im Baumarkt nicht mehr und so kauft man eben das was optisch am nächsten kommt. Aber irgendwie passen beide Werkbänke überhaupt nicht zusammen. Die Höhen der Schränke sind unterschiedlich, die Türen schließen in die falsche Richtung und keine Ahnung, aber damals war es mir vermutlich egal. Aber inzwischen stört mich die Optik ungemein. Und ich könnte die Werkbänke deutlich verbessern wenn ich noch Schubladen einbauen würde. Naja, Ihr kennt das, eines kommt zum anderen und es wird zum Mammutprojekt. Und bis die Altion zu Ende war, zogen drei Wochen ins Land ...

Die Anleitung wird leider ziemlich umfangreich. Ich erwarte nun nicht, dass man alles bis zum Ende liest, aber es sind immer wieder interessante Abschnitte darinnen, in denen ich besondere Details oder Arbeitsweisen aufzeige. Also blättert einfach durch und lest das, was Ihr interessant findet (Schritt 13 verdient besondere Beachtung - der Strohhalm! Und ab Schritt 25 kommen interessante Fachteiler für Schubladen, dann ein Vertikalauszug mit Lochplatte, gegen Ende das Gar nicht so einfache Überstreichen mit Hammerite). 

Nehmt Euch einfach etwas Zeit, es lohnt sich! 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • So ziemlich alles was ich habe. :-)
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Materialliste
  • Fichte Leimholz
  • MDF - Lochplatte
  • Vollauszüge

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangssituation

Hier zeige ich die bisherige Werkbank.

Die Fächer bzw. Schrankteile sitzen auf unterschiedlicher Höhe. Die Werkbank selbst hat eine Arbeitshöhe von 80 cm. Das ist zu niedrig. Bei Körpergröße 1,83 m sollte die Bank etwa 93 cm Höhe haben.

Zwischen den zwei Werkbänken ist in der Mitte ein Spalt - etwa 10 cm. Und hin und wieder fällt mir da etwas hinein und dann muss ich es mühevoll mit Magnet, langer Greifzange, Besenstiel oder mit sonst irgendwas wieder herausholen. Oder es bleibt einfach liegen und sammelt sich dort an. Mein schwarzes Loch ...

Sodann öffnen sich die Türen in die falsche Richtung. Man kommt nur von der Seite an die innen gelagerten Maschinen. Würde ich die Bänke tauschen, wäre es viel besser. Warum habe ich das beim Aufbau damals nicht so gemacht? Keine Ahnung, ist etwa 25 Jahre her.

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Leistenregal

Links der Werkbank in der „toten“ Ecke habe ich damals ein Leistenregal gebaut. Das werde ich übernehmen. Nur muss ich dieses höher setzen, da dieses die Höhe der bisherigen Werkbank hatte. In den Bildern habe ich das bereits höher angebracht - Fotos habe ich davon keine gemacht. Ich dachte, das wäre kein Projekt wert, aber im Zuge des Umbaus der gesamten Werkbank zeige ich es dennoch. Die Fächer sind unterschedlich lang, so dass ich Reste ab 30 cm, aber auch lange Leisten bis zur Länge im Regal von 90 cm und mit Überstand nach oben bis zur Gesamtlänge von etwa 2 m lagern kann.

In Bild 1 seht Ihr bereits die sortierten Leisten. Auf Bild 2 seht Ihr das Ausräumen und Sortieren der Leisten.

Links davon habe ich eine Einlageplatte in die ich Ausschnitte für Raspeln, Feilen, diverse Sägen und Leim habe. Das ist sehr hilfreich und werde ich auch genau so erhalten.

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Materialeinkauf und super Schnäppchen

Zunächst fahre ich in den Baumarkt und kaufe notwendiges Material: Kanthölzer und Fichte Leimholz. Das brauche ich für die neue Konstruktion und für Schubladen.

Dabei stöbere ich natürlich etwas in den Regalen und mir fällt eine Lochwandplatte in die Hände an die man Stapelboxen anhängen kann. Geschickt. So was hätte ich gerne direkt über der der Werkbank. Aber Preis gibt es nicht. Also mal an der Information gefragt. Das folgende dauert etwa ne halbe Stunde, das Ergebnis ist „Das haben wir gar nicht im Programm!“

Der Chef kam dann und erklärte, dass er mir nicht verkaufen könne, was der Markt gar nicht habe. Aber er könne es mir schenken.

Prima! Das Teil gab es also umsonst. Zuhause musste das natürlich angepasst und angebracht werden. Ich kann Euch sagen, es ist genial. Ich hänge nun einfach die gerade notwendigen Schraubenkästen an die Wand und habe die Werkbank frei für das Werkstück. Echt klasse!

Unter der Fensterbank ist noch eine Blende angebracht, dahinter hängt eine Neonröhre. Nein, eine LED-Röhre. Ich habe dieser Tage auch alle Neonröhren durch LED ersetzt. Es ist nun deutlich heller, dafür spare ich etwa 2/3 Strom für Licht ein.

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Erst mal alles abbauen

Zuerst muss ich die Werkbank abbauen. Und dann wird mein Schwarzes Loch sichtbar. Man glaubt gar nicht, was sich alles hinter und einer Werkbank ansammeln kann!

Da hängt auch ein Elektrokabel. Das habe ich oben von den Steckdosen heruntergezogen. Das war mir wichtig, da ich vorne an die neue Werkbank zwei Steckdosen abringen werde. Das ist für mich absolut notwendig. So kann ich Maschinen vorne einstecken und ich habe kein Kabel über die Werkbank liegen. Die Maschinen kann ich wenn ich sie gerade nicht brauche, eingesteckt lassen und ins Fach unter der Platte zwischenlagern. Das Kabel ist momentan noch Stromlos und wird erst zum Schluss angeschlossen.

Sodann sind an der Wand Leimholzbretter angedübelt. Diese Bretter bleiben dran und bilden dann eine Rückwand hinter der Werkplatte. Auch das hat sich bewährt. Die Bretter sind sauber ausgerichtet und bilden eine gerade Anschlagkante und zugleich einen Schutz für die Wand, aber auch für hölzerne Werkstücke.

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Auflagen für die Werkbankplatten

Ringsum an der Wand und am Leistenregal bringe ich Kanthölzer an, die ich mit dem PLL 360-Kreulinienlaser von Bosch genau im Wasser ausrichte. Darauf lege ich die Werkplatten auf. Allerdings wird ringsum mit Gummi (3 mm) unterlegt. Das schwingt bei dieser Stärke nicht, reduziert aber Schallübertragungen von der Werkbank auf Wände und Untergestell.

Da die Platten nur hinten und seitlich aufliegen und verschraubt sin, muss ich die Vorderkanten abstützen. Das geht ganz einfach mit Kanthölzern, die ich in die Vorderzangen einspanne.

Jetzt kann ich Maß nehmen und an die Unterkonstruktion denken. Das bereitet mir schon einige Überlegungen - und Ihr werdet es eher nicht glauben können, aber ich hatte eine ziemlich schlaflose Nacht und habe um beschäftigt zu sein Unmengen an Möglichkeiten ausgelotet und verworfen. Aber es hat sich gelohnt - morgens hatte ich einen perfekten Plan. Aber absoluten Schlafmangel.

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Die Metallschränke

Die Schränke sind an Eckwinkeln verschraubt. Diese Füße tragen zugleich die Werkbank. Da die beiden Werkbänke unterschiedliche Höhen hatten, ist der Erhalt dieser Winkelfüße keine Option. Ich flexe also alle bündig an den Schränken ab. Später werden die nun blanken Metallstellen mit Hammerite-Rostschutzfarbe versiegelt. 

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Die neue Schrankaufhängung

Ich werde drei Rahmen bauen. Links, rechts und einen in der Mitte. In und auf diese Rahmen werden die beiden Metallschränke aufgelegt und verschraubt. So bringe ich beide Schränke auf die gleiche Höhe, erzeuge eine hohe Stabilität und habe zugleich Befestigungsmöglichkeiten für Schubladenauszüge,

Zum Bau: An der Vorderseite will ich keine sichtbaren Verschraubungen. Also muss alles von der Rückseite her stabilisiert werden. Ich arbeite mit Ausklinkungen, die schräg verschraubt werden, mit einfachem Aufschrauben von Kantholzstücken und jeder Menge Holzleim.

Ich denke, man erkennt das gut in den Bildern. Ein Rahmen ist fertig und wird mal rechts unter der Werkbank provisorisch ausgerichtet.

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Die Schrankfüße

Mit den Rahmen bin ich zunächst eine halbe Ewigkeit beschäftigt. Zuerst grob anfertigen und dann jeweils an die entsprechenden Schrankseiten anpassen. Die Gesamtkonstruktion wird provisorisch in der Raummitte aufgebaut und minimal angepasst. Der eine Schrank ist paar mm höher als der andere und das wird eingemittet, so dass es nicht auffällt. Dann Bohrungen zum Festschrauben der Rahmen an die Schränke.

Belastungstest. Wenn ich genug Raumhöhe hätte, könnte ich bequem über die Schränke laufen - jedenfalls wackelt und verbiegt sich da nichts.

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Provisorischer Einbau

Jetzt wird alles Stück für Stück unter die Werkbank gestellt. Es passt grundsätzlich, aber ich habe schon noch einiges zu tun. Und deshalb wird gleich wieder ausgebaut. 

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Abdeckplatte für die Schränke

Meine beiden Schränke haben auch unterschiedliche Tiefen. Insgesamt habe ich 55 cm Platz, aber ein Schrank hat 50, der andere 40 cm Tiefe. Ich will keinen Platz verschenken und den Platz auf den Schränken und unter der Wekbank nutzen. Also brauche ich gleich tiefe Abdeckplatten mit einem Rand, damit nichts hinten oder an der Seite abstürzen kann.

Ich säge Fichte-Leimholz auf der PTS 10 passend zu. Die Ecken der Kanthölzer werden ausgeklinkt und ich nehme bewusst schmalere Bretter. Bretter auf voller Tiefe könnte ich mit Ausklinkungen nicht mehr unter der Werkplatte einlegen. Halb tiefe Bretter kann ich schräg einschieben und positionieren.

Die Bretter werden von der Unterseite angezeichnet (Streichmaß) vorgebohrt und dann Abschnitte der gleichen Platte aufgeleimt und angeschraubt. Das sind die hinteren und seitlichen Kanten, damit nichts von den Brettern hinter die Werkbank fallen kann.

Die Bretter werden also ordentlich testweise eingelegt. Später aber werden diese höher zu liegen kommen. Denn darunter kommen noch zwei Schubladen. Und die Bretter bilden für diese dann auch den Deckel. Aber das dauert noch. Jetzt war zumindest der Zeitpunkt zu dem ich diese noch hervorragend einpassen kann. Unter der Werkbankplatte wäre das schon sehr schwierig geworden.

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Auszüge für Sockelschubladen

In den Sockel unter den Schränken mache ich zwei Schubladen. Ohne diese müsste dort ohnehin ein Sockel hin. Dieser wird aber nun die Front der Schubfächer. So verschenke ich keinen Platz und schaffe zusätzlichen Stauraum. 15 cm Höhe mit Fläche 0,50 mal 1 m. Da passt schon was rein ... 

Hierfür habe ich mir Vollauszüge bestellt. Hier ein Tipp: Die Firma SO-Tech hat super Auszüge für günstiges Geld mit hoher Belastbarkeit. Zudem können die Auszüge im eingebauten Zustand ausgeklipst werden, so dass man später auch problemlos mal die Schubladen ohne zu schrauben aushängen kann. Diese Auszüge mit 45 kg und Tiefe von 55 cm kosten gerade mal 4 Euro das Paar. Für Auszüge mit 45 cm und 25 kg Belastbarkeit habe ich für 5 Paar gerade mal 15 Euro inkl. Versand bezahlt. Kann ich absolut empfehlen!

Also: Ich montiere die Auszüge an die Kantholz-Träger. Jetzt ist hierzu auch die beste Gelegenheit diese maßhaltig anzubringen.

Besonderheit: Auf der rechten Seite wird die Schublade schmäler, da ich diese nicht auf voller Breite ausziehen könnte - da steht mein Mülleimer, die Kiste für Altpapier und eine für Altmetall. Ich trenne auch in der Werkstatt peinlichst den Müll. Also brauche ich noch einen unteren Träger für die Auszugsschiene, den ich durch den Schrank mit Schrauben von oben befestige. Dann kommt wieder die Passprobe unter der Werkbank. Im letzten Bild sieht man den zusätzlichen Träger. Hier versenke ich die Schrauben und decke diese mit Holzdübelabschnitten ab. Ich habe mich entschieden, das Holz mit Lack zu schützen. Danach wird man nichts mehr von den Verschraubungen sehen,

Jetzt wird auch unterlegt und exakt im Wasser ausgerichtet. Denn ab sofort bleiben die Schränke dort stehen. Ich verschraube die Werknpbank übrigens nicht. Das Eigengewicht der Schränke genügt vollkommen um diese stabil stehen zu lassen. Unterlegt habe ich am Boden und zur Platte hin stramm mit Gummi. So federt es minimal und der Schall ünerträgt sich deutlich weniger. 


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Die Sockelschubladen

Ich habe so eine schöne Sperrholzplatte mit Echtholzfurnier. Eine alte Schrankrückwand. Diese wird zu Böden zugesägt. Dann kommen die Seitenteile für die Schubladen. Die PTS 10 macht dies sehr ordentlich.

Die Seitenteile reiße ich mit dem Streichmaß an den späteren Schraubstellen an: Halbe Brettstärke. Da wird vorgebohrt, angesenkt, Leim beidseitig aufgetragen und im rechten Winkel verschraubt.

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Ein Tipp - der ultimative Strohhalm

Wenn man genug Leim aufträgt, hält es hinterher auch gut. Allerdings tritt auch Leim an den Fugen aus. Meist eine echte Sauerei. Hierzu habe ich einen super Tipp:

Knickstrohhalme. Diese sind flexibel genug, dass sie sich in Ecken anpassen und so den Leim absolut sauber abnehmen können. Der Leim wird in den Strohhalm hineingeschoben. Will man diesen dann entfernen, schneidet man einfach das volle Stück Strohhalm ab und hat wieder ein sauberes Stück. Das geht echt flink und hinterher ist alles absolut leimfrei. Das geht auch, wenn der Leim schon etwas zäh angezogen ist.

Diese dicken Knick-Strohhalme bekommt man im Großpaket sehr günstig und wenn man nicht jeden Tag welche verbraucht, hat man Jahre lang davon. Einfach mal ausprobieren, Ihr werdet künftig nichts mehr anderes wollen.

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Der Boden wird getackert

Am Rand der Platte zeichne ich mit dem Streichmaß die halbe Brettstärke an, damit ich ordentlich mittig tackern kann. Dann wird geleimt, die Platte auf die Seitenbretter der Schublade aufgelegt und heftig losgetackert. Ich verwende Tackerklammern mit 40 mm Länge. Das hält auch bei guter Beladung der Schublade einiges aus.

Der Tacker ist übrigens ein Drucklufttacker von Workzone - leistet super Arbeit und hat echt „Rums“.


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Schublade einpassen

Jetzt passe ich die Schublade ein. Ich setze diese unter die Werkbank und fixiere die Auszüge an den Auszugsschienen mit Zwingen. Dann clipse ich die Auszugschiene aus und kann diese passgenau an der Lade anschrauben.

Hierzu verwende ich Zentrierbohrer. Ich habe von China mal welche gekauft, die sind zwar ordentlich, aber diese von Feine Werkzeuge haben deutlich besserer Qualität (Preis meine ich so etwa 8 Euro).

Also Zentrierbohrer. Er bohrt beim Aufsetzen auf die Bohrlöcher genau mittig ein Loch. Dann einfach Schraube rein und anziehen. Auszug wieder einhängen und die Schublade läuft super leicht im Vollauszug - vorausgesetzt, man hat ordentlich gearbeitet. Noch etwas Silikonöl an die Auszüge und die Schublade läuft schon fast zu gut.

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Frontplatte für die Lade

Da die Schubladen im Sockelbereich liegen, will ich auf Griffe verzichten. Ich mache mir viel lieber Grifflöcher. Da kann nichts hängen bleiben und man hat bei der Arbeit nichts im Weg. 

Zuerst Brett zuschneiden und anlegen. Dann die Stelle dür die Griffposition festlegen. Da wird dann mal die Hand abgemessen: So breit und so tief muss es sein, um bequem fassen zu können. 

Also etwa 26 mm. Da passt der Forstnerbohrer von Bosch perfekt. Mitte anzeichnen und ab an die Tischbohrmaschine. Dann die Weitere Gorm aussägen. Hierzu nehme ich die Dekupiersäge. Dann schleifen und mit dem Abrundfräser am Frästisch alles handschmeichlerisch machen. Der Bosch-Schleifschwamm passt übrigens perfekt bei den 26 mm Lochbohrungen. Mit dem Hand-Bandschleifklotz werden alle Kanten abgeschrägt. Fertig ist die Front.

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Auflageplatte für die Schubladen-Front

Ich will die Front nicht sichtbar verschrauben. Das funktioniert am besten von hinten. Also passe ich an die Seitenteile ein weiteres gleich hohes Brett an, an das ich die Front anbringen kann.

Dieses muss zwingend niedriger sein als meine Grifflöcher der Front. Also anzeichnen, zusägen und mit Schleifpapier sauber schleifen und Kanten brechen. Die 26 mm-Rundung passt übrigens super auf den Bandschleifer PBS 75 AE. Das Brett wird angeschraubt und wie zuvor der Boden angetackert.

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Ausrichten und Anschrauben der Frontplatte

Zuerst mal Löcher vorbohren und ansenken. Dann wird die Schublade wieder eingebaut und die Frontblende aufgesetzt.

Mit Schraubzwingen befestige ich diese nachdem die Blende exakt mittig und sauber ausgerichtet ist. Jetzt kann ich die Schublade herausziehen und von hinten die Blende festschrauben. Fertig. Sieht doch sauber aus.

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Leiste unter der Schublade

Als ich am Boden die Passgenauigkeit der Front kontrolliere, sehe ich gleich ein Problem. Unter der Schublade ist es offen. Klar, ich habe bewusst die Schublade nicht bodentief angebracht, denn vor der Werkbank liegen beim Werkeln immer irendwelche Holzstückchen herum. Also schaden 2 cm Abstand zum Boden nichts.

Aber unter der Schublade sollte es eigemtlich zu sein. Da fällt was runter und verschwindet wieder im „schwarzen Loch“ auf Nimmer-Wiedersehen.

Also mal schauen - ja ein Stück dicke Kiefer. Ich glaube das war mal ein Bettrahmen. Maß genommen, abgelängt. Ausprobiert. Ja, das könnte genügen. Also auftrennen - ich brauche ja auch rechts ein Stück. Dann an die richtige Stelle legen und da der Tacker gerade so geschickt griffbereit liegt, darf der paar Tackerklammern reinschießen und so die Latte an Ort und Stelle halten.

Jetzt ist es unter der Schublade dicht.

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Schubladengeräumigkeitstest

So ne Schublade braucht auch eine Füllung. Da ich jede Menge an Schleifmitteln besitze und ich auch vermute, dass da noch mehr dazukommt, trage ich mal alles zusammen und fülle die Schublade. Ja, da passt schon was rein, aber bald ist sie voll. Schade, ich darf jetzt nicht mehr viel kaufen.

Dann wird erst mal aufgeräumt und etwas geputzt. Die Schmutzfangmatte hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Dank gutem Sauger ist da schnell Ordnung geschafft.

Jetzt macht das Arbeiten auch wieder Spaß, wenn man nicht knöchelhoch im Sägemehl steht .

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Wie ich Baumarktqualität hasse!

Nun zeige ich mal kurz ein tolles Leimholzbrett, ich achte ja beim Kauf schon auf parallele Kanten, messe auch mal vor Ort nach. Ich schaue nach offenen Astlöchern oder hässlichen Hobelspuren.

Aber das war der Hit, das sah ich beim eingeschweißten Holz nicht!

Zuerst fällt mir auf, dass eine Leimstelle locker ist. Da muss ich das Stück erst mal verleimen und mit Zwingen pressen. Gut, nach 10 Minuten war das Problem behoben. Aber die andere Stelle, die unter dem Beipackzettel verborgen war, ist echt die Härte. Sollte man direkt wieder hinbringen. Aber ich habe keine Lust und entschließe mich, ich verarbeite das Brett so, dass man diese Stelle hinterher nicht sehen wird.

Aber das ist schon mehr als frech. Das ist purer Abfall. :-(

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Zweite Schublade - unten rechts - bin ich blöd!

Jetzt baue nicht nach dem ersten Muster die zweite Lade. Das geht echt flott, da ich ja keine Gedankenarbeit leisten muss. Wobei etwas Gehirnaktivität wäre besser gewesen: Das Schrottbrett (voriger Arbeitsschritt) drehe ich falsch herum und nun ist die Ekelstelle auf der rechten Innenseite der Lade zu sehen. Merke ich aber erst als der Leim angezogen hat und der Boden angetackert ist. Nein, das kann ich nicht so einfach anders machen. Also bleibt es so. Schade ...

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Bisschen Farbe dran

Jetzt streiche ich zur Abwechslung mal etwas. Ich habe mich für ein schönes helles grau entschieden. Das habe ich bereits links an der Kommode und an den Türen der Werkstatt verwendet. Das ist nicht ganz so empfindlich wie weiß. Und der Lack ist echt klasse. Bei Tedox 6 Euro und sehr schlagfest (4 Tage warten) und auf Acrylbasis. 2 in 1 Lack, also ohne Vorstreichen zu verarbeiten auf Holz und Metall.

Naja, drei Anstriche braucht es dann schon, aber es verläuft ausgezeichnet und bildet eine wirklich harte riefenfreie Schicht. Die Leimhölzer sind nicht ordentlich gehobelt und so sieht man die Maserung als schöne Muster durch. Hat auch was. Naja, man könnte schleifen, vorlackieren, lackieren und schleifen und die Enschicht drauf. Aber es ist eine Werkbank, die mit der Zeit Macken und Kratzer bekommen wird. Und das zeigt dann erst das wahre Leben. Also Farbe drauf und gut! 

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Schublade oben links

Oh Mann, was anfangs eine Idee war, die Werkbankplatte etwas höher zu setzen, wird langsam ein riesiges Projekt. Jetzt bin ich bereits schon über eine Woche beschäftigt. Naja, abends nach der Arbeit geht nicht viel.

Als nächstes kommen die oberen Schubladen dran. Aber jetzt wird es interessant. Der Rahmen, der Boden - das ist schon fast Routine. Die Bretter sind bereits gesägt und jetzt wird nur zusammen gefügt.

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Eine Lochplatte für Fachteiler

Ich habe schon vor einiger Zeit in der Restekiste des Baumarktes eine Lochplatte gefunden. Ich meine 2 Euro - musste ich mitnehmen, könnte man ja mal brauchen. Umd heute war es so weit. Beim Schubladen bauen hatte ich eine Idee:

Die Lochplatte kommt in die Schublade als Einlage. Die Löcher kann ich verwenden um Fachteiler einzustecken und jederzeit zu verstellen. So herrscht Ordnung in der Schublade.

Bisher habe ich nur den Rahmen gebaut. Nun lege ich diesen auf die Lochplatte und kann so ganz bequem die Lochplatte anzeichnen. Dann wird diese auf der Tischkreissäge zugesägt. Da die Fachteiler mit Blindnieten in die Löcher gesteckt werden und diese etwa 3 mm Überstand haben, muss meine Lochplatte unterlegt werden.

An Neujahr gehe ich immer mit unserem Hund Gassi und sammle die Raketenstäbe auf. Ich habe davon jede Menge und für diesen Zweck sind diese perfekt. Ich suche mir eine Hand voll von 4 mm-Stäben heraus. Und die leime ich auf die Rückseite der Lochplatte. Darauf stelle ich die Schublade und beschwere diese mit meinen schwersten Systainern. Über Nacht kann der Leim trocknen.

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Die Fachteiler

Bereits im Vorfeld habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich die Fachteiler einstecken könnte. Zuerst wollte ich Fachbodenträger verwenden. Aber die Löcher haben ein schlechtes Maß. 4,5 mm. Völligunübliches Maß. Fachbodenträger haben 5 mm, alles was ich so in der Werkstatt habe, hat entweder 4 oder 5 mm. Ich dachte dann an Rundstäbe die ich auf 4,5 cm verjüngen könnte. Aber ich brauche so etwa 70 Stück. Dann durchstöberte ich die Werkstatt und wurde endlich fündig: Blindnieten mit 4,8 mm. Zwar größer als die Löcher aber sie gehen rein und sitzen schön fest. Das ist der Hit! Habe zwar nicht genügend, aber das Internet bietet mir 400 Nieten für 8 Euro.

Der Prototyp wird gefertigt. Zwei Löcher, die Blindnieten mit dem Seitenschneider etwas gekürzt, mit dem Hammer eingeklopft und fertig. Das Holz ist Eichenparkett. Das ist enorm stabil und schaut gut aus.

Im letzten Bild sieht man den Überstand wenn die Niete eingesteckt wird. Deshalb die Raketenstäbe im vorigen Arbeitsschritt.

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Massenproduktion an Fachteilern

Ich mache mir eine kleine Bohrschablone. Ich lege drei Hölzer nebeneinander. Die beiden äußeren werden mit einem quer darüber liegenden verschraubt. Nun kann ich das mittlere jeweils bohren und wieder entnehmen. Ich verwende hierzu einen 2,5 mm Bohrer.

Dann die Blindnieten etwas mit dem Seitenschneider einkürzen und in das Holz einklopfen.

Passprobe: Perfekt. Dann werden die Überstände der Blindnieten am Bandschleifer abgeschliffen. So sind sie nun bündig.

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Fachteiler in der Schublade

Ich sammle nun einige Dinge in der Werkstatt ein, die ich gerne in der Werkbank in greifbarer Nähe haben möchte, aber nicht offen herumliegen sollten. Relativ ungeplant lege ich diese auf die Lochplatte und dann kommen einige Fachteiler hinein.

Wow - das schaut richtig klasse aus! Oder? Einfach genial. Dass das so bleibt, bezweifle ich. Was letztlich wo liegen wird und was noch so reinkommt, wird sich zeigen. Aber richtig gut finde ich, dass ich die Fächer jederzeit neu anordnen kann. Um andere Raster machen zu können, werde ich auch einige kürzere Fachteiler machen. So bin ich noch flexibler.

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Ablagebretter

Bevor ich Werkbank eingebaut habe, hatte ich Ablagebögen für oben gemacht. Das war ohne Wekplatte viel einfacher, da ich ja die Kanthölzer ausklinken musste. Ich lege diese nun oberhalb der Schublade ein. Diese hat neben dem Nutzen einer Ablage zugleich die Funktion einer Abdeckung der oberen Schubladen.

Bis zur Werkbankplatte habe ich noch etwa 12 cm. Das ist nicht sehr viel, aber ist immer hilfreich um Material oder Maschinen abzulegen, wenn man die Werkbank möglichst leer lassen muss, um größere Werkstücke dort zu bearbeiten.

Erst nach Einlegen der Platten kann ich die Schubladenfront zumessen. Das ist die nächste Aufgabe.

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Schubladenfront