Mein Mega-Schreibtisch oder der "Resolut Desk Mixbambullis Edition"

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    2096 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Hallo Freunde der Holzbearbeitung,

ich muss zu Anfang erst ein wenig ausholen.......da ich seit dem Auszug unseres Sohnes in dessen altem Kinderzimmer recht halbherzig mein Büro eingerichtet hatte, war es nun nach den vielen anderen Projekten endlich mal an der Zeit, dass ich meinen lange gehegten Wunsch nach einem "anständigen" Büroraum nachkomme.

Gesagt, getan......alten Teppichboden rausgerissen, Tapeten runter, Elektrik neu u.s.w. Ihr kennt das ja.

Nachdem das äußerliche Bild des Büroraumes nun für mich stimmig war, ging es an die Planung meines ersten Möbelstücks. Meinen eigenen selbstgebauten Schreibtisch. Ich plante dann mal wild in Sketchup drauf los, immer wieder Änderungen und und und....!

Endlich war dann der finale (so glaubte ich zumindest) Plan fertig. Ich war dann doch etwas überrascht über die Dimensionen, aber ich wollte es ja so. Hätte ich vorher gewusst, welche Änderungen der Plan noch erfahren wird und wie blöde ich mich des öfteren anstelle......ich weiß nicht, ob es zum Bau gekommen wäre.

Aber die lange, zeitraubende Arbeitsstrecke und deren Ergebnis möchte ich Euch hier nun vorstellen.

BTW:
Das Grundgerüst des Schreibtischs wurde aus Fichte Leimbinder in der Dimension 80x80 mm gefertigt, hat eine Höhe bis Oberkante Tischplatte von 760 mm und ist in U-Form von links gesehen 1500 x 3000 x 800 mm groß. Die Tischplatte besteht aus 4 Teakholzplatten mit einer Stärke von 30 mm. Die kompletten Schubladenkonstruktionen incl. der Rahmen sind aus Paulowniaplatten in der Stärke 18 mm. Es kommen Vollauszüge mit Softclose von Hettich zum Einsatz (10 x 450 mm Nennlänge und 3 x 500 mm Nennlänge), ein starkes QI-Ladegerät und ein USB-C Ladegerät. Die Bauzeit belief sich auf 346,5 Stunden und erstreckte sich von 15.01.2021 bis zum 30.05.2021.
Die angegebenen Projektkosten verstehen sich ohne Arbeitslohn ;-) und sind ohne den Schreibtischstuhl gerechnet, den ich mir dazugegönnt habe.

Ich hoffe, Euch damit etwas unterhalten zu können und wünsche viel Spaß beim lesen.

Du brauchst

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Werkzeuge
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Materialliste
  • 4 x Leimholzplatten | Teakholz (3000x800x30mm)
  • 23 x Leimbinder | Fichte (80x80x2000)
  • 41 x Leimholzplatten | Paulownia (800x600x18mm)
  • 1 x QI Ladegerät (ca. 200mm)
  • 25 x Schwerlast-Winkelverbinder | Stahl verzinkt (70x70x55mm)
  • 10 x Hettich Quadro V6 Pro Vollauszüge | Metall (450mm Nennlänge)
  • 3 x Hettich Quadro V6 Pro Vollauszüge | Metall (500mm Nennlänge)
  • 10 x Magnetschnäpper | Kunststoff
  • 2 L x CLOU Holzbeize Teak
  • 1 x RAV-Power USB-Ladegerät | Kunststoff
  • 1 x USB-C Verlängerung (2000mm)
  • 1 x Schuko Steckdose u. Stecker

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialauswahl

Zuerst ging es an die Materialauswahl. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass die Tischplatte aus Teakholz sein sollte. Glücklicherweise gab es in unserem BAUHAUS eine "Probebestellung", wo ein Versuch gestartet wurde, ob solche Ware von den Kunden angenommen wird.


Ich sah die Platten und sofort war klar: die müssen es sein. Also kurzerhand 7 Stück gekauft und ein paar Tage später dann mit dem Hänger abgeholt.

Das Grundgerüst sollte aus Leimbinder gearbeitet werden. Also im BAUHAUS 80 x 80 mm Dimensionen geordert. Leider hatte unser Markt diese Dimensionen nicht gelistet, aber ein BAUHAUS in 110 km Entfernung. Also dort vorbestellt und hingefahren.


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Der Plan.....

....zumindest das, was ich vor hatte zu tun. Zuerst plante ich die Pfosten in den Dimensionen 100 x 100 mm. Dies erwies sich dann aber doch als zu wuchtig und ich wich auf 80 x 80 mm aus. Das sollte reichen und ausreichend Stabilität gewährleisten.


Ich wusste ja noch nicht, dass mein Plan noch viele Änderungen erfahren wird.......

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Die Verbindungen

Ein kurzer Ausblick auf meine geplanten Verbindungen. Diese wurden witzigerweise bis auf 1 einzige nicht mehr geändert. Da ich solche Ausklinkungen vorher noch nie gemacht hatte, stellte es mich vor eine große Herausforderung.

Aber ich musste ja kein Rennen gewinnen. Ich hatte ja Zeit, um alles zu durchdenken und zu versuchen.

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Die ersten Pfosten und Träger

Das gute alte Geodreieck.....

Angefangen habe ich mit dem - von meiner Sitzposition aus gesehen - linken Rahmenteil. Das gute alte Geodreieck durfte da wieder fleißig mitwirken.

Die Schlitze und Zapfen sowie die Ausklinkungen wurden mit der BOSCH GTS 10 XC und in Zusammenarbeit von Stechbeiteln und Ständerbohrmaschine ausgearbeitet.
Wie sich herausstellen sollte, muss ich dem Wahnsinn verfallen gewesen sein, als ich so blauäugig in Sketchup die Verbindungen geplant hatte......alles eine Heidenarbeit!
Aber ich hatte damit angefangen.....also muss man jetzt auch hart genug zu sich selbst sein und das ganze durchziehen.

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Die weiteren Verbindungen

Vor allem die Profilierungen des 135° Winkel-Trägers verlangte mir alles ab. Ich glaube, ich habe alleine für diese Winkelteile (von denen es einige gab) 2-3 komplette Balken verschnitten und konnte sie nur noch als Restholz nutzen.....

So mancher nicht jugendfreie Ausruf kam mir da über die Lippen. Es gab auch Tage, da habe ich 3-4 Stunden in der Werkstatt gestanden und brachte wirklich nichts vorzeigbares zustande......ein Graus!
Aber da musste ich durch.

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Das erste Beizen und das Thema 135° Winkel......

Der erste Beizversuch!

Hier wurde der Rahmen für die 135° Abschrägung gefertigt und teilweise gebeizt. Die kleinen Winkelträger und die doppelten Schlitze für die Zapfen.

Hier bohrte ich mit einem 10er ENT Holzbohrer mehrere Löcher vor und stemmte sie dann mit dem Stechbeitel so sauber als möglich aus.
Hier kann ich immer nur wieder sagen: Leute, schaut, dass Eure Stechbeitel und auch Eure Bohrer immer sauscharf sind. Ansonsten macht dies keinen wirklichen Spaß und man versaut sich (wie ich mal wieder) mehrere dieser Stücke, da durch das teilweise stumpfe Werkzeug die Ecken beim ausstemmen mal einfach so wegbrechen.
Da konnte ich nur letzteres tun und bekam sofort Blutdruck.

So kann man natürlich auch Holz verheizen.......einer der Gründe, warum der Michael dann später wieder im BAUHAUS vorstellig werden durfte, um einige Leimbinder nachzuordern......

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Die Armada der Einzelteile vor dem Beizen und die erste "Anprobe"

Die erste "Anprobe"

Hier sieht man mal die Armada der ganzen fertiggestellten Einzelteile des linken Rahmenkonstruktes. Mehr ging nicht auf meine Insel....


Dann wurde alles gebeizt und auf Malerpyramiden gestellt. Beizen musste ich mit der CLOU Holzbeize Teak glücklicherweise nur 1 mal. Die spätere Endbehandlung mit Quick Shine Multi-Surface Floor Finish bedurfte allerdings insgesamt 6 Anstrichen, bis der gewünschte Glanz zu sehen war.

Die erste "Anprobe" im zukünftigen Büroraum sah schon einmal ganz gut aus. Ich war bis dahin recht zufrieden. Einfach mal alles zusammengesteckt und auf Winkligkeit überprüft. Passt, wackelt und hat Luft ;-)

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Weitere Anproben und eine kleine Belohnung.....

Es folgten dann nach der Fertigstellung der weiteren Pfosten und Trägern immer wieder zeitnahe Anproben, um das jetzt doch sehr knifflige Teil des Gerüstes - die Kanzel - perfekt auszubalancieren.


Der Richtscheid diente damals dazu, den späteren Längsbalken, der als vorderer Träger der Tischplatte fungieren sollte, zu imitieren. Einmal probesitzen musste da schon für mich drin sein.

Darauf belohnte ich mich mal selbst mit einem kühlen Brauereierzeugnis...

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Teppich legen und komplett gebeiztes Gestell zusammenstecken

Dann baute ich wieder alles ab, legte den neu georderten Teppichboden und baute wieder alles zusammen, um ein Gesamtbild zu erhalten.


Dieses Gesamtbild führte einen Tag später dazu, dass ich wieder in Rekordzeit Blutdruck bekam......der Teppich hatte die beiden langen Wellen nicht mehr "ausgelegt". Ich konnte machen, was ich wollte, sie waren nicht mehr wegzuschieben.

Bevor ich dann vom Recht meines vorzeitigen Ablebens Gebrauch machen wollte, baute ich das ganze Gerüst schon wieder ab, riß den Teppich wieder raus und schmiss ihn sofort weg, damit ich ihn nicht mehr sehe.....

Man sagt ja, alles ist für irgendetwas gut.......und so war es glücklicherweise. Ein paar Tage später fand ich im Teppichmarkt meines Vertrauens einen PVC-Belag in 6 mm Stärke, der auch geeignet war für Stuhlrollen. Hat zwar mehr gekostet, aber das war mir in dem Moment egal. Ich brauchte ja unbedingt einen neuen Bodenbelag.

Also kurzerhand geordert und liefern lassen, da ich 5m Länge nicht in mein Auto bekomme. Und wie die Griswalds das Teil wie einen Weihnachtsbaum längs übers Dach legen, wollte ich auch nicht unbedingt.

Dann musste ich 1 Woche auf die Lieferung warten...

Um die Zeit nicht unnütz vertreichen zu lassen, begann ich schon mit der teilweisen Verleimung der einzelen Segmente. Hier konnte ich wieder einmal feststellen: man hat nie genügend Zwingen. Da muss ich in naher Zukunft unbedingt nochmal nachrüsten.
So konnte ich halt immer nur so lange verspannen, wie ich Zwingen hatte. Dann war Warten angesagt, bis alles gut angezogen hat und dann ging´s ans nächste Teil. Zum Glück dauert das mit meinem Ponal Express nicht allzulange.....

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Und weil´s so schön war, nochmal.......

Nachdem ich den neuen Boden gelegt und die Ahorn Sockelleisten montiert hatte, galt es, wieder alle Segmente - die ich in Frauchens Zimmer zwischengelagert hatte und mich so natürlich nicht sonderlich beliebt gemacht habe - reinzutragen und alles endzumontieren.


Hier kamen auch dann die ersten Paulownia Füllplatten zum Tragen, bzw. zur Montage. Sie wurden rundum mit dem 45° Fräser gefast, um Tiefe zu erzeugen und wurden um 20mm nach innen versetzt.

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Die Rahmen für die Paulownia Platten

Nun fertigte ich aus gehobelten Dachlatten die Rahmen für die Paulownia Platten an. Oben und unten versah ich sie mit je 2 kleinen Langlöchern, damit die Platten "arbeiten" können. Dies ist zwar bei Leimholz in einem gleich temperierten Büroraum eher nicht so, aber ich bekäme doch Brechdurchfall, wenn mir da was reißen würde, nachdem alles fertig ist.


Dann noch kurz zur Sicherheit alles nachgemessen, dass die Maße weitestgehend stimmen (100% bekomme ich ja doch nicht hin) und dann alles verschraubt. Da war ich mit meinem Winkelaufsatz doch sehr froh.


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Einer meiner Gimmicks wird in Angriff genommen.....

Was jetzt etwas martialisch anmutet, ist einer der Gimmicks, die ich unbedingt bei meinem neuen Schreibtisch verwirlichen wollte. Zuerst bohrte ich mit dem 35er Forstnerbohrer ein Loch in den langen Querbalken, der direkt an meinem Sitzplatz entlangläuft.


Dann musste eine Konstruktion gebaut werden, die ein Rundholz in diesem Durchmesser aufnehmen kann. An diese Konstruktion, die ich kurzerhand mit 2 Schwerlastwinkeln - die ich über hatte - verwirklichte, kamen dann zwei Latten, die das Klötzchen aufnahmen, auf dem dann ein Push-to-open Druckschnäpper befestigt wurde.
Dieser hat dann die Funktion, das Rundholz auf eine Strecke von 45 mm auszustoßen und per Druck auch wieder aufzunehmen. Nach einer Schleiforgie der besonderen Art flutschte das Rundholz sehr angenehm vor und zurück.
Nun galt es, das Reservoir für meinen taktischen Kugelschreiber - weswegen ich dieses ganze Brumborium veranstaltete - auszustemmen.
Dies gelang dann durch viel Geduld und gute Nerven mit einem kleinen Stechbeitel und viel schleifen, schleifen und nochmal schleifen. Letztendlich passte es aber dann nach einer gefühlten Ewigkeit doch.

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Der letzte Träger und der Gimmick...

Nun wurde der letzte Träger angebaut und verleimt und der "Secret Drawer" in Gebrauch genommen. Anpassprobe bestanden!

14 20

Die Tischplatte.....reine Nervensache.....

Probelauf geglückt!

Es ging weiter mit meinem größten Bauchweh.....die teuren Teakholzplatten passend zu schneiden.


Ursprünglich hatte ich vor, die Platten an den U-Ecken auf Gehrung zu schneiden und zusammenzufügen. Nach vielen Überlegungen kam ich aber - auch durch Anlegen der verschiedenen Platten - zu dem Entschluss, die Platten alle in eine Maserungsrichtung zu legen und miteinander zu verbinden.

Dies war meines Erachtens auch die letztendlich beste Entscheidung, denn so gingen alle Maserungen in die gleiche Richtung und es sah aus, als ob die komplette Tischplatte aus einem Stück Baum herausgeschnitten wurde.

So weit, so gut.......wenn ich da nicht schon wieder Besuch bekommen hätte von dem verhassten Fehlerteufel, der mich einfach nicht leiden kann.

In Bild 2 sieht man schön, wie der Schnitt unter der Platte nach innen weggelaufen war beim sägen. Hier ist mir bei der Stichsäge das Sägeblatt von der Führungsrolle gerutscht und ich Dämel habe es nicht bemerkt, da ich zu beschäftigt war, die Säge möglichst gerade und an der Anschlagschiene (mein Richtscheid) zu halten.

Mein Brechreiz kannte keine Grenzen. Als ich mich von dieser unsäglichen Dilletanz wieder etwas erholt hatte, holte ich meinen Feilensatz und fing an, das ganze Dilemma grob und dann immer feiner wieder auf Kurs zu bringen. Nach 2 Stunden Arbeit und viel Angstschweiß hatte ich es dann wirklich geschafft, dass ich nicht die komplette Platte wegschmeißen musste. Man sah zum Glück nichts mehr und nichts erinnerte mehr an meinen kurzzeitig schlechten Gesundheitszustand.
Die Platten selbst habe ich mit Arbeitsplattenverbindern zusammengefügt. Meine KREG Bohrschablone wurde hierfür benutzt. In die Stöße der Platten kam noch zusätzlich Ponal Express und als oberste Schicht braunes Silikon, dass fast die gleiche Farbe hatte, wie die geölten Teakplatten. Alles Überschüssige wurde abgestreift. Dann alles verschliffen, geölt und mit Quick Shine 6 mal endbehandelt.

Dann wurde mein zweiter Gimmick realisiert. Da ich ja auf meinem neuen Schreibtisch keinen Kabelsalat mehr sehen will, habe ich mir von Kalb ein QI Ladegerät bestellt, das über eine Entfernung von bis zu 30 mm mein iPhone laden kann. Allerdings muss man darauf achten, dass man einen Mindestabstand halten muss von 15 mm, sonst funktioniert das nicht. Also meine POF 1400 ACE genommen und mit dem Kreisschneider das ganze ausgefräst und montiert. Ein Test verlief dann sehr zufriedenstellend. Sogar mit meiner 5 mm dicken Hülle wurde mein iPhone einwandfrei aufgeladen.

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Die Kabeldurchführungen...

Nachdem ich mir während des Baus lange immer wieder Gedanken über das Kabelmanagement gemacht habe und wie ich die Tischplatte möglichst kabellos bekomme, habe ich mir am großen Fluß die rechte Kabeldurchführung als Muster bestellt und dann aus Reststücken der Teakplatten einen Rahmen an meiner Dekupiersäge geschnitten. Diesen habe ich an der TKS rundumlaufend verjüngt, damit oben ein rahmenähnlicher Überstand entsteht und die Durchführung nicht durch das Loch im Tisch fällt. Nach Erstellung dieser Kabeldurchführung und der Abdeckungen und Schrägen erwies sich diese Angst als unbegründet. Die Passgenauigkeit war dieses mal selbst für mich verblüffend.

Ich fertige 2 Stück an, eine für den Platz neben meinem MacBook und eins neben dem Drucker.
Durch die Schräge und deren oberer Abdeckung sieht man die Kabel nicht auf den ersten Blick und hat aber jederzeit guten Zugriff.

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Die Schubladensysteme...

Nun ging´s an die Schubladensysteme. Sowohl die Rahmenkonstruktion als auch die Schubladen und die Fronten selbst wurden aus Paulownia Leimholzplatten in 18 mm Stärke gefertigt. Die Fronten wurden rundum mit dem 45° Fräser gefast und mit Hilfe der Wolfcraft Dübelhilfe perfekt an Ort und Stelle verdübelt und verleimt.


Ich verwendete Hettich Quadro V6 Pro Vollauszüge mit Silent System, da ich zuklatschende Schubladen hasse. Für die Befestigung der Quadro hatte ich zuerst Spax Schrauben genommen (die ich vorher abschneidern musste, da ich die erforderliche Länge nicht hatte). Dann bin ich aber zu den Original Direktbefestigungsschrauben von Hettich übergegegangen, die auch mehr Grip hatten. Über die Herstellung der Schubladen brauche ich glaube ich hier nicht groß etwas zu erzählen, das weiß jeder, wie das geht. Ich habe sie genutet und verleimt. Hält bombenfest und es kommt ja keine große Belastung auf die Schubladen zu. Paulownia hat den Vorteil, dass es kaum etwas wiegt, was mir sehr entgegenkommt.

Der Farbton passt auch hervorragend zu den neuen Schaltern und Steckdosen im Büroraum, die aus Ahorn und Nussbaum sind.

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Die Möbelgriffe....

So, wie ich es bei meinen Werkstatt-"Möbeln" gehalten habe, so wollte ich es auch bei meinem ersten "richtigen" Möbelstück.


Die Griffe sollten selbst hergestellt werden. Nach langer Überlegung entschied ich mich - passend für einen Hobby-Handwerker - für einen Doppel-Maulschlüssel. Gesagt, getan.....ausgedruckt, mit UHU-Sprühkleber auf Reststücke der Teakplatte geklebt und die Stücke zuerst mit der Bandsäge aufgetrennt auf ca. 14 mm Stärke. Dann mit meiner Dekupiersäge alles so sauber als möglich ausgesägt.

Dann begann die eigentliche Arbeit. Das ausarbeiten der 3. Dimension....
Dies geschah mit meinem großen und kleinen Feilensatz und mit viel Schleifpapier, das allerdings nur händisch verwendet wurde. Eine wunderschöne Geduldsarbeit.....wobei ja bekanntlich Geduld nicht gerade meine Stärke ist.

Aber was soll´s.......das Endergebnis war´s wert. Alles dann noch geölt und mit Quickshine 6 mal endbehandelt. Die Abstandshülsen wurden auch selbst hergestellt aus einem Kiefer Rundstab, der in 10 mm kleine Stücke gesägt wurde und dann mittig ein 4er Loch gebohrt wurde an der Ständerbohrmaschine.

Die Hülsen wurden noch auf Teak gebeizt und dann zusammen mit den fertigen Griffstücken montiert.

Auch hier schlug wieder mein "häufiger Begleiter", der Schusseligkeits-Teufel zu......

Ich hatte mir extra eine Bohrschablone angefertigt, damit alle Löcher schneller zu bohren sind.
Allerdings sollte man hier darauf achten, wenn man schon 3 verschiedene Breiten der Fronten hat und auch 3 verschiedene Schablonenbezeichnungen hat, dass man auch die richtige Schablone an der passenden Front nutzt.

Nicht aber der Michael......also mal schön eine Front mit der falschen Schablone gebohrt. Verdammte Hacke......Schublade wieder ausgebaut, in die Werkstatt und dann mit Sägestaub und Ponal Express eine schöne Pampe angerührt (mit den hellsten der Späne). Das ganze in die beiden falsch gebohrten Löcher gewürgt, abgestreift und gewartet, bis alles angezogen hat. Dann mit dem Exzenterschleifer und feinem Korn (240) alles zart abgeschliffen. Glücklicherweise erwies sich diese Schummelei als Glücksgriff. Man sah die Löcher nicht mehr, zumindest nicht aus der Sicht, in der man sitzt oder steht. Es war ja zum Glück die unterste Schublade.

Und wieder langsam den Blutdruck gesenkt.....

18 20

Das Kabelmanagement....

Für den bereits erwähnten Wunsch, keine Kabel mehr an der Oberfläche zu sehen, ging´s dann in den Untergrund des Resolut Desk....

Ich baute aus Paulownia eine Ablage für meine Festplatte und meinen USB-C Hub, damit ich alle für mich relevanten Geräte ständig angeschlossen habe und nur noch 2 Kabel nach oben führten: das Stromversorgungskabel für´s MacBook und das Thunderbolt Verlängerungskabel für alle externen Geräte.

Unter der Tischplatte montierte ich dann mehrere gehobelte Dachlatten, die auch auf Teak gebeizt wurden. An diese Dachlatten schraubte ich offene Rundhaken, damit ich im Bedarfsfall schnell mal ein Kabel austauschen oder erweiteren kann, ohne irgendwelche Kabelkanäle öffnen zu müssen. An einen der Querbalken wurde eine 10er Steckdose mit Ausschalter montiert, die ich auf eine extra Halteplatte gesetzt hatte. Hier wurde auch dann das Stromversorgungskabel für meine Charging-Schublade verlegt und angeschlossen.

Diese bekam eine schmale Kabeldurchführung an der Stirnseite der Schublade verpasst und das 6-fach USB Ladegerät befestigte ich mit zwei Metallwinkeln an der Rückseite. Die abnehmbare Wartungsplatte, damit ich an die Elektronik immer rankomme, wurde auch mit einem Spezialgriff versehen und wird durch 4 starke Möbelmagnete gehalten (hiervon habe ich leider kein Foto gemacht).

19 20

Das i-Tüpfelchen.....

Teilweise geölt..

Ich sah endlich Licht am Ende des Tunnels......


Jetzt gab es nur noch eine Aufgabe.....mein i-Tüpfelchen für den Schreibtisch realisieren.

Also wieder ein Rest-Teakstück genommen, mein Logo in der passenden Größe ausgedruckt und mit UHU Sprühkleber aufgeklebt. Dann einzelne Teile großflächig mit der Bandsäge ausgeschnitten und dann wieder in 14 mm dicke Stücke aufgetrennt.
Meine Dekupiersäge durfte dann wieder ihre Qualitäten beweisen und die einzelnen Buchstaben wurden sorgfältig ausgesägt. Dann wurde alles mit der Pinzette geölt und nach dem Trocknen auf die mittlere Paulowniaplatte der Kanzel geklebt mit Ponal Express.
Als alles trocken war, durfte ich dann noch alles mit Quick Shine 6 mal behandeln. Dies gelang am besten mit einem relativ feinen Pinsel und viel viel Geduld.

20 20

Habe fertig!

Hier abschließend ein paar Fotos des fertigen Möbels.


Ich bedanke mich für Euer Interesse und wünsche viel Spaß beim nachbauen.

Seid gegrüßt, Euer Michael


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